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Bawag-Prozess: Die Strafen, die sein mussten

04.07.2008 | 18:55 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Neun Schuldsprüche. Neuneinhalb Jahre Gefängnis für Helmut Elsner. Alle bis auf Flöttl haben bereits Rechtsmittel angekündigt.

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Neuneinhalb Jahre Haft für Helmut Elsner. Fast die Höchststrafe. Maximal zehn Jahre wären möglich gewesen – bei „Untreue“, dem Verbrechen, das der Verurteilung zugrunde liegt. Neuneinhalb Jahre Gefängnis. Eine zu strenge Strafe für einen Bankdirektor, der nur das tat, was alle Bankdirektoren tun, nämlich spekulieren bzw. spekulieren lassen? Wenn's so einfach wäre. Das Ausmaß der Schuld – und nur darauf kommt es bei der Strafbemessung an – geht (zumindest laut dem nun vorliegenden Urteil) weit über das „ganz normale“ Spekulieren hinaus.

Elsner war schon Anfang der 90er-Jahre in die erste Serie der Bawag-Karibik-Geschäfte involviert. Damals verzichtete die Republik inkonsequenterweise auf eine Anklage, weil keine Verluste sondern Gewinne gemacht wurden. Elsner intensivierte die Kontakte zum Spekulanten Wolfgang Flöttl, dem Sohn seines damaligen Chefs, Bawag-General Walter Flöttl. Und stieg, als er selbst das Ruder der Bawag übernahm, groß in die Karibik-Deals ein. Das war 1995. Elsner und Flöttl junior führten – so heißt es nun treffend in der Urteilsbegründung – eine „symbiotische Beziehung“. Hier der Geldbeschaffer, dort der Investor. Doch man verlor. Immer neue Spekulationen folgten. Die waren nicht „ganz normal“, die waren so riskant, dass Staatsanwalt und Gericht von Kasinobesuchen sprachen. Im Jahr 2000 war alles vorbei. Ohne ÖGB-Garantie hätte die Bawag nicht mehr bilanzieren können. Elsner hatte bis dahin 1,72 Milliarden Euro Schaden angerichtet. So lautet die angeklagte und nun vom Gericht voll übernommene Schadenssumme.

Helmut Elsner, der Mann, der laut Schöffensenat seine Verfügungsbefugnis über fremdes Vermögen (Bankgeld) wissentlich missbraucht. Helmut Elsner, der Mann, der mit Schädigungsvorsatz handelt, also in Kauf nimmt, dass verloren wird. Und das ein halbes Jahrzehnt hindurch.


Auch noch schwerer Betrug

Schließlich gesellt sich zur Untreue schwerer Betrug. Das tut (auch rein optisch) weh. Elsner habe den Bawag-Aufsichtsrat über die prekäre Lage der Bank getäuscht und sich seine Pensionsabfertigung erschlichen. Diese, 6,8 Mio. Euro, muss der 73-Jährige laut Urteil zurückzahlen. Nimmt man all dies als gegeben an, sind neuneinhalb Jahre Haft nicht drakonisch, sondern (in Ansehung des Strafrahmens) einfach nur angemessen.

Stimmen die Relationen? Elsners Nachfolger Johann Zwettler bekam deutlich weniger, „nur“ fünf Jahre Gefängnis. Er war auch nie treibende Kraft. Aber er war dabei. Elsner gesteht nichts. Gar nichts. Das wirkt sich erschwerend aus. Zwettler gesteht teilweise. Das wirkt mildernd.

Elsners rechte Hand, Peter Nakowitz, war loyal. Kein Wunder, verdankte er doch seinen Aufstieg in den Bawag-Vorstand keinem anderen als Helmut Elsner. Bei den Karibik-Deals hätte die Loyalität enden müssen. Tat sie nicht: vier Jahre Haft. Das ist wenig, bei einer Untreue-Schadenssumme von mehr als einer Milliarde Euro.

Die Vorstände Kreuch und Schwarzecker waren schlecht informiert. Aber eben Vorstände. Sie unterschrieben heikle Vorstandsprotokolle, trugen Verantwortung (und bezogen Vorstandsgagen). An ihnen wollte das Gericht mit je dreieinhalb Jahren Haft ein Exempel statuieren: Wer in einem Bankvorstand sitzt, hat Rechte, aber auch (Kontroll-)Pflichten.

Und warum kommt Flöttl so billig davon? Er half, den Kriminalfall „Bawag“ aufzuklären, legte ein Teilgeständnis ab und hat nur 97 Mio. Euro Schadenssumme zu verantworten. Seine 30 Monate teilbedingt sind daher zwar vertretbar, aber doch sehr milde.

Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Alle, bis auf Flöttl (er erbat Bedenkzeit) haben Rechtsmittel angekündigt. Elsner wird, falls die Strafe hält, seine bald eineinhalbjährige U-Haft angerechnet. Außerdem erhielt er bereits zweieinhalb Jahre Strafhaft wegen eines verschenkten Bawag-Kredits. Wird diese Strafe rechtmäßig, so muss die nächste Instanz ein Gesamtpaket schnüren. Mehr als zehn Jahre dürfen es nicht werden. Frühestens nach der Hälfte einer Haftstrafe kommt eine bedingte Entlassung in Frage.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2008)

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74 Kommentare
 
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aber insgesamt sind sie schon gesund?

und was das mit der monarchie zu tun hat, ist überhaupt schleierhaft. hätten sie aber nur den hauch einer ahnung, dann würden sie wissen, dass die damalige österreichische strafjustiz nicht gerade eine vorzeigeinstitution war, haarsträubende fehlurteile und urteile die den gleichheitsgrundsatz bestenfalls verhöhnen inklusive

meine antwort galt dem kommentar von beobachter, 05.07.2008, 05:55


Gast: Beobachter
05.07.2008 05:55
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Jetzt wird es erst richtig interessant

Wird Elsner leise freigelassen? Oder wird er versuchen auszupacken, daher rasch im Gefaengnis "Selbstmord" begehen? Oder hat die Paddei genug Druckmittel, Elsner im Gefaengnis schweigen zu lassen?
Fragen ueber Fragen. Jedoch normal fuer die Paddei. Lachhaft dabei ist jedoch nur, dass es der Paddei gelang, den Begriff "Austrofaschismus" mit den einzigen wirklichen Patrioten, die Oesterreich liebten und schuetzten, zu verbinden. Mein Oesterreich ist 1918 untergegangen, wenn ich es einmal vergesse, solche Ereignisse erinnern mich immer wieder daran.

Gast: Pour le merite
04.07.2008 23:35
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Man kann nur hoffen

dass jetzt auch der letzte Soze überzeugt ist, dass man mit diesem Gesocks am falschen Dampfer ist.

Denn dieser Skandal ist nicht begrenzt auf eine Bank, sondern auf die gesamten Sozialisten, samt ÖGB, Vranitzky und co.

Gast: GeierSturzflug
04.07.2008 18:45
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Woran erkennt man im Forum

die Gewerkschaftsmitglieder und bezahlten Claqeure ? Sie freuen sich wie die kleinen Kinder, dass Marcel angeblich sitzen gehen muss. Ich glaube, denen kann man auch den Schmäh mit dem Christkind aufs Auge drücken!

roda-roda
04.07.2008 17:44
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Bin weder Richter noch Rechtsanwalt

Ich finde dem Elsner ( einem 73 jährigen !! ) haben sie zuviel gegeben ( viel mehr wäre eh nicht mehr gegangen )und dem Flöttel eindeutig zuwenig. Mit dem hat doch die ganze Miesere begonnen, oder liege ich da falsch?

Was bekommt ein Kinderschänder in Österreich? Nicht viel mehr wie der alte, unkooperative Elsner!

Antworten Gast: Österreich
05.07.2008 00:20
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Verglichen zur Refco-Strafe in den USA

sind die 9,5 Jahre sicher zu mild!
Wobei noch zu bedenken ist, daß es bei Refco eine objektive Gutmachung des glaublich gesamten Schadens in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gegeben hat -- durch den ÖGB-BAWAG. Es wurden nämlich (um das zu erzwingen) die BAWAG-Gelder in den USA eingefroren.
Die obj. Schadensgutmachung schlägt sich als wichtiger Milderungsgrund zu Buche. So gesehen ist die Elsner-Strafe gerade zu mild (weil es außer bisheriger Unbescholtenheit keinen anderen Milderungsgrund gibt)!

Und wenn nach dem Verbleib der 3,7 Milliarden ÖGB-Vermögens gefragt wird: 1,7 Milliarden davon sind mit Sicherheit in die USA zur Gutmachung für die Refco-Geschädigten geflossen, während die Geschädigten in Österreich praktisch leer ausgegangen sind.

Das nur zur amerikanischen "Großherzigkeit"!

