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BayernLB: Gribkowsky packt spät aus

20.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Der frühere Vorstand gesteht im Schmiergeldprozess und bringt Formel-1- Ecclestone unter Druck. Schon im Lauf des Prozesses lichteten sich manche Nebel.

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München/Gau. Seit eineinhalb Jahren sitzt er in U-Haft, seit Oktober läuft sein Prozess – und die ganze Zeit über hat Gerhard Gribkowsky geschwiegen. Nur über seine Anwälte ließ der frühere Risikovorstand der BayernLB die Anschuldigungen dementieren.

Aus Sicht der Staatsanwälte hat er für den Verkauf des Formel-1-Anteils der Bank Schmiergeld kassiert, und zwar von Bernie Ecclestone, dem greisen Chef des Rennzirkus. Weil der Angeklagte schwieg, wurden Dutzende Zeugen befragt, und die Schlinge um seinen Kopf zog sich enger. Kurz vor dem Urteil kam gestern das überraschende Geständnis: „Es stimmt im Wesentlichen“, was die Anklage ihm vorwirft. Doch dabei blieb es nicht: Zwei Stunden lang packte Gribkowsky aus.

Schon im Lauf des Prozesses lichteten sich manche Nebel: Ecclestone war es nur recht, dass die BayernLB ihren Anteil verkaufen wollte, weil es mit ihr oft Streit gab. Er selbst präsentierte den Käufer CVC. Der britische Finanzinvestor bot 839 Mio. Dollar – mehr, als sich die Bayern erhofft hatten. Dafür waren sie sogar bereit, Ecclestone eine saftige Provision von 66 Mio. Dollar zu zahlen.

„Ein Riesenberg Geld“

Ohne Not, wie Gribkowsky eingesteht, weil der Rennsport-Zampano die Bank ja ohnehin loswerden wollte. Aber auch der Motorsportfan, der den Deal intern durchgeboxt hatte, ging nicht leer aus: Gribkowsky kassierte 44 Mio. Dollar für eine künftige Tätigkeit als „Berater“. Dieser „Riesenberg Geld“ war schnell verhandelt: „Tell me numbers“, habe Ecclestone bei einem Treffen gesagt.

Das späte Geständnis hilft dem Angeklagten wenig, mit dem Wunsch einer Strafminderung blitzten seine Anwälte ab. Nun drohen dem Ex-Manager bis zu neun Jahre Haft. Seine Aussage belastet Ecclestone, der freilich schon als Zeuge vorgesorgt hat: Gribkowsky habe ihn erpresst, indem er „subtil“ drohte, ihn beim Fiskus anzuzeigen. Ein Mitarbeiter sekundierte: „Wie eine Wespe“ sei der Deutsche mit seinen Forderungen gewesen. Diese Version erschien den Staatsanwälten aber wenig plausibel. Gegen den 81-jährigen Ecclestone wird in München weiter ermittelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)

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