"Wichtig ist, sich vom Öl zu verabschieden"

31.05.2012 | 18:22 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Die Zukunft der Energie seien synthetische Kraftstoffe aus Ökostrom, so die Energie-Expertin Kemfert im "Presse"-Interview, das im Rahmen der ASPO-Konferenz in Wien geführt wurde.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Presse: Sie haben 2008 gesagt, der Ölpreis werde binnen zwei Jahren auf 200 Dollar je Fass steigen. Deutsche Medien nannten Sie daraufhin die „200-Dollar-Kassandra“ und kritisierten, dass Sie zur allgemeinen Verunsicherung beigetragen hätten. Kurz danach lag der Ölpreis auf 40 Dollar. War es richtig, diese Zahl zu nennen?

Mehr zum Thema:

Claudia Kemfert: Diese Zahl habe ich nie explizit genannt. Ein Journalist hat mich gefragt, ob ich ausschließen könne, dass der Preis jemals auf 200 Dollar steigt. Und ich habe die Antwort gegeben, dass man nichts ausschließen könne. Man kann den Ölpreis nicht prognostizieren, da die Einflussfaktoren zu zahlreich sind. Die ausschlaggebende Größe ist derzeit die Nachfrage aus Ländern wie China und Indien.

Wie entscheidend ist der Ölpreis überhaupt noch? 2008 gab es bei dem Wert von 100 Dollar einen großen Aufschrei. Inzwischen leben wir ganz gut mit einem Preis auf diesem Niveau.

Wissenschaftlich kann man nicht nachweisen, dass es einen bestimmten „Kipppunkt“ gibt, bei dessen Überschreiten die Weltwirtschaft in eine Rezession abgleitet. Die westlichen Industriestaaten werden ständig effizienter im Umgang mit Energie, weshalb sie einen höheren Ölpreis wirtschaftlich nicht mehr so stark spüren. Grundsätzlich ist ein steigender Ölpreis jedoch Gift für die Volkswirtschaft.

Angesichts steigender Nachfrage ist Peak Oil, also der Höchststand der Ölproduktion, ein umstrittenes Thema. Laut Club of Rome hätte dieser spätestens Mitte der 1990er sein sollen. Inzwischen nennen sie kein konkretes Datum mehr. Wird es überhaupt einen Peak Oil geben?

Es wird ihn geben, denn auf regionaler Ebene gibt es ihn schon heute. Doch auch wenn er erreicht ist, haben wir noch für Jahrzehnte Öl zur Verfügung. Derzeit steigt die Förderung sogar noch, dank des sogenannten unkonventionellen Öls, etwa aus Ölsanden oder der Tiefsee. Der Preis dafür ist jedoch auch eine höhere Umweltverschmutzung, da diese unkonventionellen Lagerstätten schwieriger auszubeuten sind. Die Frage ist, ob die Gesellschaft das wirklich will. Es ist daher irrelevant, wann der Peak Oil sein wird. Und es ist auch irrelevant, wie hoch der Ölpreis dann sein wird. Wichtig ist, sparsam mit Energie umzugehen und sich vom Öl zu verabschieden.

Öl wird vor allem für Treibstoff gebraucht. Die Hoffnung im Verkehr liegt auf der Elektromobilität. Für diese braucht man jedoch Strom. Und bei der Stromproduktion will etwa Deutschland jetzt aus der Atomkraft aussteigen. Dies schürt nun Ängste vor Blackouts. Wie hoch schätzen Sie diese Gefahr ein?

Diese Gefahr ist sehr gering. Denn die E- Mobilität wird nur einen sehr kleinen Beitrag liefern, der sich vor allem auf die Städte konzentriert. Daher wird auch die Stromnachfrage nur sehr gering zunehmen. Für Transporte über längere Distanzen oder den Schwer- und Flugverkehr brauchen wir andere Alternativen. Neue Kraftstoffe, die mit den bestehenden Motoren genutzt werden können. Das könnten Biokraftstoffe sein. Diese werden aber einen ähnlich kleinen Beitrag wie die E-Mobilität liefern. Interessanter ist da „Power to Gas“, was in Deutschland derzeit sehr stark erforscht wird. Mittels überschüssigen Stroms aus Solar- oder Windkraftwerken wird dabei aus CO2 und Wasser künstliches Erdgas erzeugt.

