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Bilanz: Die unheilige Frühpensionsallianz

20.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Österreich verbrennt durch Frühpensionierungen Milliarden und verschleudert teuer erworbene Qualifikationen. Wo bleiben die Sozialpartner?

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Die Wirtschaft sucht händeringend nach Fachkräften, hören wir. Deshalb muss man jetzt schon aktiv versuchen, qualifizierte Arbeitskräfte in von Arbeitslosigkeit geplagten Krisenländern abzuwerben.

So manche einheimische Fachkraft hört das mit Verwunderung. Etwa jene hoch qualifizierten Techniker, die den diversen Kündigungswellen der heimischen Elektro- und Elektronikindustrie zum Opfer gefallen sind und jetzt – trotz Arbeitswillens und umfangreicher Requalifizierungen – keinen Job mehr finden, weil sie „überqualifiziert“, also über 50 Jahre alt sind.

Das Pensionsalter muss angehoben werden, hören wir ebenfalls. Denn Österreich gehört zur Weltspitze bei der Zahl der Frühpensionisten. Ein unhaltbarer, das Pensionssystem insgesamt gefährdender Zustand. Die Zahl der Invaliditätspensionen explodiert, seit die Pensionierung „krankheitshalber“ zumindest für ASVG-Versicherte das letzte verbliebene Schlupfloch in die „Rente“ ist.

Wie das zusammenhängt? Wer mit offenen Augen durchs wirkliche Leben geht (und das spielt sich außerhalb von schwarzen Jagdgesellschaften und roten Toskana-Zirkeln ab), der erkennt hier sehr schnell einen Mechanismus, der wegen seiner Milliardenkosten zum Sprengsatz für das gesamte Sozialsystem geworden ist: Frühpensionierung wird nicht nur bei der Bahn und im öffentlichen Dienst (wo das ja offen zugegeben wird) als Arbeitsmarktinstrument eingesetzt.

Dass dabei Milliarden verbrannt und ganz nebenbei auch teuer erworbene Qualifikationen in großem Ausmaß verschleudert werden, stört offenbar niemanden. Denn kurzfristig bringt es ja allen (vermeintliche) Vorteile:
•Unternehmen können teure „Alte“ loswerden. Solange die von den Sozialpartnern ausgehandelten Lohnstrukturen zumindest bei Angestellten das Dienstalter stärker belohnen als die tatsächliche Leistung, ist das durchaus rational und nachvollziehbar.
•Die Arbeitnehmerseite muckt dagegen nur rhetorisch auf, denn ein früherer Pensionsantritt widerspricht ihrer Arbeitsleid-Ideologie nicht wirklich.
•Und die hinauskomplimentierten Beschäftigten, die begreiflicherweise keine große Lust haben, jahrelang in Arbeitslosigkeit zu verharren (und dabei ihre Pensionsansprüche zu schmälern), nehmen dankbar Schlupflöcher wie die Invaliditätspension an. Auch das ist aus Sicht der Betroffenen nachvollziehbar, zumal es als eine Art „Notwehr“ gesehen wird.

Nur: Unterm Strich kommt solcherart ein von Unternehmern und Arbeitnehmern (mit Unterstützung durch einen Teil der Ärzteschaft, das muss man auch sagen) gemeinsam orchestrierter Sozialmissbrauch heraus, den wir uns eigentlich nicht leisten sollten.

Die vielen Phrasen, die wir in dieser Angelegenheit vorgesetzt bekommen, wollen wir jetzt eigentlich nicht mehr hören. Hier existiert ein wachsendes Problem, das analysiert und dann gelöst gehört. Dafür haben wir eigentlich die Sozialpartner, die sich ja sonst auch wichtig genug sehen. So wichtig, dass sie sich in die Verfassung reklamiert haben.

Man kann nicht sagen, dass es keine Ansätze gibt. Die sind aber leider Stückwerk und deshalb nicht brauchbar.

