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Bankeninsolvenzrecht: Bitte warten

21.06.2012 | 17:53 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Der Plan der Regierung, bis Sommer ein Gesetz für die Abwicklung maroder Banken vorzulegen, ist gescheitert. Die SPÖ gibt der ÖVP die Schuld. Über den Grund für das Platzen gibt es unterschiedliche Angaben.

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Wien. Nach der milliardenschweren Rettungsaktion für die angeschlagene Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) waren sich ÖVP und SPÖ schnell einig: Beide Parteien versicherten Anfang März, dass es bis Sommer ein Bankeninsolvenzrecht geben soll. Doch daraus wird nichts. „Das geht sich zeitlich nicht mehr aus“, sagt ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll. Denn voraussichtlich am 6. Juli wird die letzte reguläre Parlamentssitzung vor der Sommerpause abgehalten. „Wenn wir bis dahin ein solches Gesetz haben wollen, hätte es längst den Ministerrat passieren müssen“, so Stummvoll.

Über den Grund für das Platzen gibt es unterschiedliche Angaben. „Dass das Bankeninsolvenzrecht nicht mehr vor dem Sommer kommt, ist am mangelnden politischen Willen der ÖVP gescheitert“, sagt SPÖ-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. „Wir werden alles daran setzen, diese Blockade der ÖVP zu durchbrechen.“
Im Büro von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wird bestritten, dass das Projekt gescheitert sei. Österreich setzte sich vielmehr dafür ein, dass es hier zu einer europaweiten Regelung kommt.

ÖVP gegen einen nationalen Alleingang

Am 6. Juni präsentierte die EU-Kommission einen Plan für die Errichtung einer Bankenunion. Ziel ist eine einheitliche Bankenaufsicht und eine Einlagensicherung in der Eurozone. Außerdem soll es einen Fonds für die Abwicklung maroder Institute geben. Details dazu müssen erst diskutiert werden.

Auch der Zeitplan für die Umsetzung ist vage. Viele Punkte sorgen bereits für Widerstand. ÖVP-Finanzsprecher Stummvoll steht etwa der gemeinsamen Einlagensicherung kritisch gegenüber. Es sei schwer zu argumentieren, warum Österreich künftig für Spareinlagen in Griechenland oder in Spanien aufkommen soll.

Die Sozialdemokraten wollen nicht länger auf eine EU-weite Regelung warten. Sie betonen, dass man nach der Rettung der Volksbanken AG (ÖVAG) mit der ÖVP einen nationalen Alleingang vereinbart habe.

Auch in Deutschland und Großbritannien gibt es ein Banken-Insolvenzrecht. Nach Ansicht der SPÖ wäre die ÖVAG-Rettung vermutlich anders gelaufen, wenn Österreich ebenfalls klare Regelungen gehabt hätte. Im Büro von Finanzministerin Fekter hält man es aber für nicht sinnvoll, dass Österreich jetzt schnell ein Gesetz beschließt. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Regelung später aufgrund anderer EU-Vorgaben geändert werden muss.

Befeuert wird die Auseinandersetzung durch einen Auftritt des mächtigen SPÖ-Manns Werner Muhm. Der Arbeiterkammer-Direktor wird am heutigen Freitag seine Pläne für ein Bankeninsolvenzrecht vorlegen. Dabei will er aufzeigen, wie viel Geld in Österreich durch die Bankenrettungen bereits verloren gegangen sei und wo noch Risiken liegen. Muhm ist ein enger Vertrauter von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Er steht im Mittelpunkt eines seit Wochen anhaltenden Koalitionskrachs. Finanzministerin Fekter weigert sich, das Mandat von Muhm als Nationalbank-Generalrat zu verlängern.

Bankenunion: Erst in einigen Jahren?

