Westbahn vor Sieg gegen ÖBB im Streit um Fahrplan

07.06.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Infrastrukturbetreiber müssen privaten Bahnunternehmen diskriminierungsfrei Daten zur Verfügung stellen, sagt der EuGH. Diese Information müsste auch Verspätungen oder Ausfälle von Anschlusszügen umfassen.

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Wien/Red. Im Streit zwischen der privaten Westbahn und den ÖBB um Informationen für Reisende dürfte die Westbahn siegen. In seinem Schlussantrag hat der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) am Donnerstag befunden, dass der „Infrastrukturbetreiber verpflichtet“ sei, den Eisenbahnunternehmen „in diskriminierungsfreier Weise“ solche Echtzeitdaten zur Verfügung zu stellen. Der Schlussantrag des Generalanwalts ist nicht bindend, allerdings folgen die EuGH-Richter in ihrem Urteil zu 80 Prozent dessen Meinung. Das Urteil dürfte in einigen Monaten erfolgen.

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Die Westbahn hatte die ÖBB-Infrastruktur aufgefordert, sämtliche Informationen über Zugbewegungen und vor allem Verspätungen von Anschlusszügen den Reisenden in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Das lehnten die ÖBB ab. Sie argumentierten damit, dass es sich bei den Echtzeitdaten um interne Produktionsdaten handle, die der Infrastrukturbetreiber nicht ohne rechtliche Grundlage weitergeben könne. Vor allem habe der Mitbewerber nicht schlüssig darlegen können, für welche Zwecke er diese fremden Produktionsdaten benötige, hieß es.

Der EuGH-Generalanwalt verweist nun darauf, dass Eisenbahnunternehmen ihre Fahrgäste während der Fahrt über die wichtigsten Anschlussverbindungen informieren müssen. Diese Information müsste auch Verspätungen oder Ausfälle von Anschlusszügen umfassen. So sei die entsprechende EU-Richtlinie auszulegen. Informationen während der Fahrt lediglich über die planmäßige Abfahrt der wichtigsten Anschlussverbindungen seien für den Fahrgast nutzlos, wenn es zu Verspätungen oder Ausfällen komme.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2012)

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72 Kommentare
 
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Die OeBB wird der AUA folgen, das ist klar!

Daher jetzt zerstueckeln und privatisieren, solange nicht noch mehr Steuergeld nachgeworfen werden muss!!

Raus mit den Kommunisten aus den Unternehmen!

Re: Die OeBB wird der AUA folgen, das ist klar!

ich bin eher der meinung,firmen wie die von den blauen wehninger und haselsteiner werden wegen hochnäsigkeit und dummheit zu grunde gehen!
blaue sind in der überzahl, keine wirtschafter sondern nur abzocker und korruptionisten!
haider,grasser,graf,meischberger,und co. sind der beste beweis dafür!!!!!

Gast: justerix
08.06.2012 12:06
9

ÖBB gegen Westbahn....

Fehllseitungen der ÖBB in den letzten Jahren:
Auflassung des Kursbuches.
Einstellung der Tages-EC von Wien nach Venedig über Tarvis wegen angeblicher Probleme mit FS Italia, da die keine grenzüberschreitenden Tageszüge wollen (wieso geht`s aber von München über den Brenner untertags?).
EN Wien-Venedig fährt vom Westbahnhof ab
und steht fast 2 Stunden in Salzburg (Fahrzeit-
verlängerung gegenüber der Zeit als der Zug vom Südbahnhof abfuhr 2 Stunden(was soll so ein Unsinn?);
Bedienungsunfreundliche Automaten(sogar in Italien sind die Fahrscheinautomaten auf den Bahnhöfen leichter zu bedienen.
Undurchschaubare Allg. Geschäftsbedingungen, die zum "schröpfen" der Kunden verwendet werden, da sowieso jeder Kunde nur Ärger macht bzw. im Verdacht steht, ein potentieller Schwarzfahrer zu sein.
Und dann taucht - logischerweise- auf der
Weststrecke ein Konkurrent auf, den man wieder loswerden will, was aber nicht gelingen wird.

Antworten Gast: Johann S
08.06.2012 13:27
2

Re: ÖBB gegen Westbahn....

Schon seit 2005 fährt der ehemalige EN237 San Marco,vorher Ö-Italienexpress über Linz-Salzburg,aber nur als Kurswagen in einem anderen EN.

