SuperMarkt: Frau Fekter hofft auf Regen

05.01.2013 | 18:25 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Österreichs Bauern werden künftig nur dann höhere Steuern abführen, wenn es besonders viel regnet. Das ist kein Witz, sondern das knochentrockene Ergebnis einer geglückten Intervention des Bauernbundes.

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Wer es angesichts des spätsommerlichen Weihnachtswetters bitter bereut haben sollte, geliehenes Geld in den Bau eines Skilifts zu stecken, wird sich vor allem darüber geärgert haben, nicht Landwirt geworden zu sein. Während nämlich Vater Staat den vor grünen Hängen stehenden Liftbetreibern ein leises „Kismet“ über die Schultern flüstert, lässt er bei den unwettergeplagten Bauern keine Gelegenheit ungenutzt, sich von seiner fürsorglichen Seite zu zeigen. Werden Ernten von Sturm und Hagel vernichtet, pressen sämtliche Bundes- und Landesregierungen dieser Republik die letzten Notgroschen aus ihren Budgets, um das von der unbarmherzigen Mutter Erde ausgelöste Leid der Bauern ein wenig zu lindern.

Und versucht die Finanzministerin, die De-facto-Steuerbefreiung der Bauern ein wenig zu lockern, nutzen die Abgeordneten von SPÖ und ÖVP die stillen Weihnachtsfeiertage dazu, diesen Plan mit einem Entschließungsantrag in allerletzter Minute zu entschärfen: Für Landwirte in trockenen Regionen wurde die ohnehin sehr zarte Steuererhöhung zwischen Weihnachten und Neujahr wieder abgeschwächt. „Betroffen“ davon sind die Betriebe im Osten des Landes – und das sind wiederum nicht die kleineren.

Besteuert wird hierzulande neuerdings also nach gefallenen Regentropfen. Das ist kein Witz, sondern das knochentrockene Ergebnis einer geglückten Intervention des Bauernbundes, der erfolgreichsten Lobby des Landes.


260 Euro Einkommensteuer. Diese Lobby hat auch dafür gesorgt, dass die hoch subventionierten Landwirte ohnehin so gut wie keine Steuern auf ihr Einkommen zahlen. Das liegt nicht nur daran, dass ihre Gewinne besonders niedrig wären – sondern vor allem daran, dass niemand weiß, wie hoch sie tatsächlich sind. Während jeder Minibetrieb zumindest seine Einnahmen und Ausgaben aufzeichnen muss, unterliegen 97 von 100 heimischen Bauern nicht einmal der primitivsten Form der Buchführung. Ihre Gewinne werden geschätzt. Für sie wird ein sogenannter „Einheitswert“ bestimmt, eine Art fiktiver Ertragswert.

Zum letzten Mal angepasst wurden die Ertragswerte 1988. Zu einer Zeit, als der Bundeskanzler noch Franz Vranitzky hieß. Nun haben die Ertragsschätzungen aus dem Jahr 1988 mit der Realität naturgemäß wenig bis nichts zu tun. Mit der Folge, dass ein österreichischer Bauer im Schnitt 260 (in Worten: zweihundertsechzig) Euro Einkommensteuer abliefert – im Jahr. Alle Landwirte zusammen bringen es auf eine Einkommensteuerleistung von 45Millionen Euro (Daten aus dem Jahr 2010, neuere liegen noch nicht vor).


Die Entlastung der Unbelasteten. Angesichts dieser doch etwas mageren Ausbeute wurde vor zwei Jahren der Versuch unternommen, die Einheitswerte an die Wirklichkeit heranzuführen. Das Vorhaben wurde vom damaligen Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) mit der Begründung eines unverhältnismäßig hohen Aufwandes verschoben – auch das geschah übrigens in der Weihnachtszeit. Weniger aufwendig war offensichtlich die Anhebung jener Schwelle, ab der die Bauern von allen Aufzeichnungspflichten befreit sind. Ging das früher nur bis zu einem Einheitswert von 65.000 Euro, erhöhte Pröll die Grenze auf 100.000 Euro.

