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Kritik an Banken-Abstufung: "Keine Krise in Osteuropa"

06.06.2012 | 19:26 |   (DiePresse.com)

Für österreichische Ökonomen ist die Herabstufung der drei größten heimischen Banken durch Moody's nicht nachvollziehbar. Vor allem das Risiko in Osteuropa sei nicht differenziert genug betrachtet worden.

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Für heimische Ökonomen ist die Herabstufung der drei größten österreichischen Banken durch die Ratingagentur Moody's unverständlich und nicht nachvollziehbar. Insbesondere der Hinweis auf Osteuropa sei "ungerechtfertigt", kritisierte der Linzer Finanzwissenschafter Friedrich Schneider am Mittwoch das "Banken-Bashing". Die Situation im CEE-Raum habe sich nicht verschlechtert, sondern in einigen Ländern - wie Polen - sogar verbessert. Auch Friedrich Mostböck, der Chefanalyst der Erste Group, weist das CEE-Argument zurück: Es werde übersehen, dass die Ostkredite dort auch durch Spareinlagen gedeckt seien, "das verstehen nicht alle".

"Wir haben in Osteuropa keine Krise", betont der Linzer Uni-Professor Schneider, aus dessen Sicht das Downgrading der Institute nur die Verunsicherung erhöhe und damit das europäische Bankensystem schwäche. Moody's solle sich hinstellen und die Gründe für die Herabstufungen öffentlich näher begründen, so der Experten.

Moody's hat die Bewertung der Verbindlichkeiten und Einlagen der Raiffeisen Bank International (RBI) und der UniCredit Bank Austria um eine Stufe gesenkt, die der Erste Group Bank AG um zwei Stufen, hat die Ratingagentur in der Nacht auf Mittwoch bekanntgegeben (mehr dazu ...).

Nowotny: "Nicht überbewerten"

Notenbank-Chef Ewald Nowotny versuchte am Mittwoch zu beruhigen. Die Herabstufungen seien im Zusammenhang mit der Neubewertung des gesamten europäischen Bankensektors im Zuge der Schuldenkrise in einigen Ländern zu sehen. "Das kommt also nicht überraschend und soll man nicht überbewerten", so Nowotny. Auch sieben deutsche Banken seien zurückgestuft worden.

"In Bezug auf das Exposure der österreichischen Banken ist festzuhalten, dass man die Region CESEE differenziert betrachten muss", wiederholte Nowotny eine von ihm schon des öfteren vorgebrachte Kritik am Vorgehen der Ratingagenturen. "Überwiegend sind unsere Banken dort in stabilen Märkten tätig und auch in Märkten mit guten Wachstumsaussichten in den nächsten Jahren. Diese Differenzierung wird oft zu wenig beachtet", so der OeNB-Gouverneur.

Der zuständige Moody's-Analyst Mathias Külpmann widersprach dem Vorwurf: "Wir sehen durchaus, wenn wir Osteuropa insgesamt betrachten, ein differenziertes Bild in der Region", sagte er. So sehe man etwa bei der Erste ein sehr profitables Geschäft in Tschechien, bei der RBI sei dagegen Russland sehr bedeutend, und man sehe natürlich die besondere Situation in Ungarn. Rumänien wiederum habe eigene Probleme und in den Ländern des Balkan hätte man in jüngste Zeit Eintrübungen gesehen. "Ich glaube schon, dass wir die Unterschiede sehen, wir müssen aber auch im europäischen Quervergleich sehen, wie weit kann sich die Region Osteuropa entkoppeln von westeuropäischen Entwicklungen. Und hier sehen wir durchaus Risiken für indirekte Effekte", so Külpmann.

Bank Austria: "Überhaupt nicht auffällig"

Der Chefökonom der UniCredit Bank Austria, Stefan Bruckbauer, hat die Abstufung erwartet. Das sei Teil einer lange geplanten Aktion, die Moody's Mitte Februar angekündigt habe. Damals hatte die Agentur erklärt, sie werde alle Geldinstitute weltweit herabstufen, nachdem unter dem neuen Basel-III-Regime die Rettung einer Bank durch den Staat nicht mehr als gesichert gelten könne. Im übrigen seien etwa alle deutschen Landesbanken und alle britischen Banken schlechter bewertet als die Austro-Institute, betont Bruckbauer.

