Der arme Schlucker Staat – eine inszenierte Tragödie

03.10.2008 | 21:53 |  Franz Schellhorn (Die Presse)

Der Staat bleibt auf Verlusten der Banken sitzen, während Gewinne privatisiert werden. Ein Skandal? Nicht wirklich.

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Als ein amerikanischer Aktienanalyst Mitte der Woche von einem Journalisten des US-Senders NSBC gefragt wurde, wie er denn nun die Lage an den Börsen einschätze, griff der Experte zu einem frostigen Vergleich: „Die Situation erinnert mich an die Titanic. Während das Schiff den Eisberg längst gerammt hat, fließt in der ersten Klasse der Champagner noch in Strömen, obwohl die unteren Decks bereits tief unter Wasser stehen.“

Nachdem die Sache mit dem „absolut unsinkbaren Schiff“ bekanntermaßen nicht allzu gut ausging, wollen wir einmal hoffen, dass uns der Eisberg „Finanzkrise“ nicht in die Tiefe reißt. Seit Freitag sieht es auch ganz danach aus, als könnte es nun gelingen, die größten Löcher unter Deck zumindest notdürftig zu stopfen: Nachdem der Senat der Vereinigten Staaten das Paket zur Rettung angeschlagener Banken bereits abgenickt hat, gab auch das Repräsentantenhaus den ersehnten Segen.

Damit ist ein großer Schritt in Richtung Entspannung gesetzt. Der Staat boxt die angeschlagenen Banken raus, indem er ihnen faule Kredite abnimmt, wodurch die Gefahr weiterer Großpleiten vorerst einmal abgewendet sein dürfte.

Böse Turbokapitalisten

Während Hausbesitzer, Anleger und Bankkunden kräftig durchatmen können, werden die Markt-Skeptiker ihren kleinen Triumph in vollen Zügen genießen: Der von den „Neoliberalen“ so schwer gescholtene Staat meldet sich eindrucksvoll zurück, indem er die Insignien der „Geldwirtschaft“ in Sicherheit bringt. In allen Medien laufen seit Tagen Interviews mit Experten, die die Gelegenheit beim Schopf packen und für einen (noch) stärkeren Staat plädieren.

Jetzt könnten sich alle schließlich davon überzeugen, was der viel gepriesene „freie Markt“ alles anrichtet: Unschuldige Steuerzahler müssten über staatliche Hilfspakete für die Misswirtschaft des Turbokapitalismus aufkommen. Nicht nur in den USA, auch in Europa soll es der Staat wieder richten. Das schreit förmlich nach einer Neuorientierung unseres Wirtschaftssystems. Oder wie eine Moderatorin des Radiosenders Ö1 (rhetorisch) so schön fragte: „Ist es denn gerecht, die Verluste zu verstaatlichen, nachdem die Gewinne jahrelang privatisiert wurden?“

Wer sozialisiert hier was?

Natürlich nicht, wird es dem erzürnten Zuhörer am Frühstückstisch entfahren sein. Was für eine Sauerei! Der arme Staat bleibt auf den Verlusten sitzen, während sich die Aktionäre in guten Zeiten die Gewinne schnappten. Nun ist es tatsächlich betrüblich, dass die Verluste der Finanzbranche jetzt „sozialisiert“ werden. sAllerdings sollten die Freunde der Staatswirtschaft auf dem Teppich bleiben. Schließlich ist es keineswegs so, dass der Staat nur die Verluste „sozialisiert“. In kaum einer Disziplin ist die öffentliche Hand nämlich so gnadenlos und brutal wie im Verstaatlichen von Gewinnen privater Unternehmen.

Während die öffentliche Hand nun ausnahmsweise für Verluste der Banken geradezustehen hat, „sozialisiert“ sie die Erträge der Unternehmerschaft dauerhaft. Schreibt eine Aktiengesellschaft Gewinne, schnappt sich der Staat ein Viertel davon. Wird der besteuerte Gewinn ausgeschüttet (was bei Aktiengesellschaften ja durchaus vorkommen soll), wird der bereits versteuerte Gewinn neuerlich mit 25 Prozent Kapitalertragssteuer belegt. Bei Personengesellschaften – vom freiberuflich tätigen Architekten über den Baumeister bis hin zum Tischler – beschlagnahmt der Staat bis zur Hälfte des erarbeiteten Gewinns. Und das Jahr für Jahr.

