26.05.2012 22:09 | Meine Presse Merkliste 0

Her mit dem Zaster? Er ist schon da!

21.12.2011 | 18:28 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Arbeitseinkommen sind in Österreich in Wirklichkeit mit gut 60 Prozent an Steuern und Abgaben belastet. Trotzdem sehen die Steuererfinder hier noch Spielraum.

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Anfang Juli feiern Steuerzahlerverbände hierzulande den „Steuerzahlertag“: Bis dahin hat man praktisch ausschließlich für Finanzamt und Sozialversicherung gearbeitet, den Rest des Jahres kann man demnach die monetären Früchte seiner Arbeit selbst ernten.

Fast das halbe Jahr für die Finanz arbeiten – das ist ganz schön heftig, nicht? Aber leider nur die halbe Wahrheit. Die wahre Steuer- und Abgabenbelastung für Arbeitseinkommen liegt in Österreich nämlich nicht bei ungefähr 44, sondern bei unanständigen 60 Prozent.

Und die Grenzbelastung – also das, was von jedem zusätzlich verdienten Euro abgezwackt wird – übersteigt bei mittleren Einkommen locker die 70-Prozent-Grenze. Viel lässt einem der Staat vom Arbeitseinkommen demnach nicht. Wenn sich Innenministerin Johanna Mikl-Leitner wieder einmal die Kappe der ÖAAB-Chefin aufsetzt und „Her mit dem Zaster!“ in den Saal donnert, sollten die dort versammelten Schröpfobjekte also statt Beifall zu klatschen zurückrufen: „Nicht nötig, der ist schon da. Schauen S' einfach nach!“

Sie glauben das nicht? Rechnen wir einfach nach: Als Beispiele dienen ein Angestellter, der 2000 Euro brutto auf dem Gehaltszettel stehen hat. Und ein besser verdienender Angestellter mit 5000 Euro Monatsbrutto.

Um wirklich das ganze Bild zu bekommen, müssen wir jetzt ein wenig ausholen. Das Monatsbrutto auf dem Gehaltszettel sagt nämlich genau gar nichts. Es ist weder der Betrag, den der Arbeitgeber bezahlt, noch die Summe, die der Arbeitnehmer auf dem Konto findet. Sondern eine fiktive Rechengröße, mit der sich, ganz nebenbei, trefflich die wahre Lohneinkommensbelastung verschleiern lässt.

Zuerst rechnen wir deshalb Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilig in das Monatseinkommen ein. Denn das 13. und 14. Gehalt (und auch das 15. und 16., wo das Brauch ist) sind keine „Sonderzahlungen“, sondern stinknormale Lohnbestandteile, die zwangsweise einbehalten und (je nach Branche) auf zwei bis vier Raten pro Jahr verteilt ausbezahlt werden. Wir haben in Österreich eine Jahresbesteuerung, und das Jahr hat nun einmal nur zwölf Monate. Die „Sechstelbegünstigung“, also den stark verminderten Steuersatz für zwei Monatsgagen, rechnen wir natürlich ein.

Dann schlagen wir noch die im Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums aufgelisteten Lohnnebenkosten auf. Denn die zahlt natürlich nicht, wie das suggeriert wird, der Arbeitgeber aus seiner privaten Brieftasche. Sondern sie müssen vom Arbeitgeber verdient werden, wenn es den Job weiter geben soll. Es handelt sich damit also nicht um „Nebenkosten“, sondern um einbehaltene Lohnbestandteile. Auf diese Weise ergibt sich beim 2000-Euro-Verdiener ein „wahres“ Bruttogehalt von 3061 Euro, beim 5000-Euro-Verdiener ein solches von 7449 Euro.

Davon werden Lohnsteuer (unter Berücksichtigung der Sechstelbegünstigung) sowie Sozialversicherungsbeiträge und sonstige Abgaben (einschließlich Arbeitgeberbeiträgen) abgezogen. Ergibt Nettozahlungen von 1672 Euro beim niedrigen und von 3592 Euro beim höheren Gehalt.

