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ÖGB-Prozess: Dritter Anlauf gegen Verzetnitsch & Co.

17.06.2012 | 11:44 |   (DiePresse.com)

Nach einem halben Jahr Unterbrechung geht der Schadenersatzprozess gegen Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch, Ex-Bawag-Chef Elsner und fünf ehemalige Bawag-Vorstände weiter.

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Es ist bereits der dritte Anlauf im ÖGB-Prozess: Ab morgen, Montag, kämpft der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) um eine finanzielle Entschädigung für das Bawag-Desaster. Der Streitwert des im Dezember 2011 vertagten Schadenersatzprozesses der zum ÖGB gehörenden AVB Holding GmbH gegen Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch, Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner sowie gegen fünf ehemalige Bawag-Vorstände liegt bei 10 Millionen Euro.

Elsner, der am Montag und Dienstag hätte einvernommen werden sollen, ist entschuldigt, teilte das Handelsgericht mit. Auch im zweiten derzeit laufenden Bawag-Strafprozess nahm Elsner bisher nicht auf der Anklagebank Platz, weil sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Den Prozess-Auftakt macht die Befragung von AVB-Geschäftsführer und ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider. Am Dienstag und Mittwoch sollen dann auch die Beklagten einvernommen werden - Verzetnitsch wird für Mittwoch erwartet.

Hintergrund der Klage ist, dass die Bawag im Jahr 2005 anlässlich des Refco-Debakels nach dem Bekanntwerden des Verlustes von mehr als einer Mrd. Euro aus den sogenannten Karibik-II-Geschäften und deren Vertuschung für eine Fusion mit der PSK hergerichtet worden ist, um die bedrohliche Lage für die Bank abzuwenden. Im Vorfeld des Verkaufs der Gewerkschaftsbank an den US-Fonds Cerberus um 3,2 Mrd. Euro sollen nicht werthaltige Kreditforderungen im Umfang von 280 Mio. Euro über ein ausgeklügeltes Stiftungsgeflecht an die AVB verschoben worden sein. Durch fehlende Kursabsicherungen bis zum Jahr 2008 soll dieser Betrag auf 350 Mio. Euro angeschwollen sein, behauptet AVB, die vom Schaden 10 Mio. Euro eingeklagt hat. Allerdings muss sich die AVB einen möglichen Vorteil aus dem Bawag-Verkauf Ende 2006 an Cerberus gegenrechnen lassen, wurde in dem mehrjährigen Rechtsstreit vom Obersten Gerichtshof (OGH) festgehalten, der auch schon mit dem Verfahren befasst worden ist.

Denn der ÖGB hat bei seinen Schadenersatzforderungen gegen Verzetnitsch & Co. bereits einen langwierigen juristischen Weg hinter sich: Im Jänner 2007 begann der Schadenersatzprozess am Handelsgericht Wien, sieben Monate später Ende August 2007 wurde die Klage allerdings abgewiesen. Der damalige Richter begründete dies unter anderem mit einer "mangelnden Schlüssigkeit des Klagsvorbringens" und kritisierte die fehlenden Konkretisierung von behaupteten Sachverhalten. Nach einem Wechsel der Rechtsvertretung ging der ÖGB im Oktober 2007 in Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil und bekam im Jänner 2008 vor dem Oberlandesgericht (OLG) Wien teilweise recht.

Der Gewerkschaftsbund und AVB hätten aus "unterschiedlichen Forderungsgründen" geklagt, erläuterte damals OLG-Wien-Präsident Anton Sumerauer. Diese Klage insgesamt als unschlüssig zurückzuweisen, sei in Teilen zu Unrecht erfolgt. Deshalb wurde dem Erstgericht die Einleitung und Fortsetzung des Verfahrens aufgetragen. Aber auch im zweiten Verfahren wurde die Klage im März 2009 als unschlüssig abgewiesen worden. Auch diesmal berief der ÖGB gegen das Urteil.

