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"Europa zahlt: Bei Griechen-Austritt oder Verbleib"

01.06.2012 | 11:02 |   (DiePresse.com)

Man solle den Menschen reinen Wein einschenken, sagt Erste-Bank-Chef Andreas Treichl. Sorgen macht ihm momentan vor allem Spanien.

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Derzeit brütet Europa über der Frage, ob die spanische Regierung entgegen aller Beteuerungen aus Madrid doch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss. Der Chef der Erste Group, Andreas Treichl, ist skeptisch, dass Spanien aus seiner Banken- und Schuldenkrise ohne europäische Milliardenhilfen herauskommt. Am Freitag äußerte er im ORF-Radiomagazin "Saldo" die Hoffnung, dass es der spanische Staat alleine schafft. Nachsatz: "Derzeit schaut es nicht so aus." Im Fall des pleitebedrohten Griechenland werde Europa auf jeden Fall zahlen müssen - ob Athen nun aus dem Euro ausscheidet oder nicht.

In Spanien ist wegen der geplatzten Immobilienblase die Bankenkrise eskaliert, was das iberische Land in den Mittelpunkt der Euroschuldenkrise gerückt hat. Es sei nicht allein das Problem der spanischen Banken gewesen, findet Treichl, "sondern dass spanische Banken Risiken eingingen, die die ganze spanische Wirtschaft nicht hätte eingehen sollen. Und auch der spanische Staat nicht".

"Menschen reinen Wein einschenken"

Der Erste-Boss wurde wieder auf seine früheren Äußerungen bezüglich eines griechischen Euro-Exit angesprochen. "Ich habe nicht gesagt, Griechenland raus aus dem Euro, ich sagte, dass ich glaube, dass es passieren wird", bekräftigte Treichl. Er sei überzeugt, dass das große Probleme für Griechenland und große Probleme für Europa mit sich bringe. Und er glaube auch, dass man diese Probleme in den Griff bekommen könne. Dabei rede man freilich über "unbeschreiblich große Beträge" und "große Schmerzen", die die Griechen erlitten und noch erleiden würden.

Treichl-Zitate: ''Superreiche tun mir alle leid''

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Wichtig sei, so Treichl, dass man den Menschen reinen Wein einschenke, die Zahlen auf den Tisch lege. Wenn Griechenland aus dem Euro austrete, werde es zu einer massiven Abwertung dort kommen, man rede von 50 Prozent. Aber die Schulden blieben bestehen, wüchsen für die Griechen sogar noch drastisch an. Jetzt sei also über einen Schuldennachlass zu reden oder darüber, wie Griechenland die Schulden abbauen kann. Darüber nicht zu reden, dass das auf jeden Fall mit Kosten verbunden sei, hält Treichl für unredlich. Egal ob Griechenland im Euro bleibe oder austrete, Europa werde "in der einen oder anderen Form zahlen müssen".

"Europa dividiert sich auseinander"

Ein Verbleib Griechenlands im Euro machte für Treichl nur dann Sinn, wenn gleichzeitig in Europa die ganz klare Entscheidung getroffen werde, dass der Euro in dieser Form bestehen bleibe. Mit der Konsequenz, dass es zu einer gemeinsamen Fiskalpolitik mit der Abgabe von Hoheiten an Brüssel komme. Im Fall von Eurobonds hielte er es für fahrlässig, die Verpflichtung über alle Schuldner des Euroraums zu übernehmen, wenn man nicht auch die Hoheit über die Finanzen der Schuldner habe.

Treichl pflichtete dem Reporter bei, dass Europa immer nur die Hälfte mache und das dann zu spät. Jetzt müssten dringend Entscheidungen getroffen werden, in welcher Weise die Probleme der Südstaaten Europas gelöst werden. Die Erste habe eine Bankengruppe aufgebaut, in der Hoffnung, dass Europa weiter zusammenwachse. Jetzt sei man aber "eine Phase, dass es sich weiter auseinander dividiert", bedauert Treichl. Er hoffe, dass das eine kurze schmerzvolle Zwischenphase sei und Europa nur einen kleinen Dämpfer erlebe.

(APA)

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101 Kommentare
 
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Antworten Gast: Meldung des Tages
01.06.2012 12:56
2 1

Ist das ironisch gemeint?

Der hat die Bank an die Wand gefahren und brauchte Staatshilfe.

Was muss man denn tun, um bei ihnen als nicht kompetent gewertet zu werden?