Die „Sozialisierung“ der Gewinne wird vor allem von jenen gerne unterschlagen, die sich dieser Tage mit aller Kraft für einen stärkeren Staat ins Zeug legen. Die Staatswirtschaft soll schließlich wieder zum Lenker und Denker werden. Ganz so, als müsste der bisher zu nachlässige „Papa Staat“ endlich andere Saiten aufziehen, nachdem das ungezogene Kind namens Marktwirtschaft das familiäre Anwesen in Brand gesteckt hat.

Um das Ausmaß des angerichteten Schadens zu illustrieren, wird den Steuerzahlern dieser Tage auch gerne erzählt, die gewährten Staatshilfen würden den Banken de facto geschenkt. Abgesehen davon, dass die Finanzwirtschaft in der jüngeren Vergangenheit jede Menge Steuern abgeführt hat, werden ihr die Milliarden von den Notenbanken und Regierungen keineswegs geschenkt, sondern „nur“ vorgestreckt. Zumindest in den USA: Banken, die Geld vom Staat nehmen, müssen dem noblen Retter entweder Aktienoptionen einräumen oder sich nach fünf Jahren mit einer Sondersteuer belegen lassen. Etwa, wenn die dem Staat verkauften faulen Kredite weniger wert sein sollten als zum Zeitpunkt der Übernahme.

Eine Frage der Perspektive

Um der Notwendigkeit eines (noch) stärkeren Staates Nachdruck zu verleihen, wird dem verängstigten Publikum auch gerne eingeredet, dass nur der Staat Sicherheit bieten könne. Etwa bei den Pensionen. Ein Blick auf die blutverschmierten Kurstafeln an den Börsen zeige, welches Risiko der Markt in sich trage. Nicht erwähnt wird, dass zum Beispiel der Frankfurter DAX noch immer um 87 Prozent über dem Stand vom Jänner 2003 liegt, der ATX um 125 Prozent.

Freilich fällt auf, dass nach den heftigen Turbulenzen an den Börsen vor allem jene besonders laut nach dem starken Staat schreien, die sich selbst gerne von ihm aushalten lassen. Ob es nun Politiker sind, die in der „Privatwirtschaft“ eine Art Strafexpedition für Unterprivilegierte sehen, oder ob es Wirtschaftsforscher sind, deren Institute von staatlichen Alimenten leben – nicht gerade jene also, die in den unteren Decks der Titanic Platz genommen hätten. 


franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2008)

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34 Kommentare
 
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Gast: CE
08.10.2008 21:45
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Der Hauptinitiator der ganzen Malaise, ...

nämlich die Politik, vornehmlich die US-Politik, putzt sich mal wieder an der bösen Wirtschaft ab, und die EU-Politiker und Euro-Neo-Kummerln hängen sich gleich dran. Wer hat denn politischen Druck auf die FED ausgeübt, die Zinsen auf jap. Verhältnisse zu drücken, um das Platzen der DotCom-Blase und 9/11 abzufangen und damit die Immobilien-Blase überhaupt erst ausgelöst. War es nicht Clinton einige Jahre vorher, der die US-Banken zur Kreditvergabe an Risikogruppen zum Häuslkauf angestiftet hat und den Weiterverkauf solcher Hypothekenkredite erst erlaubt hat??? Das der Ami pleite ist, wissen wir in Europa seit Jahren, und unsere Poliker haben bei jeder Ausfuhrsteigerung dennoch wohlig gegrunzt. Jeder Politiker re und li vom Atlantik war mit der Situation voll zufrieden: Keiner fragt nach dem Irak, jeder konsumiert, die Steuern fliessen, die Ausfuhren steigen. Ohne die besondere wahrliche "Brut" an der Wall-Street schützen zu wollen, aber die Politiker sind halt noch die grössere.

Gast: Gast=Geber
07.10.2008 09:34
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What's new ?

Sehr mutig, per Werbeeinschaltung so ins fallende Messer der Tagesmeinung zu greifen -
der Mann muss unter erheblichem Steuerdruck leiden - wer erlöst ihn ?

Josef Urschitz heute in dersellöblichen Zeitung zum selben Thema:
"Blossen Beschwichtigungen glaubt jedenfalls keiner mehr . . . . . . .
Die kalte, berechnende, schamlose Lüge ist zum Markenzeichen der Finanzwirtschaft geworden."

