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Budgetsanierung: Wo man fehlende Millionen findet

11.01.2012 | 18:23 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Bahn und Landwirtschaft unter die Subventions-Schutzglocke zu stellen, außer die großkoalitionäre Machtbalance.

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Knapp vor Weihnachten hatte es das Land Niederösterreich plötzlich seltsam eilig: Am 19.Dezember wurden die naturschutz-, wasser- und denkmalschutzrechtlichen Bewilligungen für den „Semmering-Basistunnel neu“ erteilt. Mit einer Einspruchsfrist von 14 Tagen, in die die Weihnachtsfeiertage fielen.

Bemerkenswert ist das nicht zuletzt deshalb, weil das Land Niederösterreich den Semmeringtunnel jahrzehntelang mit negativen Bescheiden verhindert hat. Ausgerechnet jetzt, wo das Budget krisenbedingt kracht wie eine Kaisersemmel und die Regierung relativ hilflos nach Einsparungen (dafür umso ambitionierter nach neuen Steuern) sucht, gibt es also grünes Licht für ein lange aufgeschobenes Milliardenprojekt. Dass der Semmeringtunnel verkehrstechnisch noch das relativ brauchbarste Projekt der inklusive Finanzierung bis zu 55 Mrd. Euro teuren ÖBB-Tunnelorgie ist, mag schon sein. Aber wir wissen jetzt jedenfalls, wo nicht gespart werden soll.

Das ist offenbar ein rot-schwarzes Drama: Die beiden Regierungsparteien haben zwei der ganz großen Subventionsbrocken dieser Republik unter ihre Schutzglocke gestellt. Die SPÖ verteidigt die Ausgaben für die Bahn, die jeden der 4,1 Mio. österreichischen Erwerbstätigen statistisch gesehen um die 1000 Euro im Jahr kostet (mit den Garantien, die in Wahrheit Zuschüsse sind, weil die Bahn die ihr aufgehalsten Schulden nie und nimmer zurückzahlen kann, sind es fast 1500 Euro), mit Zähnen und Klauen.

Und die ÖVP spielt Besitzstandswahrer für ein Agrarsystem, das jeden heimischen Erwerbstätigen statistisch gesehen 600 Euro im Jahr kostet. Das Argument, dass zwei Drittel dieser Subventionen von der EU kommen, zählt bei einem Nettozahlerland nicht: Da nehmen die Milliarden nur einen Umweg über Brüssel.

Um beide Bereiche, die einen wirklich substanziellen Beitrag zur Staatssanierung leisten könnten, ist es in der laufenden Spardebatte verdächtig ruhig. Zu ruhig.

Sicher: Bei den Eisenbahnerpensionen, die mit einem Antrittsalter von immer noch kaum 54 Jahren Lichtjahre von jeder Vernunft und Kostendeckung entfernt sind, soll ein wenig herumgedoktert werden. Und ein paar ÖBB-Immobilienverkäufe könnten Einmaleffekte bringen. Aber dann ist schon Schluss.

Die künftige Neuverschuldung durch eine Redimensionierung oder Verschiebung von derzeit eher fragwürdigen Verkehrsprojekten einzubremsen, was kurzfristig wirklich substanzielle Budgetsanierungsbeiträge ergeben würde, kommt niemandem in den Sinn. Da fantasiert man lieber derzeit nicht existente Verkehrsachsen herbei, bevor man sich's mit der eigenen politischen Klientel und ein paar Landesfürsten anlegt.

Dasselbe in Grün im VP-dominierten Agrarbereich: Dort ist ein ziemlich aberwitzig gewordenes Agrarsystem für gewaltige Fehlallokationen von Steuergeld verantwortlich – und kann seinen angeblichen Zweck, nämlich die kleinbäuerliche Struktur zu erhalten, trotzdem nicht erfüllen. So etwas schreit nach Umbau.

