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Studie: Aktiensteuer hemmt Wachstum

17.06.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Laut einer Studie würde die geplante Finanztransaktionssteuer die Konjunktur abbremsen. Eine Finanzflucht nach London ist laut Deutschland nicht zu befürchten.

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Die Einführung der umstrittenen Finanztransaktionssteuer würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europa um 0,5 bis 1,8 Prozentpunkte nach unten drücken. Das geht laut „Wirtschaftswoche“ aus einem Bericht der dänischen EU-Ratspräsidentschaft hervor.

Einige Länder, etwa Großbritannien, Schweden oder die Niederlande, haben dieser Steuer bereits eine dezidierte Abfuhr erteilt. Sie wollen sich definitiv nicht beteiligen, falls andere EU-Länder sie einführen wollen.

Deutschland plant jedoch, die Abgabe auf Finanztransaktionen einführen. Falls es nicht auf EU-Ebene möglich ist, erwägt man ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Länder. Einige Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer plädieren notfalls auch für einen Alleingang. „Es wäre nicht zum ersten Mal“, sagte er zum Magazin „Spiegel“. Als das bleifreie Benzin und der Katalysator in Deutschland eingeführt worden sind, hätten viele den Untergang der deutschen Autoindustrie prophezeit. „Stattdessen begann ein beispielloser Siegeszug.“

 

Erste Einnahmen ab 2015

Laut „Spiegel“ sind Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer ab dem Jahr 2015 geplant. Der Grund für den späten Zeitpunkt sei, dass es drei Jahre dauere, um ein neues Erfassungssystem zu installieren. Die Steuer soll beim Verkauf von Aktien oder Derivaten anfallen, bei denen die Aktien physisch den Besitzer wechseln. Nicht nur der Börsenhandel soll erfasst werden, sondern auch der Handel auf alternativen Handelsplattformen oder außerhalb der Börse. Sowohl Käufer als auch Verkäufer sollen mit 0,1 Prozent zur Kasse gebeten werden. Um die Altersvorsorge nicht zu beeinträchtigen, sollen Pensionsfonds verschont bleiben, schreibt der „Spiegel“ unter Berufung auf Fachleute des deutschen Finanzministeriums. Eine offizielle Stellungnahme des Ministeriums gab es nicht.

Dass es infolge der neuen Steuer zu einer Verlagerung von Finanzgeschäften, etwa nach London, kommen könnte, fürchtet man nicht. Denn die Belastungen durch die neue Steuer seien mit denen der Börsensteuer in London zu vergleichen.

Die Erlöse sollen für Konjunkturprogramme eingesetzt werden, etwa um Ländern wie Griechenland wieder auf die Beine zu helfen. Doch auch in Deutschland gibt es Kritik. Wirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger sagte zur „FAZ“, statt der Steuer sollte man besser Anreize zur Bildung von Ersparnissen und deren Umsetzung in produktive Investitionen geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2012)

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109 Kommentare
 
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eh klar....

wenn du mit Millionen einen schnellen coup bei einer
transaktion landest, sind 0,1 % auch viel geld.
also gehst du in ein anderes land zum spielen wo keine besteuerung stattfindet. Dort wo politiker so tief mit im spiel drinnen
sind das ihre eigenes Kapital ( sorry: alterversorgung) am spiel steht.

Besteuert die Börse wie alle anderen Glückspiele auch.
Weil, die seriösen Anleger leiden unter den Hassadeueren genauso wie der rest der Steuerzahler.

steuer abschaffen


Antworten Gast: und parteien die das einführen abwählen
19.06.2012 12:15
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Re: steuer abschaffen


Gast: iona
18.06.2012 23:34
1 0

0,1 % umsatzsteuer kann doch nur ein scherz sein.

normale mehrwertsteuer oder umsatzsteuer sind 20 %. nur für essen und sowas ist es reduziert, auf 10 %.

das stinkt doch zum himmel daß man für lebensnotwendiges 100mal oder 200mal so viel umsatzsteuer zahlen muß wie für wertpapiere.

Antworten Gast: gast45
19.06.2012 08:54
0 0

Re: 0,1 % umsatzsteuer kann doch nur ein scherz sein.

sie haben recht, die umsatzsteuer stinkt zum himmel .. beispiel gefällig ..
der fleischhacker verkauft ihnen eine wurstsemmel und zahlt gewinnsteuer (er nutzt ja die infrastruktur des landes, usw usw .. ist ja gerecht)
der angestellte von ihm schneidet die wurstsemmel auf und schiebt sie ihnen über die bude .. er zahlt lohnsteuer .. ist auch gerecht, weil es soll ja jeder steuer zahlen, der was verdient .. also auch gerecht ..

und jetzt beissen sie in die semmel (haben als angestellter aber ihre lohnsteuer bereits bezahlt) und sollen jetzt für das reinbeissen nochmal 20% zahlen (ungerecht nicht ?) ..
und damit es völlig absurd wird, bezahlen tun sie die semmel natürlich und für das bezahlen sollen sie auch noch steuer zahlen ?? (noch viel ungerechter ??)

