Teuerung: Inflation geht im April auf 2,3 Prozent zurück

16.05.2012 | 10:57 |   (DiePresse.com)

Die Teuerung verliert an Dynamik. Die Inflation war so gering wie zuletzt im Dezember 2010. Der wöchentliche Einkauf hat sich hingegen verteuert.

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Die Teuerung hat in Österreich auch im April an Dynamik verloren. Die Inflationsrate ist im April 2012 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht auf 2,3 Prozent (März: 2,4 Prozent, Februar: 2,6 Prozent) zurückgegangen. Das war der niedrigste Wert seit Dezember 2010 (2,3 Prozent), teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Hauptpreistreiber waren "Wohnung, Wasser und Energie" mit Preisanstiegen von durchschnittlich 3,4 Prozent.

Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Hier betrug der Anstieg im Jahresabstand nur 1,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März stiegen die Preise um 0,4 Prozent.

Treibstoffe wirken verteuernd

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex betrug im April ebenfalls 2,3 Prozent - nach 2,7 Prozent im März und 2,6 Prozent im Februar. Vor allem Restaurants und Hotels, Freizeit- und Kulturdienstleistungen sowie Treibstoffe wirkten sich hier verteuernd aus. Gedämpft wurde der HVPI durch Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie Versicherungsdienstleistungen, weil sie geringer gewichtet werden als im VPI.

Der typische wöchentliche Einkauf der Österreicher, der Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich im April mit 3,8 Prozent stärker verteuert als die allgemeine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Dafür lagen die Kosten für den täglichen Einkauf mit einem Plus von 2,0 Prozent darunter.

Preistreiber Wohnung und Treibstoffe

Hauptpreistreiber war die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" mit durchschnittlich 3,4 Prozent im Jahresabstand. Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (+3,5 Prozent) und höhere Wohnungsmieten (+4,9 Prozent). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich um 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, Gas um 7 Prozent, Heizöl um 6 Prozent, Strom blieb dagegen unverändert.

Ausgaben für "Verkehr" verteuerten sich um 2,6 Prozent, wobei die Treibstoffpreise um 8 Prozent anstiegen. Auch die Wartung und Reparatur von Pkw verteuerte sich um 4 Prozent. Neue Pkw kosteten um 1 Prozent weniger, Flugtickets verbilligten sich sogar um 6 Prozent.

Moderate Preissteigerung bei Nahrungsmitteln

Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit einem durchschnittlichen Anstieg von 1,7 Prozent. Aber auch hier gab es Ausreißer: so verteuerten sich Fleisch und Fleischwaren um 5 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse sowie Molkereiprodukte jeweils um 4 Prozent. Diese wurde durch Verbilligungen bei Obst (-19 Prozent) und Gemüse (-2 Prozent) größtenteils aufgefangen. Alkoholfrei Getränke verteuerten sich allerdings deutlich um 4,2 Prozent, Kaffee sogar um elf Prozent.

(APA)

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41 Kommentare
 
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Gast: biersauer
18.05.2012 11:31
0

EURO UM %5 abgewertet,..

somit ist die Kaufkraft ebenfalls gesunken.

???

a Schmarrn schwächt sich ab!!!

Gast: Rechengenies
17.05.2012 13:13
0

% Gehaltserhöhung von Dt. Politikern

dokumentiert immer recht verläßlich die aktuelle Inflationsrate;-)

Antworten Gast: Baur4
17.05.2012 18:30
0

"Österreich kann man doch nicht mit Deutschland vergleichen"? - Oder doch?

Österreich mit 8 Mio Einwohner hat 9 Bundesländer. Deutschland mit 80 Mio hat nicht 90 sondern nur 16 Bundesländer; einige mit mehr Einwohner wie ganz Österreich.

usw., usw.,

die übliche realitätsverweigerung

durch heranziehen des "wöchentlichen einkaufs" als einzig wahren maßstab.

1.
ja, all diese leute kaufen sich weder auto noch unterhaltungselektronik.
all diese leute fahren weder auf urlaub noch kaufen sie kleidung.
all diese leute geben ihr geld einzig und allein im supermarkt für lebensmittel aus: verfresst nicht all euer geld, dann kann das hirn besser atmen!

2.
könnte jemand von der presse leserbriefe aus den 1960ern ausgraben? mich würde interessieren, ob damals, als der anteil der lebensmittel am haushaltsbudget ein weit größerer war (lebensmittel sind heute so billig wie noch nie!!!), ebenso viele schreiber unterwegs waren, die behaupteten: viel zu teuer, viel zu teuer (damals sogar mit gutem recht, im gegensatz zu heute).
ich vermute, dass damals niemand gesudert hat, denn sudern ist das privileg der (über)satten!

so, und jetzt stopft euch euren wanst voll. wer weiß, ob das morgen noch so billig möglich sein wird.

Re: die übliche realitätsverweigerung

geben sie sich immer selber antworten auf ihr geschreibsel ?

