12.02.2012 01:52 | Meine Presse Merkliste0

SuperMarkt: Schuldengott erhöre uns!

24.07.2010 | 19:01 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Die Notenbanker sind mit ihrer Weisheit am Ende. Der Aufschwung hängt mittlerweile von Faktoren ab, die niemand mehr beeinflussen kann. So etwas wie eine gemütliche Wirtschaftskrise gibt es einfach nicht.

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Seit etwas mehr als einem Jahr pumpen Regierungen Milliarden in die nationalen Wirtschaftssysteme. Mit den Stützungen werden Banken gerettet, Unternehmen vor der Pleite beschützt und Millionen von Menschen in Arbeit gehalten. Gerechtfertigt werden die staatlichen Interventionen mit einem ziemlich plausiblen Argument: Wollen private Haushalte und Unternehmen bei Zinsen von nahezu null Prozent nicht mehr konsumieren und investieren, dann muss eben der Staat einspringen, um diese Lücke zu füllen und das Land aus der drohenden „Liquiditätsfalle“ zu befreien. Die westlichen Staatenlenker von heute befolgten diese von John Maynard Keynes im vorigen Jahrhundert ausgegebene Krisentherapie auf Punkt und Beistrich.

Unglücklicherweise verdichten sich die Hinweise, dass die staatlichen Konjunkturspritzen keine heilende, sondern bestenfalls sedative Wirkung zeigen: Sie befördern die Menschen in eine wohlige Welt der Wachstumsillusion und halten sie so vor den Schrecken des Abschwungs fern. Leider haben Illusionen die schlechte Angewohnheit, mit der Realität wenig bis nichts gemein zu haben. In Wahrheit haben die Staaten nämlich nicht nur den Ausfall der Investitionen privater Unternehmen überbrückt, sie sind sogar an deren Stellen getreten – und nun können sie von den schuldenfinanzierten Ausgabenprogrammen auch gar nicht mehr lassen.

Stoppten die öffentlichen Haushalte ihre Stützungen, löste sich das ohnehin bescheidene Wachstum auch mit einem Schlag in Luft auf; weil der sogenannte Aufschwung nämlich gar nicht existiert, sondern nicht mehr ist als das künstliche Produkt der auf Pump finanzierten Staatsausgaben.


Desperate Notenbanker. Ein Umstand, der mittlerweile auch in den Notenbanken für nasse Hände sorgt. Zumal die Herrscher über das große Geld mit ihrer Weisheit auch langsam am Ende sind. So ließ etwa Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny vergangene Woche bemerkenswerte Sätze fallen, die im Zuge des BP- und Bankenstresstest-Getöses leider unter die medialen Räder kamen: „Die wirkliche Problematik ist die Refinanzierung der öffentlichen Schuld. Unter diesem Aspekt muss man mit der Stabilisierung der öffentlichen Haushalte möglichst früh beginnen“. Und am wichtigsten: „Das einzig wirklich wirksame Konjunkturprogramm, das wir in Europa noch haben, ist die Wechselkursentwicklung des Euro.“ Mit anderen Worten: Die letzte Möglichkeit, den stotternden Konjunkturmotor noch zum Laufen zu bringen ist eine Euro-Abwertung, die europäische Produkte auf den Auslandsmärkten verbilligte und so die Konkurrenzfähigkeit schlagartig erhöhte.


Milliarden später. Aus den USA treffen mittlerweile ebenfalls beunruhigende Botschaften ein. Erskine Bowles, Chef der Budgetkommission, meint, dass selbst zweistellige Wachstumsraten nicht ausreichten, um die hohe Staatsverschuldung der USA abzutragen. Weshalb der Druck auf die Notenbank Fed wächst, eine „kontrollierte“ Inflation zuzulassen, mit deren Hilfe sich der Staat schleichend auf Kosten der Allgemeinheit entschulden könnte.

Vernichtender könnte das Urteil für die schuldenfinanzierten Ausgabenprogramme wohl nicht ausfallen. Nachdem aberwitzige Summen ausgegeben wurden, für die noch einige Generationen bezahlen werden, bleiben noch drei Auswege: Abwertung, schleichende Enteignung via Inflation sowie das Prinzip Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut wird und die Konjunktur plötzlich anspringt.