Das Bonus-Malus-Modell von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl beispielsweise, das Pensionsantritte nach 65 finanziell belohnt und frühere Pensionsantritte finanziell bestraft, ist ein gutes, international bereits erprobtes Modell. Es hilft nur denen nichts, die der Personalchef mit 59 mit erhobenen Brauen fragt, wann sie endlich ihren wohlverdienten Ruhestand anzutreten gedächten.

Die verbesserte Rehabilitation, wie sie von Arbeitnehmerseite zur Eindämmung der Invaliditätspension vorgeschlagen wird, ist ebenfalls eine feine Sache. Sie ist nur dort völlig wirkungslos, wo die Invaliditätspension als Schlupfloch aus der Altersarbeitslosigkeit benutzt wird. Das ist, wissen wir, nicht legal. Aber es geschieht.

 

Es wäre also gut, wenn die Sozialpartner ihre regelmäßigen Rhetorikübungen einstellen und sich ernsthaft zur Lösung des Problems zusammensetzen würden. Das lässt sich nicht im Vorbeigehen erledigen, weil es eine totale Systemreform mit sich brächte.

Geredet werden müsste etwa über Neugestaltungen der Kollektivverträge samt Neugestaltung der Lebenseinkommenskurven. Solange ein 50-jähriger Buchhalter doppelt so viel kostet wie ein 30-jähriger, ist es nämlich durchaus rational, den 50-Jährigen zu kündigen. Die Kollektivvertragsgestaltung ist also das genaue Gegenteil von sozial.

Und dann wird man über Flexibilität in den Betrieben reden müssen, wobei wieder die Arbeitgeber gefordert sind. Denn das man innerhalb eines Unternehmens in „altersgemäße“ Jobbilder wechselt, ist hierzulande leider nicht die Regel.

Dabei muss man die Welt nicht neu erfinden, denn es gibt (nicht nur in Skandinavien) eine Reihe von Ländern, die das Problem der Altersbeschäftigung schon gut im Griff haben.

Die Sozialpartner haben hier eine Herkulesaufgabe vor sich, bei der sie ihre Existenzberechtigung einmal wirklich beeindruckend nachweisen können. Wenn sie wollen.

Was aber nicht mehr geht, ist wegzuschauen. Denn eine Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Koalition für ganz offensichtlichen Sozialmissbrauch von beiden Seiten – das kommt die Bürger dieses Landes entschieden zu teuer zu stehen.


E-Mails: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)

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53 Kommentare
 
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Ich finde das viel einfacher....

Schuld sind 1. die Alten, die nicht und nicht sterben wollen und 2. die Invaliden, die allesamt Simulanten sind. Soll doch ein Hilfsarbeiter am Bau von 15 bis 65 (also 50 Jahre lang!) arbeiten, gefälligst!

Gast: Arthrosehackler
21.06.2012 22:20
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Es liegt an der Qualität der Begutachtung

Mag sein: Manch einer sagt einmal "au" (oder ein Äquivalent in der angestammten Muttersprache) und hui ist er/sie in Pensi. Das kostet Milliarden. Aber es gibt auch Menschen, die die ihren persönlichen Beitrag zum Sparpaket lesiten dürfen:

Alten kranken Inländern (ohne Parteibuch oder Migrationshintergrund) kann es widerfahren, daß sie keine Pension bekommen, obwohl eine von der PVA selbst bestimmte Reha-Einheit schon vor über drei Jahren festgestellt hat, daß die "psychosoziale und körperliche Belastbarkeit stark eingeschränkt" und ein "Wiedereinstieg ins Berufsleben" daher "nicht möglich" ist.

Und vom Sozialgericht bekommt er einen SV, in dessen Gutachten er ausdrücklich als "Gegner" bezeichnet wird (weswegen keinesfalls der SV, sondern bestenfalls seine Schreibmaschine befangen ist) und der es ablehnt, "querulative Tendenzen" wie Beschwerden über allerhöchste Geriichtspersonen mit Zuspruch einer Leistung zu belohnen.