Ist das auch die Lösung für den volatil anfallenden Strom aus Solar- und Windkraftwerken? Zu Pfingsten produzierten die deutschen Solarkraftwerke ja so viel Strom wie 22 AKW. Kurz darauf war es wieder deutlich weniger.

Ich halte von dieser Technologie sehr viel. So ist es in Zeiten großer Stromüberschüsse ja auch preiswert, aus Strom Gas zu machen, weil es an den Strombörsen dann oft negative Strompreise gibt.

Preiswert ist so eine Sache. Weil ja etwa der Solarstrom zuvor hoch subventioniert wurde.

Heute ist es noch nicht wirtschaftlich. Aber die Fotovoltaik sinkt in ihren Kosten massiv und wird zwischen 2020 und 2030 wettbewerbsfähig werden – dann ist Solarstrom billiger als heutiger Strom aus Kohlekraftwerken. Und dann hat es auch ökonomisch Sinn, aus der Überschussproduktion synthetische Kraftstoffe herzustellen.

Die Erneuerbaren werden stark gefördert – auf nationaler Ebene. Daher stehen etwa in Bayern riesige Fotovoltaikkraftwerke, obwohl es in Süditalien viel mehr Sonne gibt. Hat das Sinn?

Ja es hat auch ökonomisch Sinn, weil dadurch eine große Solarindustrie in Deutschland aufgebaut wurde. Allein 2010 wurden dort 40.000 neue Jobs geschaffen. Gleichzeitig haben sich die Kosten in der Fotovoltaik in den vergangenen zwei Jahren halbiert.

Ist das Konzept, mittels Subventionen eine Industrie aufzubauen, nicht gescheitert? Die deutschen Solarfirmen haben heute große Probleme.

Das Wachstum war so groß, dass es zu einer Marktbereinigung kommen musste. In China gibt es natürlich Kostenvorteile. Wenn wir in Deutschland jedoch innovative Technologien anbieten, dann werden wir einen Großteil der geschaffenen Jobs auch erhalten.

Auf einen Blick

Claudia Kemfert leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Zusätzlich hat sie eine Professur für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Norbert Röttgen, der CDU-Spitzenkandidat von Nordrhein-Westfalen, wollte sie nach einem Wahlsieg zur Energieministerin des Landes machen. Die CDU verlor jedoch die Wahl.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

40 Kommentare
 
12
Gast: Karl Jobig, PFDE
06.08.2012 17:06
0

ENERGIEVERBRAUCH IST IMMER....

Sonne und Wind lösen unsere Probleme nur zum Teil. Öl- und Gaslieferungen aus dem Ausland machen uns abhängig. Die Lösung:
Ideologiefreier ENERGIEMIX. Bio-Gas ohne menschenverachtende Verbrennung von Mais,
Solaranlagen auf jedes geeignete Dach oder jedem geeigneten Areal, Windanlagen an Land, Überlandkabelsparende Techniken wie zum Beispiel der Gau- und Supergaufreie Kernkraftreaktor. Kleine Einheiten nah beim Verbraucher, Blockheizkraftwerke, die neuartige "Eiskellertechnik" Isocal u.v.m -

Gast: Otto F.Krammer
05.06.2012 20:34
0

Gespräche Schweiz-Deutschland-Österreich über Pumpspeicher!

Nun haben über das Potential für Pumpspeicher Gespräche der drei Länder stattgefunden, um gemeinsam diese Chance zu nutzen:
http://derstandard.at/1334796754784/Wien-Bern-Berlin-Mehr-Energie-aus-Pumpspeicherkraftwerken
Wahrscheinlich sind es die Sprachschwierigkeiten zwischen dem Pifkinesich, dem Swizerdütsch und dem wiener Dialekt, welche bisher solche Gespräche nicht ermöglicht haben

Gast: Otto F.Krammer
05.06.2012 07:37
0

Lithium-Batterien als Stromspeicher..