Begonnen hat die ganze Geschichte mit dem Vater Flöttl,

der seinem hoffnungsvollen Sprößling die BAWAG-Milliarden zum Spekulieren in das Handerl gedrückt hat! Der ÖGB hat eben immer so viel Geld gebraucht, das mit normalen Bankgeschäften nicht zu verdienen war.......

Antworten Antworten Gast: Höchststrafe
04.07.2008 19:05
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Drakon, schau oba!

Für wiederholt unentschuldigtes Fehlen im Forum kann es nur eine Strafe geben: Drei Stunden unbedingt mit Rezi. Ulrik(e) und Babsi in der Golden Times! Und das ist gut so!

Antworten Gast: Ben d'Oro
04.07.2008 17:57
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Respekt, Frau Richterin!

Das stärkt das Vertrauen in eine funktionierende und unbestechliche Justiz.
Und die offenbar souveräne Leitung eines solchen Monsterverfahrens ist schon eine eindrucksvoll professionelle Leistung!

Kito
04.07.2008 17:37
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Vergleich

Nun, bei Chodorkowski zeigt sich jeder erschüttert, daß er zu acht Jahren verknackt wurde, obwohl es sich in seinem Falle um ähnliche Summen handelt. Bei Elsner johlt die Meute.
Eigenartig.

Vielleicht sollt¿ der Elsner auch immer so lieb dreinschauen wie der Ch., anstatt unentwegt vor sich hin zu granteln.

Strafmaß aus meiner Sicht: Völlig in Ordnung - in beiden Fällen. Gut, Sibirien ist nicht Sonnberg, wohl wahr. Dennoch: Wer Unternehmenspapiere fälscht, soll aufgrund seiner Erfahrung Tüten kleben.

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Verhältnismäßigkeit

Priklopil hätte max. 10 Jahre bekommen.

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Nichtigkeitsbeschwerde

Den Vranitzky haben sie vergessen. Er hat ÖS 1 000 000 erpresst, damit er das Maul hält. Und eine zweite wollte er auch noch.

@Thomas Fuhringer

Sie sind wohl ein echter "Insider". Es ist Ihnen schon klar, dass Sie in Ihrer Meldung einen klaren kriminellen Tatbestand "aufgedeckt" haben. Wenn Sie mit Ihren Unterlagen nicht zur Staatsanwaltschaft gehen, machen Sie sich der Mitwisserschaft und Begünstigung schuldig. Dafür gibt's auch genug "Schmalz".

zsolnai
04.07.2008 16:46
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Wer denkt an....

..die Mitarbeiter des autoritären Hauptangeklagten, die jahrelang nach der Parole handeln mussten : Maul halten, nichts sehen, nichts hören und weitermachen!
...die Untergebenen, die seiner Willkür ausgeliefert waren (sich ducken und Abstand einhalten).
...die hohen Geldsummen, deren Verbleib nicht aufgeklärt , die aber sicher nicht im Meer versenkt wurden und zur Entdeckung bereitliegen. Kommt Zeit, kommt...Gerstl!
...die Vermögenswerte, die nach wie vor unangetastet geblieben sind (Penthouse, Villa etc.).
...das Leid, das den Angehörigen der Mitangeklagten zugefügt wurde, nur weil diese "gestandenen Männer" sich einfach nicht getraut haben, gegen einen Kriminellen Widerstand zu leisten.
Und wenn man das und viel mehr noch bedenkt, sind die verhängten Urteile gar nicht so brutal.

Gast: gargamel
04.07.2008 15:02
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Zur Erinnerung

http://www.youtube.com/watch?v=pxYFDeJjgIY&feature=related

Antworten Ratio
04.07.2008 17:13
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Und auch noch die "feine Gesellschaft":

http://www.youtube.com/watch?v=CTklhBhs1uU&NR=1

Ratio
04.07.2008 14:05
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Nicht außer acht lassen sollte man ...

dass Elsner keinen einzigen SPÖ-Politiker ans Messer geliefert hat - keinen einzigen! Dabei war die BAWAG die Haus- und Hof-Bank der roten Granden.
Na ja, schau ma moi, wie lange Elsner tatsächlich sitzen wird.
Und wenn volle Länge, dann können wir gespannt sein, wann er vor lauter Ärger, weil ihm die Genossen nicht helfen, zu plaudern beginnt.

Antworten Gast: Sparerin
04.07.2008 14:52
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Re: Nicht außer acht lassen sollte man ...

Er wird aus lauter ohnmaechtiger Wut zu plaudern beginnen. Da werden ja einige zittern.
Und bitte wovon lebt seine Luxusgattin? Wurden seine Privatkonten nicht gesperrt? Und was passiert mit seinem Anwesen in Frankreich?

