SuperMarkt: Wie wir lernten, die Bombe zu lieben

09.02.2013 | 18:20 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Müssen Betriebe hierzulande schlecht wirtschaften, um von der Bevölkerung geliebt zu werden? Der Fall Niemetz liefert eine klare Antwort. Die Verkaufsstellen sind seit Tagen an langen Warteschlangen zu erkennen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die erlösende Nachricht kam vergangenen Donnerstag um 12 Uhr 37: „Der Handel wird ab sofort wieder mit Schwedenbomben aus dem Hause Niemetz versorgt.“ Uff! Ein ganzes Land atmet erst einmal kräftig durch, auch wenn das Unternehmen noch nicht über den Berg ist. Aber zumindest die Produktion läuft wieder auf vollen Touren. Das wiederum ist nahezu ausschließlich einer Gruppe engagierter Bürger zu verdanken, die via Facebook seit Tagen zum Sturm der Geschäfte aufruft, um den Absatz des Wiener Traditionsbetriebes anzukurbeln und auf diese Weise eine wohlige Erinnerung aus ihrer längst verlorenen Kindheit in Sicherheit zu bringen.

Die Kampagne zeigt Wirkung, die Verkaufsstellen von Niemetz sind seit Tagen an den langen Warteschlangen einer plötzlich begeisterten Kundschaft zu erkennen. Offensichtlich müssen Unternehmer hierzulande erst mit dem Rücken zur Wand stehen, um die Brieftaschen der Österreicher zu öffnen. Das war schon bei zahlreichen Wiener Kaffeehäusern so, die für immer zusperren mussten, weil eben gerade jene Kunden so selten vorbeischauten, deren Leben ohne die Melange in vertrauter Umgebung plötzlich kaum noch vorstellbar war.


Ein österreichisches Phänomen. Dasselbe spielte sich beim Kino-, Metzger- und Bäckersterben ab. Ginge es nicht um viele Arbeitsplätze und Schicksale, man müsste laut auflachen: Ein Land beklagt mit großer Leidenschaft die untergehende Individualität des Angebots, nachdem es sein Geld jahrelang zu den Anbietern gleichgeschalteter Massenware getragen hat. Wegen des Preises, aber wohl auch wegen des besseren Gesamteindrucks. Bräuchten die Verbraucher nämlich eine auf vollen Touren laufende Schwedenbomben-Fabrik, wäre deren Umsatz im Vorjahr nicht um etwas mehr als ein Fünftel gesunken.

Überkapazitäten in dieser Größenordnung sind nicht lange zu verkraften, schon gar nicht in einem Hochkostenland wie Österreich. Einem Unternehmensstandort, der seit Jahren an Attraktivität verliert, wie jeder internationale Vergleich offenbart. Während heimische Arbeitnehmerorganisationen gerne das Bild der steuerlich privilegierten Unternehmen bemühen, zeigen sich Weltbank, World Economic Forum oder der Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouseCoopers (PWC) ob der hohen Belastung der Betriebe besorgt. Wie der PWC-Studie „Paying Taxes 2013“ zu entnehmen ist, werden Firmengewinne vom heimischen Staat im Schnitt mit 53,1 Prozent belastet – das ist Platz 77 von 185 untersuchten Ländern, knapp hinter Aserbaidschan.

Diese Art der Darstellung zeigt nicht nur unverschleiert die Belastung der Gewinne mit Steuern und von den Unternehmen zu tragenden Sozialabgaben. Sondern auch, dass die Republik Österreich tiefer in den Taschen der Betriebe wühlt als die für ihre hohen Steuern berühmten Nordländer. In Dänemark sind von den Gewinnen 27,7 Prozent an Steuern und Abgaben abzuführen, in Finnland 40,4 Prozent, nur Schweden kann mit Österreich mithalten (53,1 Prozent).