Auch wenn das zum Teil ein EU-Problem ist, weil die Landwirtschaft weitgehend „vergemeinschaftet“ ist, kann man damit sehr schön im eigenen Land anfangen. Neben den EU-Hilfen und den daran hängenden Finanzierungen im Land selbst gibt es ja einen Wildwuchs an Landes- und Gemeindesubventionen, die einmal ordentlich durchforstet gehören. Da ist vieles dabei, was sich nicht mehr argumentieren lässt.

Und dann wären da noch die Steuern: Dass eine ganze Branche praktisch vom Einkommensteuersystem ausgeschlossen ist, weil selbst (für heimische Begriffe) relativ große Betriebe nicht einmal eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führen müssen, ist ein Anachronismus, für den es kein einziges vernünftiges Pro, aber zahlreiche begründete Gegenargumente gibt.

Die Zeit wäre günstig, hier von finanztechnischer Kolchosenwirtschaft auf moderne Betriebsführung umzusteigen. Denn die landwirtschaftlichen Einkommen sind in den vergangenen Jahren recht kräftig gestiegen, 2010 und 2011 sogar prozentuell zweistellig.

Das hängt damit zusammen, dass die Weltmarktpreise für viele Agrarrohstoffe endlich auf vernünftige Niveaus geklettert sind. Und dort wohl zumindest bleiben werden, sodass die Bauern eigentlich deutlich näher zum immer wieder plakativ verlangten „gerechten Preis“ für ihre Produkte gekommen sein müssten. Das gibt finanziellen Spielraum für Reformen. Dann dass die Steuerzahler auf Dauer hohe Lebensmittelpreise und hohe Subventionen akzeptieren werden – das könnte sich als Irrtum herausstellen.


E-Mails: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2012)

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17 Kommentare
Gast: zensuriert doch mal wen anderen
16.01.2012 16:23
0 0

naja

grundsätzlich stimmt das ja alles. und dass sich die steuerzahler das nicht mehr lange gefallen lassen werden, mag wohl auch stimmen. nur ist das mittlerweile wurscht, weil nur mehr 27% mehr einzahlen, als sie aus dem sytem rausnehmen und 46% gar keine lohn- und est zahlen. in diesem land werden die immer weniger werdenden nettozahler von den immer mehr und immer unverschämter (siehe beamten) werdenden nettoempfängern regiert und ausgeschlachtet, bis es nichts mehr auszuschlachten geben wird.

Gast: Hostel
15.01.2012 14:53
0 0

die vielen Millionen...

für die Förderung der Landwirtschaft bleiben allerdings nicht bei den Bauern hängen, sondern sind ein Durchlauftposten der wieder in Zulieferwirtschaft fließt. Ansonsten würde man das im Lebensstil der Landwirte merken. Und wenn jemand einen neuen Traktor als Luxusgegenstand betrachtet, ist er noch nie sehr lange auf einen alten gesessen. Aber solange die Kühlschränke voll sind, kann man wohl keine vernünftige Diskussion führen...

Cicero
13.01.2012 13:40
0 0

Hr. Urschitz, der Zaster und die Marie und wo sie zu finden sind

Das ist Wiener Arroganz zur Potenz!

Marke Josef Urschitz.

Wozu brauchen diese Bürger zweiter Klasse im Süden Österreichs genau so gute Verbindungen von und nach Wien, wie die Bürger im Westen? Daß die Westbahn durch voralpines Flachland läuft, während Klagenfurt Villach, Spittal oder Lienz nur über gleich mehrere Pässe zu erreichen sind, ist eben Schicksal.

Na ja, die Grazer läßt Josef Urschitz gerade noch leben, den Semmeringtunnel nimmt er zähneknirschend zur Kenntnis. Aber Koralm oder gar Brenner, wozu? Brauchen die Wiener das? Nein! Also weg mit den Tunnels, her mit den Millionen. Wir zweitklassigen Südländer oder auch dummen Transitgeplagten in Tirol müssen doch schon froh sein, daß er nicht bei einer niederösterreichischen (schwarzen) Proletin Maß nimmt und schreit, „her mit dem Zaster, her mit der Marie“!