Keynes zweifelt an Keynes. Warum Ausgabenprogramme auf Pump keine Dauereinrichtung sein können, erklärte 1937 übrigens einer, der er es wissen musste: John Maynard Keynes, der Erfinder des „Deficit Spending“, der nach sieben Jahren Depression meinte, dass es mit den staatlichen Stimuli auch wieder genug sein müsse, weil sie keinen Nutzen mehr brächten. Der Schuldengott fordert nämlich früher oder später seinen Tribut, üblicherweise in Form von galoppierender Inflation und rasant sinkender Produktivität.

Keynes' Jünger schämen sich noch heute für die späte Einsicht ihres offensichtlich verwirrten Meisters, das allerdings zu Unrecht. Der nicht blühen wollende Osten Deutschlands ist ein ebenso glaubwürdiger Zeuge dafür wie das über beide Ohren verschuldete und seit Jahren in der Krise steckende Japan, das seine Straßen immer wieder geteert und seine Inseln mit unzähligen neuen Brücken verbunden hat, die in Wahrheit niemand brauchte – von der japanischen Bauwirtschaft einmal abgesehen. Wohin man auch blickt, in keinem Land hat ein staatlich eingesetzter Schulden-Cent bis dato je mehr als einen Cent Wachstum generiert, vielmehr wurde das Wachstum stets im Namen der Steuerzahler und nachkommenden Generationen geliehen.


Die angenehme Krise gibt es nicht. Wirtschaftshistorisch betrachtet hat die aktuelle Phase der Krisenbewältigung gute Chancen als jene Epoche in die Geschichte einzugehen, in der eine banale Vermutung Bestätigung findet: So etwas wie eine gemütliche Wirtschaftskrise gibt es einfach nicht. Das ist zwar eine unangenehme, aber keine niederschmetternde Erkenntnis. Je schneller die Nationalstaaten ihre Haushalte in Ordnung bringen, desto stärker und wettbewerbsfähiger werden sie aus der Krise gehen und desto kräftiger wird ihr Aufschwung sein.

Mit einem Wohlstandsverlust werden sich indessen jene Staaten anfreunden müssen, die in der systematischen Frühpensionierung von Staatsdienern im Alter von 52Jahren einen Akt der sozialen Gerechtigkeit sehen. Dabei handelt es sich einzig und allein um rücksichtslose Geldverschwendung zugunsten bürokratischer Eliten und vorsätzlichen Betrug an den Steuerzahlern. Und wer den österreichischen Föderalismus heute noch für ein tadelloses Konzept hält, demzufolge ein Teil das Geld ausgibt, das der andere über eine immer höher werdende Steuer- und Abgabenquote seinen Bürgern abknöpfen muss, hat aus der Krise weniger gelernt als die viel gescholtenen Banken.

Regieren gehört auch dazu. Dauerhaft wird sich die heimische Politik aber nicht mit dem Erfinden neuer Steuern und dem Zittern vor lachhaften Regionalwahlen begnügen können. Regieren gehört zur Führung eines Landes nämlich auch irgendwie dazu. Das ist zugegebenermaßen eine ziemlich undankbare Angelegenheit und mitunter auch sehr mühsam. Zuwarten macht es allerdings nicht gerade einfacher.

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2010)

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52 Kommentare
 
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Gast: Roland Wieser
26.07.2010 17:04
0 0

Sparen verschärft erneut die Krise!!!

http://www.misik.at/fremde-federn/mitten-in-der-krise---ein-new-deal-fur-europa.php

Die Motoren unserer Wirtschaft sind der Konsum die Investition und der Export.

Die Aufgabe der Banken, ist es dem Unternehmer günstige Kredite für Investitionen zu geben.

Dies schafft Arbeitsplätze, Einkommen und Konsum und dadurch werden Steuergelder in die maroden Staatskassen gespült.

Durch die deregulierten Finanzmärkte wurde das Wettspiel an der Börse für viele Unternehmer attraktiver als Realinvestitionen.

Dadurch kam es zu Arbeitslosigkeit und leeren Staatskassen. Zusätzlich wurden Gemeinden von Finanzalchemisten über den Tisch gezogen und mussten von uns allen gestützt werden.