Im internationalen Vergleich seien Österreichs Banken nicht schlechter eingestuft, sondern lägen "im Mittelfeld" und seien "überhaupt nicht auffällig", so der Experte: "Ich sehe da nicht viele CEE-Risken eingearbeitet." Natürlich könnten Rückstufungen in Europa aber wegen der Euro-Schuldenkrise auch etwas stärker ausfallen.

(APA)

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264 Kommentare
 
12 3 4 5 6
Gast: MH
07.06.2012 22:40
1 0

Herabstufung heimischer Banken I)

Ja tötet nur die Boten, die Überbringer schlechter Nachrichten.
Erstaunlich wie schnell u. reflexartig diese Banken u. Handlanger die erneute Abstufung mit allen möglichen Erklärungen zu relativieren u. zu verharmlosen versuchen u. wieder einmal die Bösen privaten US-Rating-Agenturen u. USA, die unentwegt kriegerisch gegen die EU u. Euro hetzen, die skrupellos nach Profit u. Einfluss streben u. die Dollar-Vorherrschaft mit Zähnen u. Klauen verteidigen, um sich selbst mit aller Gewalt über Wasser zu halten, an den Pranger zu stellen.

Wer soll das noch glauben, wo doch mehr oder weniger über allen südlichen Ländern der EU die Geier kreisen
u. wegen der enormen Schulden u. Arbeitslosigkeit gänzlich in den Abgrund zu stürzen drohen,
soll in Osteuropa, wo ausgerechnet die östr. Banken mit derart massiven Ostkrediten u. Risikokapital beteiligt
sind, ja sogar von der Dimension her im schlimmsten Fall für unser Land existenzbedrohend, alles Eitel Wonne sein. Wer diesen Gauner u. Banditen im Nadelstreif, von der Gier gesteuert, dem Verstand u. Moral beraubt, die nie genug in den Rachen bekommen u. Schuld an den Hauptübeln sind, noch glaubt, ist selber schuld.


Gast: MH
07.06.2012 22:39
0 0

Herabstufung heimischer Banken II)

Wie es aussieht, dürfte uns noch das Schlimmste bevorstehen u. wenn diese Gauner u. Banditen nicht schleunigst eu-weit an die Ketten gelegt u. das gesamte Bankenwesen nicht grundlegend reformiert wird, dann ist wirklich Hopfen u. Malz verloren u. dann wird es unvermeidbar zu weiteren Abstufungen nicht nur für unsere Großbanken kommen u. letztendlich werden diese wieder Gelder vom Steuerzahler bzw. vom Rettungsschirm brauchen oder gleich unter staatlichen Kuratel kommen oder es werden gar im schlimmsten Fall auch unser Land u. unsere Spareinlagen dem Bach runtergehen.
Umso erstaunlicher, dass nun die Frau Merkl das Hauptübel an den Großbanken erkannt hat u. diese unter Kuratel stellen möchte

Gast: Basel III
07.06.2012 16:19
0 0

Eigenkapital

"Damals hatte die Agentur erklärt, sie werde alle Geldinstitute weltweit herabstufen, nachdem unter dem neuen Basel-III-Regime die Rettung einer Bank durch den Staat nicht mehr als gesichert gelten könne"

Wie viel Eigenkapital haben unsere Banken?

Das falsche an dieser Aussage ist ja das Basel III inhaltlich an den Banken ja nix geändert hat!




1 0

Wie viel Eigenkapital haben unsere Banken?

Zwischen 0% (weil sie am Steuerzahler-Tropf hängen) und 2% Eigenkapitalbasis.
Laut Basel III soll das auf etwa 7% angehoben werden, was noch immer lächerlich ist.
Wenn man sich das überlegt geben Bankrotte Kredit mit Geldern die sie selbst drucken (aus nichts schöpfen) :-)

Gast: Die Axe der Allierten
07.06.2012 15:57
0 0

Es handelt sich natürlich um eine objektive Herabstufung! :-)

Wieso wird z. B keine einzige Bank aus Süd Korea, Japan, Kanada, Australien usw herabgestuft?

Gast: gast 877646
07.06.2012 15:33
1 1

Kümmert euch um euren eigenen Dreck!