Die neue ENVIA Batterie gibt es und diese hat 400Wh/kg und kostet 180$ pro kWh. Mit einer solchen 2kWh-Batterie kann man mit einem E-Moped an die 100km weit fahren und der Akku ist auch von jeder Steckdose in 1 Stunde aufladbar. Diese Batterie hat also 5kg und kann problemlos am Fahrzeug mitgeführt werden.
Also wird sich das durchsetzen!

Gast: anachronist
04.06.2012 13:52
0

Außer Rammbockverhalten wird einem eingefleischten Benzinliebhaber...

nicht viel übrigbleiben.
Auch 1973 glaubte keiner an eine Knappheit. erst bis er vor der leeren Tankstelle gestanden ist, war es klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.


Gast: King of Oil
02.06.2012 12:25
0

das öl sollte schon mehrfach ausgegangen sein,

aber nur laut prognosen von anstudierten theoriehascherln,denn die technik zum fördern von schwerzugänglichen ölfeldern wird gerade "tag für tag" verbessert u. das öl wird weiter fliessen,darauf setze ich mittels aktien u. nicht mit sprüchen !! ps: die solarenergie sollte sich um experten bemühen wie es sie in der ölbranche gibt denn mit staatsnahen unternehmen u. deren "fachleuten" inkl. der lustigen weltfremden politiker werden sie nicht vom fleck kommen,u. ich werde erst in wind u. solarenergie investieren wenn die ersten "rockefellers" es in die hand nehmen,dann wird man nicht nur geld damit verdienen können ,in ertser linie wird es dann auch funtionieren!!

In diesem Zusammenhang fällt mir immer ein Zitat ein:

Die Steinzeit ging nicht aus Mangel an Steinen zu Ende.

Ich bin sicher, wir werden Öl kaum mehr als Brennstoff nutzen, wenn wir es noch immer als Rohstoff für chemische Synthesen verwenden.

Dazu müssen aber alternative Energien verwendungsreif gemacht werden.

Ich gehöre nicht zu denen, die eine Patentlösung in der Tasche haben. Aber ich bin dafür, alles Neue zu fördern. Wirtschaftliche Klugheit gebietet, die Förderungen bicht für 10 Jahre festzuschreiben, sie könnten vom technischen Fortschritt unnötig gemacht werden. Bei der PV-Förderung in D ist meiner Meinung nach genau das passiert. In Ö sind wir da etwas klüger.

Dass jetzt mit der Förderung eher chinesische Erzeuger gefördert werden, ist m.E. nach vorübergehend.

Nochmals: In diesem Bereich ist jede Art von Dogmatik von Übel.
In diesem Sinn soll auch nicht ganz aus den Augen verloren werden, dass es ernstzunehmende Theorien gibt, die behaupten, dass Erdöl und vor allem Erdgas eine andere Entstehungsgeschichte haben und daher in wesentlich größeren Mengen auf der Erde vorkommen, als wir derzeit glauben.

In meinem Chemiestudium vor 40 Jahren habe ich gelernt, dass die bekannten Ölvorräte für 30 Jahre reichen. Heute gehen die Schätzungen von 50- 100 Jahren. Bei einem ungleich höheren Verbrauch.

Nur 3D-seismik und tiefere Bohrungen??????

Antworten Gast: qed
02.06.2012 11:51
0

Re: In diesem Zusammenhang fällt mir immer ein Zitat ein:

Mit der abiotischen Öl/Gasentstehung können sie vielleicht die Entstehung eines kleinen Teils des vorhandenen Methans erklären, nicht aber die der langen Kohlenwasserstoffketen (C40+) oder die vorhandenen Biomarker im Öl. Es wurde auch noch nie eine nennenswerte Lagerstätte mit Hilfe dieser Theorie gefunden.

Und in den letzten 40 Jahren hat sich in diesem Sektor sehr viel verändert: Mit tiefen und vor allem mit horizontalen Bohrungen können Felder viel besser erschlossen werden, mit Fracking, Acidizing und den ganzen Enhanced Oil Recovery Methoden wird die Förderrate und der Ausbeutungsfaktor erhöht.