Diese Summe steht zum Verbrauch zur Verfügung. 7,6 Prozent davon werden im Schnitt gespart (lt. von der OeNB ermittelter Sparquote), auf den Rest wird Mehrwertsteuer fällig. Der Mehrwertsteuermix hängt natürlich stark von individuellen Lebensumständen (etwa ob man zur Miete oder im Eigenheim wohnt) ab. Wir nehmen an, dass im Schnitt ein Drittel mit dem niedrigen Satz (zehn Prozent) und zwei Drittel mit dem höheren Satz (20 Prozent) versteuert werden.

Die Mehrwertsteuer ist natürlich nur eine von vielen Abgaben und Gebühren, die zu tragen sind. Für alle anderen Steuerbelastungen – von der Grundsteuer bis zur Normverbrauchsabgabe, von der Mineralölsteuer bis zur Tabaksteuer – setzen wir sehr konservativ 150Euro im Monat an.

Unterm Strich bleibt dann von 3061 Euro „wahrem“ Brutto eine echte Nettogage von 1285 Euro. Schlanke 58 Prozent haben sich Staat und Sozialversicherung eingenäht. Und von den „echten“ 7449 Euro des 5000-Euro-Verdieners bleiben gerade einmal 2972 Euro übrig. Hier schlägt der Staat also mit 60,1 Prozent zu.

 

So, und auf dieser Basis reden wir jetzt noch einmal ganz nüchtern über die angeblichen Potenziale, die die unfassbaren Steuererfinder auf der Regierungsbank auch bei den Arbeitseinkommen (etwa in Form von Solidaritätszuschlägen oder den immer wieder diskutierten Änderungen bei der Sechstelbegünstigung) noch sehen.


E-Mails: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2011)

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246 Kommentare
 
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Gast: Unbekannter Gast
23.12.2011 21:17
0 0

genug zaster gezahlt

schaut euch mal diesen vortrag an der uni mannheim an.

daraus wird ersichtlich wofür wir alle arbeiten und ständig fett steuern und abgaben zahlen müssen. und das immer und immer mehr.

kurze einleitung. die weltgesamtverschuldung liegt bei 32 billionen dollar.

wem schulden wir dieses geld, wer profitiert davon?

http://www.wissensmanufaktur.net/danistakratie

teifl eini
23.12.2011 11:39
0 0

die unzufriedenheit mit dem solidarprinzip und die lösung des problems

leider wurde mein leicht provokanter kommentar über die vielen ungerechtigkeiten, die das solidaritätsprinzip mit sich bringt, von der redaktion wieder herausgenommen.

wie die diskussion hier zeigt, herrscht große unzufriedenheit über abgabenlast und dem, was der staat mit den steuereinnahmen macht.

das grundproblem ist, dass zahler und empfänger nicht in einer person vereint sind. das fördert den moral hazard. als einzelner kann man entweder hackeln, zahlen und sich ärgern oder das system ausnutzen (frühpension, weniger arbeiten und mit transfers belohnt werden usw.).

lösung:
man müsste sich vom solidar-prinzip wegbewegen und mehr in richtung leistungsgerechtigkeit bzw. kostenwahrheit gehen. d.h. weg von pauschalsätzen und runter mit den einkommensteuern, dafür rauf mit verbrauchssteuern und selbstbehalten, einführen eines pensionskontos und abschlägen für frühzeitigen pensionsantritt, einer km-maut usw.

in summe wäre die belastung wohl gleich, mit dem feinen unterschied, dass ich durch meine konsumentscheidungen, durch meinen lebensstil selbst einfluss nehmen kann auf meine steuerbelastung; was derzeit kaum möglich ist. wenn ich nicht so lange arbeiten will, dann bekomme ich dafür weniger pension. wenn ich ein häuschen im grünen will, muss ich für die straßenbenutzung entsprechende km-maut zahlen.

klar, zum teil gibt es das schon. problem: die mittel sind selten zweckgebunden. es gehört also mehr kostenwahrheit und zweckbindung rein.

Nimbus59
23.12.2011 02:11
1 0

Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

Wieviel bleibt IHNEN im Jahresschnitt übrig? – Sehen Sie selbst!