Seit der Rettung der Hypo Alpe Adria Ende 2009 fordern ÖVP und SPÖ immer wieder ein Bankeninsolvenzrecht. Die erste Initiative kam von Ex-Finanzminister Josef Pröll (ÖVP, arbeitet jetzt für Raiffeisen).
Im Juni 2011 unternahm Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) einen neuen Anlauf. Er erklärte nach einer Regierungsklausur, dass es im Winter 2011 ein Insolvenzrecht geben soll.

Doch die Finanzbranche hatte damit wenig Freude. In einem Positionspapier von Raiffeisen heißt es, dass „die Arbeiten auf europäischer Ebene durch einen nationalen Alleingang nicht konterkariert werden“ sollen. Und in Brüssel stehen die Lobbyisten diverser Finanzgruppen den jüngsten EU-Vorschlägen skeptisch gegenüber. Die deutschen Bankenverbände sind der Ansicht, dass die geplante Bankenunion bestenfalls in einigen Jahren umsetzbar sei.

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10 Kommentare
Gast: EP
23.06.2012 13:34
0 0

EP

Die Insolvenzordnung (früher Konkursordnung) gilt auch für Banken, Banken haben auch schon Konkurs angemeldet, warum wäre da ein eigenes Insolvenzrecht für Banken notwendig?
Man merkt die Absicht und wird verstimmt - es kann doch nur um Subventionen für eine Branch gehen - Systemrelevant ist alleine, dass Gewinne nicht privatisiert und Verluste nicht sozilaisiert werden! Dieses Zitat stammt übrigens von Ludwig Erhard!

Alleine, dass sich solche Fragen stellen zeigt schon das Problem für sich

Es braucht exakt überhaupt kein extra Insolvenzrecht für irgendeinen anderen Wirtschaftsbetrieb.
Das setzt dann aber voraus, dass jedem bei einem Bankgeschäft auch das Risiko klar ist. Wer dort was liegen hat, kann es von heute auf morgen verlieren.
Die Sonderstellung und Alimentierung eines einzelnen Wirtschaftssektors widerspricht marktwirtschaftlichen Grundsätzen und saugt Kaufkraft, die für noch funktionierende Bereiche benötigt würden, ab.

Mal sehen

wie es dann bald mit dem Lebensrecht für diese korrupten Gauner aussieht. Vielleicht wird man sich da auch nicht rechtzeitig einigen können und den einen oder anderen eben hängen lassen.

Ich weiß nicht was die "Raiffeisen" damit zu tun hat

außer dass die RZB nach der letzten Bilanz einer der Kandidaten für den ersten Testlauf ist.

Daher bitte: So schnell wie möglich umsetzen, sonst fällt uns Hr. Konrad auch noch auf den Kopf! (Die Claudia tut schon weh genug.)

Ich bin wirklich nicht mehr bereit, die Blödheiten von machtgeilen, risikoverachtenden Scheinmanagern zu tragen!

Gast: Eisbär 4711
22.06.2012 08:23
0 0

Wozu Eile ?

für die ÖVP gibt es ja die Steuerzahler, die man weiterhin abpressen kann. Und die schwarze Bankerlobby lacht sich einen.

Conclusio: Wir sind und bleiben die Idioten

Antworten Gast: gert3344
22.06.2012 11:21
1 0

Re: Wozu Eile ?

was hat das mit der övp zu tun - gibte s da nicht eine problem, dass die fekter den ak-präsi nicht im aufsichtsrat der nationalbank will und die spö will ihn unbedingt durchpressen?

die roten waren lange genug alleinregierer in österreich haben aber nichts getan

die parteien im parlament schenken sich gar nichts, ohne övp könnte man alles mit 2/3 mehrheit durchbringen unabhängig was die övp will

Gast: eine million milliarden
21.06.2012 22:35
0 0

ad: letzter Absatz

...interessant ist auch die Zeichensetzung:

..."...konterkariert werden" sollen.

Gast: eine Million Milliarden
21.06.2012 22:27
0 0

ad: letzter Absatz

...unglaublich

Gast: b754
21.06.2012 20:23
1 1

wie immer die övp als reichenschützer partei


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korruptes

unfähiges Pack!!!!

Hobbyökonom