Im Herbst 2009 verwies das OLG das Verfahren erneut zurück ans Handelsgericht, ließ aber eine verbindliche Vorabklärung durch den Obersten Gerichtshof (OGH) in einigen Detailfragen zu. Darin teilten die Höchstrichter die Ansicht des Berufungsgerichts, dass eine Haftung der Beklagten "beim derzeitigen Verfahrensstand zumindest noch nicht ausgeschlossen erscheint". Welche zivilrechtliche Verantwortung die ehemaligen ÖGB- und Bawag-Spitzen zu tragen haben, versucht das Handelsgericht bereits im dritten Verfahren zu klären.

(APA)

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7 Kommentare

Dreimal daneben

ist auch vorbei !

7 0

Nichts passiert .......

Und es wird weiterhin nichts passieren. Der BAWAG-Skandal ist ein roter Skandal, Elsner ein verdientes Bauernopfer. Verzetnitsch ging leer aus (weiß mit Sicherheit zu viel) und verschwand in der Versenkung. Zwettler war vom ersten Moment haftunfähig. Flöttl ist wieder zuhause und alle Spuren sind verwischt oder doch nicht ? Die Aktenkisten aus dem Flöttl-Keller wurden nie ausgewertet. Und alle Zeitungen halten aus Angst um den Verlust an Inseraten still und berichten nicht darüber.

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Re: Nichts passiert .......

Leer ausgegangen ist der Fritz Verzichtnix sicher nicht. Ansonsten stimme ich Ihnen aber vollinhaltlich zu.

hihihi

der verzwetschtnix hat ja sein TAGEBUCH, da stehen sicher viele viele pöse unangenehmen sachen drinnen, und somit wird unserem ögb-instalateurchef sicher garnix geschehen.

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Griechenland wir kommen.

Schon beachtlich wie wenig Verantwortung
unsere gut bezahlten "Leistungsträger" übernehmen müssen.

Sichtlich wieder eine Form von gleicher unter Gleichen.

Gast: 1. Parteiloser
17.06.2012 12:33
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Der Rechtsstaat ist vollkommen am Ende!

Die Bawag Katastrophe passierte in den 90er Jahren und seit 2005 bekannt.

Heute, 7 Jahre nach dem Bekanntwerden des Schadensereignis, wird noch immer sinnlos Herumprozessiert um die Verantwortung / Haftung zu klären.

Heute, mehr als 15 Jahre nach den grausigen Vorgängen, sitzt kein Einziger ein!

Heute, mehr als 15 Jahre nach den grausigen Vorgängen, ist das Verschwinden der gewaltigen Gelder noch immer ungeklärt. Das wurde ja auch niemals wirklich versucht!

2012 wurde der Hauptprozess neu gestartet, weil bisher weder eine Aufklärung noch eine Rechtssicherheit gefunden werden konnte.

Das gleiche Totalversagen ist auch bei Buwog, Skylink, Privatstiftung Wien, HGAA, Wohnbaugelder NÖ, Libro, etc. etc. zu beobachten. Vom jährlichen Korruptionsschaden zwischen 3 und 6 Mrd. werden nicht einmal 1% der Gelder wieder sichergestellt, die Korrupten meist auch nicht vor Gericht gestellt. Das ist doch wie es unter dem Mubarakclan in Ägypten gewesen ist!

Es ist ein Rechtsstaat, welcher überhaupt nicht mehr funktioniert und den Bürgern damit den notwendigen Schutz vor Straftätern genommen hat.

Es ist ein Rechtsstaat, welcher schon vom Gesetzgeber ausgehoben wurde, weil die Lobbyisten nur noch Gesetze in eigener Sache, zur eigenen Sicherheit, gemacht haben. Es ist aber auch ein Rechtsstaat wo die pragmatisierten Totalversager, vor allem die Staatsanwälte, in der Praxis das Recht drehen. Keine brauchbaren Verfolgungen von Straftaten.

Verachtenswert!

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Re: Der Rechtsstaat ist vollkommen am Ende!

Tango Korrupti ,sollte in Österreich die Bundeshymne sein es wäre passender.

Hobbyökonom