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SuperMarkt - Die »niedergebremste« Schweiz

03.12.2011 | 18:22 |  Franz Schellhorn (Die Presse)

Der Widerstand gegen die geplante Schuldenbremse wächst. Sie drohe das Land »kaputtzusparen«. Klar, genauso wird es kommen.

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Was Kapitalismus kann – und wofür er nichts kann

Hochrangige Ökonomen und besorgte Volksvertreter warnen immer eindringlicher vor den verheerenden Folgen einer „Schuldenbremse“. Jetzt sei nämlich die völlig falsche Zeit, die Neuverschuldung des Staates per Verfassung einzudämmen. Gebot der Stunde sei vielmehr das genaue Gegenteil: das Aktivieren des staatlichen Ausgabenbeschleunigers. Noch fordert zwar niemand ein verfassungsrechtlich abgesichertes Budgetdefizit, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Würde nämlich jetzt nicht noch mehr geliehenes Geld vom Staat ausgegeben, opferte die Politik die Zukunft des Landes auf dem Altar der Finanzmärkte, denen der rot-weiß-rote Schuldenberg schön langsam ein wenig unheimlich wird.

Dabei geht es ohnehin nur um eine vergleichsweise vage Formulierung (siehe Infokasten). Aber selbst das geht den Kritikern zu weit, sie fordern uneingeschränkten Zugang der Politik zu den Schuldentöpfen und stützen sich dabei auf die Erkenntnis John Maynard Keynes', wonach Sparprogramme in Krisenzeiten verheerende Wirkung entfachten: Je stärker die Ausgaben des Staates gebremst werden, desto schneller landet das Land in der Depression. Das sei eine der zentralen Lehren aus den 1930er-Jahren.

 

Hochkonjunktur im Schnapsladen.

Zweifellos ist eine Krise eine denkbar schlechte Zeit, um auf die Ausgabenbremse zu steigen. Im Falle Österreichs ist es aber gleichzeitig auch der einzig mögliche Zeitpunkt: Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde. Österreichs Politik scheint einfach nicht dazu gemacht zu sein, in konjunkturellen Boomphasen Überschüsse zu erwirtschaften und damit Schulden abzubauen (eine zweite, gerne verdrängte von Keynes' Lehren). So ist von den Proponenten einer antizyklischen Konjunkturpolitik (höhere Staatsausgaben in Krisenzeiten) nur zu hören, wenn sich die Wirtschaft im Abschwung befindet. Oder hat jemals ein linker Ökonom im Aufschwung Budgetüberschüsse eingefordert? Nein, dann wird das Verteilen des geliehenen, weil auf Schulden basierenden Wachstums propagiert. Deshalb kann Österreich auch nicht bis zum nächsten Aufschwung warten, um die Politik vor ihrem Ausgabendurst zu schützen.

 

Verluderte Schweiz?

Um zu sehen, wie „verheerend“ sich eine Schuldenbremse auf die Zukunftschancen eines Landes auswirken könnte, reicht übrigens ein Blick in Schweiz. Nachdem das Volk seiner Regierung vor zehn Jahren vorgeschrieben hat, in Boomjahren Überschüsse zu erwirtschaften, wurde das Land zu einem der wohlhabendsten Staaten der Welt „niedergebremst“. Die Verschuldung wurde von 55 auf 40 Prozent gedrückt – und noch immer zählen Schweizer Schulen und Universitäten zu den besten der Welt, sind die Straßen bestens befahrbar, die Züge schicker und pünktlicher als anderorts und das Gesundheitswesen um nichts schlechter als das österreichische. Als wäre das nicht genug, werden die Schweizer auch noch von einer schlanken Verwaltung bestens serviciert.

Das alles schaffen die Nachbarn mit Staatsausgaben von 33 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. So sieht kein heruntergekommenes Land aus, das mit einer wachstumsbremsenden Schuldenobergrenze seine Zukunft verspielt hat. Als verludert wäre wohl eher ein Land wie Österreich zu klassifizieren, das bei einer Staatsausgabenquote von 52 Prozent vom „Kaputtsparen“ fantasiert und selbst bei Steuereinnahmen von 44 Prozent des BIPs ein stabiles Defizit einfährt.