War sicher eine Schnapsidee der ÖBB.
Leider.

Gast: Whe, wehe Inger!
08.06.2012 10:23
2

Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.


Un die Anschlusszüge der ÖBB?? Denken sie über ihren Horizont hinaus!


Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

und braucht sie das?

würde sie bitte mir überlassen, mit welchem zug/bus ich meine reise von wo nach wo tätige?

diese kommunistische bevormundende denken im volk kann einen echt angst machen. interessant, da geben links und rechts immer brav die hand!

Antworten Antworten Gast: Johann S
08.06.2012 12:57
0

Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

Ist doch eine wichtige Information für Umsteigsreisende.
Der Konnex zu kommunistischer Bevormundung,sollte wohl ein Scherz sein.

Re: Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

Nein. Der Konnex ist vollkommen richtig.

Im internationalen Flugverkehr findet dieser Austausch von Informationen genauso statt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: timberjack
09.06.2012 07:59
0

Re: Re: Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

im Flugverkehr werden allerdings nur Anschlussflüge der eigenen Gesellschaft und der ihrer Fluglinienallianz durchgegeben!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
08.06.2012 15:10
0

Re: Re: Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

Na ,da versteht man gar nichts mehr.

Was hat Information mit Bevormundung zu tun?
Fr Gr

Re: Re: Re: Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

ich meine der Urposter hat gemeint, die Westbahn braucht die Info nicht, weils eh net weiterfahren.
aber vielleicht wollen Westbahnkunden mit ÖBB oder DB weiterfahren? Daher meine ich, gebt den Kunden die Info, und läßt diese entscheiden!

Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

Achso? Endet die Zivilisation in Salzburg und muss niemand nach Tirol?

Antworten Antworten Gast: geeh
08.06.2012 12:10
0

Re: Re: Die Westbahn hat ja gar keine Anschlusszüge.

geh, für des bissl kann man schon die öbb ertragen...

Gast: bahnfreund
08.06.2012 10:20
2

PISA hat doch recht...

...dass viele Leute, nicht nur Schüler, nicht mehr sinnerfassend lesen können. Hier geht es einzig und allein darum, dass der Westbahn AG echtzeit Daten von der ÖBB Infrastruktur AG zur Verfügung gestellt bekommt. Zur Zeit kann man zwar Züge anderer Mitanbieter in den System sehen, allerdings nur Zugnummer, Betreiber und die Lage. Sollte das Urteil für die Westabhn AG ausfalen, können alle Zugbetreiber, alle Echtdaten sehen. Schön für die Westbahn und vor allem im Personeverkehr kaum zu verwerten.

Re: PISA hat doch recht...

... und was haben sie jetzt für ein problem damit?

Antworten Gast: Bin ein blöder Schüler!
08.06.2012 11:21
1

Re: PISA hat doch recht...

Oberlehrer, sollten aber auch wissen, das heute von den Schülern mehr verlangt wird, nicht nur das sinnerfassende Lesen sondern auch das erkennen von Zusammenhängen und Problemen, derartiges nennt sich jetzt, Projektarbeit und wird von allen Schülern verlangt.

So gesehen ist es doch gut, das auch Oberlehrer nicht bis zum 95. Lebensjahr unterrichten, die Pension hat die Vorzüge das neues Personal mit aktuellem wissen, dem alten Personal getauscht werden kann, und so die Schüler in diesem Land reif für das Berufsleben werden!

Hat der HPH

da wieder an höchster Stelle über seine Bruderschaft interveniert,

wie auch oft bei seinen diversen öffentlichen Groß-Bau-Aufträgen?

Antworten Gast: Zwckerl
08.06.2012 10:48
2

Re: Hat der HPH

nicht alles, was sich in Luxemburg abspielt, entspricht ihrem etwas verquerem Denken?

Re: Re: Hat der HPH

wieso, immer wenn in AT irgendwem was nicht paßt ist Brüssel, EU oder Euro schuld.
ist doch genial, wenn man die eigene Unfãhigkeit abputzen will.

Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

sollte die Westbahn tatsächlich pleite gehen, wird einfach jemand anderer kommen und ihren Platz einnehmen.

Eine 100& ausländische Konkurrenz durch irgendeinen russischen Oligarchen oder arabischen Scheich wird sicherlich nicht angenehmer als Haselsteiner und die SNCF. Gerade Oligarchen und Scheichs verstehen keinen Spaß was das Geschäft betrifft.

