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Strebt Slim Mehrheit bei Telekom an?

19.06.2012 | 17:19 |   (Die Presse)

Analysten erwarten, dass der mexikanische Investor mindestens 51 Prozent erwirbt. Ein Übernahmeangebot würde derzeit 8,54 Euro je Aktie kosten. Unklar ist, ob Slim und ÖIAG Syndikatsvertrag abschließen werden.

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Wien/red./apa. Der Mexikaner Carlos Slim, der eine Minderheitenbeteiligung an der Telekom Austria erworben hat, könnte Pläne für eine mehrheitliche Übernahme des teilstaatlichen Unternehmens haben. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank gehen jedenfalls davon aus, dass Slim im Laufe der nächsten Jahre auf 51 Prozent aufstocken könnte. Möglich sei sogar, dass der Mexikaner seine Beteiligung auf 72 Prozent ausbaut. Mehr geht nicht, denn 28 Prozent gehören über die ÖIAG dem Staat – und dieser zeigt derzeit keinerlei Lust auf eine Vollprivatisierung der Telekom.

Slim hat über seine der America Movil zugerechneten holländischen Gesellschaft AMOV wie berichtet von Investor Ronald Pecik 6,75 Prozent an der Telekom Austria erworben und will Pecik weitere 16,1 Prozent abkaufen. Zusammen mit den 3,14 Prozent, die Slims Familienstiftung Immobilaria Carso schon hält, käme Slim dann auf eine Sperrminorität von 25,9 Prozent.

Seit dem Vorjahr existiert ein Gesetz, das die Zustimmung des Wirtschaftsministeriums verlangt, wenn ein nicht aus der EU oder der Schweiz kommender Investor eine Sperrminorität an einem wesentlichen Unternehmen übernehmen will. Diese Zustimmung liegt noch nicht vor, gilt aber als Formsache, weil Slim von der ÖIAG offenbar als „weißer Ritter“ gesehen wird, der das Unternehmen vor Übernahmen durch unliebsame Investoren schützt. Die Telekom hat trotzdem vorgebaut und mitgeteilt, dass die beiden Slim-Unternehmen, die Beteiligungen halten, nicht zusammengezählt werden könnten, weil sie nicht von einer Person gemeinsam geleitet werden. Ob FMA und Übernahmekommission einer so einfachen Umgehungskonstruktion zustimmen, ist freilich offen.

Unklar ist auch noch, ob Slim und die ÖIAG einen Syndikatsvertrag abschließen werden. Ein solcher würde ein verpflichtendes Übernahmeangebot auslösen. Derzeit müssten für ein solches Angebot 8,54 Euro je Aktie (Durchschnittskurs der letzten zwölf Monate) bezahlt werden, aktuell notiert die Telekom bei acht Euro.

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20 Kommentare

Na super, ein Oligarch.

Slim wurde durch das ergaunerte Monopol (ein wirkliches, staatliches) auf Kosten der Kunden zum zeitweise reichsten Menschen der Welt.

Das lässt ja auf eine schöne Zukunft für A1 hoffen...

Gast: Hinterher ist man immer Dümmer
18.06.2012 10:52
2 0

Kann der Presse Einschätzung nicht folgen

So wie ich das sehe, hat Slim uns nichts zu bieten: weder Marketingstrategien (als Monopolist in Mex.), noch Zugänge zu Märkten oder Technologie. Selbst der Finanzchef Carlos Garcia Moreno hat in einem Standard Interview eingeräumt, man will hier von Europa nur lernen, KnowHow erwerben und nicht geben.

Ich sehe diese Investition wird fruchtbaren Allianzen in Zukunft eher im Wege stehen, die die strategisch schlecht aufgestellte A1TA derzeit dringend nötig bräuchte. ....wohin das führt kann man dann ja an der AUA sehen, die hat die ÖIAG ja bereits an die Wand gefahren. Was wir jetzt noch mit Gewinn an einem strategischem Partner verkaufen könnten, werden wir ein einigen Jahren mit einigen 100Mio Euro hoffen das es noch irgenwer will.

