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SuperMarkt: Der Pakt mit dem Teufel

07.07.2012 | 18:30 |  Franz Schellhorn (Die Presse)

Mit dem permanenten Rettungsschirm sollte der Euro stabilisiert werden. Komisch, rettet der Schirm doch nur jene, die keine Rettung verdienen. Was Kapitalismus kann, und wofür er nichts kann.

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Nach monatelangem Zaudern wurde zu Beginn der vergangenen Woche endlich der Sack zugemacht, wie die im unermüdlichen Rettungseinsatz stehenden Europolitiker erleichtert feststellen durften: Der permanente Rettungsschirm namens „ESM“ (für Austrokanadier: EMS) ist beschlossene Sache, womit der Finanzwelt endlich jenes Signal ausgesandt werden konnte, das den Geldgebern die erhoffte Sicherheit bringen sollte. Ab jetzt haben nämlich die Wackelstaaten der Eurozone eine unbeschränkte Garantie in der Tasche, aus der Gemeinschaftskasse finanziert zu werden, falls die Märkte wieder verrückt spielen und schwächeren Ländern unverschämt hohe Zinsen abverlangen sollten.

An das große Geld kommen freilich nur jene Staaten, die strenge Auflagen akzeptieren, wie die Euro-Gruppe einmütig verspricht. Das ist aber noch nicht alles: Auch Banken, die sich auf den Märkten nicht mehr zu annehmbaren Kosten finanzieren können, dürfen künftig den von der europäischen Solidargemeinschaft gefüllten Geldspeicher anzapfen. Auch für sie gilt die Erfüllung strenger Auflagen.


Rettung für die Aktionäre. Das klingt vielversprechend. So sehen das auch die Vertreter von SPÖ und ÖVP, die den Rettungsschirm am Mittwoch mithilfe der Grünen absegneten. Und damit den rotweißroten Beitrag zum ESM in Höhe von 19,5 Milliarden Euro. Eine Summe, die dem Budgetdefizit Österreichs aus zwei Jahren entspricht – so viel Geld sollte der Republik die Sicherung des Euro auch wert sein.

Unglücklicherweise wird mit dem ESM aber nicht die Gemeinschaftswährung gerettet. Zu Hilfe geeilt wird den Gläubigern. Allen voran den Banken, die im großen Stil Schulden europäischer Staaten aufgekauft und nun in ihren Büchern stehen haben.

Was zu einer vergleichsweise paradoxen Situation führt, waren sich nach Ausbruch der Finanzkrise doch alle Experten einig, dass vor allem ein zentraler Konstruktionsfehler die Weltwirtschaft in regelmäßigen Abständen an den Rand des Abgrunds treibt: die ungeschriebene Verpflichtung, Banken von relevanter Größe vor dem Ruin zu bewahren, weil deren Untergang die Staaten mehr Geld kosten würde als für die Rettung der Institute einzusetzen ist. In ökonomischen Zirkeln laufen diese Banken unter „too big to fail“.

Ein Umstand, der die Geldhäuser seit Jahren hohes Risiko nehmen lässt. Warum auch nicht? Geht die Sache schief, werden die Kosten kurzerhand an die Steuerzahler delegiert. Dass dieser Prozess der staatlich organisierten Sozialisierung von Bankverlusten auch noch als „Auswuchs des Finanzkapitalismus“ durchgeht, hat freilich was. Würde die kapitalistische Lösung doch nur so aussehen, dass Kosten für Fehlinvestitionen dort bleiben, wo auch die Gewinne für riskante Transaktionen anfallen: bei den Eigentümern, den Investoren und deren Gläubigern.

Womit wir auch schon beim fundamentalen Problem des ESM angekommen wären: Aus „too big to fail“ wird „too bigger to fail“: Die Banken werden hochoffiziell dazu eingeladen, jedes Risiko zu nehmen und etwaige Verluste bei den solventen Eurostaaten abzuladen. So wie die Repräsentanten überschuldeter Staaten freundlich angehalten werden, ihren Reformeifer tunlichst zu zügeln. Was um Himmels willen sollte einen Regierungspolitiker der Eurozone auch dazu verleiten, seine Wiederwahl mit einer unlustigen Haushaltssanierung zu vergeigen, wenn am Ende ohnehin die Bürger aus den solideren Euroländern die Zeche bezahlen? Zumal die ach so strengen Auflagen wohl nur weitere Beruhigungspillen sind, die den verängstigten Bürgern in den Mund geschoben werden. Niemand weiß nämlich, wie diese Auflagen aussehen und wie deren Einhaltung durchzusetzen wäre.