Durch den hohen Ölpreis sind auch viele unkonventionelle Ölvorkommen wirtschaftlich geworden (e.g. Schiefergas, Ölschiefer)

Verabschieden

sollte man sich von
1. der Ueberbevoelkerung
2. des Energiemissbrauchs: 99,999... Proz. der Handytelefonate, der Internetinhalte sind ueberfluessig, Unsinn ...
Dafuer werden dann Fluesse mit Kraftwerken zubetoniert, der Tourismus ruiniert (zB in Salzburg), das Schoene vernichtet und damit die Gewalt angeheizt ...

Auf eine halbe Zeitungsseite geht ganz leicht das, was sonst auf keine Kuhhaut geht!

1. "Industriestaaten werden ständig effizienter"? CO2 ging nur zurück, weil viele Europäer geglaubt haben, dass Dienstleistungen die Zukunft sind. Jetzt kommen sie darauf, dass es dadurch massenhaft Arbeitslose gibt und wollen die Industrie wieder haben. Dann wird es aber mit der "Effizienz" zu Ende sein und der CO2-Ausstoß steigt.
Der Industrie geht es ja wie einer Hausfrau, die beim Kuchenbacken das Backrohr "effizient" durch etwas anderes ersetzen soll.

2. Warum soll man mit gigantischen Kosten Methan (=Erdgas) erzeugen, wenn es natürliches Erdgas billig gibt?
Vielleicht um den nicht nutzbaren Windstrom zu speichern und dann mit Erdgas wieder zu erzeugen? Um "aus CO2 und Wasser künstliches Erdgas" zu machen, muss man zuerst unter Energiezufuhr Wasserstoff und Kohlenstoff erzeugen, aus denen dann Methan gemacht werden kann, dessen Energieinhalt noch ca. ein Drittel der hineingesteckten Energie ausmacht.

Soll daraus wieder Strom erzeugt werden, so bekommt man am Schluss ca 15 Prozent des “Gespeicherten” Stromes wieder heraus und das zu immensen Kosten. Das ist doch völlig unsinnig!

3. “negative Strompreise” heißt, dass man noch dazuzahlen muss, damit jemand den Strom nimmt. Das gilt für unnützen Windstrom, für den aber vorher ein stolzer Einspeistarif bezahlt werden musste.

4. “Allein 2010 wurden dort 40.000 neue Jobs geschaffen”. Diese Jobs werden von Steuergeld bezahlt und fehlen dort, wo das Bruttoinlandsprodukt gesteigert wird. Diese Jobs machen uns alle ärmer!

Sie vermischen großartig Richtiges mit gewaltig Falschem.

1.) Die VÖEST stößt pro Tonne Stahl nur etwa halb so viel CO2 aus wie chinesische Stahlwerke. Also ist es global sinnvoll, stahl in Europa zu erzeugen.

2.) Wir werden immer Strom speichern müssen. Ob es der nicht steuerbare Wind- oder Sonnenstrom ist oder Atom, LAufkraftwerks- oder sonstiger Grundlaststrom aus nicht oder nur langsam steuerbaren Kraftwerkstypen.
Welche Art der Speicherung sinnvoll ist, wird noch erarbeitet.
Heute am effizientesten sind Pumpspeicherwerke. Die sind aber auch nicht unendlich vermehrbar. In Kaprun sind es schon 2, ein drittes ist fertig geplant - wird sofort gebaut, wenn die Hochspannungsleitung bewilligt ist. Ob dort im Berg noch ein viertes Krafthaus Platz hat?
Batterien scheiden für diese Mengen aus. Schwungräder? Wasserstoff aus Elektrolyse? Synthesegas? Das kann heute noch niemand sagen.
3.) Negative Strompreise gibt es meines Wissens nach nur für Kernkraftwerke, die man nicht so schnell herunterfahren kann (siehe Fukushima). Alle anderen Kraftwerke kann man "ausschalten", wenn auch dann Sonne, Wind und Wasser oder auch kurzfristig ungenutzter Dampf in die Atmosphäre verpufft.
4.) Die 40000 Jobs sind plakativ und aus meiner Sicht im Detail zu hinterfragen.