Was Vertreter von SPÖ, Grünen und ÖAAB nicht davon abhält, das Problem ausufernder Staatsschulden mit noch höheren Ausgaben und neuen Steuern lösen zu wollen. Dabei müssten sich gerade die Anwälte der sozialen Gerechtigkeit für das Ende der Schuldenpolitik ins Zeug legen. Hohe Verbindlichkeiten eines Staates sind nämlich undemokratisch und höchst unsozial. Undemokratisch, weil der politische Wille nicht mehr vom Volk ausgeht, sondern von den Finanzmärkten. Über die Ausgestaltung des Pensionssystems entscheiden nicht mehr Bundesregierung und Landeshauptleutekonferenz – sondern die Geldgeber. Nun muss man kein Zyniker sein, um eine derartige Verlagerung der Entscheidungsgewalt als vielversprechend einzustufen – das macht die Sache aber noch nicht demokratischer.

Wie unsozial hohe Staatsschulden sind, zeigen deren Kosten. Allein für Zinsen sind acht Milliarden Euro im Jahr aufzubringen – das ist mehr Geld als der Staat für die Arbeitslosen- und Krankenversicherung ausgibt. Diese Kosten werden in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen – auch mit der Schuldenbremse, dann allerdings etwas schwächer. Rätselhaft bleibt, warum ausgerechnet die österreichische Linke den Staat noch stärker in die Abhängigkeit seiner Geldgeber treiben will. Statt zumutbare Korrekturen einzufordern und damit den Wohlfahrtsstaat finanzierbar zu halten.

franz.schellhorn@diepresse.com

In Zahlen
0,35 Prozent des BIPs: So hoch darf das Budget-Defizit ab 2017 laut Schuldenbremse sein. Gemeint ist nicht ein Defizit von 0,35 % pro Jahr – sondern über den „Konjunkturzyklus hinweg“. In guten Jahren braucht es also Überschüsse. Niemand weiß aber, wie lange ein Zyklus dauert. Womit die Schuldenbremse zum schwammigen Instrument wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2011)

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128 Kommentare
 
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Digital
10.12.2011 13:55
0 0

Beispiel Krankenkassen

Kaum sind die gesetzlichen ASVG-Krankenkassen aus ihrer (von den dortigen Politbonzen aus ÖGB-Pfründnern organisierten) Schuldenkrise durch fette Steuergeld-Zuschüsse und einer Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt wieder in eine Überschusszone gerutscht - werden von den Sozialbastlern schon wieder neue "soziale" Leistungen erfunden und gefordert. Was alles die "sozialen" Krankenklassen bezahlen sollen.

Schließlich wollen. z.B., etwa die Massen an überschüssig an den Unis und FH zwecks individueller "Lebensplanung" produzierten PsychotherateurIIInnen u.ä. auch an die Futtertröge der Pflichtversicherungen gelangen. "Wozu haben wir das doch studiert"?

Denn freiwillig ist ja kaum jemand bereit, für die Dienste der Mundwerklichen zu bezahlen. Also wird mit vielem medialen Wehklagen ein künstlicher "Bedarf" geschaffen - den man, richtig, aus Zwangsmitgliedsbeiträgen gefälligst finanzieren soll.

Gast: HansD
07.12.2011 14:42
0 0

Die "niedergebremste" Schweiz

Sehr geehrter Schellhorn, wieder einer Ihrer großartigen "Schweiz lastigen" Artikel. Da ich sehr viele Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet habe kann ich daher aus eigener Erfahrung Ihre Vergleiche uneingeschränkt bestätigen.
Interessant wären die Vergleichszahlen des österreichischen staatlichen Verwaltungsaufwand (in Prozent) zur Schweiz und zu Deutschland.

Gast: walti
06.12.2011 11:04
0 0

sparen

Herr Schellhorn ! Gratulation zu Ihrem Beitrag !
Besonders interessant ist der Vergleich mit der Schweiz !!

Angeblich sollte in Krisenzeiten nicht gespart werden.
Es wurde ja auch in guten Wirtschaftszeiten nicht gespart !! Wann sollte angefangen
werden ???

Auf die GUTEN Jahre zu warten ist sinnlos
**** es wird keine mehr geben ****

Gast: Leserich
05.12.2011 01:17
6 0

Vielen Dank

Vielen Dank, Herr Schellhorn, für diesen großartigen Artikel - sprachlich, fachlich und argumentativ habe ich selten Besseres in einer österreichischen Zeitung gesehen.

10 0

Der erste, GROSSE IRRTUM ökon. halbgebildeter

Pseudosozialisten aus SPÖVFP ist MEHR STAAT, MEHR UMVERTEILUNG u. somit MEHR SCHULDEN.

Der Glaube an den unendlich ausbaubaren
Sozialstaat wird auch in der Gewerkschaft gepredigt.

Die Apologeten der Staatsgläubigkeit verstehen nicht, dass starker Staat u. Marktwirtschaft ergänzende Komplemente, wie Kapital & Arbeit sind.