Das alles führt auch dazu, dass 170 Ökonomen aus dem deutschen Sprachraum in einem offenen Brief an die Politiker appellieren, diesen ESM nicht zu ratifizieren. Den Aufstand proben nicht nur bekannte Euro-Nörgler, sondern eine ganze Reihe renommierter Ökonomen – wie Charles Blankart, Hans-Werner Sinn, der frühere DIW-Chef Klaus Zimmermann, Georg Milbradt oder Bernhard Felderer. Sie verweisen darauf, dass die Schulden europäischer Banken dreimal so hoch sind wie jene der Staaten. Besorgt zeigen sich die Wissenschaftler auch darüber, dass die Schuldnerländer längst die Kontrolle in der EZB übernommen haben. Diese Länder waren es übrigens auch, die den Rettungsschirm durchgedrückt haben.


Gut gewärmte Vorhölle. Der ESM ist in seiner aktuellen Fassung also nicht die Lösung. Eher eine Art Vorhölle, in der alle gescheiterten Investitionen der europäischen Staatengemeinschaft gebunkert werden, um dort von den Steuerzahlern entsorgt zu werden. Zu retten ist der Euro nur mit glaubhaften Reformen in den Mitgliedsländern, mit deren Hilfe die Haushalte langfristig finanzierbar bleiben.

Nicht schaden könnte freilich auch ein Insolvenzrecht für Banken und Staaten. Damit für alle Investoren unmissverständlich klar wird, dass sie es sind, die für genommene Risken einzustehen haben. Und nicht unbeteiligte Dritte – wie steuerzahlende Bürger.

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.07.2012)

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82 Kommentare
 
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Bitteschön ..

Könnte Fayman, Spindelegger und Kogler bitte diese 19,5 Milliarden Euro freundlicher weise in das Budgetdefizit einrechnen. Ja, ginge das, weil sonst iss das mit dem ESM genau so eine von den heroischen Luftnummern wie sie die diversen Finanzakrobaten, die mit dem ESM aus ihrer Not gerettet werden, täglich in uneingeschränkter Verantwortungslosigkeit machen.

Gast: Held der Arbeit
09.07.2012 12:00
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herr schellhorn

ist sehr präzse in seiner analyse aber irgendwie fehlt hier der blick auf das große ganze. mit dem esm tun unsere politiker doch auchf multistaatlicher ebene nur das, was innerstaatlich seit jahrzehnten gang und gäbe ist. die mehrheit der nettoempfänger schafft der minderheit der nettozahler an, dass sie sie ad infinitum durchzufüttern hat. einzige lösung: als nettozahler sofort beginnen, sinnlos geld auszugeben und einnahmen verringern (zB durch steuersenkungen) damit man vom nettozahler zum nettoempfänger wird. denn der esm ist wie das bliebte partyspiel, wenn die musik ausgeht, sollte man nicht der letzte sein, der noch steht;-)

Gast: trader1
09.07.2012 10:59
0 0

den pakt musz man ja nicht unterschreiben

ich investiere prinzipiell nur in unternehmen die was vernünftiges herstellen und parke das cash bis es wieder reinvestiert wird in stabile währungen ...
es ist doch niemand gezwungen in unproduktive beamtenstadelpapierln wie staatsanleihen zu investieren und das geld in weichwährungen wie dem euro zu halten :-)

Gast: Gartena
09.07.2012 09:16
0 0

ESM und auch Fiskalpakt sind ein Irrweg!