Moody's stuft die größten österreichischen Banken herab.

Aha. Passendste Reaktion: der nach oben gerichtete Mittelfinger.

Gast: LegendIn
07.06.2012 15:22
3 0

Völlig zu Unrecht, diese laufenden imperealistischen Abstufungen



Es ist immer wieder das gleiche: imperialistische Agenturen stufen absolut seriöse und mit 99% Eigenkapital ausgestattete Banken ab. Um sie damit in den Ruin zu treiben.

Als Krönung werden sogar demokratische Staaten mit völlig gesunder und konkurrenzfähiger Volkswirtschaft abgestuft, welche jährlich massive Haushaltsüberschüsse erwirtschaften und Anlegern völlig risikolos erscheinen. Siehe Griechenland.

Böser böser Kapitalismus!

***

Wenn man den Ratingagenturen etwas vorwerfen kann dann die Tatsache, dass sie da und dort ZU POSITIV bewert(et)en. Eine Unart, diue sich seit der Lehman-Pleite aber gelegt haben dürfte.

Und wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es tatsächlich Fieber ist, wenn das Fieberthermometer ausschlägt.

Fünf Jahre SPÖ-Kamzler haben genügt um aus dem europäischen Musterland einen Nachzügler zu machen.

Antworten Gast: asdfgh
07.06.2012 20:24
0 0

Re: Völlig zu Unrecht, diese laufenden imperealistischen Abstufungen

Was bitte hat der schlaumann mit dem überzogenen ostengagement vom hedgefond-Treichl und dem Konrad/stepic zu tun ??

Fünf Jahre SPÖ-Kanzler haben genügt um aus dem europäischen Musterland einen Nachzügler zu machen

der Bürger wills nicht anders!

Ahnungslos in die Eurodämmerung

scheinen auch unsere Finanzexprten zu gehen. Für ein Erwachen könnte es jetzt aber zu spät sein.http://www.spiegel.de/wirtschaft/wolfgang-muenchau-die-euro-zone-steht-vor-dem-zusammenbruch-a-837214.html

Gast: ceeler
07.06.2012 14:52
1 0

Ö-Banken nutzen Menschen mit geringem Bildungsstand aus

die österreichischen Banken sind ein großes Risiko im Osten eingegangen um mehr Profit in jenen Ländern zu erwirtschaften die nach der Wende noch nicht einmal wussten was eine Finanzierung mit Kredit bedeutet..., dass sie länge mal breite abkassiert haben das erwähnen sie hier natürlich nicht...

Gast: Bonischlucker
07.06.2012 14:05
6 0

wenn der Novotny beruhigt

ist offenbar schon Feuer am Dach.
Ich habe damit begonnen mein Erspartes teilweise in Gold und Silber zu konvertieren.
Dabei mußte ich feststellen das es gar nicht so unproblematisch ist, Geldbeträge vom eigenen Sparbuch in Bar zu beheben.
Die ersten Zeichen von einen Bankenrun?

Antworten Gast: Wirtschaftler
22.09.2012 14:03
0 0

Re: wenn der Novotny beruhigt

Richtig getippt !
Denn es muss jeden aufrechten Menschen wundern, dass er bei Normalzahlungen wie Autoversicherung, Erlagscheine usw. schon seinen Ausweis herzeigen muss, der dann gespeichert wird, - und
der bei Überweisungen 3 Kontrollore vor sich hat, -
der bei Abhebungen über 5.000 Euro das mindest eine Woche vorher ankündigen muss, -
der vom Sparbuch beim Abheben von 2.000 Euro von 4 Bankangestellten begleitet wird, und und und.....
.....dann ist bereits Feuer am Dach, da kann die Erste und die anderen Sparkassen dementieren was sie wollen. Realität !

Gast: Das wollts nicht hören
07.06.2012 13:43
3 0

Jeder

der den Banken Spielgeld (Sparbuch,Bausparer, Lebensversicherung, sonstige dubiose Produkte) zum verzocken gibt. Ist an der Gesamtsituation mit schuldig und braucht sich nicht zu beklagen.