Das wird unter Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) nun korrigiert, sie hat die Schwelle auf 75.000 Euro reduziert. Zudem wird der pauschale Steuersatz leicht angehoben, womit die unter Pröll durchgesetzte Entlastung einer ohnehin weitgehend unbelasteten Berufsgruppe revidiert wird, was nichts daran ändert, dass selbst Landwirte mit stattlichen Betrieben weiterhin „aufzeichnungsbefreit“ bleiben. Mit dem enormen Vorteil, sich nicht lange mit bürokratischer Zettelwirtschaft herumschlagen zu müssen. Vor allem aber, nicht mit ungebetenem Besuch von der Finanz rechnen zu müssen. Was sollte diese auch prüfen, abgesehen von der Anzahl der gefallenen Regentropfen?

Wer das alles für eine nicht wirklich schlaue und vergleichsweise unfaire Sonderbehandlung hält, wird umgehend den Wind der von den Bauernvertretern geschwungenen „Neid“-Keule spüren. Wobei es nicht viele Menschen in diesem Land geben dürfte, die den hart arbeitenden Bauern tatsächlich missgünstig gegenüberstünden. Im Gegenteil. Zu wünschen ist den Landwirten eine fette Ernte und ein dicker Gewinn. Vor allem aber die längst fällige Befreiung aus der systematisierten Almosenwirtschaft.

Der einst so stolze Bauernstand hat es sich verdient, nicht mehr als verstaatlichter Landschaftsgärtner durch die politische Arena gestreichelt zu werden, sondern wie ein erwachsener Unternehmer behandelt zu werden. Zumal die Bauern ja auch täglich beweisen, exakteste Aufzeichnungen über ihre Erträge führen zu können. Anders kommen sie nämlich nicht an die von der EU-Kommission und der Republik mit knapp 2,3Milliarden Euro gefüllten Fördertöpfe heran. Die Bauern sind eben weit tüchtiger, als uns deren Vertreter glauben machen.


Gefördertes Bauernsterben. Wie befreiend es sein kann, wieder als vollwertiges Mitglied der Marktwirtschaft behandelt zu werden, wissen die Landwirte in Neuseeland. 1985 wurden nicht nur alle Zölle, sondern auch sämtliche Subventionen für die Bauern gestrichen. In den darauffolgenden 20 Jahren mussten 15 Prozent der Höfe aufgegeben werden. Im selben Zeitraum sind in der großzügigst subventionierten österreichischen Landwirtschaft 40 Prozent der Betriebe verschwunden. Womit wieder einmal demonstriert wurde, dass sich ein notwendiger Strukturwandel nicht mit Subventionen stoppen lässt.

In Neuseeland wiederum hat sich das Überangebot an landwirtschaftlichen Erzeugnissen drastisch reduziert, mit dem Vorteil, dass die noch existenten Bauern wieder von ihrer Arbeit leben können. Verdienen sie gut, zahlen sie Steuern auf ihr erzieltes Einkommen wie alle anderen auch, läuft es hingegen schlecht, sinkt naturgemäß auch die Überweisung an das Finanzamt. Neuseeländische Bauern werden eben nicht anders behandelt als ein Bäcker, Fleischer oder Liftbetreiber, der verzweifelt auf seine grünen Hänge schaut.

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.01.2013)

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78 Kommentare
 
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Selten einen schlechteren Artikel in der Presse gelesen. Finde es ja auch immer wieder lustig wenn über "die Bauern" geredet wird und dauernd so getan wird als ob es keine Unterschiede in der Größe der Betriebe geben würde. Mit dieser undifferenzierten und üblichen Hetzkampagne spielt man den Großbetrieben in die Hände und fördert immer weiter das sterben der "Kleinbauern" welche ohnehin schon ein sehr beschauliches Einkommen haben. Neuseeland dann auch noch mit Ö zu vergleichen. Geht's noch?! Dazu braucht man wohl wirklich nichts mehr sagen. Auch ist es ziemlich schwachsinnig die Nahrungsmittelproduktion mit jedem anderen Gewerbe zu vergleichen - wäre es doch ziemlich schlecht für ein Land wenn es sich nicht mehr selbst "ernähren" kann. Mit Verschärfungen gegen "die Bauern" wird man nur wieder das Bauernsterben begünstigen und ich sehe dann schon wieder Jammerartikel über die schlechte Qualität der importierten Nahrungsmittel oder Tierfabriken, die gezwungen sind Antibiotika einzusetzen, kommen. Dabei sollte es doch oberstes Ziel sein, die Bevölkerung mit Qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Gerade so typische Hetz - und Neidartikel bewirken dann im Endeffekt eine verBWLierung der Landwirtschaft und jeder sollte mal darüber nachdenken ob das dann wirklich so toll wird.
Alles in allem versucht dieser Artikel nur Arbeiter und Kleinbauern gegeneinander aufzuhetzen. Dabei wären die wirklichen Finanzprobleme des Landes ganz wo anders zu suchen...