Mit dem ESM (und Fiskalpakt) versucht man, die Lasten der Krise auf den Steuerzahler, die Sparer und die breite Bevölkerung überzuwälzen.
Die Wahrheit ist: das Geldsystem verursacht immer wieder innerhalb einiger Jahrzehnte eine Systemkrise: es entwickelt sich - ganz vereinfacht gesagt - immer eine exorbitante Spekulationsblase (=Kredite; alleine die Derivateblase beträgt mehrere rund 1 Billiarde) und jedesmal hat man die falsche Entscheidung getroffen, indem man der Bevölkerung diese Schulden überwälzen wollte (und Sparprogramme machte). Der Versuch, der Bevölkerung diese Kredite tragen zu lassen, führt aber zwangsläufig zu einer exorbitanten Staatsverschuldung, rasant steigender Steuerbelastung, Massenarbeitslosigkeit, Hyperinflation, u.s.w. (siehe die letzte Große Depression in den1930iger Jahren).

Die Politiker argumentieren damit, dass Rettungsschirme oder der Fiskalpakt eine Lösung wären und dass wir nur genug Anstrengungen zeigen müssen und dann würde die Krise vergehen. Das stimmt aber nicht, denn ESM und Fiskalpakt werden die Krise dramatisch verschärfen und diesesmal zum Supercrash führen! Die 1930iger Jahre sind ein "Lercherlschaxx" dagegen. Der Fiskalpakt führt überdies zum Ausverkauf des Staatsvermögens zu Dumpingpreisen.

Man könnte die Krise lösen, aber dann müsste man komplett andere Wege beschreiten und zwar unverzüglich!

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/08/oekonom-schuldenkrise-wird-zu-hyperinflation-und-waehrungsreform-fuehren/

wie immer herr schellhorn - ein sehr guter beitrag von ihnen

sie machen die zeitung lesenswert!

Robin Hood?!

Vielleicht mag es naiv oder unüberlegt anmuten aber schon vor der Wirtschaftskrise hat mir mein intuitives Bauchgefühl gesagt gegen Börsen, Banken und großteils auch Firmen ziehe der dumme und brave Steuerzahler immer den Kürzeren.

Ist es nicht so, dass VW Porsche um 4,5 Milliarden Euro kaufen wird, sich aber jeglicher Steuerlast, die satte 1,5 Milliarden Euro betragen würde entzieht?!

Ich frage mich: Wo bleibt unser Robin Hood? Der Rächer der Ausgebeuteten? Der gnadenlose Retter Europas?

Gast: cnbc3
08.07.2012 19:15
1 0

lasst sie alle Bankrott gehen

Lasst sie bankrottgehen. Lasst sie alle bankrottgehen“, diese markige Aufforderung stammt von Jim Rogers, dem bekannten amerikanischen Finanzmarkt-Profi und Rohstoff-Experten.

Gegenüber dem Nachrichtensender CNBC erklärte Rogers: „Das System sollte eigentlich so funktionieren: Wenn man pleitegeht, dann geht man pleite. Danach kommen kompetente Leute und kümmern sich um die Vermögenswerte“. In der aktuellen Krise laufe das aber anders. „Wir nehmen das Vermögen von kompetenten und geben es inkompetenten Leuten. Das ist absurde Ökonomie und absurde Moral“, so Rogers.

"wir nehmen das Vermögen von kompetenten und geben es inkompetenten Leuten"
Das ist nicht nur unmoralisch, sondern ist für Konkursverschleppung nicht das Gericht zuständig?

http://www.goldreporter.de/jim-rogers-zur-euro-krise-lasst-sie-alle-bankrottgehen/news/23747/

Hier ein guter Ansatz, um die Krise zu überwinden:

"Nicht schaden könnte freilich auch ein Insolvenzrecht für Banken und Staaten. Damit für alle Investoren unmissverständlich klar wird, dass sie es sind, die für genommene Risken einzustehen haben. Und nicht unbeteiligte Dritte – wie steuerzahlende Bürger."
___________________________________
Ausschnitt aus dem Artikel


Franz Schellhorn = Qualität


Franz Schellhorn = Qualität = too bigger to fail


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Re: Franz Schellhorn = Qualität = too bigger to fail

Ach, Charly . . . . !