Mit anderen Worten, wir haben beeindruckt zu sein!

Die lästige Kleinigkeit für den Herren Josef Urschitz, der meint, „Da fantasiert man lieber derzeit nicht existente Verkehrsachsen herbei, bevor man sich's mit der eigenen politischen Klientel und ein paar Landesfürsten anlegt.“, diese lästige Kleinigkeit lautet schlicht, die 4.000 LKWs täglich auf der Unterinntalautobahn sind nicht herbeiphantasiert, sie sind da, jeden Tag, von Montag früh bis Samstag mittag.

Fortsetzung folgt:

Cicero
13.01.2012 13:39
0 0

Hr. Urschitz, der Zaster und die Marie und wo sie zu finden sind

Fortsetzung 1:

Die 4.000 LKWs über den Brenner sind täglich da! Ob’s dem Hrn. Urschitz paßt oder nicht, ob’s dem Tiroler Landesfürsten paßt oder nicht. Daß der Tiroler Landesfürst die Interessen seiner „Untertanen“ vertreten muß, ob’s dem Hrn. Urschitz paßt oder nicht, ist für Hrn. Urschitz kein Thema. „Her mit dem Zaster, her mit …“ Ach so, das sagt nur Mikl-Leitner, Urschitz ist ja hohe Wiener Schule! Der sagt so etwas nicht, der meint es nur! Dafür aber um so intensiver!

Vielleicht sollte Hr. Urschitz, der ja der Wirtschaftsredaktion dieser Zeitung angehört, einmal über folgenden Zusammenhang nachdenken.

Die Gewinnmarge der Bauwirtschaft bewegt sich nach Steuern um die 3 % (Beispiel Strabag). Das heißt, 97 % der Tunnelbaukosten fließen wieder in die Wirtschaft, in die Sozialversicherung und an das Finanzamt zurück. An einem Tunnel wie am Brenner sind mehrere Tausend Arbeitsplätze über mindestens 15 Jahre verfügbar. Dazu kommt, durch die Teilfinanzierung durch die EU fließt mehr Geld in die österreichische Wirtschaft, als es dem österreichischen Finanzierungsbeitrag entspricht.

Das eigentliche Problem des Brennertunnels aber ist das Faktum, daß die ÖBB bisher nicht in der Lage sind, aber auch keine wie immer gearteten Maßnahmen setzen, daß sie in 15 Jahren, wenn der Tunnel betriebsbereit ist, ihn auch benutzen zu können. Eine weitere lästige Kleinigkeit für Urschitz!

Fortsetzung folgt:

Cicero
13.01.2012 13:39
0 0

Hr. Urschitz, der Zaster und die Marie und wo sie zu finden sind

Fortsetzung 2:

Hr. Kern, der bislang durchaus angesehene Chef der ÖBB verkündete 2011, man habe 2010 250.000 Container auf der Bahn transportiert, davon aber nur 8.000 kostendeckend.

Ohne Widerspruch seitens Hrn. Urschitz, sagte Kern aber gleich dazu, verlustbringende Aktivitäten müssen weg, müssen also verkauft werden.

Kern wurde dafür gelobt, daß er die Bahn gewinnbringend führen will.

Hr. Urschitz aber sollte Hrn. Kern genau so prügeln, wie er den „Tiroler Landesfürst“ prügelt, der den Brennertunnel als unverzichtbar erklärt. Hr. Kern hat nicht den Transport der 242.000 verlustbringenden Container anderen zu überlassen, er hat die ÖBB so auf Vordermann zu bringen, daß sie alle 250.000 Container gewinnbringend befördern kann.