Galt für bestimmte Formen des Journalismus eh' schon immer.

Gast: Gerhard
07.10.2008 07:59
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Fehlerhaft

Zumindest zwei Sachen im Artikel sind falsch:
Den Banken wird " nichts geschenkt " stimmt nicht. Z.B. die Hypo Real Estate ( HRE ) hat ohne Gegenleistung die Unterstützung von der deutschen Regierung erhalten ( Haftung für ca. 26 Milliarden € ).
Zum Glück bekommen die Wirtschaftsinstitute " staatliche Alimentationen ". Sonst wären sie genauso " unabhängig " wie z.B. die Rating-Argenturen, der Herr Schellhorn , private Unternehmensberater oder die Zeitungen ( wie The Sun, Presse,Krone etc. ).

Gast: Gast
05.10.2008 20:14
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Lächerlich

Hr. Schellhorn macht sich mit seiner doch recht schlicht gestrickten Verteidigung dessen, was er "freie Marktwirtschaft" nennt, langsam lächerlich. Seine Argumente wirken von Mal zu Mal hilfloser (diesmal: das Steuerzahlen der Banken als Argument dafür, dass der Staat bereits längst kassiert hat). Hier haben einige Wenige auf Kosten von sehr Vielen mindest grob fahrlässig bis schwer kriminell gehandelt und gehören mit voller Härte zur Verantwortung gezogen (juristisch sowieso aber auch gefeuert, ihrer Gehälter und Abfertigungen entledigt etc.). Wer so etwas - wenn auch noch so hilflos - zu verteidigen versucht, schreibt gegen die völlig verständliche Wut wohl der meisten seiner Leser an. Ab in die Wallstreet mit ihm!

Gast: Gast
05.10.2008 08:48
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Warum sitzt bislang keiner dieser Verbrecher hinter Schloß und Riegel?

Was die Bank-Granden - u.a. aus Geldgier - verbrochen haben ist beispiellos
- wird den Bürger auf jahrzehnte nachhaltigst beeinträchtigen!
Die Inflation wird durch die Staatshilfen ( riesige Ausweitung der Geldmenge ) weiter an Fahrt gewinnen!

Ich frage nochmals:

"Warum sitzt bislang keiner dieser Ganoven im Kittchen?
http://www.sackstark.info/?tag=staatsverschuldung
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=8576
http://www.krisenvorsorge.com/85/Startseite.html

Gast: Sieh da, sieh da
05.10.2008 08:41
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Nette Doppelmühle

Insider erwerben Aktien, treiben sie virtuell in die Höhe (zB durch positiven Ansatz fauler Kredite), die "Menschen draußen" glauben daran, steigen bei höheren Kursen ein (bzw Institutionen, denen sie vertrauen, kaufen teuer solche Blasen, sei es nun aus Unwissenheit oder Wissnetlichkeit), Insider bringen ihre Schäfchen ins Trockene, die Blase platzt, die "Menschen draußen" verlieren. Nun springt Väterchen Staat ein und schießt Geld zu. Wiederum das Geld der "Menschen draußen" an die Zentren der Insider. Und das Spielchen beginnt von neuem. Das nennt man Wirtschaftskreislauf.

Gast: Stefan
04.10.2008 22:07
0

Diese Steuern ...

zahlen aber nur ordentliche Unternehmer und nicht irgendwelche dubiosen Finanzkonstruktionen. Schauen sie sich doch mal auf den Cayman Islands etc. um ... mehr Briefkästen als Einwohner!

Gast: Neocon
04.10.2008 21:42
0

Die armen Sozis und neo-kummerln

vergessen gerne, dass unter dem Blasengerl Clinton die FED die Märkte mit Geld überschwemmte, wobei die Gelderzeugung nur mehr eine Buchung auf das Konto der Geschäftsbanken war. Ein großflächiger Betrug allergrößten Stils, denn die Umverteilungspostel natürlich begrüßen: wenn in absehbarer Zeit das Geld nur mehr als Heizmaterial verwendet werden kann, dann gibt es endlich, endlich keine Ungleichheit mehr. Gut Brillenträger und Bücherleser muß man dann noch liquidieren wie einst PolPot, aber das wird wohl in den aufgeheizten Zeiten auch kein Problem sein.

Gast: Peter Lang
04.10.2008 21:21
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Aus unhygienischem Denken

kann kein anständiger Artikel erwachsen. Gottlob hat die Realität diese Gesinnung mittlerweile als gestrig entlarvt.