Belastungen, die erst verdient werden wollen. Das gilt vor allem für die Lohnnebenkosten, die unabhängig von der Ertragslage anfallen. Dass heimische Anbieter nicht schon längst in hohem Bogen aus den umkämpften Weltmärkten geflogen sind, verdanken sie in erster Linie ihren produktiven Mitarbeitern. Unerfreulicherweise steigen aber auch die Lohnstückkosten seit 2002 deutlich schneller als im EU-Schnitt, womit die Visitenkarte der österreichischen Wettbewerbsfähigkeit zusehends an Glanz verliert. Hinzu kommt, dass zwar die Bruttolöhne in Österreich kontinuierlich wachsen, den Arbeitnehmern netto aber nicht wirklich mehr bleibt. Von einem Euro, den ein Unternehmer für seinen Mitarbeiter zu verdienen hat, landen laut OECD im Schnitt 51,6 Cent auf dem Konto eines heimischen Arbeitnehmers. Das ist um ein Fünftel weniger als im internationalen Durchschnitt.

Arbeitgeber und Beschäftigte stehen also vor folgender Situation: Die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Waren und Dienstleistungen sinkt, die Arbeitskosten steigen, während die Kaufkraft der Beschäftigten nur schwach wächst. Und das deshalb, weil der Staat über Steuer und Sozialversicherung immer größere Anteile des Produktivitätswachstums für sich beansprucht.


Gnadenloser Staat. Nun wäre es reichlich übertrieben, den Niedergang von Niemetz allein mit den verschlechterten Bedingungen zu erklären, die Produktionsbetriebe hierzulande vorfinden. Zuckerbomben machen sich in der heutigen Zeit eben nicht mehr besonders gut. Was freilich nichts daran ändert, dass die hohen Steuern und Abgaben all jenen zu schaffen machen, deren unternehmerische Initiative tagtäglich von einem gnadenlos durchgreifenden Beamtenstaat auf die Probe gestellt wird. Von einem Staat, dessen Verwaltung sich längst nicht mehr als Dienstleister begreift, sondern als hoheitliches Vollstreckungsorgan, das in erster Linie darauf ausgerichtet ist, seine überfrachteten Strukturen zu retten.

Nicht zuletzt deshalb wäre es erfreulich, den Schwung aus der Niemetz-Debatte mitzunehmen und auch jenen Unternehmen mehr Empathie zukommen zu lassen, die noch florieren. Den vielen innovativen Klein- und Mittelbetrieben das Leben zu erleichtern und ihnen mehr von ihrem wirtschaftlichen Erfolg zu überlassen wäre auch die deutlich bessere Strategie, als der Schwedenbombe nachzuweinen.

Der Kummer über die konstant schlechter werdenden Bedingungen am Standort Österreich lässt sich ja auch mit Mannerschnitten versüßen.

franz.schellhorn@diepresse.com


Franz Schellhorn
war bis 31. Jänner stellvertretender Chefredakteur dieser Zeitung und leitete von 2004 bis 2013 deren Wirtschaftsressort. Derzeit baut er die unabhängige Denkfabrik Agenda Austria auf. Bis zu deren Start wird an dieser Stelle seine Kolumne erscheinen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

100 Kommentare
 
12 3
0 0

Diese Denkfabrik

wird genauso tendeziös sein wie seine Statesment.Dieser Mann ist kein Denker,kein Visionär.Nur einer der sich anbiedert an die Leute die das grosse Geld verdienen.Wobei Ihn die Methoden dieser Wertschöpfung egal sind.Und gerade dies wird Ihn immer verführen nicht so genau hinzuschauen.Die Presse ist eine 'Superzeitung und ohne Schellhorn noch besser.In meinen Augen.

Gibt es in diesem Forum auch Wertschöpfer ??


Die vielleicht zufällig einen Betrieb auch von innen kennen ??

Es ist seeehr anstrengend mit Sozialträumern, "her mit dem Zaster"-Kranken, Frühpensionssüchtigen u. verkappten Marxisten zu argumentieren.

0 0

Re: Gibt es in diesem Forum auch Wertschöpfer ??

Verschwinde doch endlich mit Deiner "Goldenen Gans".

Re: Gibt es in diesem Forum auch Wertschöpfer ??