Antworten Gast: fugazi
17.05.2012 11:33
1

Re: die übliche realitätsverweigerung

vielen dank herr oberst!

dieses ewige gesudere des kleinbürgers der es einfach nicht auf die reihe bekommt muss ein ende haben. wir leben im absoluten überfluss, wertschätzungen sind vergessen, als einzige befriedigung konsumieren...

ich habe in mehreren monatelangen selbstversuchen gelernt mit ca. 20 euro die woche jeden tag herrliche mahlzeiten auf den tisch zu zaubern, heute als gutverdiener in der schweiz mach ich es ebenso, mit 30-40 sfr die woche kann ich gut essen, und jeden tag kochen..

weiters habe ich noch nie einen neuwagen oder ein handy, laptop, möbel ect. gekauft.. gibts alles im überfluss..

naja.., ich kenn leute die ohne geld leben, und meine arbeitskollegen kommen mit 6000 sfr netto nicht klar...


in Entwicklungsländern wie,.. Deutschland ist der wocheneinkauf extrem billig

jagt die
Supermärkte zum Teufel!

in Berlin kostet belt

Volksverarschung

der VPI wird für die Löhne künstlich niedergehalten. Oder was, bitte, hat im gesetzlich geregelten Warenkorb ein Fernseher verloren?
Dinge des täglichen Bedarfes.. lachhaft.
Entfernt man diese "Joker" aus dem Warenkorb, liegt der echte
VPI wahrscheinlich bei 8, wenn nicht bei 10 Prozent. die Löhne und Gehälter steigen aber durch diese Trick nur um 2-3%.
Gratulation an die Politik!

Gast: Bärenfalle...
16.05.2012 20:00
11

Geh bitte, alter Trick

Ganz einfach.

Basis 100, Inflation 10%

1 Jahr: 110
2 Jahr: 121
3 Jahr: 133
4 Jahr: 146
5 Jahr: 161

Im 6 Jahr haben wir nur mehr 8% Inflation

6 Jahr: 174

Trotz "gesunkener" Inflation ist der nominale "Verlust" fast gleich groß wie im Vorjahr mit 10% Inflation.

Darum scheuen Politik aber auch die EZB die Nennung realer Summen wie der Teufel das Weihwasser und lieben prozentuale Angaben.

M3 etc. werden von der EZB ja auch gerne in "prozentualer Änderung zum Vormonat" dargestellt.

Die wissen genau wieso !


Re: Geh bitte, alter Trick

na und?
bei den einkommenssteigerungen wird doch genau dasselbe gemacht: x % mehr als im vorjahr.
warum regen sie sich darüber nicht auf?

Spinnts ihr jetzt komplett?

Wie kann die Inflation "niedrig" sein, wenn das tägliche Leben permanent teurer wird?

Re: Spinnts ihr jetzt komplett?

Das hat mit der Zusammensetzung des Warenkorbs zu tun; in diesem sind eben auch Produkte und Dienstleistungen enthalten, die billiger wurden - und kaum gekauft werden.

Es hilft dem Durchschnittsösterreicher eben nicht, wenn zwar Flugreisen billiger werden, dafür aber die Lebenshaltungskosten massiv ansteigen :-/

Gast: Jose Mario Branca
16.05.2012 18:03
3

Habt Ihr einen Knall oder mehrere

Irgendwann, vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange wird Eurer Lügengebäude zerstört werden.

Gast: Alexander der Große
16.05.2012 17:06
11

500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

Gut, dass die Inflation so gering ist. Danke liebe Eurologen. Da EU Beamte steuerbefreit sind, wird sie das alles nicht tangieren. Herzlichen Dank!

Antworten Gast: fugazi
17.05.2012 01:26
1

Re: 500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

egal wo ich bis jetz gewohnt hab...

mit dem fahrrad in den wald oder in die felder wars max. eine stunde.

walderdbeeren, himbeeren, schwarzbeeren, äpfel, birnen, kirschen, kräuter, ect....

preis: oberschenkeltraining


Re: Re: 500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

Ich glaube Ihnen schon, dass Ihre Oberschenkel gut trainiert sind.
Wie wäre es mit dem Training der grauen Zellen ??

Antworten Antworten Gast: globetrotterneu
17.05.2012 11:05
0

Re: Re: 500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

im winter und frühling schwer möglich.

Antworten Antworten Antworten Gast: fugazi
17.05.2012 13:43
0

Re: Re: Re: 500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

im winter gibts dasselbe aus dem rexglas (selbst eingelegt, mameldâden ect.) im keller und natürlich suppengemüse..

Re: 500 Gramm Erdbeeren 7,40 DM

Eurologen ist super!
Wie wärs aber auch mit Eurolügen?!

Gast: LÜGEN NUR LÜGEN
16.05.2012 16:47
8

1/2 (!) kg Tomaten: 2.49

1 kg Brot: 3.49

JA SIND DIE WAHNSINNIG?

Re: 1/2 (!) kg Tomaten: 2.49

Wo kaufen Sie denn ein?

Antworten Antworten Gast: globetrotterneu
17.05.2012 11:06
0

Re: Re: 1/2 (!) kg Tomaten: 2.49

ja nicht jeder kauft beim hofer oder lidl.

Re: Re: Re: 1/2 (!) kg Tomaten: 2.49

Warum also dann beschweren?

Re: Re: Re: Re: 1/2 (!) kg Tomaten: 2.49

Eventuell kauft er eben gerne Tomaten die auch so schmecken wie sie sollen.
Und nicht die Roten geschmacklosen Paradeiser die heute eben üblich sind ,weil die meisten gar nicht mehr wissen wie eine Tomaten schmecken soll ??

Jedes Jahr das Gleiche

Immer so um diese Zeit steht es in den Medien oder man hört es bei ORF etc.

Die Teuerung ist auch heuer wieder etwas weniger geworden.

Und wenn dann die Verhandlungen zu den Kollektivverträgen beginnen wissen die Arbeitgebervertreter:

Die Teuerung ist auch heuer wieder geringer und, welch ein Wunder, die Gehaltsanpassung liegt mal wieder unter der Inflationsrate!


 
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