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Nowotny warnt vor Fehlern der 1930er-Jahre

19.06.2012 | 17:56 |   (Die Presse)

Der Fokus auf zu hartes Sparen habe die Nazis in den 1930er-Jahren erst an die Macht gebracht, erklärt der Nationalbankgouverneur. Er ist nicht der erste, der im Zuge der Krise auf die 1930er-Jahre verweist.

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Wien/Red. Im Streit unter Ökonomen, ob Ausgabenkürzungen in den kriselnden Euroländern kontraproduktiv seien, meldet sich nun auch Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny mit einem drastischen Vergleich zu Wort. Man dürfe keinesfalls „engstirnig nur sparen“, sagte er laut den Nachrichtenagenturen Dow Jones sowie Bloomberg Montagabend in Wien. Der Fokus auf zu harte Sparprogramme sei es nämlich auch gewesen, der die Nazis in den 1930er-Jahren erst an die Macht gebracht hätte.

Nowotny ist nicht der erste Ökonom, der im Zuge der aktuellen Krise auf die 1930er-Jahre verweist. Vergangene Woche schrieben die US-Volkswirte Nouriel Roubini und Niall Ferguson in der „Financial Times“, dass die Austeritätspolitik von Reichskanzler Heinrich Brüning die Deutschen in die Arme der Nationalsozialisten getrieben habe.

Freilich verweisen auch viele Ökonomen darauf, dass derartige Vergleiche unangebracht sind. So bestehe keineswegs die Gefahr, dass die EU neuerlich in einen Kriegszustand verfalle. Abgesehen davon sei das damalige Sparprogramm mit dem heutigen nicht zu vergleichen. Von derart drastischen Budgetkürzungen wie in den 1930er-Jahren ist in ganz Europa nichts zu sehen, zudem sind die Geldschleusen der Notenbank weit geöffnet, anders als damals. Auch wenn die Bevölkerung heute unter Sparzwängen leide: Ein Vergleich mit dem Leid der Generation der 1930er-Jahre sei an den Haaren herbeigezogen, argumentieren Kritiker.
Noch ist unklar, inwiefern schon beschlossene Sparpakete in der Eurozone wieder aufgeschnürt werden. Griechenland will Auflagen neu verhandeln. Die anderen Länder unter dem Rettungsschirm – Portugal, Irland und Spanien – werden möglicherweise Ähnliches fordern.

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15 Kommentare
Gast: JonSwift
21.06.2012 13:52
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???

Dass Ökonomen nichts von Märkten verstehen, daran haben wir Börsenheinis uns ja gewöhnt. Wenigstens sorgen ihre naiven Vorstellungen in diesem Feld immer wieder für Erheiterung bei den Profis. Dass sie jetzt auch noch über Geschichte dilettieren, ist noch lustiger. Also die Sparprogramme haben die Nazis an die Macht gebracht? Nun, Griechenland z.B. hat nicht gespart, Simbabwe auch nicht. Dann sind dort also die absoluten Super-Demokraten an der Macht? I reach an Wein 5oo Meter weit...

Gast: Hubertus
21.06.2012 00:58
0 0

Eigentlich traurig

Nicht alles was hinkt , ist ein Vergleich. Und wenn Nowotny als verläßlicher Kontraindikator das sagt, dann kann man sicher sein, daß diese Konsequenz nicht eintritt.

Wer in der Gegenwart überfordert ist, zitiert gerne die Geschichte,

und dann auch noch falsch!

Parteipolitik

sonst nichts was Nowotny da von sich gibt, es wird keine 2 Tage dauern da warnt irgendwer aus der SPÖ vor Strache.

Die Angst sitzt ihnen im Nacken und das ist gut so!

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Welch ein Unsinn

Was hat die Austeritätspolitik bewirkt? Die Arbeitslosenzahlen sanken in Deutschland ab Herbst 1932, und zwar deutlich merkbar. Ebenso gingen die Stimmen für die Braunen zurück. Damals waren im übrigen gar keine Umfragen notwendig, die hatten eh alle paar Wochen Reichstagswahlen...

Dieser Effekt, nämlich die spürbare wirtschaftliche Erholung, ließ die Partei des Herrn H. an die Macht drängen. Erstens liefen die Wähler davon, zweitens bot sich so die Chance, den Aufschwung als eigene Leistung zu verkaufen - wovon sie ausgiebig Gebrauch gemacht haben.

Das Vertrauen in die demokratischen Parteien hatten die Wähler lange zuvor verloren, nämlich in den Zeiten der Hyperinflation (und der Hyperbesteuerung, die Einkommensteuer stieg damals von 5 auf 30%), hervorgerufen durch das Papiergeld. Das ist das entscheidende Detail, das Nowotny merkwürdigerweise entfallen ist...

von den Nazis lernen

Von den sonderbaren sozialistischen Argumenten für staatliche Verschuldungspolitik ist Novotnys nachgesagtes Argument besonders sonderbar.
Was die Nazis gemacht haben, soll plötzlich richtig sein?
Schulden als antifaschistisches Projekt ?
Wollte der Mann nicht noch kürzlich unter dem Eindruck der Schuldenkrise seine Lehrbücher neu schreiben ?
Hier ist keine Idee erkennbar, nur Ratlosigkeit.
Daß sich in unseren Demokratien schuldenfinanzierte Wahlsiege generieren lassen, ist nicht erst seit den Dreißigerjahren bekannt, und daher weht wohl auch der Wind.