Ja kenne ich Betriebe von innen.

Mein Aufgabe ist es mit relativ wenig Aufwand, extrem effektive Prozesse mit Hilfe von IT umzusetzen, dabei viele Arbeitsabläufe zu automatisieren und den Maschinen komplizierte Zusammenhänge beizubringen.
Als Nebeneffekt der Kostensenkung und Effektivitätssteuerung erhalten die Unternehmer ein flexibles und leistungsfähiges Steuerungsinstrument.

Meine Aufgabe ist es den kreativen Unternehmern die Waffen gegen die "Kapitalisten" (nach Schumpeter) in die Hand zu geben. Durch mich soll leistungsloses Abschöpfen unmöglich werden.

Und ich bin der Alptraum von gut ausgebildeten Bürohengsten (BWLer, Juristen, ...), weil die meisten durch ein Computer-Programm ersetzbar sind.

Re: Re: Gibt es in diesem Forum auch Wertschöpfer ??


Sehr angenehm !! Endlich ein Mensch, der sein Geld selbst verdient u. nicht aus dem geschützten Bereich heraus von Ökon. Zus.hängen faselt !!

Somit gehören Sie auch zu den 1,9 Mio (Tendenz fallend) Wertschöpfern, die den UMVERTEILUNGSWAHNSINN der Pseodosozialisten aus SPÖVFP finanzieren dürfen.

Doch was sag ich meinen Kindern ?

Werd was im öff. Dienst. Dort kannst Du OHNE Leistungsnachweis, meistens nur mit Titel, Deine Mitmenschen ausplündern.

Was redest du da?

Lieber Franz!

Erstens ist das "Auslaufen eines Produkts" der sich bei vielen Produkten feststellen läßt:
http://www.youtube.com/watch?v=cFdCzN7RYbw Ab Minute 3!

Es ist ein ganz normaler ökonomischer Effekt, und dass du den nicht kennst, zeigt von ... lassen wir das.

Außerdem: In welcher liberalen Welt hat nur der Staat schuld, dass ein Unternehmen zu Grunde geht?
Wenn ich mir die Geschäftszahlen von Manner ansehe, dann sieht man, dass man in Ö sehr wohl sehr gute Geschäfte in der Branche machen kann und an Investionen denken kann/muß.
Und wenn man Kelly's anschaut (die jetzt nicht mehr eingeständig sind), dann kann man auch hier eine sehr erfolgreiche Geschichte erzählen.

Also grundsätzlich würde ich dem Management von Niemetz die Schuld geben, dass ihre Zahlen nicht mehr stimmten. Vielleicht waren die Eigentümer zu gierig oder die Manager zu inkompetent.

Wie man anderen Firmen sieht, ist nicht der Staat das Problem.

Dein Kommentar ist ein ideologisch falscher Blick, der zu Unrecht den Schuldigen gefunden hat.
In einer liberalen Welt, würde die Firma in Konkurs gehen, vielleicht fängt sie ein kreativer Unternehmer und kann sie weiterführen.

Aber deine falsche und inkompetente Ausführungen zeigen wie ideologisch gefärbt deine Wirtschaftseinstellung ist.
Was unterscheidet dich darin von einem GOSPLAN-Chef-Ideologen?

Wie lange, muß ich deine Texte noch korrigieren?
Jordi

0 0

Re: Was redest du da?

wie
schaut der ideologisch richtige Blick aus?

Re: Re: Was redest du da?

Kein ideologischer Blick ist richtig.

Wie den auch? Wirtschaft ist ein Bazar, wo viele Menschen miteinander kommunizieren. Da irgendwie ein Modell darüber aufzubauen, hat noch keiner wirklich geschafft.

Es gibt ein paar "best practices" und manche "Gesamtsysteme" finde ich auch besser als andere, aber es sind nur jene "erfolgreich" die auch angeben können, wann sie nicht mehr funktionieren.

