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Großhändler tobaccoland baut 135 Jobs ab

14.06.2012 | 18:29 |   (DiePresse.com)

Nach dem Verlust des Kunden Philip Morris werden alle Standorte außerhalb von Wien geschlossen. 160 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Ein Sozialplan wird erarbeitet.

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Der Tabak-Großhändler Tobaccoland baut nach dem Verlust des Großkunden Philip Morris fast die Hälfte seiner Arbeitsplätze ab. 135 Stellen werden bis Jahresende gestrichen, 160 Arbeitsplätze bleiben erhalten, teilte das Unternehmen heute Donnerstagabend in einer Aussendung mit. Alle Niederlassungen außerhalb Wiens sollen geschlossen werden und die Struktur der Zentrale in Wien werde "adaptiert".

Betroffen sind laut einer Sprecherin die Standorte Unterwölbling (Niederösterreich), Steyregg (Oberösterreich), Siezenheim (Salzburg), Raaba (Steiermark), Klagenfurt, Innsbruck und Koblach (Vorarlberg). Gemeinsam mit dem Betriebsrat soll ein Sozialplan erarbeitet, für die 135 betroffenen Arbeitnehmer sollen "maßgeschneiderte Lösungen" gefunden werden, sagte eine Sprecherin.

Kooperation mit Philip Morris 2013 beendet

Anfang 2012 sei Tobaccoland von Philip Morris informiert worden, dass die seit der Gründung von Tobaccoland 1995 bestehende Kooperation ab 2013 nicht verlängert wird. Damit werde sich das vertriebene Zigarettenvolumen entsprechend reduzieren. Trotz der Schrumpfung bleibt tobaccoland nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich Tabakwarengroßhandel in Österreich mit mehr als 50 Prozent Marktanteil bei Zigaretten und mehr als 80 Prozent bei Zigarren.

 Tobaccoland ist eine Tochter der Austria Tabak, die im Zuge der 1997 begonnenen Privatisierung im Jahr 2001 an den britischen Zigarettenkonzern Gallaher ging. 2007 kaufte der japanische Konzern JTI die Austria Tabak, die verbliebene Zigarettenproduktion in Hainburg wurde per Ende 2011 geschlossen.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: Chronik der Arbeitsplatzvernichtung
14.06.2012 22:58
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Im Jahre 1997 übertrug die Republik Österreich sämtliche Anteile an die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG).

Am 5. November 1997 verkaufte die ÖIAG 49,5 % der Anteile an institutionelle und private Aktionäre. Am 25. März 1999 wurden weitere 9,4 % an institutionelle Anleger verkauft.
Nach einer öffentlichen Ausschreibung im März 2001 kaufte der britische Tabakkonzern Gallaher Group die verbliebenen 41,1 % für rund 770 Millionen €. Den übrigen Aktionären wurde ein Angebot über denselben Preis pro Aktie (85 €) unterbreitet, welches zu fast 100 % angenommen wurde. Der Rechnungshof übte später in einem Bericht vom Oktober 2007 herbe Kritik an der Privatisierung. So sei die Beauftragung der Investmentbank Credit Suisse First Boston im Dezember 2000 durch die ÖIAG lediglich mündlich erfolgt und erst im Februar 2001 schriftlich festgehalten worden. Zudem verrechnete die Bank mit 8,16 Millionen Euro sowie 220.000 Euro Spesen letztlich ein höheres Honorar als die zweitgereihte Bank.[2] Laut Prüfer habe es der Eigentümer zudem verabsäumt, vor dem Verkauf ein Bewertungsgutachten einzuholen. Weiters wurde kritisiert, dass der Aufsichtsrat nicht nur nicht ausreichend vorinformiert, sondern sogar über die tatsächliche Lage getäuscht worden sei. Auch sei verabsäumt worden, dem Käufer weitergehendere Standortgarantien abzuringen.[3] Eine Aufarbeitung der Privatisierung sei laut Presseberichten allerdings schwierig, da die ÖIAG im Zuge einer Übersiedlung einige Unterlagen „aus Platzgründen entsorgt“ habe.

Gast: iona
14.06.2012 21:53
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sperrt philip morris dann zu oder wie geht das weiter?


Hobbyökonom