Quelle Homepage BMF, Netto-Brutto-Rechner, Stand 09.2010

Zur Erläuterung der Zahlenfolge:

1. Nettomonatslohn 890 bis 10.000 € p.m.
2. Nettojahreslohn inkl. UG + WR (14x)
3. Bruttojahreslohn lt. Lohnzettel
4. Lohnnebenkosten Dienstgeber, NICHT am Lohnzettel aufscheinend
5. Gesamtlohnkosten p.a. inkl. Wiener U-Bahnsteuer
6. Nettolohn (2.) für Dienstnehmer in Prozent von (5.)


890, 12.481, 14.693, 4.564,19.294, 64,7%;
1.000, 13.940, 16.681, 5.202, 21.920, 63,6%;
1.250, 17.677, 23.703, 7.393, 31.133, 56,8%;
1.500, 21.426, 30.430, 9.491, 39.958, 53,6%;
1.750, 25.192, 37.310, 11.636, 48.983, 51,4%;
2.000, 29.030, 44.833, 13.983, 58.853, 49,3%;
2.250, 32.868, 52.356, 16.329, 68.722, 47,8%;
2.500, 36.702, 59.456, 18.127, 77.620, 47,3%; = Minimum!
2.750, 40.230, 65.619, 18.708, 84.364, 47,7%;
3.000, 44.358, 71.783, 19.289, 91.109, 48,7%;
3.250, 48.185, 77.947, 19.870, 97.854, 49,2%;
3.500, 52.077, 84.584, 20.496, 105.117, 49,5%;
3.750, 56.017, 91.584, 21.156, 112.777, 49,7%;
4.000, 59.957, 98.584, 21.816, 120.437, 49,8%;
4.500, 67.837, 112.584, 23.136, 135.757, 50,0%;
5.000, 75.717, 126.584, 24.457, 151.078, 50,1%;
5.500, 83.597, 140.584, 25.777, 166.398, 50,2%;
6.000, 91.477, 154.584, 27.097, 181.718, 50,3%;
7.000, 107.237, 182.584, 29.737, 212.358, 50,5%;
8.000, 122.997, 210.584, 32.378, 242.999, 50,6%;
9.000, 138.757, 238.584, 35.018, 273.639, 50,7%;
10.000, 154.517, 266.584, 37.659, 304.280, 50,8%

Antworten teifl eini
23.12.2011 10:37
0 0

Re: Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

danke für die auflistung! das schafft transparenz!

die "systemerhalter" im hamsterrad des mittleren managements (zw. 4.000 und 6.000 brutto pro monat) werden natürlich am schärfsten besteuert. laut neulich zu lesender diktion beginnt hier schon die obere mittelschicht bzw oberschicht und genau die wird man wieder am meisten schröpfen.

habe noch immer die grazer studie vor augen, nach der es quasi egal ist, ob man 1.900 oder 3.800 brutto pro monat verdient. denn der unterschied beim nettofamilieneinkommen inkl transferzahlungen einer 4-köpfigen familie liegt bei rd. 30 euro.

es wird also mehr als genug umverteilt.

Antworten Antworten fefe
23.12.2011 12:03
1 0

Re: Re: Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

Diese Umverteilung ist aber schon mehr ein Zusatzeinkommen mit dem die Reproduktion bezahlt wird. Gefördert wird damit, dass ärmere Leute mehr Kinder bekommen, weil jene, die sich die mehr Kinder auch leisten könnten - der mit 3800 Euro brutto - kann seinen Kindern dann weniger bieten als er eigentlich könnte, wenn er nicht die Kinder der Armen mitversorgen müsste.

Drastisch gesagt: Der besser verdienende kann es sich nicht leisten, seinen Kindern Reisen oder andere zusätzliche Bildungsmöglichkeiten zu bieten, damit der Schwache sich gleichgestellt reproduzieren kann.

Gerechtigkeit sieht anders aus.

Antworten Antworten Antworten Gast: Der Notar
25.12.2011 13:05
0 0

Na was den sonst?

der Schleier des modernen Staates! Wenn Sie vor 500 Jahren zu ihren 5 Kinder noch weitere 3 Kinder bekommen hätten, nur weil ihr Feld größer und/oder besser bestellt wird, dann hätten wir schon längst eine Schuldenbremse in Form von Bauernaufständen.