Gast: steuerzahler
04.10.2008 18:48
0

Mogelpackung

Na, so unwissend wie er sich hier gibt, kann aber auch Herr Schellhorn nicht sein. Den Unternehmern sind deutlich mehr Möglichkeiten gegeben, ihre Steuerschuld zu verringern als den Lohnsteuerpflichtigen. Die Steuersätze besagen daher recht wenig. Zum Steueraufkommen trugen die Lohnsteuer im Vorjahr 20 Mrd Euro bei, die Körperschaftsteuer hingegen nur 6 Mrd Euro, und das, wo uns Schellhorn doch glauben machen will, dass alle Unternehmen 50% Steuern abführen. Das allein zeigt schon, dass die steuerliche belastung der Unternehmen nicht so hoch ist wie im Artikel beschrieben.

Und die US-Hedge Fonds, die zur gegenwärtigen Krise beigetragen haben, zahlen überhaupt nur 12% Steuer, was zwar sogar in den USA immer wieder für Empörung sorgte, aber von Demokraten wie Republikanern nie geändert wurde. Großzügige Wahlspenden machten's möglich.

Der ganz normale Wahnsinn?

Beim Autohändler:Sparsames Auto Leasing Angebot,beim Nachrechnen 12-13% Zinsen.
Wieviele Autos könnte man um dieses Geld in einigen Jahren kaufen mindestens 2.Der Bürger ausgezeichneter Bonität:
Er kann jetzt trotz allem noch erträgliche Zinssätze bei Banken
erhandeln.Der kleine Mann:Er bekommt sicher den höheren Zinssatz,da ja für die Bank ein höheres Risiko damit verbunden ist.
Wer jetzt nach verstaatlichten Banken ruft,der vergisst,dass
es so etwas wie Übergriffe der Wirtschaft auf die Gesetzgebung
Forschung gibt,und dass eine wirkliche Demokratie erst in Ansätzen vorhanden ist.Leider ist die Ethik auch die Beziehung zu
den verschiedenen Religionsgemeinschaften schwächer geworden ist.Ein gläubiger Christ oder Jude etc...,wird von sich aus schon vieles nicht tun,wozu er eigentlich jetzt vom Gesetz dringend gezwungen werden müsste.Die dritte und zweite
und erste Welt erleben regelmäßig riesige Übergriffe der Wirtschaft über Mensch und Natur.


Warum das Horn so falsch hier schellt...

Handelt es sich hier um eine Polemik von der anderen Seite, damit das Thema nicht gar so einseitig ist?
Oder meint der das wirklich ernst?
SO sei ihm gesagt, dass die Täter in dieser Causa weder steuern bezahlt haben (ausser die Mwst vom Ferrari) noch jemals zahlen werden. Und die Opfer - zu denen auch steuerzahlende Unternehmen gehören - selten die Profiteure waren. Denn die KMUs die hier arbeiten und Steuern zahlen , hatten ihre zeit damit verschwendet produktive Dinge zu schaffen und Arbeit zu leisten, anstatt im Casino herumzuzocken.
Ich bin im übrigen der Meinung, dass es sehr wohl möglich wäre die Hauptschuldigen ausfindig zu machen und einer neuen Auflage der Nürnberger Prozesse zuzuführen. (Konfiskation des Privatvermögens natürlich eingeschlossen!)

Antworten Gast: Ex-ÖVP-Wähler
04.10.2008 12:40
0

Re: Warum das Horn so falsch hier schellt...

Nürnberger Prozesse halte ich für einen verharmlosenden und daher unzutreffenden Vergleich (die traurigen Folgen eines Weltkriegs und Völkermords sind weit jenseits dieser Finanzkrise) allerdings eine intarnationale gerichtliche Aufarbeitung in Den Haag inkl. weltweiter Verfolgung der Angeklagten wäre wünschenswert wenn es dort wirklich neutral zuginge. Fürchte allerdings dass das nur ein Traum bleibt. Dem Rest ist großteils zuzustimmen. Im Artikel auch nicht erwähnt wurden diverseste Abschreibmöglichkeiten, Verlustvorträge, Schwarzbeschäftigungsmöglichkeiten, Steuerhinterziehungen, etc. die meist unter dem Strich, leider, leider, bei vielen kaum mehr einen Gewinn ergeben. Die ehrlichen Unternehmen und der Arbeitnehmer zahlen dann großteils die Rechnung, wie auch jetzt noch zusätzlich die Folgen des Experiments "Turbokapitalismus" und "Globalisierung". Wenn schon staatliche Hilfe dann nur gegen entsprechende Anteile am Unternehmen, entsprechend dem aktutellen Börsenkurs.