KEINE RENTEN FÜR DISSIDENTEN.

Nicht Viyana Novigrad / Bielorussia, sondern Wiener Neustadt / NÖ.

Es ist eben alles relativ.

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Re: Es liegt an der Qualität der Begutachtung

Oh nein, nicht nur Wr. Neustadt.

Auch Schärding, Oberösterreich.

detto, 1:1

Möchte mal wissen...

... was die Ärzteschaft damit zu tun hat.
Invaliditätspension aufgrund von Krankheit geht nur dann durch, wenn ein Gutachter der PVA die Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Das macht nicht "die Ärzteschaft" sondern einzelne Individuen, die in einem Honorarverhältnis zu den Sozialpartnern stehen!
Als Allgemeinarzt bekomme ich immer wieder solche Begehrlichkeiten in Richtung Frühpension vorgetragen, dieser Unsinn wird von mir aber sicher nicht unterstützt!

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Re: Möchte mal wissen...

Das mag ja sein.

Kandidaten die aber von der PVA zu Fachärzten geschickt werden in dessen (3) Gutachten dann steht: "nicht mehr arbeitsfähig" haben doch wohl einen anderen Status.
Es lässt sich die PVA dann trotzdem immer wieder klagen und die Pensionsauszahlung wird so 5 Jahre hinausgezögert bei 16 EUR Pensionsvorschuß am Tag.

Dazu fällt mir eigentlich nur das Wort "Saubande" ein.

Pensionen und Sozialstaat!

Aus eigener Erfahrung und Praxis: Menschenunwürdig werden viele (junge u. ältere) entlassen und ihrem Schicksal überlassen, weil viele Betriebe gar KEINE Existenzgrundlage mehr haben (durch EU-Erweiterung gibt es zu viele Betriebe) oder die noch guten Betriebe rationalisieren, weil andere Junge oder Gastarbeiter billiger arbeiten! Es gibt leider immer Gründe um Arbeitnehmer zu entlassen um Kosten zu sparen und billigeres Personal einzustellen! Es gibt nur ein Rezept: EFFIZIENTE Kontrolle/ Wir hätten genug rechtl. Grundlagen!

Da kommt noch dazu,

... dass die ASVG-Sklaven sich im Gegensatz zur "Hacklerpension" nichts dazuverdienen dürfen.
Wenn sie es tun, würden Sie in das Steuer- und Sozialsystem einzahlen.
Wenn sie es nicht tun, bekommt der Staat nichts.
Wenn sie es aufgrund dieser dummen Regelung tun, müssen sie es schwarz machen, somit bekommt der Staat wieder nichts.
Ich verstehs einfach nicht.
Aber mehr noch regt mich auf, dass sich die beamteten Politiker das wieder gerichtet haben (wie die Herren Blecha und Khol). Die dürfen auch in der Hacklerregelung dazuverdienen soviel sie wollen.

Antworten Gast: Vom Gesetzgeber bis zur Justiz sind alle .......
21.06.2012 15:13
1 1

Re: Da kommt noch dazu,

WIE konnten "sie es sich richten"?

Wir sollten uns mit der Frage beschäftigen, wer uns da im Parlament vorgesetzt wird, der vom Volke nie gewählt wurde und gegen dieses Volk Gesetze beschließt, die es gar nicht will. Dann gelangen wir vielleicht zur Erkenntnis, dass das Wählen von Parteien, die uns (erst) nachträglich mit der Nominierung der Abgeordneten überrollt - undemokratisch ist. In dieser List, (der nachträglichen Mandatsbesetzung im Parlament mit Personen, die zuvor nicht gewählt wurden), wurzelt die Illegalität, dass (nicht gewählte) Beamte gegen das Fußvolk entscheiden obwohl sie dort - auf Grund der Gewaltentrennung – nichts zu suchen haben: Exekutivorgane gehören raus aus der Legislative ! Das ist der wahre Grund der volksfeindlichen Gesetze.
Auch der Betrug mit den Vorzugstimmen täuscht die Bürger, mit dem die Zugpferde einer Partei (wie Vranitzky, Klima, Faymann, Fekter, etc.) auf dem Wahlzettel auftauchen, - danach für die Regierung angelobt werden ( = Exekutive) – und ihre Schmähnominierung 183 nicht-gewählten Abgeordneten übertragen.
Apparatschiks und Beamte raus aus unserem Parlament! Beamte und Funktionäre im Parlament sind ein eklatanter Verfassungsbruch und die Ausgeburt der Tyrannei gegen das Volk.