0 0

Re: Re: Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

Diese Grazer Schlußrechnung war keine Studie. Nur weil sich irgendjemand bemüßigt fühlt, eine Schlußrechnung aufzustellen und jemand anders dann behauptet, das wäre eine "Studie", ist sie noch lange keine. Es gibt Kriterien für Studien und diese Grazer Rechnung ist vielleicht gut für populistische Pressemeldungen, aber für sonst gar nichts.

Das heißt nicht, dass ich nicht auch eine Tendenz zu erkennen glaube, die in die gleiche Richtung geht wie sie die Grazer Rechnung zu zeigen versucht. Ich habe auch das Gefühl, dass die mittleren Einkommen besondere Zahler sind, weil sie aus vielen Förderungen rausfallen. Aber es ist nur ein Gefühl. Eine Studie gibt es dazu noch nicht. Leider. Die wäre wahrscheinlich enormer Zündstoff für beide Seiten (VP + SP).

Antworten Antworten Antworten fefe
23.12.2011 11:47
0 0

Re: Re: Re: Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

Es geht dabei weniger um Gefühle. Die Rechnung stimmt und es kann kein Populismus sein, darauf hinzuweisen.

Ihre Argumentation ist etwas sonderbar.

Nimbus59
23.12.2011 02:11
1 0

Arbeitsbesteuerung = FLAT-TAX +/- 50% !!

Wieviel bleibt IHNEN im Jahresschnitt übrig? – Sehen Sie selbst!

Quelle Homepage BMF, Netto-Brutto-Rechner, Stand 09.2010

Zur Erläuterung der Zahlenfolge:

1. Nettomonatslohn 890 bis 10.000 € p.m.
2. Nettojahreslohn inkl. UG + WR (14x)
3. Bruttojahreslohn lt. Lohnzettel
4. Lohnnebenkosten Dienstgeber, NICHT am Lohnzettel aufscheinend
5. Gesamtlohnkosten p.a. inkl. Wiener U-Bahnsteuer
6. Nettolohn (2.) für Dienstnehmer in Prozent von (5.)


890, 12.481, 14.693, 4.564,19.294, 64,7%;
1.000, 13.940, 16.681, 5.202, 21.920, 63,6%;
1.250, 17.677, 23.703, 7.393, 31.133, 56,8%;
1.500, 21.426, 30.430, 9.491, 39.958, 53,6%;
1.750, 25.192, 37.310, 11.636, 48.983, 51,4%;
2.000, 29.030, 44.833, 13.983, 58.853, 49,3%;
2.250, 32.868, 52.356, 16.329, 68.722, 47,8%;
2.500, 36.702, 59.456, 18.127, 77.620, 47,3%; = Minimum!
2.750, 40.230, 65.619, 18.708, 84.364, 47,7%;
3.000, 44.358, 71.783, 19.289, 91.109, 48,7%;
3.250, 48.185, 77.947, 19.870, 97.854, 49,2%;
3.500, 52.077, 84.584, 20.496, 105.117, 49,5%;
3.750, 56.017, 91.584, 21.156, 112.777, 49,7%;
4.000, 59.957, 98.584, 21.816, 120.437, 49,8%;
4.500, 67.837, 112.584, 23.136, 135.757, 50,0%;
5.000, 75.717, 126.584, 24.457, 151.078, 50,1%;
5.500, 83.597, 140.584, 25.777, 166.398, 50,2%;
6.000, 91.477, 154.584, 27.097, 181.718, 50,3%;
7.000, 107.237, 182.584, 29.737, 212.358, 50,5%;
8.000, 122.997, 210.584, 32.378, 242.999, 50,6%;
9.000, 138.757, 238.584, 35.018, 273.639, 50,7%;
10.000, 154.517, 266.584, 37.659, 304.280, 50,8%

ach ja: wenns keine steuern, abgaben und sozialversicherungsbeiträge mehr gibt...