Re: Sie vermischen großartig Richtiges mit gewaltig Falschem.

zu 1.) Wie das mit "halb so viel CO2" berechnet wurde, ist mir schleierhaft.
Beim Hochofenprozess kann man ja nicht beliebig viel Koks in der Gattierung haben, sondern genau die Menge, die nötig ist, um eine austenitische Lösung von Kohlenstoff in Eisen zu erhalten. Damit ist aber auch der CO2-Ausstoß vorgegeben.

zu 2.) Es geht bei Pumpspeicherkraftwerken nicht um "müssen" sondern um "können"! Vor zwei Monaten hat die TIWAG angekündigt, im Kaunertal ein Pumpspeicherkraftwerk errichten zu wollen. Da war gleich der Teufel los, man sprach von einem "zweiten Hainburg" und jetzt hört man nichts mehr davon.
Die vorhandene Kapazität aller öst. P.sp.w. ist 4 % des öst. Stromverbrauchs, ist jetzt schon viel zu wenig. Um Windstrom auch noch zu speichern, würde man ein Vielfaches davon brauchen, was völlig unrealistisch ist.
Vom dort "gespeicherten" Strom bekommt man immerhin ca. 60 % bei erträglichen Kosten wieder zurück.
Bei den anderen von Ihnen genannten Möglichkeiten ist die Ausbeute viel schlechter (meist unter 20 %) und das Kosten-Nutzen-Verhältnis völlig indiskutabel. Das weiß man auch heute schon, und daran kann sich auch nichts ändern!

zu 3.) Kernkraftwerke haben die selben Dampfkessel und Turbinen wie andere Wärmekraftwerke. Man kann sie genau so herunterfahren. Wie lange das dauert ist vorhersehbar und wird eingeplant. Nur die unberechenbare und enorm schwankende Windstromanlieferung ist nicht planbar, weshalb der Windstrom weniger als wertlos ist.

Re: Re: Sie vermischen großartig Richtiges mit gewaltig Falschem.

1.) Schon etwas von besserer Effizienz gehört? Es gibt auch Autos mit unterschiedlichem Verbrauch.

" Würde der Stand der Technik, wie er gegenwärtig in der deutschen Stahlindustrie eingesetzt wird, weltweit realisiert, ließen sich die mit der Produktion von Stahl verbundenen CO2-Emissionen um 642 Mill. t bzw. etwa die Hälfte reduzieren. Die Minderungspotentiale konzentrieren sich zu 73 vH auf die Stahlwerke in Osteuropa und China."

Quelle: http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/55794/

Für die anderen Behauptungen ihrerseitss suchen Sie, bitte, entsprechende Quellen selber.

Re: Re: Re: Sie vermischen großartig Richtiges mit gewaltig Falschem.

Natürlich hört man dauernd von Effizienzsteigerungen und weiß nicht ob man darüber lachen oder weinen soll!
Auch hier oben verwechselt Claudia Kemfert das Abwandern der Industrie aus Europa mit Effizienzsteigerung!

Außer ein paar Ausnahmen, die das Kraut nicht fett machen, gibt es eigentlich nur Wärmedämmung als Mittel zur Effizienzsteigerung und da sind es hauptsächlich Gebäude.
Das geht aber nur bei gesichtslosen Nachkriegsbauten, die historische Bausubstanz durch Einpacken in Styropor zu verschandeln, wird wohl niemand wirklich wollen!

Autos mit verschiedenem Verbrauch bieten auch dementsprechend verschiedene Leistungen, über ihre Energieeffizienz sagt das gar nichts.

Der von Ihnen angeführte uralte Link macht ja auch nichts anderes, als Behauptungen aufzustellen, die niemand nachvollziehen kann!

Gast: rgtnhzjzjumk
01.06.2012 14:31
0

Förderkapazitäten.

Es war nie die rede davon das das Öl versiegt,wir sind bloß an dem Punkt gelangt,wo wir weit mehr verbrauchen als wir fördern können,was sich wieder im Preis niederschlägt,zudem sind die leicht zu erreichenden Lagerstätten erschöpft,und man muß jetzt die schwer zugänglichen anzapfen,was sich als sehr kostspielig erweist.
Die Zeit des billigen Öls ist vorbei,nicht das Öl selber.

Gast: bird
01.06.2012 10:31
2

Weg von Öl! Richtig! Aber wohin?