Die teuren Alten

Tatsächlich ist schon (fast) alles gesagt. Hinweisen könnte man noch auf folgendes skandinavisches Modell, das sich bisher ganz gut zu bewähren scheint:

Die Nebenkosten für das Unternehmen orientieren sich nicht nur am Bruttogehalt sondern auch am Alter, d.h. bei Berufseinsteigern fallen kaum Nebenkosten an, diese steigen dann um nach ca. der Hälfte des erwartbaren Erwerbslebens wieder zu fallen. Und zwar gegen praktisch Null kurz vor der Rente.
Damit wird die Kombination von überdurchschnittlicher Belastbarkeit und Erfahrung gefördert. Nicht jedoch wie sich in der Praxis herausstellt auf Kosten der Beschäftigten "mittleren Alters". Diese bilden in den Unternehmen die Kontinuität während des Generationswechsels.

Tatsächlich: Dieses System trauen wir unserer derzeitigen Wischiwaschi-Sozialpartnerschaft aber wirklich nicht zu. Es gibt dort übrigens durchaus sehr helle Köpfe. Aber gegen Politik können sich die auch nicht durchsetzen.

Wir müssten einfach nur damit anfangen,

... nach Leistung zu zahlen.
Dann bekommt man bis 45 mehr und ab diesem Zeitpunkt weniger, was kein Problem mehr ist.
Die Kinder sind durch die Schule, die Wohung ist abbezahlt, es bleibt einfach Geld übrig.

Re: Wir müssten einfach nur damit anfangen,

Ihr Kommentar ist ein eklatanter Fall von Altersdiskriminierung, weil Sie automatisch davon ausgehen, dass jemand ab 45 automatisch weniger leistet. Meinen sie das wirklich ernst?

Re: Wir müssten einfach nur damit anfangen,

Durchaus richtig. Vielleicht sollte man noch anfügen, dass o.a. System nur die Nebenkosten "betrachtet".
Das Prinzip, dass nach Alter bezahlt wird, ist ohnehin unsinnig und wird nach meinem Wissen in SWE im Vergleich zu AT kaum verfolgt.

Gast: kein_gast
21.06.2012 10:07
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soso, schuld sind also nur die Sozialpartner, die KV-Verhandler und die Arbeitgeber

In Wirklichkeit ist die Frühpension mit knapp über 50 ja der "österreichische Traum" der Angestellten, ein "wohlerworbener Luxus", den es sonst nirgendwo gibt. Denn selbst wenn man es mit 50 trotz guter Qualifikationen wirklich schwer hat am Arbeitsmarkt, kann man immer noch den Weg wählen, den ich mit 27 gegangen bin: Unternehmensgründung und selbst Arbeitsplätze schaffen.