Nachdem Österreich ohnehin bereits die Kontrolle über seine systemrelevante Infrastruktur verloren hat, die letzte quasi Monopolstellung der A1TA, befürchte ich mit dem Verlußt der A1TA an Heuschrecken mexikanische Zustände bald auch bei uns.

Vielen Dank ÖIAG / Hr. Beyrer.


1 0

wer hat was davon?

Bis jetzt hat nur der Verkäufer der Aktie was davon.
Was hat die TA davon? Technisch, finanziell oder organisatorisch und qualitativ wird's nichts bringen.

Gast: nehm-sitsch
16.06.2012 11:24
4 1

Früher wurden die hohen Telefontarife - auch - dafür verwendet

um vielen Beamten dort ein rel. schönes Leben zu ermöglichen.
Deren Lohn wurde wenigstsens wieder in Österreich investiert, es blieb im Land.
Sie bauiten Häuser, leisteten sich gutes Essen, und konnsten ihre Familien versorgen.
Deren Nachkommen dürfen heute als Leiharbeiter ein privilegienloses Dasein führen, sie werden NUR mehr nach ihrem Nutzen für die FInanzoligarchen bewertet!

Es ist nun anzunehmen dass die telefontarife in Zukunft steigen werden, wenn sich ein neues Quasi-monopol bildet (siehe Mexiko mit höheren Tarifen als in USA, das aber ein 6-fach höheres Prokopfeinkommen hat).

Nur - das dadurch "erwirtschaftete" Geld wird dann nicht mehr in Österreich bleiben, sondern in Übersee in Luxusjachten, Konkubinen, teure Autos, Paläste, und in div. undurchsichtige ethnische Netzwerke investiert.

Und genaugenommen darf niemand - nichtmal der Vorstand - prüfen was mit dem geld passiert!

Die Freiheit des Geldverkehrs - ein Grundübel der EU (die ein Konstrukt der FI ist!).

Jedenfalls ist es auffallend, wie plötzlich in den 1990er-Jahren alle in EUropa wie verrückt "Privatisierung" riefen, so als ob sie von einem mysteriösen Virus befallen worden wären.

Nun, wer glaubt dass diese Privatisierung (Umverteilung vom Volke zu den 1% Finanzoligarchen) zufällig und "demokratisch" war - der soll das nur glauben.

Es soll ja auch Leute geben die an den Osterhasen glauben, und man soll niemanden desillusionieren!

Non sequitur.

Eineseits kritisierst Du das Monopol, das zu höheren Tarifen als in einem halbwegs freien Markt führt, andererseits kritisierst Du die Privatisierung, die diesen halbwegs freien Markt erst ermöglichte.

Im Übrigen ist Freiheit NIE ein Übel.

Gast: almöhi
16.06.2012 09:42
3 1

bei aller Begeisterung,

wovon soll man jetzt beeindruckt oder gar begeistert sein ? Von der Figur des Pecik, der
da mit dem Geld von Exoten windige Geschäfte macht ?

100 EUro Gewinn?

muss wohl heißen "100 Mio Euro"

Re: 100 EUro Gewinn?

100 Mio Verkaufserlös abzügl. Finanzierungskosten usw.

Gast: Alk Capone
16.06.2012 05:15
0 0

Sterker Partner

Im globalen Wettbewerb gilt "FRESSEN ODER GEFRESSEN WERDEN".
Da ist es gut einen starken Partner zu haben, der entsprechend potente Geschäftspraktien einbringen kann.
Österreich kann von Mexiko diesbezüglich viel lernen. Es soll in Mexiko auch einige potente NGOs geben.

haetten wir weniger schulden,

koennten wir verstaatlichen, aber die schuldenpolitik der letzten jahrzehnte kostet halt ....

;-)

5 0

Wer die Geschäftspraktiken...

.... des Carlos Slim in Mexiko kennt, wird sich jetzt die Sitzgurte anschnallen. Ich habe dessen Geschäfte von Texas aus schon lange Zeit verfolgt. Die anderen Blauäugigen in Österreich wissen noch nicht was ihnen bevorsteht...