Gast: dumbmoney
18.06.2012 23:22
0 0


Wer hat wohl diese Studie

wieder in Auftrag gegeben und in Umlauf gebracht ????

Gast: Baur4
18.06.2012 18:08
2 1

Abzocke des "kleinen Mannes" ist einfacher!

Lt. OECD hat:

•die Republik Österreich eine der höchsten Steuerquoten der Welt (Arbeit ist unterdessen einschließlich Arbeitgeberbeiträgen mit mehr als 60 Prozent durch Steuern und Abgaben belastet); immer wieder kommen Finanzminister mit ihren Steuereinnahmen ganz dramatisch nicht aus. (Anmerkung: Grasser, Molterer, Pröll und Fekter alle ÖVP)

Steuerquote:

Österreich 46,4 %
Deutschland 40,1%
Großbritanien 38,1%
Tschechien 35,1%
Spanien 33,1%
Irland 30,5%
Slowakei 29,1%
Rumänien 28,4%
Litauen 27,4%
Bulgarien 27,0%
usw.

Re: Abzocke des "kleinen Mannes" ist einfacher!

Achtung, gleich kommt jemand der ihnen erklärt Arbeitslosenversicherungsbeiträge, Krankenversicherungsbeiträge, Unfallversicherungsbeiträge und Pensionsversicherungsbeiträge seien keine Steuern und Dienstgeberbeiträge hätten ohnehin nie der Arbeitskraft zugestanden. Der meint Kommunalsteuern sind zur Abgeltung der Infrastruktur gedacht, aber kein Problem hat "Mehrnutzer" mittels "Mengenrabatten" zu Subventionieren.

Mit wieviel wird eigentlich Kapital(fluß) tatsächlich besteuert? Und warum wird Geld, wenn es doch arbeiten soll, nicht gleich wie Arbeiter besteuert?

Gast: Valery
18.06.2012 18:03
2 0

Europa hat immer weniger Produktion, da diese in Billiglohnländer transferiert wurden

Wenn nun auch Finazdienstleister ausfallen und abwandern, bleibt uns nur noch der Fremdeverkehr als Wirtschaftszweig übrig. Noch! Denn irgendetwas wird den Politikern einfallen, auch diesen zugrunde zu richten.

Die EU braucht keine Feinde. Die Pläne der eigenen Politiker sind schlimm genug!

Re: Europa hat immer weniger Produktion, da diese in Billiglohnländer transferiert wurden

Meiner Ansicht nach ist genau das Forcieren der (Finanz)Dienstleister ein Grund, warum Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem gewissen Teil deindustrialisiert wurde - weil Medien, Öffentlichkeit etc. - wie sich jetzt herausstellt, dummerweise - ein Hohelied auf die kommende "Dienstleistungsgesellschaft" gesungen hat. Doch Dienstleistungen sind einer gut entwickelten Industrie nachgeordnet! Diesen Irrtum müssen wir jetzt europaweit ausbaden.

Gast: whoCares
18.06.2012 17:37
5 3

Der freie Markt und so das globale Finanzsystem bedeutet Kapitalismus und sind mit dem sozialen Europa unvereinbar.

. . . unverantwortlich, dass sich die Wirtschaftsgemeinschaft nicht erst abschottet.

Gast: iokukawa
18.06.2012 17:32
2 0

no na.

jede steuer hemmt denjenigen der sie zahlen muß.

allerdings sind normale erwerbstätige mit mindestens 70 % steuern und abgaben geplagt (lohnsteuer, mehrwertsteuer, gemeindeabgaben, bundesabgaben, sondersteuern zb für pkw, usw.) das heißt, 3 schritte vor und mindestens 2 schritte wieder zurück.
da kann man die nur auslachen, die wegen 0,1 % steuer so einen aufstand machen.
das ist absolut lächerlich.

"Aktiensteuer hemmt Wachstum"

Das war und ist unbestritten.
Die Frage ist: Das Wachstum wovon?

Ich warte noch auf die Erklärung, wie eine Transaktionssteuer im Promillebereich das Wachstum der Wirtschaft mehr beeinflussen soll als die Komissionen der Banken im Prozentbereich.
Wie der Handel dabei umgangen werden kann, wenn Papiere eben zum Beispiel nur in Frankfurt gehandelt werden, ist mir auch noch nicht erklärt worden.
Und ein einziger zusätzlicher Gesetzesparagraf genügt, dass europäische Aktiengesellschaften nur in Europa emmitieren dürfen.