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Inhaltlich ist in diesem Artikel alles gesagt

und keiner Erkenntnis der Analyse kann wiedersprochen werden. Damit Hr. Urschitz kann ich Ihren Appell vollinhaltlich unterstützen.
Die Frage die bleibt - an wen richtet sich dieser Appell, die Sozialpartnerschaft hat längst aufgehört funktionell zu existieren - sie verteidigt nur mehr ihre inneren Mitglieder und deren Privilegien. Es ist bezeichnend, dass Sie den Appell gar nicht erst an die Politik richten, wo das Thema eigentlich hingehört. Aber, die Politiker an der Macht sind voll ausgelastet ihre Malversationen zu verstecken, oder mit international notwendigen bzw. diktierten Aufgaben (ist ja auch schön, da kann man die eigenen Probleme gut verstecken) und die "neue Kraft" FPÖ wird sich hüten, ein Thema aufzugreifen, bei dem man nicht durch ein paar populistische Sprüche reüssieren kann - zu mehr reichts ohnehin nicht. Also wer soll handeln?

Gast: LegendIn
21.06.2012 09:15
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Unser Pensionssystem gleicht einer staatlich legalisierten Schaufensterplünderei:


Anders kann man es nicht bezeichnen wenn sich immer mehr fröhliche Nichtleister am Geld der arbeitenden Leistungsträger vergreifen und sich dabei noch "im Recht" wähnen.

Die "zuerst kommenden" schnappen sich alles was sie tragen können, die etwas weiter hinten stehenden bekommen dann so gut wie garnichts mehr.

Die Jugend kommt gleich 5-fach zum Handkuss:

1.) muss sie horrende Beiträge für die heutigen (Früh)Pensionsgenießer aufbringen.

2.) wird sie weit länger arbeiten müssen als die heutige Nobelpensions-Generation.

3.) wird es bald nur mehr eine Art "Volkspension" geben, mehr oder weniger am Sozialhilfeniveau angesiedelt

4.) muss deshalb eben diese Jugend nebenher auch eine private Pensionsvorsorge ansparen

5.) werden die Kreisky-Vranitzky-Faypröll - Megaschulden der Jugend voll auf den Kopf fallen.

Und das alles passiert während vor ihren Augen die heutigen Luxuspensionisten den Sozialstaat verkonsumieren.

Wer sich vor dem Hintergrund des drohenden Staatsbankrottes allen ernstes vor diesen angewandten Privilegienstadel stellt sollte auf seinen Geis teszustand untersucht werden. Egal welcher Partei er "nominell" angehört.

Re: Unser Pensionssystem gleicht einer staatlich legalisierten Schaufensterplünderei:

Von den einzelnen, welche solche Möglichkeiten angeboten werden, wird man wohl kaum freiwillige Einschränkungen erwarten dürfen.
PS: Das ist ja auch einer der Hauptgründe, warum bisherige, schöne Sozialtheorien, welche jedoch durchgehend moralisch einwandfreier Menschen bedürfen, in der Praxis gescheitert sind.

Eine Problemlösung müsste daher bei den Konstrukteuren des Systems ansetzen. Da solche Systeme aber sukzessive über Wahlgeschenke und Klientelmentalität zwecks politischem (Partei-) Machterhalt geschaffen wurden und werden, ist auch dort eine freiwillige Adaption leider nicht zu erwarten. Hier scheint "hinter uns die Sintflut" zur bestimmenden Geisteshaltung geworden zu sein.

Re: Unser Pensionssystem gleicht einer staatlich legalisierten Schaufensterplünderei:

Vollste Zustimmung, nur eines fehlt noch:

aufgrund des völlig verfehlten globalen Umgangs mit Wirtschaftskrise und Staatsschuldenpolitik:

6.) Hohe Inflation, sodass die nebenher angesparte private Pensionsvorsorge später de facto auch nichts mehr wert sein wird.

Gast: Nepomuk
21.06.2012 09:11
5 0

Mangel (und) Wirtschaft


Aussage der Wirtschaft:
Fachkräftemangel - man muß länger arbeiten.

Die Realität:

Durch die Kündigungswelle der Elektroindustie betroffen, bekomme ich (Techniker, über 50) keine Job mehr.

Soweit zum Thema Fachkräftemangel in Ö.


Blöd wird ein Unternehmer sein ...