Der freie Wettbewerb wird der PV AG und der Railcargo über kurz oder lang nicht erspart bleiben, ich an ihrer Stelle würde mir also das Westbahn Bashing lieber sparen und meine Zeit besser darauf verschwenden wie man es schafft aus einem hoch-insolvent wirtschaftenden Parteibuchunternehmen etwas zu machen was marktfähig und überlebensfähig ohne Quotenförderung ist.

Die PV AG und die Railcargo wird es sonst in 10 Jahren nicht mehr geben.

Re: Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

erwarten sie, dass die Kommunisten aus dem Fall "AUA" lernen? ich nicht. das war bei Konsum und vielen anderen staatl. Unternehmen schon nicht der Fall.

Re: Re: Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

DAs hat doch mit Kommunismus nichts zu tun. Ein Staatsbetrieb hat auch die Volkswirtschaft im Auge, ein Privatbetrieb nur den eigenen Betrieb. Das Problem generell ist, dass alles was betriebswirtschaftlich gut ist, volkswirtschaftlich schädlich ist v.v.

Beispielsweise Mitarbeiter, die anständig bezahlt werden bringen den Vorteil, dass sie auch mehr konsumieren können, das ist positiv insgesamt für die Wirtschaft.

Das Gehalt ist zur Gänze eine Ausgabe des Betriebs, aber der STaat bekommt ja mehr als 60% davon über Steuern und Abgaben wieder zurück und den Rest verdienen andere Leute resp. Geschäfte, bei denen das Geld ausgegeben wird.

Wenn die Bahn einen Tunnel baut, dann ist das eine Ausgabe für die Bahn aber auf der anderen Seite bedeutet das Arbeitsplätze für hunderte Leute, die wiederum Steuern und Abgaben zahlen etc.

Wenn jeder dem anderen gerade so viel zahlt wie er zum Überleben braucht haben am Ende alle nicht mehr als sie zum Überleben brauchen.

Re: Re: Re: Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

"Beispielsweise Mitarbeiter, die anständig bezahlt werden bringen den Vorteil, dass sie auch mehr konsumieren können, das ist positiv insgesamt für die Wirtschaft."

Deswegen mobbt die OeBB auch ihre Mitarbeiter in die Frühpension!

Anständig bezahlte Mitarbeiter... wissen Sie überhaupt über welches Unternehmen hier geschrieben wird???

Ist bei ihnen die Nachricht schon angekommen das kein Sektor schlechter bezahlt als der öffentliche? Und trotzdem versuchen sie dieses Unternehmen derart plumb zu rechtfertigen?

Absolutes NO GO.

Re: Re: Re: Re: Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

Ich rechtfertige ja nicht die ÖBB, sondern ich halte es für einen wirtschaftlichen Unfug, parallel Strukturen aufzubauen, die dadurch ineffizient werden.

Wenn also die Strecke Wien-Salzburg - angenommen - für die ÖBB Gewinn abwirft, parallel nun ein zweiter einen Teil der FAhrgäste mitnimmt, dann macht die ÖBB dort keinen Gewinn mehr und der andere bekommt - weil das halt so Brauch ist - eine Subvention, weil er nicht wirtschaftlich arbeiten kann. Der hat im Prinzip einen Bahnbetrieb für eine Strecke.

Wenn beispielsweise von Wien nach Innsbruck täglich 10.000 Poststücke versandt werden, dann ist es wirtschaftlicher, wenn das ein Unternehmen macht, als wenn fünf Unternehmen jeweils 2000 STück transportieren und dann alle an den selben Briefkästen vorbeigehen aber nur in jeden fünften ein Poststück legen.

Das ist halt nicht wirklich intelligent und dient nur dazu, einigen Leuten - den Unternehmern die sich da anhängen - Geld aus der Allgemeinheit rüberzuschieben. Die Mitarbeiter werden zwangsläufig immer schlechter bezahlt und damit sinkt die Kaufkraft. Außer den paar privilegierten Unternehmern zahlt jeder drauf.

Und wie man ja bei der Energie sieht, wird ja dadurch nichts billiger, was man ja immer als Schmäh erzählt hat.

Re: Re: Re: Re: Re: Eine schlechte Nachricht an die OeBB Lobby hier:

in AT gibt es dank Landesenergiegesellschaften keinen Wettbewerb!

 
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