Gast: advo
20.06.2012 10:11
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Sparpolitik

Die EU spart mit ihrer Politik gegenüber Griechenland dieses Land kaputt.
Bei einer sich im Konjunkturtal befindlichen Volkswirtschaft zu sparen ist kontraproduktiv und führt dazu noch tiefer zu sinken, weil die inlandswirksame Nachfrage zurück geht.
Die Frage ist was tut die EU gegen diese Abwärtsspirale in Griechenland...... null, null, außer "weisen Sparsprüchen" geschieht bisher nichts!

Gast: gastnamen
20.06.2012 08:23
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Die lieben Banken...

Ich gebe Herrn Nowotny grundsätzlich recht, mich würde jedoch interessieren was Ökonomen die in Banken sitzen zu Bücher wie "Implosion" vom schweizer Ökonomen Peter König oder John Perkins Buch "Bekenntnisse eines economic hit man" zu sagen haben.

Diese Bücher sollten für jeden "Bankster" zur Pflichtlektüre werden und vlt. als Anlass dienen sich nicht Alles von der "Wirtschaft, Finanz,...." aufs Aug drücken zu lassen.

Aus diesen Gründen verliert auch die Politik immer mehr ihre Glaubwürdigkeit.

Ein wunderbarer Weg, Angst zu schüren, vlt. bekommen wir ja bald ein vereinigtes Europa mit Vorbild USA, anstatt die Probleme in den einzelnen Ländern individuell anzugehen.

Für mich eine grauenhafte Vorstellung.

Jetzt muß ich zu schreiben aufhören, denn was mir dazu noch einfallen würde, würde ein Buch füllen.


Gast: Vergleichnyx
19.06.2012 22:22
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Die amerikanischen Wissenschaftler

sollen lieber einmal genau ihre eigenen 30iger bis zum Kriegseintritt unter die Lupe nehmen. Es hat fast nichts wirklich gegriffen,was es da an Arbeitsprojekten gab. Man hat einfach eine Umverteilung von reich auf arm verhindert. Insofern ist die USA Wirtschaftsgeschichte viel zutreffender für die heutige Situation. Die deutsche Situation war beherrscht von antidemokratischen Retrofeudalismus, weshalb es überhaupt zu so aberwitzigen Ermächtigungsregelungen kommen konnte, unter denen eine 1/3 Partei sich die ganze Macht aneignen konnte. Dass diese Partei von kriminellen Kriegsgestörten dominiert wurde, ist wohl nicht ganz mit der heutigen Situation in EU vergleichbar. Die Situation der 30iger Parteienlandschaft in D ist eher vergleichbar mit den heutigen Scheindemokratien der alten Sowjetunion. Hier besteht wirklich die Gefahr, dass das System von Kriminellen missbraucht wird.


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na gott sei dank war es nicht der blanke hass, die endlose dummheit, und die galoppierende ignoranz der Österreicher. gott sei dank! jetzt sind wir alle beruhigt!!!


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Re: na gott sei dank war es nicht der blanke hass, die endlose dummheit, und die galoppierende ignoranz der Österreicher. gott sei dank! jetzt sind wir alle beruhigt!!!

Also DAS hat Herrn H. in Deutschland sicher nicht an die Macht gebracht, und in Österreich geschah es auch nur mit Hilfe der Wehrmacht. Diese Art der Machtergreifung würde ich nicht als gültiges Plebiszit anerkennen.

Antworten Gast: Jinto34
20.06.2012 07:46
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Re: na gott sei dank .... Blabla

Nein. Es war die blanke Verzweiflung durch Arbeitslosigkeit, Hungersnot und Hoffnungslosigkeit. Und die waren eine Folge des ersten Weltkriegs.

Aber Ihre Theorie ist viel praktischer, wenn auch grenzenlos dumm.

Gast: Heinrich Brüning
19.06.2012 20:57
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Nowotny warnt vor Fehlern der 1930er-Jahre

Was soll daran falsch sein das ein Jean Marie Musy am 1 Januar 1930 Bundespräsident der Schweiz wurde?

Gast: bärle
19.06.2012 19:31
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Fehlbesetzung

Für mich ist der Mann eine Fehlbesetzung. Er stellt schon optisch nichts dar, und fachlich bräuchte es an dieser Stelle Leute vom Typ Androsch, Lacina, Dietz.

Antworten Gast: Magrit8
20.06.2012 07:54
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Re: Fehlbesetzung

Androsch? Also da bin ich mir nicht sicher. Ich wollte mal mein Geld bei einer Privatbank deponieren, hab es aber dann doch sein lassen, als ich erfahren hab, dass Androsch dort im Vorstand sitzt. Ein Jahr später mussten die Kunden drum kämpfen, dass sie ihr Geld zurück bekommen.

Optik ist nicht wichtig, und fachlich ist Definitionssache. Ein Betrüger ist zB auch fachlich sehr versiert. Trotzdem würde ich ihm nicht mein Geld anvertrauen.

Hobbyökonom