Wenn wir den Staatshaushalt sanieren wollen, dann müssen wir nicht sparen sondern sinnvoll investieren. Sparen kann man aber nur bei den Reichen, da alle anderen ihren Konsum einbremsen würden - was die Krise unnötig verstärkt -.

Gerechte Steuern auf Stiftungen und Wertpapiere (Depos) wäre ein guter Anfang.

Antworten Gast: Gast
26.07.2010 22:59
0 0

Re: Sparen verschärft erneut die Krise!!!

Leider gibt es nur noch den Weg nach unten.
Denn zu glauben, dass in einem endlichen Wirtschaftssystem unendlich Wachstum vorhanden ist ist einfach nur der Glaube eines Spinners. Wenn ich maximals zur Zahl 100 kann und bei der Zahl 99 bin muss ich über kurz oder lang auf eine kleinere Zahl wieder zurück.
Denn es gibt leider keinen Anreiz mehr außer dem Bevölkerungswachstum auf der Erde ein Wirtschaftswachstum zu generieren.
Die größten und bewegensten Technologien sind ausgeschöpft.
Leider kann nur noch ein Zusammenbruch der gesamten Welt und eine enorme Wertevernichtung wieder einen Wohlstandsaufschwung (nach seiner Vernichtung ;) ) schaffen.

Iason
26.07.2010 14:12
1 0

Die Geister die ich rief...

werd' ich jezt nicht mehr los.

Aus diesem System gibt es keine Ausweg. Es ist nur die Frage: Schmerzen ohne Ende oder ein Ende mit Schmerzen.
Politiker wählen wohl ersteres, um ihre Privilegien erhalten zu können.

Gast: glaub_nix
26.07.2010 12:06
0 0

Wer sehenden Auges in den Abgrund tanzt ist ein Narr!

Und das sind unsere gewählten aber nunmehr
selbstherrlichen Politiker, welche sehenden
Auges unseren Staat (und ganz EU)
in den Abgrund führen.
Wenn schon von denn Fachleuten und von den
Intelligenten in Europa und USA, erkannt
wird, dass es so nicht weiter geht, aber
beharrlich weiterngewurstelt wird,
dann ist es vorsätzliche Krida!
Die Steuern, welche uns bereits abgenommen
werden reichen nicht einmal für den Zinsendienst, aber es wird weiterhin an unwirtschaftlichen Investitionen und am geschützten Bereich festgehalten, wir stehen vor der Verantwortlichkeit der CO2-Strafe, aber wir bauen unsere wirschaftlichen
Umweltkraftwerke nicht, weil es die
sektiererischen Grüninnen bekämpfen.
Wir holen weiterhin unqualifizierte Zuwanderer,
obwohl wir von dieser Sorte bereits 1/2 Mio.
zuviel haben.

Westend
26.07.2010 08:06
0 0

Die Katze beißt sich in den Schwanz

Ein Zusatzproblem hat man sich mit der EU geschaffen. Wenn konkurrenzfähigere Staaten ihre Fähigkeiten nicht mehr ausspielen dürfen, weil sie die ruinierten Konkurrenten anschließend gleich wieder retten dürfen. Da muss dann unser Wachstum von irgendwo weit außerhalb der EU herrühren, was als künstliche, selbstverschuldete Verschwierigung gesehen werden kann.

Gast: Willkommen im Mittelalter!
25.07.2010 20:57
1 0

Leitwolf2

Offenbar wird Wissenschaft noch immer vom Glauben dominiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Behauptung Staatverschuldung würde Wachstum generieren hier mal einfach als Faktum übernommen wird.

Wurde das denn jemals bewiesen? Ja gibt es denn überhaupt Indizien die das nahelegen? Oder gibt es einzig die Beobachtung, dass jeder Absturz irgendwann sein Ende findet und damit jede Maßnahme die in der Krise gesetzt oder unterlassen wurde im Nachhinein irgendwie legitimiert wird?

So bleibt als einziges Fundament der Theorie letztlich die Theorie selbst. Wenn sie stimmt, dann stimmt sie, schön! Dabei fusst die ganze Idee auf der soliden Annahme, dass Konsumausgaben Einkommenswirksam seien, Investitionsausgaben auf der anderen Seite jedoch nicht als Einkommen wirksam würden!?!?!