Re: Wer die Geschäftspraktiken...

oh da irren sie vielleicht. es werden sehr wohl einige ahnen was da kömmt, aber die wurden vielleicht ruhiggefüttert oder mit in erwartung stehenden posten brav und wohlgefällig gestellt.

Antworten Gast: @DFAvJ
16.06.2012 12:37
1 0

Re: Wer die Geschäftspraktiken...

Naja, viele Journalisten werden eingeladen werden, umschmeichelt werden, und viele werden sich wohl kaufen lassen.

So wie sie sich heute von der FI kaufen lassen, und - im Vergleich für ihre Intelligenz und ihre Leistung - einfach unpassende Gehälter lukrieren.

Diese Gehälter werden aber nicht bezahlt weil die Schreiberlinge so genial wären - nein , eher im Gegenteil:
weil sie willfährig sind, und ihren Namen für die Hintermänner der Banken hergeben (gutes beispiel - Rau vom DerStandard, der das Hohelied des vaterlandslosen Grosskapitals singt, seitdem er seinen hunderttausende-Euro-Job im Standard innehat).

Man könnte es auch "Judaslohn" nennen, wenn man zynisch wäre...

Naja, Slim wird dann Journalisten auf "Workshops" an die Adria einladen, oder auf div. "Konferenzen", wo gut ausgearbeitete manuskripte überreicht werden (alles bezahlt natürlich).

Es ist klar, weshlab etwa "News" sehr teuer, hochqualitativ, Hochglanzig produziert werden kann;
wenn man die Verhetzung, die Einseitigkeit und die Verunglimpfung gew. unabhängiger Politiker dort dann liest, wird man ahnen woher der Wind weht (und auch die völlige Kritiklosigkeit bei Hochverrat wie dem ESM oder der Unterschrift unter den Lissabon-vertrag).

Naja, da muss man dann ja als "unabhängiger Journalist" völlig frei und unbeeinflussts berichten, und dem Volke nix verschweigen, nciht wahr?

Antworten Gast: Johan Meltini
16.06.2012 08:39
3 0

Re: Wer die Geschäftspraktiken...

Dies wäre relativ einfach zu recherchieren. Aber anscheinend müssen die Journalisten bei Die Presse bei Privatisierungen und Auslandsinvestoren generell unkritisch sein und einen jubelnden Ton einschlagen.
Ein guter Einblick für nicht spanisch sprechende, einfach googeln:
Der Besitzer von Mexiko
Wie Carlos Slim mithilfe des Staates der reichste Mann der Welt wurde
von Renaud Lambert (2008). Von Die Presse wurde der Titel übernommen ohne Verweis. Das nennt man Qualitätsjournalismus.

Der ORF


verschwendet für einen "Aktienkäufer" Sendezeit,
nur um nicht über den ESM berichten zu müssen!

Ich kann den bladen/Slim schon nicht mehr sehen...


Re: Der ORF

Tschuldigung: Slimfast

Pecik ...

... ist ein Mann mit Kasse, nicht jedoch mit Klasse ...

Gast: b754
15.06.2012 21:24
4 0

die größten verbrecher haben in österreich leichtes spiel


Gast: lanzvonL.
15.06.2012 20:39
6 0

ein Gangster hat sich das wertvollste Infrastrukturunternehmen Österreichs unter den Nagel gerissen.

Somit werden alle Gewinne der Zukunft an einen 67 Milliarden € schweren alten Mann überwiesen, der unter äusserst dubiosen Umständen zu seinem reichtum kam.

Ein normalbürger würde vermutlich schon längst lebenslang hinter Gitter sitzen.

Doch solche Letue sind wohl "too big to jail"!

Antworten Gast: Vito Corleone
16.06.2012 05:24
1 0

Re: ein Gangster hat sich das wertvollste Infrastrukturunternehmen Österreichs unter den Nagel gerissen.

Seien Sie doch nicht so pessimistisch.
Die Gewinne werden ja wieder investiert.
Auch in mexikanische, italienische, russische und andere weltweit agierende NGOs.

Hobbyökonom