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Re: Re: Franz Schellhorn = Qualität = too bigger to fail

(Einer muss halt den Oberlehrer machen. Also:)

"too bigger to fail" ist eine paradoxale satirische Redefigur - ähnlich wie "All animals are equal, but some animals are more equal than the others". Auch hier ist anzunehmen, dass der Autor leidlich genug Englisch gekonnt hat, um zu wissen, dass man von "equal" keinen Komparativ bilden kann. Er wird sich halt gedacht haben, dass seine Leser einen Witz schon erkennen werden.

Auch Ihnen, Charles James Fox, würde das Jeder zutrauen - d. h. wenn Ihnen der Hass nicht gerade den Blick trübt.

Aber man versteht natürlich auch, dass in Zeiten wie diesen die Keynesianer zum Angstbeißen neigen.

Re: Re: Re: Franz Schellhorn = Qualität = too bigger to fail


wie soll ich denn wissen, dass schell von heute auf morgen scherz, satire ironie und tiefere bedeutung für sich entdeckt hat?

das war ja wirklich nicht zu erwarten!

Gast: yamo
08.07.2012 14:03
1 1

Unerwähnt blieb

dass der ESM in der künftigen Bankenunion auch insolvente Banken abwickeln können soll. Klar, das würde nur die Kritik stören.

Aber glaubt irgend jemand wirklich dass in Ö. jemals ein Bankenpleite-Gesetz kommt? Am Einspruch diverser Onkel und Jäger vorbei? Naiv.

Die Regelung auf EU(RO)-Ebene ist viel realistischer, auch wegen der engen Verflechtungen innerhalb des Währungsraumes, die nationale Lösungen oft zu kurz greifen lassen.

schell ist eindeutig "too bigger to fail"


wie bei onkel frank scheint auch sein englisch noch etwas verbesserungsfähig. aber macht nix. die sprache des FREIEN MARKTES wird schließlich auf der ganzen welt verstanden, und DIESE sprache beherrscht mr. supermarkt perfekt.

die sozialistischen englisch-freaks sollen sich also nicht so aufplustern, so kleine fehler stören doch nur so intellektuelle links-linke. net amal ignorieren...

Re: schell ist eindeutig "too bigger to fail"

@ charles james fox: Sorry, aber als Ihren Beitrag von gestern 23:03 gelesen habe, wurde mir kotzübel. Ist das Ihre Weltanschauung, weg mit den Alten, Kranken etc., weg mit allen Kultureinrichtungen, sie kosten nach Ihrer Meinung nur unnützes Geld etc. etc.
Ziehen Sie sich zurück auf den Planeten, von dem Sie gekommen sind, Mond, Jupiter, Mars oder sonst woher. Sie sind ein Verachter der Menschheit.

besorgen sie sich am freien markt schleunigst einen englischkurs für blutige anfänger!


damit solche schnitzer wie "too bigger to fail" (sic!) nicht mehr passieren, sollten sie dringendst ihr englisch (immerhin die sprache der freiheit=usa) etwas aufpolieren. sonst könnte man ja meine, dass sie keine ahnung haben was gerade abläuft, sie weltökonom.

aber das wird schon werden, nehmen sie sich ein beispiel an st. hayek!

ps: lesen sie eigentlich den "economist" in deutscher übersetzung?

Antworten Gast: freier
09.07.2012 10:44
0 0

Re: besorgen sie sich am freien markt schleunigst einen englischkurs für blutige anfänger!

immerhin die sprache der freiheit=usa...

was blöderes ist ihnen wohl nicht mehr eingefallen

2 0

Re: besorgen sie sich am freien markt schleunigst einen englischkurs für blutige anfänger!

Und Sie sollten an einem Groß- und Kleinschreibung Kurs teilnehmen.

Re: Re: besorgen sie sich am freien markt schleunigst einen englischkurs für blutige anfänger!

wieso? wenn der ressortleiter wirtschaft der "presse" (früher hieß das mal "economist" - den namen haben sie schell zu liebe wohl abgeschafft, damit er auch versteht, was er leitet) nicht englisch kann, dann ist doch schon alles egal.

excuse me, mein failure


sie lesen natürlich nur sich selbst im original, und ab und an ein wenig st. hayek, das muss genügen. und gottlob sind ja die werke des meisters ins deutsche übersetzt worden. wer braucht schon den links angehauchten economist? noch dazu wo er in dieser schwierigen sprache ist!