NUR der WERTSCHÖPFUNGSKUCHEN kann langfristig umverteilt werden, MEHR NICHT !!

Doch diese banale Tatsache wird nach 40 Jahren UMVERTEILUNGSGEHIRNWÄSCHE nicht mehr verstanden.

Quo vadis Ostarrichi ??

Antworten Gast: ballawatsch
04.12.2011 20:10
1 6

Re: Der erste, GROSSE IRRTUM ökon. halbgebildeter

da die kluft zwischen arm und reich immer größer wird, muss anscheinend noch mehr umverteilt werden.


Antworten Antworten Gast: wer wenn nicht er
31.12.2011 12:02
0 0

Re: Re: Der erste, GROSSE IRRTUM ökon. halbgebildeter

Seien Sie sich sicher: Bei einer Staatsausgabenquote von 52% könnte LOCKER das ärmste Einkommensviertel über den Durchschnitt gehoben werden.

Abseits davon: Vor der Globalisierung waren alle Bewohner eines armen Landes arm, dank geschützten Märkten gab es kaum Chancen.
Die Globalisierung brachte vielen Menschen von Südostasien bis Lateinamerika Wohlstand (siehe etwa die Entstehung eines bildungsbedingten Mittelstands in Brassilien).
Im Umkehrschluss sind die Ungebildeten bei uns stärker gefährdet als vor 40 Jahren, da z.B. die Textilbranche und andere bildungsferne Sektoren ebenso weltweit in Konkurrenz stehen.

Unsere lokal wachsende Kluft zwischen arm und reich geht somit mit einer weltweiten REDUKTION der Wohlstandsunterschiede einher. Das sollte uns auch bewusst sein!!!

Antworten Antworten Gast: powidl
05.12.2011 11:12
1 0

Re: Re: Der erste, GROSSE IRRTUM ökon. halbgebildeter

vielleicht liegt es daran, wohin umverteilt wird.


2 1

Re: Re: Der erste, GROSSE IRRTUM ökon. halbgebildeter

leeres Blabla, nichts mit dem Thema zu tun

Turnus
04.12.2011 19:15
10 0

Volkes Stimme

In der Schweiz hat ja das "dumme Volk" so entschieden und die schweizerische Bevölkerung in diese "missliche Lage" gebracht.

Antworten Gast: ich geh gleich mal kotzen
05.12.2011 09:41
2 0

Re: Volkes Stimme

Und in Österreich hat auch das dumme Volk entschieden, indem sie immer wieder die selben dummen, korrupten Politiker wählt. Die Ausrede keine Partei ist besser, darf man schlicht weg nicht gelten lassen.

Aber der Österreich fühlt sich halt immer noch am wohlsten wenn er jammert, suddert, schimpft und sich fügt.

Ich muss mich leider dazu zählen, aber wir haben es nicht besser verdient.

Kreuzhans
04.12.2011 18:12
6 0

Österreich

Wior werden in eine Desaster geführt von unserer Regierung. Unsere Wähler wählen wieder die unfähigsten Leute, und nehmen das mit Freude was wir gar nicht haben.

Antworten Gast: nona
04.12.2011 18:46
1 0

Re: Österreich

Wo sind denn fähige??

Antworten Antworten der__mann
04.12.2011 22:03
0 0

Re: Re: Österreich

Hier


2 4

Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde.

kein geschäftsführer eines schnapsladens kann diesen allein austrinken. dafür benötigt er hilfe!
und die bekam er auch in großer zahl: täglich tausende vor dem laden, die sich einen gratisdrink ausschenken ließen.

wir kennen die empfänger des strukturellen defizits, es sind jene menschen, die 'zuviel' sind. zuviele beamte, zuviele pensionisten, zuviele im gesundheitswesen, zuviele arbeitslose..

da jedoch bei keiner dieser gruppen die 200 mrd zu finden sind, müssen wir der spur des geldes nachgehen.
der arbeitslose kaufte sich lebensmittel, der pensionist eine couch, der beamte ein auto.
aber auch greissler, tischler oder autohersteller hat die 200 mrd...

JEDER hat einen (mehr oder weniger großen) teil davon mal gehabt, jeder österreicher! und in summe sind die 200 mrd noch immer da.

das ist der große vorteil des geldes im vergleich zu alkohol!
und was da ist, kann auch zurückgeholt werden!
dazu gleich mehr.


Antworten MiziTante
04.12.2011 20:03
3 3

Re: Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde.

Dumme Sozi-Neid-Propaganda, die jedes Land früher oder später in den Ruin führt.