Gast: 'Linker'
04.10.2008 09:56
0

Schlimm

Lieber Herr Schellhorn - sollten Sie nicht besser diese dezent neoliberalistischen Tiraden in einer
Parteizeitung festhalten? Wo sind die Zeiten hin als man sich noch zumindest die Muehe machte mittels indirekter Rhetorik sein Publikum zu formen?

Abgesehen davon, erachte ich es nicht als 'unfair', dass 'der Staat' die 'Frechheit' besitzt Ertraege 2 fach zu besteuern, vor allem wenn man dabei bedenk, dass hierbei nicht der geringste Arbeitsaufwand betrieben wird und die Ertraege spekulativ erworben werden - v.a. mit Geldern von Mittel- und Kleinverdienern, welche aber keinesfalls auch nur in die Naehe dieser Ertraege kommen...Gott bewahre, der Gewinn wird unter den 'Hirnen' der Aktion aufgeteilt, bzw. deren Auftraggebern.

Zu guter Letzt ein Vorschlag zur Guete: Wie waere es mit einer eigenen, weniger hetzerischen und eventuell etwas reflektierteren Meinung??? Treffen wir uns in der Mitte und denken nochmal ueber alles nach - eventuell koennten ja auch Menschen betroffen sein?

Re: Schlimm

Signifikanter könnte keine Antwort auf den Schellhornschen Artikel sein und er kann auch nur von einem "Linken" kommen.
Was - bitte - ist an dem Artikel hetzerisch ??? Er reflektiert ja auch etwas, nämlich die Realität. Und vielleicht begreift auch einmal ein Linker, dass in keiner Gesellschaft etwas geschieht, wovon Menschen nicht betroffen sind.
Und mit Geldern von Klein- und Mittelverdienern wird hierzulande kaum spekuliert, denn deren Gelder sind in Sparbüchern veranlagt und die sind in der österreichischen Bankenszene als sehr sicher zu bezeichnen. Das kann aber niemals begreifen, wer Arbeit ausschließlich mit dem symbolischen Hammer in Einklang bringt, , und mangels eigenem , die Tätigkeit von Gehirnen anderer Menschen nicht als Arbeit qualifizieren kann.

Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

Die Tatsache dass jemand "vielleicht" Steuern bezahlt hat macht ihn immun gegen Konkurs.

Schreiben Sie das bitte den vielen Tausenden Unternehmen die in Konkurs gehen. Papa Staat möge gefälligst seinen Geldsack öffnen und sie vor der Pleite bewahren, sie haben ja schließlich Steuern bezahlt, also ist es nur recht und billig wenn Papa Staat bei den Banken die Kreditgarantie übernimmt.

Hoffentlich hat sowas wie Sie nichts mit der Wirtschaft auch nur im entferntesten zu tun.

Re: Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

ch muss Sie leider enttäuschen. Ich komme nach beinahe fünfzig Jahren "Nichtarbeit" direkt aus der Wirtschaft und bin dabei zum Glück sehr gut gefahren. Doch glaube ich, dass Sie vielleicht einem anderen "Quargel" antworten wollten, denn ein Zusammenhang mit meinem posting ist eigentlich nicht zu erkennen. Was soll z. B. der Nonsens mit Unternehmen, die "vielleicht" Steuern bezahlt haben ?

Re: Re: Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

Übrigens gehöre ich nicht zu jenen Menschen die sofort jemand anderen der "Nichtarbeit" bezichtigen, nur weil er nicht manuell arbeitet.
Ich habe auch 20 solcher "Nichtarbeitsjahre" verbracht, aber öfter ausgelaugter als in meiner Ära als manuell tätiger.

Re: Re: Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

Ich meine schon Sie.

Ich werde hier ganz bestimmt Ihnen keine Fähigkeit als Betriebsleiter, Abteilungsleiter, Bankdirektor oder auch Wirtschaftstreibenden absprechen.