Massive Kapitalflucht in die Schweiz

Die Euro-Schuldenkrise schwemmt immer mehr Geld in die Schweiz. Die Devisenreserven der SNB steigen aufgrund der Durchsetzung des Euro-Mindestkurses zum Franken dramatisch an.

http://bit.ly/Lu8oB0

Antworten Gast: Fprester
07.06.2012 15:12
1 0

Re: Massive Kapitalflucht in die Schweiz

...und dann sind die bösen Schweizer wieder schuld. Ich würde gerne mal hören, was die Schweiz denn dagegen tun soll, vor allem wenn es Weissgeld ist. Kapitalverkehrskontrollen einführen, was die EU ja verbietet, oder eine andere Massnahme? Ich wäre schon lange dafür. Aber da käme wohl postwendend harrsche Kritik seitens der EU-Kommission. Die Schweiz ist hier eindeutig ein Opfer dieser unsinningen EU-Politik. Umsonst wandern seit einiegen Jahren ja nicht hundertausende EU-Bürger in die Schweiz aus. Vor der EU und dem Euro hatten wir Frieden in Europa und die einzelnen Länder wurden respektiert. Erst seit der Etablierung der EU und des Euro treten fortlaufend immer grössere Probleme auf.

Gast: Kiel
07.06.2012 12:04
3 1

Bewertung

Ich kann nicht Banken gut bewerten, wenn Kredite ohne Sicherheiten vergeben werden. Das haben auch österreichische Banken in Ungarn getan.

Gast: visor
07.06.2012 11:54
1 0

Traumberuf Spekulant

Verdient die Bank mit mir => Bonus
Verliert die Bank mit mir => Bonus (aber öffentliche Kritik
Bank vor dem Ruin => Rettungsschirm / Rettung durch Steuerzahler


Gast: Bärenfalle...
07.06.2012 11:31
4 2

Außer kruden Verschwörungstheorien

fällt den EUphorikern hier im Forum wohl nichts mehr ein.

Nein, die sich anbahnende Fiskalkatastrophe hat nix mit WWII zu tun, auch nicht mit "generalstabsmäßig geplanten US-Angriffen" ...

Simple geistige Schlichheit der Akteure der europäischen Politik reicht wohl völlig als Erklärung aus.

Tja, der geplante Euro-Kommunismus ist schon vor der Blüte am verwelken durch finanzielle Pleite.

Was jetzt niemanden wundert.


Antworten Gast: Grüner Kacktus?
07.06.2012 13:22
1 0

Re: Außer kruden Verschwörungstheorien

Auch wenn die EUdSSR untergeht sitzen die Kommunisten trotzdem noch in der Regierung.

Re: Re: Außer kruden Verschwörungstheorien


Oder hängen bald in der Gegend herum...


Der Zeitpunkt naht,.

..an dem für die Angelsachsen der optimale Zeitpunkt gekommen ist , um dem Euro den Garaus zu machen. Die Deutschen werden wieder einmal wie der begossene Pudel vor den Trümmern stehen und sich die Nächsten 50 Jahre fragen, wie das passieren konnte.

Wenn sich die Deutschen aufgrund ihrer Geschichte und als Dank für die Wiedervereinigung ....


....gegen den Willen der eigenen Bürger ausplündern lassen, ist das ihre Entscheidung.

Aber, daß wir in Ö dies untertstützen ist ein Skandal.

Ö ist für Eurobonds (Faymann, Leitl) und der ESM ist Regierungs- und Grünlinie.
Somit die erforderliche 2/3 Mehrheit.

Auch dies entspricht nicht der Mehrheit der Bürger, aber in dieser EU hat sich die Demokratie verabschiedet.

Antworten Gast: Bonn
07.06.2012 11:52
3 0

Re: Der Zeitpunkt naht,.

Deutschland hat die falschen Verbündeten in Europa. Leider können wir die Stataten nicht entfernen.

Gast: heroika
07.06.2012 10:49
0 4

euro

Ein generalstabsmaessig geplanter us angriff auf den euro raum. griechenland, spanien, ein bisscheni italien.... alles unsinn, absoluter unsinn sieht man sich das chaos ja den niedergang der us wirtschaft an. im gegenteil es muss oel,... in euro gehandelt werden und nicht mehr in dollar . china, japan, russland stellen schon um, wann machen es endlich die europaer ?

 
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Hobbyökonom