Schönen Dank an die Grünen

die ihr weiterhin die saftigen Gewinne der Banken ermöglicht.

Aber es soll ja nicht ohne Gegenleistung sein! Wann immer ab jetzt ein Grüner Abgeordneter eine Bank betritt, er wird sich nicht anstellen müssen.

Dafür gibt es Extrazimmer.

Ihr seid angekommen, Grüne! Gratuliere!

So nebenbei: von den Roten und den Schwarzen habe ich mir nichts anderes erwartet! Aber etwas Resthoffnung - bezogen auf die Grünen - hatte ich noch. Offenbar bin ich aber furchtbar naiv.

Gast: gast 1234567
08.07.2012 13:18
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Der Hoobyökonom Schellhorn hats noch immer nicht begriffen

Was nützt all das Lamentieren. Fakt ist die europäische Wirtschaft ist tief ineinander verflochten und es bestehen im Binnenmarkt große Abhängigkeiten.

Wer einmal im Handelsraum einer Bank war und gesehen hat mit welcher Schnelligkeit österreichische Euros in Irland veranlagt oder aufgenommen werden hat eine Vorstellung davon wie verflochten der Interbankenmarkt in Europa ist. Das Geschäft wird in wenigen Sekunden abgeschlossen.

Ich gebe auch zu bedenken, dass die Exporte der Österreicher und Deutschen auch die Importe der Portugiesen Griechen, Spanier Italiener und Franzosen sind

Lassen wir die PIGS krachen, dann kracht unsere Exportwirtschaft genauso.

Wer dann noch glaubt, dass die Kredite unserer Banken an heimische Exportwirtschaft noch einbringlich sind ist ein sehr großer Optimist

Im worst case szenario lösen sich unser Sparguthaben in Rauch auf.

Natürlich gibt es auch andere Szenarien die nicht so schlimme Konsequenzen befürchten lassen. Aber einfach, oder anderst gesagt ohne einen großen Wohlstandseinbruch wird es nicht gehen.

Das sind die Konsequenzen die moralisierende Hobbyökonomen (der Kapitalismus hat für Scheitern die Insolvenz vorgesehen) sich entweder nicht vorstellen können oder uns ganz bewußt verschweigen.

Also was soll all das Gejammere wer die Rettung verdient hat oder auch nicht, das ist nicht die Frage und das too bigger to fail was soll das?

Die Krise können wir nur durch mehr Europa in den Griff bekommen

Antworten Gast: newy123
09.07.2012 21:09
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Re: Der Hoobyökonom Schellhorn hats noch immer nicht begriffen

"Lassen wir die PIGS krachen, dann kracht unsere Exportwirtschaft genauso." Genau darum geht es. Es stellt sich allerdings die Frage, was bringt ein Export, den wir im endeffekt über Schuldenbailout, Kreditlinien oder Target2 Salden finanzieren müssen?

"Im worst case szenario lösen sich unser Sparguthaben in Rauch auf. " Jeder Schuldenschnitt zieht auf der anderen Seite einen Verlust von Guthaben nach sich. So ist das einfach in der Buchhaltung.
Der grösste Teil der Aktivitäten der letzten Jahre waren Umschuldungen auf Kosten der Steuerzahler. Jetzt kommt es zum Schuldenschnitt, da die "Guthaben" der Bankaktionäre nicht mehr gefährdet sind.

"Die Krise können wir nur durch mehr Europa in den Griff bekommen"
Hier bin ich nicht einer Meinung mit Ihnen. die EU und alle eingebundenen Gremien haben bisher sehr klar bewiesen, dass ALLE Schritte, die unternommen wurden ausschliesslich der Rettung von Finanzkonzernen und Grosskonzernen im Generellen dienten.
Unter dieser EU, oder besser gesagt, mit dieser "Qualität" von Politikern europaweit, kann ich mir eine Lösung der Probleme nicht vorstellen. Daher nein zu mehr Europa

 
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Hobbyökonom