Antworten Antworten Ratio
04.07.2008 17:06
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Die Luxusgattin glaub ich, lebt schon in einer anderen Welt ... Dort glaubt man, dass Porsche fahren normal

für jeden Österreicher ist,dass jeder Österreicher irgendwo seine Villa am Meer hat - sie haben sie eben in Südfrankreich,dass jeder Österreicher eine Penthouse-Villa haben könnte,denn EUR 250.000,-- in der Innenstadt sind ja nicht so viel u.dass schließlich jeder Arbeiter u.Angestellte zwar nicht EUR 6.500.000,-- Abfertigung bekommt, weil ja nicht jeder Generaldirektor ist, aber so die Hälfte oder ein Drittel wirds schon sein.
In dieser Welt lebt sie. Entweder unabsichtlich,weils der Geist so zuläßt,dann ist sie zu bedauern oder absichtlich,weil sie dekadent ist - dann sollte sie jetzt auch angeklagt werden, da sie Mitwisserin und Nutznießerin dieser Malversationen gewesen sein könnte. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Schlaraffenland unbemerkt über einen hereinbricht u.man sich keine weiteren Gedanken dazu macht, wie denn so ein plötzlicher Reichtum zustande kommt. Wer sollte z.B. ein Interesse an einem Penthouse-Geschenk an das Ehepaar E. haben?(Es gilt die Unschuldsvermutung).

Antworten Gast: Omerta
04.07.2008 14:42
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Re: Nicht außer acht lassen sollte man ...

Reden ist Silber ... Wer so geschwächt ist, daß er nicht einmal mehr reden mag, dürfte auch haftunfähig sein. Da Dr. Gross nicht mehr unter uns weilt, muß halt wer anderer das neutrale Fachgutachten erstellen. Was drin stehen soll. kann demnächst auf der Lewelstreet-Homepage nachgelesen werden. Motto:

Wählt SPÖ und ÖVP.
Dann tut dem Elsner keiner weh!

Und das ist gut so!

Logos21
04.07.2008 14:00
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Die sozialistischen Betrüger

Elsner & Co sind als Kriminelle verurteilt worden.
Die SPÖ-Mitglieder Elsner und Co. wandern ins Gefängnis.
Und der ÖGB, der im Prinzip den Vorstand gestellt und dominiert hat, "gratuliert" verlogen zu diesem Urteil. Heuchlerei, dein Name ist SPÖ.

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Hoffentlich gibt es

beim
Hypo-Alpe-Adria-Prozeß auch eine ähnlich objektive Gerichtsbarkeit im Zusammenhang mit den Spekulationen des Mister Kulterer!?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Gast: skimpy
04.07.2008 13:43
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crime pays

wie wir franzosen zu sagen pflegen.

q.e.d.
04.07.2008 13:33
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Gutes Urteil. Aber wie gehts weiter?

Irgendwo habe ich mal im Prozess aufgeschnappt: Die Spekulationen seien notwendig gewesen, weil die BAWAG ja auf Biegen und Brechen die billigste Bank sein musste. Auf Forderung des Eigentümers, der Gewerkschaft. Egal wie.

Und irgendwie glaube ich das sogar.

Woher das Geld kam war ja nicht das Problem der Gewerkschaft. Für die Drecksarbeit hatten sie ja ihre hoch bezahlten Flöttls und Elsners.

In diesem Sinne: Mutige, gute Entscheidung diese Urteile. Aber viele der eigentlichen Verursacher blieben aus politischen Gründen verschont.

Antworten Ophicus
04.07.2008 13:49
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Re: Gutes Urteil. Aber wie gehts weiter?

Tja, als Eigentümer darf man unrealistische Wünsche haben. Siehe Meinl-Kleinanleger.
Aus genau dem Grund hat aber der Eigentümer bei einer AG keine Möglichkeit Entscheidungen zu treffen. Man kann einen Aufsichtsrat einsetzen und der überwacht die Tätigkeiten des Vorstandes.

Wenn Vorstand und Aufsichtsrat unter dem Druck zusammenklappen und die Regeln brechen ist das verständlich, aber eben dennoch ihre eigene Schuld. Ein seriöser, verantwortungsbewußter Manager müsste auf solche Wünsche mit einem trockenen "geht nicht" antworten. Was nebenbei bemerkt auch auf Politiker zutrifft, die sich mit ebenso unrealistischen Wählerwünschen auseinander setzen müssen.

 
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