Re: Treichl sollte Bundeskanzler werden

Dass er Ihr Geld nimmt, Ihnen dafür jedoch keinerlei Mitbestimmungsrecht oder Firmenanteile oder Sicherheiten gibt, wissen Sie aber schon, oder?

Hr. Treichl ist leider ein Teil des Problems für dessen Lösung er sich selbst ausgibt. Seine Eloquenz kann das auch nicht ändern.

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Hr. Treichl ist leider ein Teil des Problems für dessen Lösung er sich selbst ausgibt.

Seine Eloquenz kostet (über Umwege auch die völlig hilflosen Steuerzahler) incl. Pensionsrückstellung 7 Millionen € im Jahr.

Ein bissl viel für so wenig.

Re: Hr. Treichl ist leider ein Teil des Problems für dessen Lösung er sich selbst ausgibt.

Die kostet wesentlich mehr. Sein privates Einkommen interessiert mich nicht.
Der wahre Schaden liegt zum Einen in der Differenz zwischen Leitzins und Anleihenkupon der einzelnen EUR-Staaten und zum Anderen in der Geldentwertung durch laufende Schaffung noch höherer Beträge um das Bankensystem "bilanzierungsfähig" zu halten.

0 1

Re: Re: Hr. Treichl ist leider ein Teil des Problems für dessen Lösung er sich selbst ausgibt.

Sie haben natürlich völlig recht - die Gage für seine allerhöchste Peinlichkeit im Gegensatz zu der eklatanten "Minus-Performance" der Bank ist halt für durchschnittlich Begabte griffiger.

Es geht schon lange nicht mehr um "das Zahlen".

Es geht nur mehr darum, WIE VIEL (jedes Monat / Jahr) und WIE LANGE.

Das WIE VIEL wird sich, mit oder ohne GR-EURO-Ausstieg nicht wirklich ändern.

Auf das WIE LANGE sollte ein GR-EURO-Austritt jedoch positiven Einfluß haben. Denn ohne einen solchen wird's ein Dauerzahlen während des Bestandes des EURO.

Gast: Walter 2
01.06.2012 11:50
2 1

EURO + ECU

EURO + ECU

Warum kann man den Politikern NICHT erklären, dass es neben den sogenannten Vereinigten Staaten von Europe lediglich die ALTERNATIVE der Rückkehr zum ECU als reine Verrechnungswährung der nationalen Währungen schwächelnder Wirtschaften (Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland etc,) gibt.

Der Ausweg kann nur im Splitting liegen; d.h. eine Zweiwährungsstrategie (EURO + ECU) !!!

Sind deren Berater und Einflüsterer wirklich so doof ???

Gast: Hans im Glück
01.06.2012 11:43
6 1

Alles Ok bis auf 2 Nebelgranaten...

Das Bekenntnis zum EUR in der jetzigen Form wird nicht Bestand haben. Der ESM ist ein Quwirks und, auch wenn man ihn ratifizieren wird, wird man die Forderungen nicht eintreiben können. Da können die EU-Maxeln im Gatsch hupfen was sie wollen.

Zweitens die griechischen Schulden werden nicht bestehen bleiben. Die neue Regierung wird sie einfach nicht anerkennen. Und wieder können die EU-Maxeln im Gatsch hupfen.

Vom Militärputsch ganz zu schweigen…

Gast: machmuss verschiebnix
01.06.2012 11:40
5 1

So sagt uns doch, wieviel von all den griechischen Rüstungs-Ausgaben noch nicht bezahlt ist !

So sagt uns doch endlich, ob EADS auf einem griechischen Schuldenbarg erbaut wurde (!)

Wäre dann wenigstens ein guter Grund, dann würden ALLE verstehen,
warum wir zahlen MÜSSEN.

Antworten Gast: (Qualitäts)Zeitungssüchtiger
01.06.2012 12:31
1 0

Re: So sagt uns doch, wieviel von all den griechischen Rüstungs-Ausgaben noch nicht bezahlt ist !