Dazu schweigt Hr. Urschitz. Das ist wahrscheinlich genau so Schicksal, wie es eben Schicksal ist, daß der Süden Österreichs hinter nicht ganz sieben Bergen liegt und daher Tunnels braucht, um die dortigen Bürger genau so zu bedienen, wie die Salzburger oder die Linzer und um einige Zigtausende Container gewinnbringend zu transportieren.

Nein, das alles geht einen Wiener nichts an. Her mit dem Zaster, her mit der Marie, sagt Hr. Urschitz nicht – ich wiederhole mich – meint aber es aber um so intensiver!

Peter Derl
12.01.2012 21:52
0 3

Brenner-, Semmering- und Koralmtunnel sofort stoppen

Sehr geehrter Herr Urschitz,

Beim Sparpaket ohne Steuererhöhungen oder neue Steuern auskommen zu wollen ist endlich ein guter Ansatz von der ÖVP. Die Abgabenquote in Österreich ist ohnehin schon viel zu hoch. Ob der Sparwille der ÖVP ernst zu nehmen ist, werden wir bald sehen, sobald die Interessensgruppen und die Länder Stellung bezogen haben.

Investitionen in die Zukunft für Bildung, Umwelt und sinnvolle Infrastruktur sollten dabei nicht gekürzt werden. Dabei ist aber jede Investition auf ihren tatsächlichen Bedarf zu überprüfen.

Eine objektive Bedarfsprüfung der von Schüssel und Haider initiiertern Tunnel würde ergeben, dass diese Monsterlöcher niemand benötigt.

Der Brenner-, Semmering- und Koralmtunnel sind sofort zu stoppen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Zu den unnötigen zusätzlichen Staatsschulden in Höhe von 65 Milliarden Euro wird nämlich der Betrieb der drei Monstertunnel am Brenner, Semmering und der Koralm jährlich ein zusätzliches ÖBB-Defizit in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro verursachen.

In zukünftige Defiizitbringer darf einfach nicht investiert werden.

Eigentlich müssten die Wähler alle Parteien, die nicht wirklich sparen wollen und denen nur Steuererhöhungen oder neue Steuern einfallen, spätestens bei den nächsten Wahlen abstrafen.

Gast: 1. Parteiloser
12.01.2012 13:10
1 3

Die Milliarden findet man dort wo diese auch verpfeffert werden!

Der Betrieb der Gebietskörperschaften mit 350.535 öff. Bediensten kostete 2010 schon satte 42 Mrd. Euro (Personalkosten 27,6 Mrd.)

Aus dem Personaljahrbuch des Bundes geht aber auch hervor, dass der gesamte Sektor Staat nach Vollzeitäquivalenten 2009 in Wirklichkeit 487.000 öff. Bedienstete einen Unterschlupf gewährt hat. Für die 137.000 zusätzlichen öff. Bediensteten kommen noch einmal etwa 15.000 Mio. Euro an Kosten dazu. Österreichs aktiver öff. Dienst verursacht für die Österreicher also Kosten von ca. 57.000 Mio. Euro.

Die Bürger müssen aber auch schon für mehr als 350.000 Ruhegenießer aus den geschützten Bereichen brennen. Dafür sind Zuschüsse aus den Steuermitteln von etwa 10.000 Mio. Euro gesetzlich vorgesehen.

Und, weil das schon seit Dekaden so geht, also ein öff. Dienst, welchen sich Österreich so niemals leisten kann, so hat diese Republik Schulden aufgebaut, welche jedes Jahr Kosten für die Zinsen in der Höhe von 10.000 Mio. verursachen.

Für 2012 ist das volle Abkassieren der kalten Progression geplant und Steuereinnahmen von 64,4 Mrd.