Somit kann ja gar nichts mehr schief gehen.. ;-)

Antworten Westend
25.07.2010 22:31
0 0

Re: Leitwolf2

Die Staatsverschuldung als Wachstumsmotor ist für mich dann vorstellbar, wenn die Steuersätze so sind, dass eine Steuererhöhung entlang der Laffer Kurve auch einen höheren Steuerertrag erzeugen würde. Dann könnte der Staat, anstatt die Steuern zu erhöhen sich kurzfristig verschulden um die Wirtschaft - mit sinnvollen Maßnahmen, das kommt als Bedingung noch hinzu - anzukurbeln und so die Steuern zum sprudeln zu bringen, mit denen er die Schulden alsbald wieder zurückzahlt. In einem seit Jahrzehnten gleichbleibenden Wirtschaftssystem ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass die Steuersätze nicht schon im Optimum der Laffer-Kurve liegen. Somit bleibt auch Schuldenmachen zur Ankurbelung der Wirtschaft wirkungslos.

Gast: ASVG-Sklave
25.07.2010 18:04
1 0

Einnahmen aus dem Tourismus verzögern den längst fälligen Staatsbankrott

Leider wird mit jedem Euro aus dem Tourismus (wie eben durch die 15.000 Teilnehmer an der AIDS-Konferenz) der Kollaps noch etwas hinausgezögert. Denn von der Inlandskonjunktur und der geförderten Export (Kontrollbank) für österreichischen Schrott in Entwicklungsländer könnte dieses Land nicht leben. Patriotische Österreicher und diskriminierte ASVG-Sklaven sollten daher trachten dieser indirekten Subvention des korrupten Systems ein schnelles Ende zu bereiten, indem Österreich für Touristen sehr unattraktiv wird.................. Der Groschen gefallen?

Antworten Gast: Ecomomy
25.07.2010 23:05
0 0

Re: Einnahmen aus dem Tourismus verzögern den längst fälligen Staatsbankrott

Ergreifender Schwachsinn, den hier ein angeblicher ASVG-Sklave verkündet.

Aber gut, soweit wäre der Groschen gefallen.

Antworten bufo
25.07.2010 18:49
0 0

Re: Einnahmen aus dem Tourismus verzögern den längst fälligen Staatsbankrott


"Der Groschen gefallen?"

Nein

Gast: Eurrora
25.07.2010 17:55
0 0

Momentan ist der Dollar noch zu teuer ,

um die Wohnung damit zu tapezieren,aber es wird nicht mehr lange dauern.

Antworten bufo
25.07.2010 19:00
0 0

Re: Momentan ist der Dollar noch zu teuer ,

Und wie lange höre ich das nun schon?
Und wie siehts in Wirklichkeit aus?


Thonet H.
25.07.2010 17:22
1 0

Das ist kein Schuldengott, denn Schulden sind nicht gut,

sondern bestenfalls eine Götze, aber der Wachstumsfetischisten, wie sie landauf und -ab von den Regierenden ala Dick und Doof dem dummen Bürgerpöbel vorgegaukelt werden.

Die Zeche wird dem Mammongeist noch zu zahlen sein, denn er kennt kein Erbarmen!

xylotom
25.07.2010 15:42
3 0

Fauler Staatsapparat

Unser Staatsapprat leidet nicht an Steuermangel oder zu vielen Ausgaben - nein er leidet massiv an LEISTUNGSMANGEL! Jeder Betrieb muß ständig seine Prodiktivität erhöhen, jeder private Haushalt hat das selbe Ziel, will er mehr erreichen. Nur unser Staat macht uns seit jahrzehnten weis, für das gleiche Geld (oder sogar für noch mehr Geld) immer weniger Leistung bieten zu können... z.B. mit immer mehr KFZ-bezogenen Abgaben werden immer weniger km-Staßen gebaut, mit immer mehr Pensionsbeiträgen können immer weniger Pensionen bedient werden, mit immer mehr Krankankassenbeträgen können immer weniger Leistungen erbracht werden -bzw. sind diese immer mehr in Gefahr.... Das Problem liegt in dem völlig Führungslosen (und damit sanktionslosen) Verwaltungsapparat das Staates, der nicht in der Lage ist, seine Aufgaben leistungsgerecht zu erbringen Korruption besteht z.B. auch darin, daß man ohne Krank zu sein sich krank schreiben läßt und von den Vorgesetzten dieses Wissen darum gar nicht als Sabotage sondern als Sozialromantik empfunden wird. Solange es der Staat nicht versteht, seine einge Organisation so straff zu führen wie ein ordentliches Unternehemen, bleibt er ein ständig wachsenes Krebsgeschwür an Unproduktivität und Vergeudung von Ressourcen, das zugrunde gehen muß wie alle Stastsbetriebe das bisher erlebten (Vöst, Semperit, Konsum, Aua,...) oder wie der Kommunismus gescheitert ist.
An die Politiker: NEHMT EDLICH DIE ZÜGEL IN DIE HAND!