...dann gibts auch keine pensionen mehr. und zwar nicht mal für presse-redakteure in den besten jahren, an der grenze zur emeritierung!

aber dieses opfer ist ein josef u. sicher gerne bereit zu bringen: hauptsache null staat, null steuern, und alles privatisieren! JIPIII! das marktliberale nirwana erwartet uns!

Antworten fefe
23.12.2011 11:51
0 0

Re: ach ja: wenns keine steuern, abgaben und sozialversicherungsbeiträge mehr gibt...

Journalisten haben eine eher kurze Lebenserwartung und jene, die älter werden gehen oft nicht in Pension.

Re: Re: ach ja: wenns keine steuern, abgaben und sozialversicherungsbeiträge mehr gibt...


na vorbidlich, da sollten sich die anderen ein beispiel nehmen. vor allem an ersterem, das kommt dann am billigsten!

Antworten Gast: Samtpfote
23.12.2011 05:42
0 1

Differenziertes Denken

ist halt für Hardcore-Linke schwer: es kommt auf die HÖHE der Steuern, Abgaben und SV-Beiträge an. (PS: Warum wünscht sich Küberl eine Pflegeversicherung? Weil er dann auf Regimentsunkosten die Kohle unkontrolliert verballern kann.)

Iason
22.12.2011 21:15
2 0

Das sind eben Raubritter

Aber das Volk will es angeblich so, denn sonst hätte man diese Regierung und die Vrgänger nicht gewählt.

Ich muss leider annehmen, dass die Österreicher so sind, sie wollen den totalen Versorgerstaat.

Antworten teifl eini
23.12.2011 10:51
0 0

Re: Das sind eben Raubritter

natürlich will das volk versorgt werden! darum haben wir ja die budgetprobleme.

die abgabenlast ist bereits horrend aber das geld wird weiter mit beiden händen rausgeschmissen.

nur ein beispiel: das pensionsversicherungssystem wäre ohne budgetzuschuss längst völlig pleite. aber die hacklerregelung und der frühpensionswahnsinn bleiben.

der wahnsinn ist, dass all diese leistungen und transfers zum teil auf pump finanziert werden. es war noch keine regierung fähig, das abzustellen. motto: nur nicht den beamten, den bauern, den frühpensionisten, den studis, den sozial schwachen usw weh tun! naja, wenn die mehrheit aus diesen gruppen kommt, dann wird natürlich jede partei deren wünsche erfüllen. die mehrheit will den zaster, die minderheit der leistungsträger blecht dafür.

Antworten Milchleber
23.12.2011 03:53
0 0

Re: Das sind eben Raubritter

dann zahlen Sie sich das AKH eben demnächst selbst, wenn Sie dieses "Raubrittertum" nicht unterstützen wollen.

Viel Spaß dabei.

Antworten Antworten Gast: Samtpfote
23.12.2011 08:56
0 0

Nicht das AKH

sondern um die Kohle, die ich für die SV zahlen muss, kann ich mir die Majo Klinik mit angeschlossenem Wellness-Bereich leisten.

Gast: hundsdorfer
22.12.2011 18:51
0 1

wir brauchen hohe Abgaben und Steuern

wir sind ja ein sozialstaat, das kostet.
Wir haben in den letzten 20 jahren 1,5 neue bürger ins land geholt , damit uns die arbeitskräfte nicht ausgehen.
nur 10% dieser arbeitskräfte zahlen steuern. aber dafür bekommen sie doch viele sozialleistungen natürlich auch ihre familien die oftmals nur zur krankenbehandlung ins akh kommen.
aber haben wir sozialen frieden und die zuwanderer gehen nicht auf die strasse und demonstrieren.
auch sind sie sonst sehr friedlich.
ein gutes zusammenleben hat eben seinen preis.
jetzt machen wir für unsere freunde eine bildungsoffensive das bringt uns nindestens 10.000 neue jobs im pädagokig bereich.