Man kann doch nicht Österreich mit Neuseeland vergleichen.

Würde es morgen keine österreichischen Bauern mehr geben, würden übermorgen die Regale mit anderseuropäischen Produkten wieder voll sein.

Die kleinen Bauern können einem leid tun ...

Die Bauern hängen voll am Gängelband von Bauernbund und vor allem der AMA. Sie kontrollieren und bezahlen die (EU-)Förderungen und haben die Bauern damit in der Hand. Das war sichtlich so beabsichtigt, und die allermeisten Bauern würden das AMA-Monopol gerne brechen. Den Kleinen bringt es gar nix, dessen Interessen (und Verschwinden von der Bildfläche) sind auch nicht wichtig. Für die Großbetriebe ist diese Struktur wie geschaffen, da sie die mit Abstand größten Förderungen abräumen (Rausch, Agrana etc.). Unterstützt vom Staat, werden die freiwillig an dieser komfortablen Praxis nix ändern lassen.

Re: Die kleinen Bauern können einem leid tun ...

tja. Das sind eben die Fakten, die man in so einem Artikel mal gerne lesen würde, aber dafür müsste man wohl recherchieren was der Autor gemessen an der Qualität es Artikels wohl nicht allzu gerne macht.

"...Das ist kein Witz..."

...doch!...

Neuseeländische Bauern werden eben nicht anders behandelt als ein Bäcker, Fleischer oder Liftbetreiber, der verzweifelt auf seine grünen Hänge schaut.

österreichische Bauern werden eben nicht anders behandelt als zeitungen, die verzweifelt auf ihre 75.000er auflage schauen. beide lassen sich vom staat subventionieren!

apropos: was wurde eigentlich aus der initiative der sog. 'qualitätszeitungen', ihre förderungen zu vervielfachen (verschämterweise wurde das von schellhorn & co verschwiegen!)?
die eigene lobby war zu schwach?
ja, da kann neid auf die "erfolgreichste Lobby des Landes" aufkommen!

So wenig Steuern die Bauern zahlen

Genausowenig zahlen sie für die Sozial.-Kranken und Pensionsversicherung ein.

Bekommen tun sie aber aus allen Töpfen. Auch wenn sie (so gut wie) nichts einzahlen.

Re: So wenig Steuern die Bauern zahlen

woher wissen Sie denn, vieviel Bauern in die Sozialversicherung einzahlen?

Ich habe einen 20 Hektarbetrieb in guter Lage. Meine Frau geht arbeiten, da wir sonst den Lebensunterhalt nicht bestreiten könnten. Und bezahle 800 Euro monatlich für Pension und Krankenversicherung. Dafür könnte ich, wenn ich morgen in Pension gehen könnte mich über eine Pension von gut 1200 Euro freuen.

So und jetzt lassen Sie mal die Hosen runter.

Ich habe Sie nicht um Ihre Beichte gebeten.

Seien Sie versichert, es ist um einiges mehr, als Sie einzahlen.

Geförderten Diesel für Traktor und Mähdrescher bekomme ich auch nicht von der Lagerhaus-Tankstelle. Vermutlich fuhr damals auch deswegen kein Bauer ein Bezinauto-nur fette Mercedes-Diesel. Komisch....
Heute sind sie ja alle im "Maschinenring".

Die Anpassung der Einheitswerte ist nebenbei auch schon längst überfällig...


Re: Ich habe Sie nicht um Ihre Beichte gebeten.

dann werden Sie aber auch um einiges mehr verdienen.

Ihr "geförderter Diesel" war (wurde ja gestrichen) eine Agrardieselrückvergütung. Das heißt, ich bekam pro Hektar einen gewissen Betrag (Durchschnittlicher Verbrauch je Ha, davon einen Teil der Möst) zurück.

Warum soll man am Acker Möst bezahlen? Für die Strassenfahrten, bzw. für das Auto haben die Bauern keinen Cent bekommen.