1 1

Re: Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde.

das geld ist also noch immer da.
allerdings nicht mehr in den taschen der ursprünglichen empfänger sondern es hat sich kumuliert in den taschen weniger.

diese wenigen weisen nun eine besonderheit auf, die kontraproduktiv wirkt:
sie verkonsumieren es nicht mehr selbst wie die vorbesitzer und schaffen damit werte, sondern sie beauftragen damit andere = sie führen es der sparquote zu und lassen die finanzwirtschaft damit spielen.

an diesem punkt gilt es anzusetzen:
das umleiten eines teils dieser sparquote von den wallstreet-boys weg DIREKT in die refinanzierung des staats.

freiwillig machen das die besitzer des geldes wohl nicht, zu verlockend ist das halbe prozent rendite, das ihnen zusätzlich versprochen wird. (der zwischenhändler kassiert auch noch seinen teil und der bürger darf für unnötig hohe zinsen aufkommen)

eine lösung könnte eine reichensteuer, vermögenssteuer, höherer steuersatz sein, wo die erträge NICHT ins budget fließen, sondern in form von relativ niedrig verzinsten staatsanleihen, NICHT handelbar, in einen kredit umgewandelt werden.

denn eines geht mit sicherheit nicht, auch wenn schellhorn es dank seiner tunnelideologie propagiert:
strukturelle defizite in 6 jahren auf null reduzieren.
einem alkoholkranken kann man auch nicht einfach die flasche wegnehmen. da randaliert er. erfolg bringt nur eine langfristige entwöhnung, die aber viel mehr kostet, als er in dieser zeit versaufen könnte.

so ist es auch mit dem strukturellen defizit!

Antworten Gast: Anders gesehen!
04.12.2011 17:43
3 4

Re: Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde.

Wenn 95% des Volksvermögens auf 5% der Bevölkerung verteilt sind, wird man wohl auch 95% der 200 Mrd. Euro genau dort finden, oder?
Der Rest sind dann 10 Milliarden auf 7.600.000 Einwohner macht pro Kopf 1.315 Euro aus.

Von dem mal abgesehen müßte man den Pensionisten und Arbeitslosen, etc. dann auch die Chance geben eine Arbeit zu finden, das geht aber nur durch Aderlaß von jenen die 95% des Volksvermögens haben!

Oder glaubst du wirklich das die Lebensmittelmafia ihre tüten aus der Hand geben und wieder den Einzelhandel erlauben werden, nie und nimmer, sie behrschen den Markt, vom Anbau, über die Veredelung, dem Handel bis zur entsorgen, genau aus dem Grund gibt es keine Kreisler mehr, jene Berufsspaten die eben früher dafür sorgten das es genau keine Arbeitslosen gab!

Und diese 5% haben es gleichzeitig geschaft die Polik zu unterwandern und die Gesetze zu Diktieren ohne wenn und aber, oder wie sonnst war es möglich das der Apfel gleich eine ganze Produktklasse durch Patentschutz und Co. besitzt?

Antworten Antworten Gast: Martin_S
04.12.2011 22:46
2 1

Re: Re: Das Land hat sich nämlich in den wirtschaftlich guten Jahren ausnahmslos wie ein Trinker verhalten, der gerade zum Geschäftsführer eines Schnapsladens bestellt wurde.

Sie sollten sich mal therapieren lassen - soviel Alkoholkonsum wie bei Ihnen, das ist auf Dauer ungesund!

Gast: Das hohe Roß
04.12.2011 16:27
2 11

Und der tiefe Fall des Reiters!

Die Schweiz ist ein Bergbauerndorf das leicht reden hat wenn sie besten von den Schulden aus Italien, Griechenland, Spanien und Portugal lebt, mit einem Finanzsystem das längst zur Verschrottung gehört, wie sonnst sollten sie ihr dasein sonnst genießen?

Es ist nicht alles Gold was Glänzt, in der Schweiz glänzen höchsten die Berggipfel in der aufgehenden Sonne und sonnst nichts.

Und dann sollte eben auch nicht vergessen werden das viele Geld aus den Dunkeln Ecken der Erde und der Vergangenheit, das niemand mehr gehört, usw.

So das mußte sein, den Reiter vom Hohen Roß seiner Selbstgefälligkeit zum stürzen zu bringen!

Antworten Helvetier
04.12.2011 17:06
5 1

Re: Und der tiefe Fall des Reiters!

Selbstverständlich kann ich mir - als zumindest indirekt Angesprochener - eine Replik auf Ihren Kommentar nicht verkneifen.