Hayek zB hat das getan. Er hat sich überlegt, wo die Randbedingungen sind und sich auch dafür Lösungen ausgedacht.
Einige Dinge sind jetzt durch die Wissenschaft überholt, einige haben sich bewährt.
So auch der Ansatz: dass der Staat ein wichtiger Teil des Spiels ist. Kein Spieler, sondern der Schiedsrichter.

Meiner Meinung nach, haut Schellhorn hier im Namen seiner Arbeitgeber auf einen "Gegenspieler" hin, anstatt sein Hirn einzuschalten.

Er hat ja in einigen Dingen recht, und auch ich empfinde die Steuerlast als ungerecht.
Aber die Steuen auf Unternehmensgewinne zu verteufeln, ohne die Förderungen und Stützungen für notleidende Betriebe in der Krise zu beachten (ein Wahnsinn für einen Liberalen) ist unredlich und eindeutig ein Söldnerauftrag.

Ein Liberaler (und jetzt wird ideologisch) wüßte um die Aufgaben des Staates und um die Aufgaben des Unternehmers.
Schellhorn entbindet hier die Unternehmer von ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung und verschiebt leider die Steuerdiskussion.

Weil Steuern haben was mit "Lenken" zu tun.

Steuern und Lenken

An diesem Paradoxon krankt unser Steuersystem.

Einsrseits wird immer wieder der Lenkungseffekt von Steuern betont ("Ökologisierung", "Fettsteuern", etc) andererseits wird der weitaus größte Anteil der Steueraufkommens durch das "Bestrafen" für den Staat sinnvoller Tätigkeiten (erarbeiten von Einkommen und Gewinnen, Sparen) erzielt.

Was sind Steuern nun?

Ein Lenkungsinstrument?
Dann sollten wir zB Armut besteuern und Reichtum belohnen. ;-)

Oder einfach ein Weg zur Generierung von Geld für den Staat?

Re: Steuern und Lenken

Nicht alles kann man (meiner Meinung nach) nicht in einen Topf werfen.

So finde ich die Mehrwertsteuer (einer der wichtigsten Posten in Ö) als durchaus legitim. Für mich ist dies die "Provision" des Staates, dass alle in Sicherheit leben, eine gute Ausbildung haben, Medizinisch versorgt sind, der Transport funktioniert, ... kurzum er seinen Job macht.

Lenkungssteuern würde ich auch gut finden, haben in Ö aber keine Tradition. Siehe Möst (auch nur Geldbeschaffung) anstatt auf alles zu gelten, damit Öl für Hausbrand endlich aufhört.
Die Steuern auf Unternehmens-Gewinn wären auch so eine. Der Unternehmer muß seinen "Lohn" erhalten, aber wenn er übergebühr abzieht (zB über 4% des Eigenkapitals) dann sollte es teuer werden. Aber das will man ja seinen Androsches nicht antun.

Außerdem wird hier nicht über eine andere Einnahmenform geredet: Ein Regulierungsstaat kann sehr wohl durch seine Aufgabe Einnahmen lukrieren (Lizenzverkauf, ...)

Und dann gibts die Lohnsteuer und ein paar andere, die vielleiht grundsätzlich auch ihre Berechtigung hätten (siehe Provision), aber die in Ö als Umlagesteuer verwendet wird. Im Glauben, dass man damit einen schwedischen sozialistischen Staat finanzieren zu können, obwohl die immer einen Wohlfahrtsstaat hatten.

Wenn sozial bedeutet, dass man selbst aus seinen Mittel die man einnimmt für die anderen da ist, dann muß ein Sozialstaat aus seinen Aufgaben so viel erwirtschaften, dass er für die Bürger da sein kann.
Umverteilen gilt nicht!

Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat


werden sie es vielleicht kapieren:

WOHLSTAND kommt aus WERTSCHÖPFUNG durch Leistungsanreize.

Er entsteht nicht durch hohe Besteuerung, Frühpensionen, aufgeblähte Verwaltung, "her mit dem Zaster"-Kranke, Frauenquote, gegenderte Bundeshymne oder sonst irgendetwas.

Haben wir noch eine Chanche nach 40 Jahren Umverteilungslüge ???


Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Schumpeter, hätte sie ausgelacht und ihnen sie vom Campus geschmissen!

Ein kreativer Unternehmer macht seine Sache aus sich heraus, und braucht keine Leistungsanreize.

Leistungsanreize brauchen Arbeiter und Angestellte, die das tun, was sie nicht wollen.
In einer effizienten Wirtschaft benötigen wir aber diese nicht mehr, weil Maschinen und IT viel effzienter sind.

Die Liberalen wissen das und daher haben sie auch immer ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert.

Genau das, was sie hier als "her mit dem Zaster" beschrieben haben.

Irritierend nicht? Freiheitsliebe durch das Bewußtsein, dass der Staat wichtig ist, und "fremdbestimmte" Arbeit (welch ein Mashup) eigentlich wertlos ist.

1 0

Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Schumpeter hat
das letzte Kapitel seiner Business Cycles den "unvollständigen Kondratieff" genannt - gemeint waren die Kriegsökonomien Hitlers, Stalins und Churchills
die effiziente Wirtschaft wird die Arbeiter erst im nächsten Aufschwung des Kondratieff brauchen, leider wird das noch sehr lange dauern
das grundlose Bedingungseinkommen (My Fair Lady "ich weiß wie gut Sie zu mir sind") kann bei unseren Schulden keiner mehr finanzieren, in England werden von Osborne gerade die letzten Reste der Beveridge-Ideologie demontiert

Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Wer sagt, dass man ein bedingungsloses Einkommen nicht finanzieren kann?

Tun wir es nicht bereits?
Vielleicht lassen wir Lücken, damit wir den Luxus von ein paar wenigen finanzieren.
Und vielleicht sagen jene, die am meisten von dem derzeitigen System profitieren, dass man das andere nicht finanzieren kann.

Und dass die Engländer sparen müssen liegt daran, dass ihre Banken gerade ein bißchen viel Geld brauchen (darüber reden wir ja derzeit nicht) und dass ihre Industrie defako nicht mehr konkurrenzfähig ist.

Dass sie an der falschen Stelle sparen anstatt die Strukturprobleme zu beheben ist den eigenen Wählern geschuldet und nicht einer nachhaltigen Entwicklung des Landes
und zeigt die Unfähigkeit der UK-Regierung und die Schwächen des Regierungssystems.

0 0

Re: Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

ok, danke für Ihre wirklich interessanten Erläuterungen
(dies ohne jede Ironie)
könnte dazu ausführen, dass ich als Behördenvertreter vor 35 Jahren auch mit Fa. Kelly zu tun hatte, für uns war jede Betriebsanlagenbegehung noch ein Abenteuer, weil wir uns unsere Schutzauflagen ohne jede Richtlinienunterstützungs selbst erarbeiten mussten, Kelly hat damals mit Abwanderung nach NÖ gedroht
dass England keine Industrie mehr hat, habe ich als ehemals stolzer Besitzer einiger Trümmer British HiFi schmerzlich kennengelernt
aber Staat als Schiedsrichter: wie ist das mit der Übernahme der Pensionslasten der US-Autoindustrie (nur eines von vielen Beispielen)
das Hauptproblem bei der Finanzierung des Sozialstaates a la Beveridge ist doch die massive Überschuldung samt (noch) nicht budgetwirksamen Auslagerungen, auf die die Banken (nicht nur in UK) enorme Derivatpyramiden gestülpt haben
1929ff waren es nur die Schulden und der Rückzug der kurzfristig veranlagten US-Gelder

Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Gehen Sie bitte nach Somalia. Dort gibt es schon Ihr Paradies ohne Staat.

Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat


"Lernens Geschichte" meinte B.Kreisky.

Sie sind der lebende BEWEIS für die komplette ökon. VERBLÖDUNG der Österreicher.

FAKTEN guter Mann, nicht Emotionen !!

DANKE


Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Ich denke, mit den Fakten und Emotionen haben sie da was verwechselt. Pardon, ich meinte: VERWECHSELT.

Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Wo sind ihre Fakten?
Glauben sie wirklich, dass die Arbeitlosenzahlen wegen den hohen Steuerlasten entstehen.

Die Wirtschaftsstatistik widerspricht ihnen.
Derzeit sind die Hochsteuerländer die Krisenresistentesten.

Warum? Weil ihre Wirtschaft top-fit ist. Wenig Resourcenverbrauch, hohe Technisierung, hohe lokale Wertschöpfung.

Wenn ein paar superbezahlte Techniker in "ökostrom-beziehenden" Betrieben in Hochsteuerländer, die Inder von Mirko Kovats lockerst an die Wand spielen, dann ist dass ein Zeichen, wo es hingeht.

Und die Richtung ist nicht ihre.

Re: Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

In mehreren Punkten haben sie Recht.

Unsere Wirtschaft ist weitgehend topfit. Muss sie auch sein bei Geldverschwendungen in Mrd-Höhe wie 18 Mrd für kaum gedeckte Ruhegenüsse / Pensionen u. noch mehr für eine IRRE aufgeblähte Mehrfach-Verwaltung !!

Doch wir fallen zurück wegen fehlender Strukturreformen in vielen Bereichen.

Volkswirtschaftlich, nüchtern betrachtet ist Öst. noch immer eine Pensionisten, Beamten/Bürokraten-Diktatur mit angeschlossenem Privatbetrieb zur Erhaltung !!!!!

Re: Re: Re: Re: Re: Erst wenn der letzte Betrieb Ösistan verlassen oder zugesperrt hat

Also ich würde weitergehen.

In Ö richtet es sich jeder!
Die Ärzte/Apotheker profitieren von ineffzienten Krankenkassen und Niederlassungsverboten.
Die Unternehmen von Förderungen, obwohl sie eigentlich vorm Konkursrichter stehen sollten (das geht von der "Forschungsförderung", über öffentliche Aufträge, die nicht EU-weit ausgeschrieben werden, bis zu Kurzarbeit, die dann von horrenden unbezahlten Überstunden gefolgt wird)
Die Landwirte von Regelungen, die nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben.
Rechtsanwälte von haarstreubenden Praktiken und Gesetzen, die sie selbst einfacher machen hätten können

Was mich an dieser Platzverschwendung durch Schellhorn am meisten stört, ist dass er als "Liberaler" ein Bild malt, dass jedem bürgerlich Liberalen die Haar zu Berge stehen läßt und das nur um populistische "super, endlich einer gegen den Staat"-Rufe zu ernten.

Dabei läßt er "liberale Grundwerte" vollkommen außer acht.

Aber warum tut er das?
Ich glaube, dass er beweisen will, wie brav er nicht als neuer "Chef eines Think-Tanks". ist.

Vielleicht will man aber als liberaler Chef frei denkende, frei analysierende vernünftige Begleiter?

1 1

BEAMTENSTAAT

ist der richtige Ausdruck fuer Oesterreich.

3 5

Demnächst: "Rettet die Zimtschnecke" oder den "Tag des Zaunerstollen" ausrufen!

Es ist mir vollkommen egal ob es Schwedenbomben gibt oder nicht! Was soll eigentlich das ganze Gejammere? Gibt es keine wichtigeren Themen, als sich um das Schicksal einer veralterten Schaumschleckereifirma zu kümmern?
Täglich gehen so viele Frimen zu Grunde und zum Schlecken gibt es morgen auch noch genug!

Ginge es

nicht um viele Arbeitsplätze und Schicksale, man müsste laut auflachen. Schellhorn möchte, dass wir Dickmanns fressen. Weil der Markt es so will!

4 1

Re: Ginge es

Dickmans sind grauslich! Schwedenbomben gut.

Re: Ginge es

Nichts verstanden. 1. Wir sind der Markt und koennen mitbestimmen. 2. Die Rahmenbedingungen fuer Betriebe in Oesterreich sind sehr schwierg - besonders fuer schlecht gefuehrte Unternehmen.

 
12 3

Hobbyökonom

AnmeldenAnmelden