Antworten fefe
23.12.2011 12:14
0 0

Re: wir brauchen hohe Abgaben und Steuern

Damit haben Sie selbstverständlich recht und mir ist es wie bei uns auch lieber als in den allermeisten anderen Ländern. Aber es wird mit der Umverteilung etwas zu sehr übertrieben. Bis zum mittleren Einkommen lohnt sich höhere Leistung für Familien nicht wirklich.

Insgesamt dürfte das aber nicht der Hauptteil unserer finanziellen Probleme seiin, denke ich. Die Hauptprobleme kommen durch das fröhliche Verteilen von Geld an Banken, die EU und Freundeskreise unter Titeln wie die CO2-Gefahr.

0 0

Re: wir brauchen hohe Abgaben und Steuern

Da sind wir aber kräftig selber schuld, wenn wir nur die gering Qualifizierten hereinlassen. Ausschließlich. Aus meiner eigenen Studienzeit ist mir bekannt, mit welchen Problemen Uni Professoren aus dem Ausland konfrontiert werden, wenn sie hierzulande arbeiten wollen. Da gehen die meisten dann einfach woanders hin. Einem Habenichts, der auch nichts kann, dem ist das Wurst.

Also: Wir sollten vor der eigenen Tür kehren. Die anderen sind nicht schuld.

Antworten Gast: HRGeiger
23.12.2011 10:07
1 0

Schön, dass es immer die anderen sind.

... dann muss man nicht vor der eigenen Tür kehren.

Nur mal so zum Nachdenken: Woher haben Sie die Zahl, dass nur "10% der ARBEITSkräfte steuern zahlen"?? Wenn sie arbeiten, sollten sie doch angemeldet sein, und wie jeder andere auch Steuern und SV-Abgaben zahlen. Schauen Sie einmal mit unvoreingenommenem Blick aufs nächste Gerüst, in die nächste Baugrube, ins nächste Pflegeheim, etc., wer dort dir Drecksarbeit macht, für die sich die Österreicher offenbar zu gut sind. DAS sind die wahren Hackler in diesem Land - mit der "Hacklerregelung" gehen aber Beamtinnen nach 35 Jahren Dienst im zarten Alter von 55 ohne jeglichen Abschlag in Pension, und lassen sich dann weitere 35 Jahre von der Allgemeinheit durchfüttern.

DAS sind die wahren Sozialschmarotzer, wenn Sie mich fragen: Die, obwohl sie pumperlg'sund sind, sich von der Allgemeinheit aushalten lassen, während nebenan Menschen in Dreck, Wind & Wetter schuften, um diese Herrschaften durchfüttern zu können...

PS: Allein die Verlängerung der Hacklerregelung um 3 Jahre hat uns 2,9 Milliarden Euro gekostet ... und die Hacklerregelung schleppen wir mit der jetzigen Pensionisten-Lobby in der Regierung locker noch 15 Jahre mit uns herum - rechnen Sie mal, was wir uns erspart hätten, würden diese Leute noch SV-Abgaben zahlen, anstatt diese einzustreifen.

Gast: Herbert H.
22.12.2011 18:28
0 0

Äpfel mit Äpfel - statt mit chilenischen Birnen

Die wirkliche Frage lautet was Ihnen in Chile netto übrig bleibt. Hier in Österreich jedenfalls nichts:

Ich habe in den Jahren 2005-2009 ein Gesamteinkommen von € 119.000als Einpersonenunternehmen erzielt ("Einkünfte aus Gewerbebetrieb"). Der Umsatz lag natürlich höher. Nach Abzug von Sonderausgaben verblieb ein versteuerbares Einkommen von € 96.226.

Die Einkommenssteuer dafür (nach Abzug der Betriebsausgaben und Abschreibungen) betrug € 19.628. Allerdings lagen die Forderungen der SVA bei € 28.676, da die SVA-Vorschreibungen zwar die Steuer, aber nicht die SVA-Bemessung reduzieren. Im Gegenteil: Die SVA-Vorschreibungen werden auf den Betrag der „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ hinzuaddiert, wodurch sich erst die SVA-Bemessung ergibt. (Beachte dass die SVA-Beiträge 50 % höher als die Einkommenssteuer sind).