Wir können also rechnen:
64,4 Mrd. - 57 Mrd. (aktiver Dienst) - 10 Mrd. (Ruhegenüsse) - 10 Mrd. (Zinsen)

= -12,6 Mrd. Euro

Da bleibt auch nichts mehr für real Soziales wie die mehr als 1/2 Million Menschen in manifester Armut deutlich machen. Kein Wunder, wenn dieser Kotzstaat auch noch Ruhegenüsse von über 100.000.- Euro unter "Soziales" bucht!

Der Förderwahnsinn kommt noch dazu!

Florianus
12.01.2012 10:35
2 2

Bester Artikel seit langer Zeit!!!

Bitte endlich sämtliche Privilegien der ÖBB und der Bauern beseitigen.

Ich hoffe, bald müssen endlich auch Agrarbetriebe wie ein Unternehmen geführt werden. (Einnahmen-Ausgaben-Rechung, volle Steuerpflicht, keine Subventionen [außer vl für Berbauern in Höhenlagen über 1000 m] )

Weg mit dem Speck!!!!

2 0

Re: Bester Artikel seit langer Zeit!!!

"Weg mit dem Speck!!!!"

Aber bitte gerne - vor allem aber bei den Konsumenten, die sich dann auf "marktgerechte" Agrarproduktpreise freuen dürfen!

Antworten Antworten Florianus
12.01.2012 13:43
1 2

Re: Re: Bester Artikel seit langer Zeit!!!

Ich habe kein Problem damit!

Sie können allerdings davon ausgehen, dass sich die Preise nicht exorbitant erhöhen werden.

Aber nachdem wir da unterschiedlicher Meinung sind:
Probieren wir's doch einfach einmal aus!

Gast: Dauergast
12.01.2012 10:03
3 2

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Bahn und Landwirtschaft unter die Subventions-Schutzglocke zu stellen

Die Landwirtschaft hätte kein Problem, ohne Subventionen auszukommen, wenn der Konsument bereit wäre, für landwirtschaftliche Produkte Preise zu bezahlen, von denen der Bauer leben kann! Ohne Subventionen (und Steuerbegünstigungen) hätte das aber eine Vervielfachung der heutigen Agrarpreise zur Folge.

Da man solches (schon früher) nicht "wollte", kamen findige Politiker auf die Idee, dem Konsumenten niedrige Lebensmittelpreise durch Subventionen und Steuierbegünstigungen für die Bauern zu "sichern".

Heute muß sich die Landwirtschaft für die seinerzeit "gloriosen" Ideen prügeln lassen und keiner versteht oder will verstehen, daß die Bauern mit den "Marktpreisen" nicht leben können.

Die Abschaffung der Subventionen und Steuerbegünstigungen wird das nächste "große Bauernsterben" und stark steigende Lebensmittelpreise zur Folge haben - wenn nicht gleichzeitig Maßnahmen getroffen werden, die den Landwirten ein Überleben sichern.

Aber dann wird es sicher wieder keiner gewesen sein wollen ...

Antworten Gast: wer weiss
12.01.2012 11:53
2 2

Re: Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Bahn und Landwirtschaft unter die Subventions-Schutzglocke zu stellen

Hans Weiss stellt in seinem "Schwarzbuch der Landwirtschaft" fest, dass nur 20% der Subventionen ihre Zielgruppen erreichen, der Rest verschwindet bei Funktionären und Großunternehmen - zur Sicherung deren Einkommens!

Bei der Bahn sind langfristige Investitionen aber sinnvoll, da ja Eisenbahnlinien oft jahrhundertelang funktionieren und einen wesentlichen Beitrag zur gesunden Umwelt leisten. Ob sich die Graz - Klagenfurt Verbindung jemals rechnet oder nach 10 Jahren vielleicht sogar eingestellt wird, ist eine andere Sache: ein Mausoleum für Haider?