Sie liegen wohl richtig, wenn Sie erwähnen, dass in der CH nicht als Gold ist was glänzt. Auch Ihre Erwähnung der Schwarzgeld-Existenz ist eine nicht zu bestreitende Tatsache, wenn dieses Phänomen auch völlig überschätzt und betont wird. Im Übrigen ist es eine unmittelbare des Schweizerischen Bankgeheimnisses, das wiederum (ursprünglich) keine Geschäftsidee (zur Köderung unversteuerten Geldes) sein sollte, sondern die Konsequenz schweizerischer, staatsphilosophischer Prägung darstellt.

Ihre (in orthographisch zweifelhaftem Rahmen) bisweilen beleidigenden, argumentationslosen Teile sind zwar bedauerlich, falsch hingegen ist die Behauptung, die CH würde von den europ. Staatsschulden profitieren: Das Gegenteil ist der Fall. Denken Sie etwa an den EUR-CHF-Kurs (leidtragende Exportwirtschaft), SNB-Interventionen, etc. Im Übrigen möchte ich Ihnen in Erinnerung rufen, dass die CH über den IWF einen "grösseren Betrag" zu Stützung der Pleitestaaten investieren durfte.

Besten Dank und einen angenehmen Sonntag.

Antworten Antworten Gast: Das hohe Roß
04.12.2011 17:53
0 0

Und der tiefe Fall des Reiters!

Ich mag generell diese Vergleiche nicht, die Schweiz ist besser, die USA ist schlechter, jedes Land hat seine ganz spezifischen Eigenheiten, es sollte weniger beleidigend sein, als vielmehr auch die Ironie gesehen werden.

Besonders liebe ich es ja wenn man Wien mit allen möglichen und Unmöglichen Städten vergleicht wo nicht alles besser ist als eben in Wien selbst, vergießt dabei aber das Wien eine Metropole ist die für sich dasteht, kein Mailänder würde auf die Idee kommen Mailand zu Wien machen zu wollen, genau so würde es scheitern Wien zu Paris umzuwandeln, es geht nicht.

Antworten Antworten Antworten Helvetier
04.12.2011 18:08
0 0

Re: Und der tiefe Fall des Reiters!

Auch wenn Sie nun ziemlich vom Thema abgekommen sind: Ihren ersten Absatz unterschreibe ich Ihnen. Allerdings schreiben Sie ziemlich gegenteilig zum Kommentar von 16:27h.

Gruss.

Gast: Beratungslobbyist
04.12.2011 15:06
6 1

Zur Sache

Die kapitalistische Demokratie ist immer schon eine Totgeburt gewesen. Der gedachte Souverän - das Volk - darf Repräsentanten wählen, welche im Lobbyistengetümmel alle Wünsche derer erfüllen MÜSSEN, die das meiste Geld fließen lassen.

Rückblickend muss man sagen, dass diese totale de facto Oligarchie vor dem Fall der Sowjetunion darauf bedacht sein musste, dass es diesseits der Mauer besser aussehen musste als dahinter. Ab Beginn der 90er ohne jede Konkurrenz zeigte diese Oligarchie jedoch ihre wahre Dynamik indem Politik und Wirtschaftsbosse den Startschuss gaben "die Sau rauszulassen" was zum Abbau des Mittelstandes und der Verarmung breiter Massen führte. Und das trotz Versuchen die Entkopplung der angehäuften Vermögen von realen Grundlagen zu verdrängen.

Ohne eine grundlegende Reform des Geldsystems sowie des Zinseszinssystems - ohne Reform dieser Demokratur zu einer echten Demokratie wird es keine Lösung geben. Und je länger es von jetzt an dauert, desto mehr Blut und Tränen werden am Ende fließen. Auch wenn einige Maximalindoktrinierte hier im Forum das niemals nicht wahr haben wollen. Sorry guys.

Antworten Gast: Martin_S
04.12.2011 22:51
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Re: Zur Sache

Nun, Tatsache ist in Österreich, dass mit viel Holladero immer genau JENE Partei in die Regierung gewählt wurde, die ALLEN ALLES versprochen hat (in Form von Geld- und Sachzuwendungen, vulgo "Wahlzuckerln"). Und diese Partei(en) haben dann orddentlich Geld ausgegeben, welches sie nicht hatten. Also ist im Grunde der "kleine Mann" der Strasse schuld, dass solche Politiker und Parteien in Österreich an die Macht kamen und jahrzehntelang Geld, das nicht Ihnen gehörte, verpulvert haben! Also können Sie sich gleich selbst an der Nase nehmen!

 
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