An Steuern und SVA-Abgaben 2005-2009 bezahlte ich somit insgesamt € 48.304 (von einem Einkommen von € 101.537)

Es verblieben also € 47.922 als Nettoeinkommen für 60 Monate, oder € 798 netto pro Monat, (mit Anforderung auf PKW-Nutzung, Stress, u.ä.).

Der Zeitraum 2005-2009 ist durch die Betriebsauflösung Ende 2009 abgeschlossen und wird dadurch perfekt überschaubar. Die ansonst trickreichen und verzögerten nachträglichen „Berichtigungen“ (also die Nachforderungen) der SVA, die immer erst Jahre später eintrudeln, sind in diesem Intervall inkludiert (da alle SVA-Forderungen beglichen wurden), sodass sich ein perfektes Gesamtbild ergibt.


Antworten Gast: weirer andreas
03.01.2012 14:55
0 0

Re: Äpfel mit Äpfel - statt mit chilenischen Birnen

kann ich nur bestätigen... rechnung stimmt

Antworten Iason
22.12.2011 21:20
0 0

Re: Äpfel mit Äpfel - statt mit chilenischen Birnen

Es ist so, man arbeitet in Österreich Großteils für den Staat und seine Günstlinge (moderne Arbeitssklaven). Das wissen wir seit langem.

Der einzige Weg da herauszukommen ist wegzugehen.
Jeder der jung ist und sehr gut qualifiziert, sollte das ernsthaft überlegen. Ich denke das tun auch schon die Meisten.

Geldfux
22.12.2011 18:20
1 0

Herr Urschitz lassen Sie sich nicht einschüchtern,

wenn jetzt eine ganze Kohorte sozialistischer Schreiber Ihre Argumentation nicht akzeptieren will! Irgendwo muss ja unser Bundeskanzler jetzt seine nicht deklarierten Inserate unterbringen!

Mein Beitrag ist folgender: Wir haben in Österreich eine KEST, eine Kapitalertragssteuer. Diese Namensgebung ist eine Fälschung! Die KEST wird nicht durch Kapitalerträge finanziert, sondern oft nur durch die Inflation!

Nehmen wir an, es wurde ein leitender Angestellter eine größeren Firma, am 1.12.2010 mit einer steuerschonenden Abfertigung für mehr als dreißig Dienstjahre in der Höhe von Euro 200.000,00 pensioniert. Er investierte diese Abfertigung sofort in Wertpapiere, die mit 5 % verzinst wurden.
Am 1.12.2011 bekam er dafür Euro 10.000,00, davon wurden ihm sofort Euro 2500,00 als KEST abgezogen. Im November 2012 betrug der Jahresabstand des östereichischen Preisindex genau 3,7 % woraus folgt, dass seine Anlage in Wertpapieren um den Wert von Euro 7.400,00
verloren hat! Der Nettoertrag seiner Veranlagung ist also auf ganze 100 Euro geschrumpft! Noch viel besser? geht es einem Österreicher der sein Girokonto mit Euro 50.000,00 ein Jahr bei "DIBA DU" um 2,5 % veranlagt hat. Er hat Euro 312,50 KEST zu bezahlen. Es bleiben ihm Euro 937,50 netto, doch sein Inflationsverlust beträgt Euro 1850.00, so dass sein inflationsbereinigter Nettoverlust für ein Jahr Euro 922,50 beträgt. KEST ist eine verflucht verlogene Bezeichnung für diese Steuer!!

Antworten fefe
23.12.2011 11:45
0 0

Re: Herr Urschitz lassen Sie sich nicht einschüchtern,

Das kommt noch dazu. Das wirkliche Problem aber ist, dass auch eine gute Verzinsung schon von vornherein deutlich unter der Inflationsrate liegt. Diese war in den letzten etwa 40 Jahren durchschnittlich 6% pro Jahr.

Ausgenommen natürlich für jene, die sich von Computern und Fernsehern ernähren und die Heizung für die Wohnung nach Telefontarifen bezahlen.

Beispielsweise für Gold oder für Semmeln oder Obst sind die Preise heute in Euro was sie vor 40 Jahren in Schilling waren. Da kommt man auf etwa 6% jährlich.

 
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