2 2

Re: Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Bahn und Landwirtschaft unter die Subventions-Schutzglocke zu stellen

Die Marktpreise sind für Bauern nicht hoch genug weil dank Planwirtschaft und Subventionen die Mechanismen von Angebot und Nachfrage außer Kraft gesetzt werden. Viele Bauern machen sich keine Gedanken, mit welchen Produkten sie am meisten verdienen könnten - können sie auch nicht, denn ohne Buchhaltung ist es schwer festzustellen, wo Gewinn/Verlust erwirtschaftet wird.

Die Landwirtschaft muss endlich eine Entwicklung nachvollziehen, die in allen anderen Branchen bereits vollzogen wurde. Die durchschnittliche Betriebsgröße muss an ein wirtschaftlich sinnvolles Niveau heran geführt werden. Das heißt zwangsläufig, dass die Zahl der Betriebe abnehmen wird. Wir können es uns auf Dauer einfach nicht leisten, jeden Minibetrieb auf Steuerkosten zu erhalten. Natürlich ergibt das unagenehme Einzelschicksale, aber es ist kaum jemand davor gefeit, einen Beruf ergreifen zu müssen, der ihm/ihr nicht so besonders gefällt. Warum sollten wir für Bauern eine Ausnahme auf Kosten der Allgemeinheit machen?

Antworten Antworten Gast: Dauergast
12.01.2012 11:38
1 0

Re: Re: Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Bahn und Landwirtschaft unter die Subventions-Schutzglocke zu stellen

Sie brauchen für Bauern keine Ausnahmen auf Kosten der Allgemeinheit machen - ich kenne Fälle, wo auch mit Buchhaltung und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung trotz Einberechnung der "Subventionen" kein Gewinn aus der Landwirtschaft erzielt wird. Die einzigen "Gewinner" im Agrarbereich sind Landmaschinen- und Landwirtschaftsprodukte-Händler, aber kaum "echte Bauern", die trotz Subventionen meist irgendwo am Existenzminimum herumgrundeln (auch wenn manche Statistken noch so gerne von stark steigenden Einkommen in der Landwirtschaft daherfabulieren).

Die KONSUMENTEN werden Entwicklungen nachvollziehen müssen, die in anderen Bereichen bereits stattgefunden haben. Und das wird jedenfalls mit höheren Agrarproduktpreisen verbunden sein - oder man importiert massenhaft Billigware aus diversen Ostländern. Wenn Ihnen das lieber ist, können Sie gerne weiter Ihre Geschichten von "Einzelschicksalen" erzählen - die das sicher nicht sind! Oder reden Sie bei tausenden Betriebsschließungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte auch noch von "Einzelschicksalen"?

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
11.01.2012 20:15
2 0

wählerstimmen...

.... sind das eine, parteienfinanzierung das andere!
dass sich die spö über kickback-zahlungen ihrer verbündeten baufirmen finanziert, ist bekannt, bei der övp läuft es über die raika, von der sich leider jeder landwirt in österreich abhängig gemacht hat.

Luzius
11.01.2012 19:43
2 0

Die Zeit wäre günstig, hier von finanztechnischer Kolchosenwirtschaft auf moderne Betriebsführung umzusteigen.

was aber leider wie oben bereits beschrieben weiterhin nicht geschehen wird, da diese Klientel ein heute wichtigeres denn je Wählerpotentional bedeutet, ohne den beide Parteien ihre Daseinsberechtigung absolut verlieren würden.

Ausserdem würde es um den Proporz endlich abzuschaffen einer Expertenregierung bedürfen, welche man ja schon gar nicht zulassen will/darf da die dann die beiden ehemaligen Grossparteien quasi auflösen können würde ;-)

0 1

Re: Die Zeit wäre günstig, hier von finanztechnischer Kolchosenwirtschaft auf moderne Betriebsführung umzusteigen.

2% der österreichischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Ich frage mich, wo da das große Wählerpotential ist? Das hat wohl mehr mit der Macht des Bauernbunds innerhalb der ÖVP zu tun, denn mit fundierten wahlstrategischen Überlegungen...