Der Einheitswert ist bei landw. genutzen Flächen ja ein "Ertragswert". Da der Landwirt ja nicht mit dem Verkauf des Feldes, sondern mit der Bewirtschaftung sein Geld verdient. Daraus kann man den Gewinn ableiten. Es gab zwar seit 1988 keine neue Feststellung, aber z.b in unserem Gebiet gab es eine Neuberechnung der Bodenklimazahlen, was zu einer Einheitswerterhöhung von 20% geführt hat. Leider konnte der Gewinn pro Hektar in den letzten 20 Jahren durch stagnierende Preise, und höhere Betriebsmittelkosten nicht erhöht werden, sondern nur durch mehr Fläche, was ja auch zu einer Erhöhung des Einheitswertes führt.

Nicht-Bauern sollten nicht ÖVP wählen

Gerade bei der kommenden Nationalratswahl wird das Angebot an (neuen) Parteien so groß sein, dass für jeden was dabei ist. Ich will hier keine Wahlempfehlung für eine Partei abgeben, ich möchte nur für alle Nicht-Bauern eine Empfehlung abgeben nicht die ÖVP zu wählen, denn diese Agrarpartei hilft wirklich immer nur den Bauern und sonst niemanden.

Arbeitnehmer und Unternehmer zahlen sehr sehr hohe Steuern und die Bauern -unabhängig von Betriebsgröße und Einkommenssituation- garnichts! Ist das gerecht?

Ich sage NEIN: Deshalb wählt wen ihr wollt, aber nicht die ÖVP, liebe Nicht-Bauern.

Super Artikel - endlich sagt jemand die Wahrheit

Ich fordere das sofortige Ende der Pauschalierung der Bauern.

Dann müssen auch diese entsprechend ihrer Gewinne Steuern bezahlen, was nur gerecht ist!

260 euro steuern- was sagt dazu eigentlich der SPÖ obmann faymann oder ein hundstorfer dazu- die schweigen dazu, wie immer

die bekannten mrdteuren föderungs-,subventions-, pensions- und steuerprivilegien sind ja nur mit Hilfe der SPÖ(arbeitnehmerpartei!) umgesetzt worden. bei den asvg angestellten oder asvg pensionen hat die spö keine skrupel mehr. da gibts einen massiven sozialabbau und sonst nichts mehr- irgendwo muß das geld ja wieder her.

Im alten Ägypten

wurden die Steuern auch nach dem Pegelstand des Nilhochwassers bemessen.
Abgesehen davon, dass Steuern nichts anderes wie Schutzgeldzahlungen sind.
Hätten wie ein anderes Geldsystem, müßten wir keine Steuern zahlen.

Ich bin kein Bauer, aber bitte einmal denken.

Har der Bauer eine 38 Stundenwoche? Nein
Hat der Bauer eine 5 Tage woche? Nein
Fliegt der Bauer zweimalin in den Urlaub? Nein
Wieviele Stunden arbeitet der Bauer pro Tag? 12
Ich persönlich bin den Bauern, in keiner Weise neidig.
Der Durschnittsbauer, hat mit den Gütshöfen, nichts gemeinsames. Bevor man, den Familienbauer anklagt,sollte man sich fragen, ob man mit ihm tauschen möchte.
ERST DENKEN; DANN SCHREIBEN.


Re: Ich bin kein Bauer, aber bitte einmal denken.

Sie leben noch in den fünfziger Jahren, wo die Bauern noch die Erdäpfeln und die Rüben mit der Hand ernteten, die Zeit ist schon lange vorbei.

Die "Körndlbauern" und das sind die meisten bei uns und auch die größten Abkassierer, arbeiten im Schnitt ca. 2-3 Monate im Jahr und dann können sie die Füße auf den Tisch legen.

Die Urlaubsreisen dauern oft 3-4 Wochen bei denen und das sind keine Pauschal Reisen, die lachen uns nur aus.


Neuseeland durchschnittlicher Hof

hat 300 ha. in ö keine 30ha.

Re: Neuseeland durchschnittlicher Hof

na dann werden bei uns die bewirtschafteten flächen pro betrieb auch größer.

ist ihnen schon aufgefallen, dass es kaum mehr greissler dafür aber supermärkte gibt.....

ja auch ich hätte gerne mehr greissler aber die realitäten sind leider anders....

es ist halt nicht möglich, die lieben landwirte ewig auf regimentskosten durchzufüttern.

ein schöner Hetzartikel gegen Bauern

nur leider sehr schlecht recherchiert, Herr Schellhorn...

Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint

Bauern erwirtschaften trotz Subventionen ein eher niedriges Einkommen. In den letzten Jahren erwirtschafteten sie alle Zusammen zwischen 1,5 und 2 Mrd€ Bruttoeinkommen im Jahr. Der BauernSV gelingt es nun, von diesen sowieso schon recht kleinen Kuchen (125000 Vollzeitäquivalente) satte 800Mio € an SV-Beiträgen einzukassiern. Das geht nur wegen der Pauschalierung. Das Geheimnis liegt im $23 des BSVG.
Eine Abschaffung der Pauschalierung würde zu trastisch sinkenden Staatseinnahmen führen. Der Grund warum die Bauern lieber Pauschaliert ihre Abgaben Zahlen, liegt im hohen Durchschnittsalter der Bauern und in den oft zu geringen Beitragsjahren der Bäuerinnen. Höhere SV Beiträge fürhen zu etwas höheren Pensionen. (Die Durchschn. Bauernpension liegt gerade mal bei knausrigen 700€, entsprechend hoch ist der Anteil der Ausgleichszulagenbezieher.)

Würden alle Bauern doppelt Buchführen, der steuerliche Gewinn aller Bauern zusammen läge wohl deutlich unterhalb der 800Mio€ im Jahr. Daraus errechnen sich rund 200Mio€ SV Beiträge und 150Mio€ ESt. Die ESt würde sich also vervierfachen die SV-Beiträge vierteln. Der Verlust für die Staatskasse läge bei etwa 500Mio€. Auch zukünftig ist dabei keine Entlastung zu erwarten, denn die dann niedrigeren Pensionen müssten sowieso durch Sozialleistungen aufgefettet werden.


Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint

das bäuerliche einkommen besteht zu 60% aus förderungen die der steuerzahler finanziert.

es ist fast schon die regel, dass ein landwirt mit ca 40 bis 50 ha eigengrund,wenn er den bürokratischen hürdenlauf beherrscht, was nicht besonders schwierig ist zwischen 30 tausen und 80tausen oder noch mehr eu-förderung pro jahr netto kassiert.

kenne keinen arbeitnehmer, der das netto verdient, aber die sind ja so arm die bauern......

Re: Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint

wo nehmen Sie diese Phantasiezahlen her?

Re: Re: Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint

Ein Nebenerwerbsbauer in Poysdorf bewirtschaftet 5 ha Getreide und bekommt dafür von der EU 15.000 Euro und sicher noch einiges von Österreich!

Re: Re: Re: Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint


3.000 Euro/ha Ackerland?

Sie träumen wohl!

Ein Zehntel Ihrer Werte dürften eher zutreffen:

[...] Ab 2014 will die Kommission 70 % der Direktzahlungen als sog. Basisprämie zahlen. Die Basisprämie könnte dann in Deutschland ca. 180 €/ha betragen. Im Jahr 2011 lag der Wert eines „Acker-Zahlungsanspruches“ bei 284 € (!!!!!!!) und der Wert eines „Grünland-Zahlungsanspruches“ bei 175 €. Bis 2013 sollen diese Beträge einen einheitlichen Zielwert in Höhe von 366 € (Gleitflug) in Niedersachsen erreichen. [...]

http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/360/article/17887.html

Re: Re: Re: Re: Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint

Dann hat die jetzt wieder geschlossene Internetseite und die die diese Summe kassierten und auch im letzten Jahr kassierten, gelogen.

Österreich ist halt anders als Niedersachsen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Nicht alles ist so einfach wie es am ersten Blick erscheint


Wenn Ihr Wunder-Getreidebauer z.B. Weizen anbaut (ha-Ertrag ca 6.000 kg) erzielt er mit einer 3.000-€-EU-Förderung/ha einen kg-Erlös von ca 0,75 € (0,50 € EU-Förderung/kg + 0,25 € Verkaufserlös/kg).

Die EU-Förderung würde das zweifache (!!!) des Verkaufserlöses am freien Markt betragen.

Österreichs Weizenernte 2011: ca 1,5 Mio t.

1.500.000.000 * 0,75 € = 1,125 Mrd €, davon 0,750 Mrd € EU-Förderung.

Die EU-Förderung für Österreichs Bauern betrug 2011 aber insgesamt nur 1,3 Mrd € von insgesamt 1,6 Mrd € (0,3 Mrd € national).

Mehr als die Hälfte der EU-Agrar-Förderung/Österreich allein für unsere Weizenbauern?

Sie sehen, wie irrational Ihre Zahlen sind.

http://www.medianet.at/retail/article/agrareinkommen-um-ein-drittel-auf-26-mrd-euro-gestiegen/

 
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