sagt uns doch auch das wir nettozahler(steuerzahler) "dem wettbewerb der gauner " ausgesetzt sind ---> 50% u. mehr zahlen(steuern)müssen für ein system von dem man nicht weiss ob es morgen noch steht ist wohl das schlechteste geschäft das man machen kann ,oder würde jemand hier im forum freiwillig in ein derartig marodes investment,unternehmen oder immobilienprojekt die hälfte seinen netto- einkommens/netto- gewinns investieren ?! sollte es zu keinem baldigen einlenken der schuldenstaaten( euroaustritt ist das geringere übel des ganzen not u. elend denn für viele ist der euro die absolut falsche währung bzgl. ihrer wirtschaftsleistung,auch ich hätte das 1999/2002 nicht für möglich gehalten zumind. nicht in dem ausmass) bzw. des schuldenmachens kommen u. zu einem überdenken(nicht aufgeben) des gesamten europäischen projekts wird die zeit der grossen demokratien bald abgelaufen sein sofern man das alles noch als demokratie bezeichnen kann,in demokratien wo man sich panikartig inkl. schnappatmung vor mehr u. direkter volksdemokratie fürchtet!! ps: es ist natürlich keine vorhersage was punktgenau kommt möglich(kein hellseher nur realist),aber so laufen wir meines erachtens bösen mächten, rattenfänger u. einem totalitarismus ins offene messer,kleine vorgeschmäcke gibt es schon von links u. rechtsradikalen "wahlerfolgen" !!

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Die Menschen in Österreich sind bis dato unaufgeklärt.

Die Politik ist überfordert. Kein Wunder, hat Faymann keine Ahnung von Wirtschaft, geschweige vom Bankenwesen.

Wie soll er es den Österreichern erklären, wenn er es selbst gar nicht weiß?

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Re: Die Menschen in Österreich sind bis dato unaufgeklärt.

Der braucht nichts zu erklären ,wenn er ruft kommen schon die Schafe und machen ihr Kreuzerl bei seiner Partei.
Jedes Volk hat die Parteien und Regierungen die es verdient !!!!

0 0

Die Menschen in Österreich sind bis dad


Schlimm

Irgendwie schlimm, dass nur einer sagt was Sache ist, NACHDEM wir in diese Misere von unseren Spitzen-EU-Politikern hineingeritten wurden.

Noch schlimmer, dass das so auffällt das einer die Wahrheit sagt, dass das in einer Tageszeitung einen ganzen Artikel wert ist.

Re: Schlimm

Es ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist, dass sich nicht nur Spanien ein unbeherrschbares Bankenrisiko aufgehalst hat. Die Erste ist ein Teil des Problems.
Oder verstehen Sie, warum die Bank bei Ihnen im Grundbuch steht, bis der letzte Cent zurückgezahlt ist. Und Sie als Steuerzahler der Ersten Geld leihen ohne irgendwelche Sicherheiten oder Mitbestimmungsrechte zu bekommen ?

Hr. Treichl will Marktwirtschaft nur, wenn sie ihm nutzt.

Re: Re: Schlimm

Die Bank ist dein Freund und will nur das Beste von dir ;-)

Gast: What for
01.06.2012 11:25
5 0

Europas Wähler zahlen,

"heim"!

Gast: Onkel Hans
01.06.2012 11:18
8 2

Treichl hat natürlich mit beidem recht!


1. Griechenland kostet uns so oder so viel Geld.

2. SPÖVP lügt!

Was er jedoch 3. nicht sagt: Vor Jahren hätten wir uns die Lügner und die Kosten ersparen können.

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Re: Treichl hat natürlich mit beidem recht!

wie?glauben sie, wenn in österreich in den letzten jahren eine andere partei regiert hätte,daß dann jetzt irgen etwas anders wäre?

Völlig falsch.


Re: Völlig falsch.

Griechenland ist und bleibt ein gutes Geschäft für Österreich. Das hat unsere Finanzministerin Fekter schon vor einem halben Jahr festgestellt - und die wird es wohl besser wissen als irgendein Bankmanager.

Wichtig sei, so Treichl, dass man den Menschen reinen Wein einschenke, die Zahlen auf den Tisch lege.

Das sind Sie ja ganz besonders gut Herr Treichl!

"Europa zahlt: Bei Griechen-Austritt oder Verbleib"

Die Bürger zahlen Herr Treichl!

Re: "Europa zahlt: Bei Griechen-Austritt oder Verbleib"

welche Bürger bezahlen Herrn Treichl ? Bestenfalls können Sie die Aktionäre der ERSTEBANK AG meinen, alles andere ist einfach ( linker ) Unsinn

Re: Re: "Europa zahlt: Bei Griechen-Austritt oder Verbleib"

Aha, das ist ja ein ganz neuer Aspekt, dass die Aktionäre der ERSTEBANK die Schulden und Kosten der Krise zahlen!

Re: Re: Re: "Europa zahlt: Bei Griechen-Austritt oder Verbleib"

warum sollten die ERSTEBANK Aktionäre die Schulden von z. B. Österreich oder der anderen exzessiven Schuldner bezahlen - weil die Genossen es so dekretieren ?

 
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