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dieses kranke system...

sollte m.m. nach nicht weiter am leben erhalten werden. letztendlich wird konsum als lebensinhalt und, -zweck und -ziel dargestellt, geht's der wirtschaft gut, geht's uns alles gut, na prost mahlzeit! aber anstatt alternativen zu suchen, wird brav blut in einen patienten gepumpt, an dem ein fetter blutsuager hängt, der sich davon ernährt und auch noch fordert, dass mehr blut durchgepumpt wird, weil der nährwert des durchflusses kaum noch ausreicht, den patient am leben zu erhalten...und nachdem die bluteinschleuser bis zu einem gewissen grad dieselben sind wie die, die es absaugen, wird sich daran wohl in absehbarer zeit nichts ändern...traurig aber wahr, es kann nur jeder für sich versuchen, sich aus diesem irrsinnigen hamsterrad freizukaufen und sein leben wert-voll zu gestalten. ob die kritische masse an kritischer masse noch zu meinen lebzeiten erreicht werden wird? ich hoffe es sehr, bezweifle es aber auch als alter pessimist...in the meantime, let's all watch a little video, kids!
http://vimeo.com/6998633

Antworten bufo
25.07.2010 18:52
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Re: dieses kranke system...


Wer ist denn nun der Pumper und der Sauger?

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Re: Re: dieses kranke system...

mit nochmaligem hinweis auf das nette kleine video: eigentlich - per abgabe unserer verantwortung an politiker, die wie die unersättlichen weltwirtschaftstreibenden eigentlich auch nur menschen sind und unserem heiteren weltuntergangskonsum, wir alle, aber wir sind auch der patient...
der "film" in meinem kopf erinnert mich grade ein bisschen an die matrix...
wär's nicht wesentlich schöner, geiler, einfach positiver, wenn wir uns ein anderes system suchen würden als das mit dem daliegen, durchpumpen, absaugen und das ganze von vorn, nur noch schneller?
sich individuell freikaufen können hat halt am ende nichts mit freiheit zu tun, und auch wenn ich persönlich keinen nachwuchs in die welt setzen werden, fühle ich mich meiner spezies doch ein bisschen verpflichtet...
deshalb gehört information verbreitet. deshalb muss man manchen vor den kopf stoßen, dann geht das werkl vielleicht wieder mal an und dann...wehe, wenn die kritische masse an kritischer masse erreicht ist!
vielleicht machen unzählige persönliche mini-revolutionen schlussendlich eine große...

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dieses kranke system...

sollte m.m. nach nicht weiter am leben erhalten werden. letztendlich wird konsum als lebensinhalt und, -zweck und -ziel dargestellt, geht's der wirtschaft gut, geht's uns alles gut, na prost mahlzeit! aber anstatt alternativen zu suchen, wird brav blut in einen patienten gepumpt, an dem ein fetter blutsuager hängt, der sich davon ernährt und auch noch fordert, dass mehr blut durchgepumpt wird, weil der nährwert des durchflusses kaum noch ausreicht, den patient am leben zu erhalten...und nachdem die bluteinschleuser bis zu einem gewissen grad dieselben sind wie die, die es absaugen, wird sich daran wohl in absehbarer zeit nichts ändern...traurig aber wahr, es kann nur jeder für sich versuchen, sich aus diesem irrsinnigen hamsterrad freizukaufen und sein leben wert-voll zu gestalten. ob die kritische masse an kritischer masse noch zu meinen lebzeiten erreicht werden wird? ich hoffe es sehr, bezweifle es aber auch als alter pessimist...in the meantime, let's all watch a little video, kids! http://www.youtube.com/watch?v=gLBE5QAYXp8

Gast: Göstle
25.07.2010 13:01
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Parallelen

Der Kommunismus ist kläglich gescheitert und weltweit nur noch mit Gewalt und Unterdrückung aufrecht zu erhalten da das Individuum nicht adäquat einkalkuliert wurde. Allerdings gibt noch immer Kommunisten.
jetzt frage ich mich wie lange es dauert bis der Kapitalismus überwunden ist und ob dessen Anhänger letztendlich auch zu Gewalt und Unterderückung greifen.