Liebe Maschinstürmer und Technikverweigerer,
seht doch mal vorurteilslos in die Welt:

- Wir müssen Energie dort erzeugen wo wir sie brauchen. (Sie wollen ja auch Zeit und Energie sparen... ihr Auto vor dem Haus parken... in der Nähe arbeiten.... einkaufen...)

- Wir werden immer mehr elektr. Energie benötigen. Preis und techn. Fortschritt sorgen automatisch für mehr Effizienz (Vorzeitige Entsorgung guter Geräte ist ein Unsinn. Nicht nur finanziell - auch ökologisch. Es ist nur scheinbar ein Gewinn weil das bei der Herstellung in Fernost anfallende CO2 nicht in unsere Bilanz eingeht...!

- Elektromobilität (würde mir sehr gefallen) wird etwa soviel (oder mehr) Strom brauchen wie alle unsere Haushalte zusammen!

- Es ist keine Technik in Sicht die den Tages- und Jahresgang von Solar und Wind in großem Maß ausgleichen kann (und alles mit H2 und Methan hat weniger als 50% Wirkungsgrad).
Übrigens sind das alles Nischentechniken die sich in 3000 Jahren nicht durchgesetzt haben.

- Die einzige konzentrierte und CO2-freie Technik ist (man kann sagen "leider") die Kernkraft! Asche, Abfall oder Atommüll - das sind ernste Probleme. Aber das Volumen des nuklearen Mülls ist verglichen mit anderen Techniken winzig...

- Für den Abfall der Kernspaltung müssen wir die Transmutation erforschen!

- Langfristig müssen wir von der Kernspaltung zur Kernverschmelzung kommen...

Wir brauchen Fortschritt! Stillstand oder gar Rückschritt bringt uns nicht in die Zukunft!

Antworten Gast: Markus Trullus
01.06.2012 12:10
1

Re: Weg von Öl! Richtig! Aber wohin?

Arbeite selbst auf diesem Gebiet, und ... ja, leider stimmt es. Und der Ausweg für Kernreaktoren mit Tranmutation kann man mit dem Konzelt der Laufwellen-Reaktor umgehen; man sollte nicht vergessen, dass alle derzeitigen risikoreichen Reaktortypebn aus den 50ern und 60ern stammen. Zur FusionsKKWs: so, wie es derzeit in den Simualtionsberechnungen aussieht, werden die sehr groß werden müssen. Also pro Zelle etwa 5GW thermisch und mehr... macht vielleicht bei Abwärmenutzung etwa 2,5-3GW , und das etwa 2/3 Jahr; dann wird wahrscheinlich eine komplexe Revision fällig. Man könnte sich also verstellen, 3 Zelllen mit einer Zelle in Revision arbeiten zu lassen. Klar: Der damit gewonnene Energiepreis wird nicht günstiger, auch wenn der Treibstoff nichts kostet. Betriebskosten werden sehr hoch werden....Und das QSM sehr wichtig!

Gast: Kein Experte
01.06.2012 09:58
0

Was man wissen sollte:

1 Windrad neuer Bauart (Nabenhöhe 110 Meter) macht soviel Strom wie 4,5 Hektar PV.

Zur Vorstellung: 4,5 Hektar entsprechen 45 000 m2. Ist wahnsinnig viel und bedeutet, die ganze PV-Sache ist Humbug. Windkraft gibt einfach mehr her.

Biogasanlagen brauchen Anbauflächen um die 60 000 m2. Wir reden da vom Minimum, es darf ruhig mehr sein.

Auch da schneidet Wind besser ab.

Leider wird die Alternativenergie nicht seriös beworben und ist ideologisch verseucht.

Trotzdem muß und wird Erdöl zurückgedrängt werden. Der Kaufkraftabfluß ist einfach zu groß.

Wie schaut es eigentlich mit der Speicherbarkeit von Strom aus? Sind da Lösungen in Sicht?

Re: Was man wissen sollte:

Von PV erwarten sowieso nur weltfremde Träumer einen nennenswerten Beitrag.

Sie vergleichen hier wohl Nennleistungen. Aber auch ein Windrad liefert im Jahr nur so viel Strom als ob es nur ein Fünftel der Zeit mit Vollast laufen würde. Von diesem Strom weiß aber niemand, wann wieviel kommen wird. Deshalb ist er ohne Speichermöglichkeit nicht einsetzbar und wertlos.