... bei dem besonderen Kündigungsschutz, der dauernd andiskutiert wird.
Diese Republik bietet keine Rechtssicherheit. Somit muss man als Unternehmer ganz vorsichtig sein und dem Staat ständig misstrauen (als Angestellter übrigens auch, wenn man sich was geschaffen hat).

10 0

I had a dream:

Politiker - innen, die "ihrem Volk" Geschenke machten, wurden plötzlich nicht mehr gewählt...

Re: I had a dream:

So einen Traum möchte ich auch mal haben.

Meine Träume ähneln eher "Nightmare on Elm Street", wo zB die Sozialpartner gemeinsam das Parlament ausschalten und Sozialausgaben finanziert durch Budgetdefizit als Bürgerrecht ins Staatsgrundgesetz kommt.

Gast: Argesauge
21.06.2012 08:10
2 0

ein seltener Fall

in dem ich Ihnen zu 100% zustimmen darf - es ist alles auf den Punkt gebracht!

Es ist tatsaechlich - speziell für Junge - unverständlich und unverschämt wie die Sozialpartner hier vorgehen!

Das fatale dabei ist, dass sich die Arbeitnehmervertreter auf diese Art und Weise sich selbst abschaffen, weil Sie mehr und mehr zu Besitzstandsbewahrern werden, anstatt für Ihr Klientel (dazu gehören auch die hunderttausenden unfreiwilligen Scheinselbständigen - eines der größten Verbrechen dem die AK tatenlos zusieht) zu kämpfen!!!


Gast: Karl Heinz Grasser, BMF
21.06.2012 07:35
0 0

Ausgliederungshandbuch des BM Finanzen

Einfach alle rauswerfen......

Gast: Karl Heinz Grasser, BMF
21.06.2012 07:34
0 0

Ausgliederungshandbuch des BM Finanzen

Einfach alle rauswerfen......

Gast: Xiongerl
21.06.2012 07:34
2 0

Stimmt das noch? Oder werden hier wieder Stereotypen aufgewärmt?

Wie ich es kenne, werden auch über Leute über 50 eingestellt, egal ob bei den Angestellten oder Arbeitern. Man kriegt ja kaum Leute. Und ob jung oder alt, wenn die Gesundheit nicht passt, wird es schwierig. Viele junge Menschen sind gesundheitlich schlechter in Form als ältere, und ich nenne das die McDonalds-Kultur. Wer jedes Wocheende Koma säuft, sich Fastfood reinstopft, der ist einfach zu oft im Krankenstand, viel öfter als ältere Mitarbeiter, die noch dazu Erfahrung und Arbeitsmoral bieten. Was hier präsentiert wird, das gilt für Organisationen mit automatischen Vorrückungen. Keine Ahnung welche Betriebe noch nach Alter bezahlen, in der echten Privatwirtschaft gibt es das nicht, das müssen "private" Betriebe im Eigentum von Gemeinde, Land oder Bund sein, und natürlich Beamte und Vertragsbedienstete. Und genau diese kosten uns Privatiers wegen überhöhter Pensionen die Zukunft.

Re: Stimmt das noch? Oder werden hier wieder Stereotypen aufgewärmt?

Ich denke, es stimmt leider weiterhin. Weniger bei den KMU's, mehr bei den Großen und (teils ehemaligen) Staatsbetrieben. Und dort macht's die Masse.

Dazu kommen jedoch nicht nur die altersbedingten KV-Erhöhungen, sondern auch die sonstigen Staatsausgaben, welche über immer höhere Steuern + Abgaben den Arbeitnehmern immer weniger von deren in Summe ertwirtschafteten Geld Netto übrig lassen (kalte Progression). Der so genannte Bruttolohn hat ja keinen anderen Zweck, als rund 50% der Steuern eines Arbeitnehmers vor siesem optisch zu verbergen.

Die sonstigen, ebenfalls jährlich Milliarden kostenden "geschützten Bereiche" wären in diesem Zusammenhang jedoch sicher ein spezielles Zusatzthema.

 
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