Antworten bufo
25.07.2010 18:55
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Re: Parallelen

"wie lange es dauert bis der Kapitalismus überwunden ist "

Solange bis der letzte homo sapiens sapiens auf diesem Planeten wandelt.

Antworten Gast: fact
25.07.2010 18:54
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Re: Parallelen

Der Kapitalismus ist im Westen längst überwunden.
Das ist Sozialismus in Reinkultur, auch der amerik. Obamerismus.

Wer nur unsere Bonzokratie im Austromarxismus erlebte, hat keine Ahnung vom Kapitalismus.

Kapitalisten gibt es nur noch in China.

Antworten Gast: Aquinox
25.07.2010 14:35
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Re: Parallelen

Schon mal gesehen wie in Bangladesh
Näher für 20 Euro im Monat sich abschuften?

Ich seh keinen unterschied zu Kommies und den alles anbetenden Kapitalisten.
Jedes System pervertiert irgendwann wenn ihm keine Riegel vorgeschoben wird.

Antworten mario r.
25.07.2010 13:37
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Re: Parallelen

meine sicht:
- die gewalt kleidet sich in verschiedene masken der "angst".
- die unterdrückung in die maske der unzulänglichkeit und unfähigkeit der "laien". - siehe überschrift.
- selbstentscheidung und selbstführung werden in abrede gestellt.

dennoch zeugen die reaktionen (und dieser artikel) eindeutig von trends in eine andere richtung, - die eben z.b. nicht in den "händen" eines herrn bernanek liegen. diesbezüglich hat der herr ja recht.

Gast: Freiheit
25.07.2010 12:51
4 0

Vielen Dank für diesen sehr gelungenen Beitrag.

Nur schade, dass solche Beiträge nicht in allen Medien zu finden sind.

Gast: Don Quichote
25.07.2010 11:32
2 0

Ein kühnes Wort ...

... am rechten Ort. Wenn das nur keine Abstriche bei der Presseförderung gibt.

Gast: erich raimund
25.07.2010 11:24
2 0

Schuldengott

Nowotnys Kommentar zum Konjunkturmotor der Abwertung des Euro ist erschreckend aber leider real. Erskine Bowles' , Chef der Budgetkommission der USA, Kommentar, dass selbst zweistellige Wachstumsraten nicht ausreichten, um die hohe Staatsverschuldung der USA abzutragen, ist ebenso alarmierend . Solte die Fed eine „kontrollierte“ Inflation zulassen, mit deren Hilfe sich der Staat schleichend auf Kosten der Allgemeinheit entschulden könnte, wäre das ebenso ein Raub am Vermögen der jeweiligen Bevölkerung.
Lösungsvorschläge sind nur in kleinen Schritten vorstellbar: im Falle Österreichs zB. die Überlegung, ob wirklich in so einem kleinen Land wie wir es sind der Föderalismus so ausgeprägt sien muss mit 9 Bundesländern, 9 Landeshauptleuten, -länderparlamenten, -verwaltungen...Dienstautos mit Chauffeuren...eigener Gesetzeshoheit der Länder mit verschiedenen Auslegungen.. wobei die Effizienz der Bezirkshauptmannschaften mit der Nähe zur lokalen Bevölkerung ja überhaupt nicht in Frage gestellt werden soll...
Vergleiche mit anderen Verwaltungen wären angebracht:
die Schweiz hat 4 offizielle Sprachen und 2x Kantone und wieviel Personal in der Bundesverwaltung? Personal und Kilometerleistung der Schweizer Bahn? Bayern hat wieviele Einwohner, ist 1 Land und hat wieviele "Landesbeamte"..
Überlegungen, über die man in Hinblick auf das Schlachtren "Heiliger Kühe" nachdenken sollte...

 
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