Über Speichermöglichkeiten wird möglichst nicht gesprochen, da gibt es nämlich in Wirklichkeit nichts!

Manchmal wird von Pumpspeicherkraftwerken phantasiert. Deren Kapazität ist auch ohne Speicherung von Windstrom nur ein Tropfen auf den heißen Stein (Regelarbeitsleistung aller Pumpspeicherwerke in Österreich nur 4 Prozent des Stromverbrauchs).

Vor ein paar Tagen hat einer im bayrischen Rundfunk zu den Windrädern gesagt: "Jetzt fehlt nur noch die Batterie!" Um die Tagesleistung einer modernen 3 MW-Anlage zu speichern, würde man eine 2 400 000 kg schwere Bleibatterie brauchen!

Es ist keine reelle Speichermöglichkeit in Sicht!

Die ganzen alternativen Energien sind sowieso für die Katz'! Derentwegen sind die Ölscheichs noch auf keinem einzigen Barrel Öl sitzengeblieben, sie haben noch nicht einmal ein Gramm des globalen CO2-Ausstoßes eingespart!


noch ein(e) Experte(in)

die alternativstromluege ist gerade am zusammenbrechen liebe expertin, das scheint aber an ihnen voruebergegangen zu sein, da sie ueber ihren gruenen tellerrand nicht hinwegblicken koennen. wir werden sehen was uebrig bleibt wenn alle foerdertoepfe versiegen. und wenn wir von einer wende hin zu strom als hauptenergielieferant spechen, dann werden schwere zeiten auf alle kernkraft-ausgestiegenen zukommen. deutschland wollte 10000MW aus alternativenergie schoepfen , und muss zugeben trotz massivem ausbau in den letzten jahren gerade mal 4000MW erreichen zu koennen, weil sich herausstellt, das alle prognosen auf falschen zahlen basieren. wir alle weden es noch erleben, wie die "die normative kraft des faktischen" uns eine renaissance der kernenergie bescheren wird, auch in oesterreich.

Gast: Otto F.Krammer
01.06.2012 08:08
0

China betreibt bereits regionale Autobuslinien mit E-Bussen.

Davon können die Europäer erst nur träumen.
Die Kosten werden dabei auf ein Drittel reduziert und es gibt keinerlei Abgase mehr und Lärm.
Europa träumt von der Elektromobilität hat aber bisher verabsäumt, die dafür nötigen Lithiumakkumulatoren zu erzeugen und der Import aus Fernost ist dabei ein gehöriges Hindernis für die Bestückung der Fahrzeuge mit diesen wichtigen Stromspeichern, welche auch das Manko der aperiodischen Stromerzeugung durch Solar und Wind ausgleichen könnten.
Ohne Lithiumakkus gibt es aber keine Elektromobilität.

Re: China betreibt bereits regionale Autobuslinien mit E-Bussen.

E-Busse sind ja nichts neues, die gibt es schon ewig. Sie heißen nur anders, nämlich O-Bus ( http://de.wikipedia.org/wiki/O-Bus ). Der Vorteil dieser Elektromobilität gegenüber der chinesischen Variante ist außerdem, dass man keine teuren Lithiumakkus braucht, dafür ist man halt an das Leitungsnetz gebunden.

Über eine Nische hat es diese Elektromobilität allerdings aus gutem Grund nie hinausgeschafft und gleiches gilt auch für die chinesische Variante. Inwieweit es nämlich ein Fortschritt sein soll fossilen Brennstoff (in China Kohle) zu verbrennen, um mit dem daraus erzeugten Strom Bus zu fahren, anstatt den fossilen Brennstoff gleich direkt im Verbrennungsmotor zu nutzen, ist außerdem auch eine gute Frage.

Antworten Antworten Gast: anachronist
01.06.2012 21:18
0

Re: Re: China betreibt bereits regionale Autobuslinien mit E-Bussen.

..warum China gerade mittels Kohleverstromung und nicht mit seinem größten Wasserkraftpotential auf der Welt, sowie mit Windkraftstrom, welcher seine AWKs übersteigt, betreiben soll, ist in ihrer Polemik nicht erkennbar.
Neue Elektrobusse haben mittels der Akkus natürlich den Vorteil, dass sie keine Oberleitung brauchen und frei ihren Weg auch auf Landstrassen wählen können, aber das dürfte einem Kohlefetischisten natürlich noch nicht nahe gekommen sein!