Im Großen und Ganzen würde diese Transaktionssteuer ohnehin niemand kratzen, werden die Computer halt um 0,8 Promille Marge höher programmiert...

Re: "Aktiensteuer hemmt Wachstum"

Ich glaube, dass man sowieso erst einmal drei Krügerl trinken muss, bevor die Taschenspielertricks der Finanzindustrie den gesunden Menschenverstand übertünchen kann um sich auf des Level hinab zu begeben, um die Argumentation verstehen zu können.

Aber das ist nur so meine Einschätzung als Laie mit erweiterten (also deutlich über dem Matura-Niveau) Mathematikkenntnis ohne Wirtschaftsausbildung.

Antworten Antworten Gast: gast45
19.06.2012 10:48
0 0

Re: Re: "Aktiensteuer hemmt Wachstum"

weils ein mathematiker sind .. ich kiefle derzeit an der poincare vermutung herum .. sie könnten ja drei glaseln bier trinken und mir beim beweis helfen :-)

Re: Re: Re: "Aktiensteuer hemmt Wachstum"

Wenn Sie zahlen ;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
19.06.2012 13:38
0 0

Re: Re: Re: Re: "Aktiensteuer hemmt Wachstum"

wir teilen uns die million dollar preisgeld :-)

Gast: dumb money
18.06.2012 17:18
3 0

beim Steuerzahlen geht Geld von Privat zum Staat

Der Bürokrat gibt dann das Geld aus. In seiner unendlichen Weisheit weiß er am Besten, wie es verwendet werden soll.

50% kassiert Papa Staat schon, aber das ist noch zuwenig. Bei 100% ist dann alles gut, weil dann kein Untertan mehr einen Blödsinn mit seinem Geld anstellen kann.

Alles was gegen Banken und Kapitalmärkte geht ist schlecht...


....wofür zahlen die eine Armee von Lobbyisten?

Das einzige, was diese Kapital-Schickaria von uns will, ist unser Geld für die Bankenrettung.

Wer´s jetzt noch nicht kapiert hat, selber Schuld.

Re: Alles was gegen Banken und Kapitalmärkte geht ist schlecht...

??Ist da einer von Euch der geld hat?

Euphemismus

Der Terminus "Finanztransaktionssteuer" ist ein Synonym für Umsatzsteuer.
Sagte man der Öffentlichkeit, dass Finanzgeschäfte keiner Umsatzsteuer unterliegen, wäre ein Aufschrei wohl vorprogrammiert.
Die Umsatzsteuer besteuert den Austausch von Lieferungen und Leistungen. Jeder Kleinunternehmer hat sie zu entrichten, nur der Finanzmarkt nicht. Zum Ausgleich darf ihn der Steuerzahler bei Turbulenzen mit seinem sauer verdienten Geld retten.
Mit dem Kommunismus habe ich nix am Hut, aber bei solchen Zuständen wird man zum Kommunisten!

äpfel und birnen!


eine umsatzsteuer belastet den endverbraucher eines gutes und besteuert somit konsum.
eine transaktionssteuer besteuert die investition in firmen und somit die kapitalzufuhr an unternehmen.

es wird also hier nicht der vermögenzuwachs (direkt oder indirekt) besteuert sondern der VERSUCH eines vermögenszuwachses.
welcher in anderen fällen siehe vorsteuer/ust dezidiert NICHT besteuert wird...

insofern ein würde ein bisserl wenige rpräpotenz guttun (rechtschreibung) und ein bisserl mehr information zur thematik

Antworten Antworten Gast: steuerspezialist ..
18.06.2012 20:05
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Re: äpfel und birnen!

danke .. sie haben es auf den punkt gebracht ...

das es dennen nicht um wahrheit geht, sondern nur um die verteidigung der wahlkampfschmähs der SPÖ ist klar ..

trotzdem musz man gegen offensichtliche fehlinformation anschreiben, weil die republik sonst wirlich nur mehr von leuten, die andere nur aussackeln wollen, regiert wird.

Antworten Gast: Steuerspezialist
18.06.2012 15:25
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Re: Euphemismus

Zur Klarstellung .. Eine Umsatzsteuer heist gleichzeitig auch Vorsteuer .. Da eine Vorsteuer nicht mal angedacht ist, ist es auf keinen Fall eine Umsatzsteuer .. Wer also behauptet, das ist eine Umsatzsteuer hat keine Ahnung von Steuern und von Steuerrecht ....

"...heist..."

1) "Steuerspezialist" hat keine Ahnung von Rechtschreibung. "heist"(sic!)
2) "Steuerspezialist" hat keine Ahnung von Steuergesetzgebung.
3) "Steuerspezialist" verwechselt Vorsteuerabzugsberechtigung mit Umsatzsteuer!

 
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Hobbyökonom