Wenn Sie jedoch den Artikel von Schellhorn mit dem Hinweis auf bezahlte Steuern verteidigen so ist das der klarste Hinweis auf eingleisiges Denken. Damit kann man schon erfolgreich in der Wirtschaft sein. Aber wenn es nur Menschen dieser Denkart gäbe wäre ein Staat in kurzer Zeit kaputt.

Ich muß es Ihnen nochmal klarmachen:
Bezahlte Steuern sind nicht so eine Art Prämie bei der Münchner Rückversicherung sondern dienen zur Funktion des Staates.

Wie viele Milliarden Gewinne wurden in den vergangenen 20 Jahren von diesen Instituten ausgeworfen? Das ist die Frage. Nicht wieviel sie Steuern bezahlt haben.

Re: Re: Re: Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

Na, was glauben Sie denn. welche Funktion ich Steuern zuschreibe.
Sie können doch nicht gleich so einen Mist verzapfen, wenn Sie glauben, dass jemand irgendetwas, irgendwie gemeint haben könnte.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Einen schlimmeren Quargel als Ihren habe ich lange nicht gelesen

Ich stelle fest:

Debatte hat keinen Sinn. Sie verlagern die Diskussion auf Nebenschauplätze und stoßen sich an Formulierungen.

Die Quintessenz des Artikels die der eigentliche Kritikpunkt meinerseits gewesen war bleibt außen vor.

Papa Staat hat ganz eindeutig NICHT der liebe Onkel mit dem großen Geldsack zu sein, nur weil Gewinne "sozialisiert" (eventuell versteuert) wurden.

Diese Aussage haben Sie verteidigt.

Wo sind die Gewinne der letzten 20 Jahre??????

Der Schreiberling verschweigt, dass von den Steuern das Kapital verteidigt werden muß!

Die Straßen erhalten, die Schulen betrieben, die Aufgaben des Staates finanziert (einschließlich der Kriege) werden.

Wären die Steuern gerecht verteilt, dürfte ein Habenichts gar nichts, ein Besitzender alles bezahlen.

Warum? Weil der Habenichts nichts zu verlieren hat.

Antworten Gast: Ex-ÖVP-Wähler
04.10.2008 12:50
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Re: Der Schreiberling verschweigt, dass von den Steuern das Kapital verteidigt werden muß!

Danke. Ein Kommentar des "Großen Horizonts" von einst würdig, leider nicht vom Journalisten sondern von einem Leser der offenbar das größere Ganze sieht. Eine erfolgreiche Gesellschaft lebt immer vom erfolgreichen geben und nehmen auf vielen Ebenen, jedoch letzendlich von Gemeinschaftsgefühl (für Links: Solidarität) in kritischer Masse statt Egozentrismus. In erster Linie: Was kann ich für die Gemeinschaft tun, nicht was soll diese für mich tun (Natürlich auch ausgewogen). Gerät dieses ins Ungleichgewicht, kippt die Gesellschaft. Das beginnen wir gerade mitzuerleben und betrifft aktuell mehrere Ebenen.
Da Leute mit uneigenützigem Über-, Durch- und Weitblick eine Minderheit sind ist es ganz klar dass sie in unserer "modernen" "hochgeistigen" rasierklingenscharfen-Ellbogen-Gesellschaft Gesellschaft bestenfalls an die Wand gedrückt werden. Trotzdem haben sie recht, möfge man auf sie hören b e v o r es zum ganz großen Knall kommt. Jedoch: Die Stimme der Vernunft ist leise ...

Gast: Normalbürger
04.10.2008 07:33
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Presse=Qualität ? Kann man beide in einem Satz verwenden?

"vor allem jene besonders laut nach dem starken Staat schreien, die sich selbst gerne von ihm aushalten lassen"
Das Letzte von vielen katastrophalen Banalitäten dieser einst so stolzen Zeitung!

Soll das objectiver Journalismus sein?

Bedauerlicherweise stellt sich die Presse mit solch profanen Artikeln auf das Nivaeu anderer großer Printmedien österreichischer Genese. Also legen wir uns alle auf den Boden um das Niveau zu erreichen!


Gast: hawkeye
04.10.2008 01:34
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Ja, die Ausbeutung ...

der Kouponschneider ist eines der brennenden sozialen Probleme unserer Zeit. Vielleicht könnte Herr Schellhorn ja eine Demonstration veranstalten.

Antworten Gast: Ex-ÖVP-Wähler
04.10.2008 12:50
0

Re: Ja, die Ausbeutung ...

Spitze ! Danke !

 
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