Gegendarstellung

Wenn jemand eine andere Sichtweise kennenlernen will, gibt es hier
http://www.science-skeptical.de/blog/die-energiewende-ist-bereits-gescheitert/007693/
einen ausführlichen Artikel. Er ist zwar ein wenig länger, dafür enthält er statt Propaganda und Wunschdenken auch nachvollzieh- und zum Teil auch nachrechenbare Argumente. Das Fazit ist übrigens für Kemfert und andere Energie"experten" einigermaßen vernichtend.

Re: Gegendarstellung

Danke für den Link. Der ist wirklich höchst informativ und zeigt deutlich die erschreckende Blauäugigkeit der Politiker und solcher Öko-Einflüsterer wie Fr. Kemfert, die prinzipielle Machbarkeit (elektrolytische Wasserstofferzeugung) mit wirtschaftlicher Sinnhaftigkeit verwechseln. Nur weil man prinzipiell mit Strom (Elektrolyse) Wasserstoff aus Wasser erzeugen kann und man damit auch Autos betreiben kann, bedeutet dies noch lange nicht, dass es jemals sinnvoll sein muss.
Das erzeugte Wasserstoffgas wäre alleine schon wegen der unregelmäßigen Herstellung (nur wenn bei Starkwind Überschussstrom vorhanden ist) absolut unrentabel und um ein vielfaches teurer wie herkömmliches Gas. Gerade die Gasvorkommen explodieren im Augenblick regelrecht, da durch neue Fördertechnologien riesige Lagerstätten (Schiefergas) nutzbar werden. Auf diese Schätze billiger Energie die es auch in Ö gibt sollten wir uns stürzen und nicht für irgendwelche unausgegorenen und unrentablen Öko-Fantastereien Milliarden hinausschmeißen.

Antworten Gast: Otto F.Krammer
01.06.2012 08:32
1

Re: Gegendarstellung

.. dank für den interessanten Link, welcher zeigt woran eine "Energiewende" krankt.
Letztendlich bleibt aber nur die Sonne als Energiequelle und der Mensch wird mit den Problemen des Umstieges auf reine Solarenergie, umzugehen lernen.
Die Sonnenenergie kann eben nicht, wie die Schildbürger es taten, mittels Säcken transportiert werden und daher sind die geeigneten Speicher erst einmal zui produzieren. Das sind Lithiumakkummulatoren und Pumpspeicher.
Andere Speichermöglichkeiten haben weniger Bedeutung.
Die Produktion von Lithiumzellen in Europa wird von den Verantwortlichen vernachlässigt und daherkommt auch die gesamte Solarenergiegewinnung ins Nachteil. Derzeit wird lediglich das Netz für die Aufnahme von Wind und Solarstrom verwendet, was mangels
Aufnahmefähigkeit zur Abschaltung ganzer Windparks führen muss, weil die Erzeugung der Leistung keinen Bedarf hat, das ist ein Alarmsignal, dass für den weiteren Ausbau, zuerst die nötigen Stromspeicher geschaffen werden müssen. Lithiumakkus und Pumpspeicher.

Je teurer das Erdöl,desto mehr

Lagerstätten können wieder wirtschaftlich durch tiefere Bohrungen wieder genutzt werden. Ständig werden neue Reserven weltweit für Erdöl und Erdgas entdeckt,von Kohle und Schiefergas und Methahydrat in den Meeren ganz zu schweigen.

Fossile Biomasse reicht noch für hunderte Jahre,Windfloder sind nach 2 Jahrzehnten kaputt

und mit Strom synthetische Treibstoffe herzustellen,ist absoluter energie-technischer Schwachsinn.

Ein verzweifelter Abwehrkampf der Grün-Lobby und ihrer diversen religiösen Sekten beginnt,da diese lächerlichen Alternativen schon in Deutschland nicht mehr finanzierbar sind.

Auch deshalb wurde der Röttgen von der Merkel entlassen.

 
12

Umfrage

AnmeldenAnmelden