SuperMarkt: Sparen wir uns doch das Sparen

17.12.2011 | 17:56 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Österreichs Bundesregierung greift im Kampf gegen die Finanzmärkte zur bewährten Wunderwaffe: Dem "einnahmenseitigen Sparen". In Wahrheit ist von sinkenden Staatsausgaben keine Rede.

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Das ausklingende Jahr hält zwar keine Wunder bereit, aber zumindest die eine oder andere Überraschung. Wie zum Beispiel folgende Äußerung aus der vergangenen Woche: „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.“ Dieses vergleichsweise triviale Zitat stammt nicht etwa aus einer Friedrich-August-von-Hayek-Anbetungsmesse, sondern aus einem Pressegespräch mit Erich Foglar. Seines Zeichens Präsident des Gewerkschaftsbunds. Ein Wunder wäre es freilich gewesen, wenn dieser Analyse der flammende Appell entwachsen wäre, die Staatsausgaben nun radikal den Einnahmen anzupassen, um jenen Kredit zurückzuholen, den der Schuldner Österreich leichtfertig verspielt hat.

Aber keine Sorge, aus Sicht der Gewerkschaft ist für den gemästeten Staat keine Fastenkur angesagt. Vielmehr sind die Portionen dem gewachsenen Hunger des kleinen Dickwansts anzupassen: Höhere Staatseinnahmen schaffen das erkannte Problem aus der Welt, nicht niedrigere Ausgaben.

Mit diesem Therapievorschlag ist die Arbeiterbewegung alles andere als isoliert. Auch konservative Regierungsvertreter halten staatliche Ausgabenkürzungen für den schnellsten Abstieg ins ökonomische Jammertal. Reduziert der Staat nämlich seine Ausgaben, sinkt unweigerlich die Auftragslage in der Wirtschaft, woraufhin die Unternehmen ihre Produktion kürzen und den Mitarbeiterstand verringern, was wiederum zu sinkender Konsumnachfrage der privaten Haushalte führt. Weniger Beschäftigung und steigende Arbeitslosigkeit verstärken die Abwärtsspirale, womit der volkswirtschaftliche Schaden am Ende höher ist als die Ersparnis durch die staatliche Ausgabenkürzung. So in etwa hat John Maynard Keynes sein „Sparparadoxon“ definiert.

Andernorts gilt nicht das Erfinden von künstlichem Wirtschaftswachstum auf Pump als große Tugend, sondern das Sparen im klassischen Sinn – also das „Zur-Seite-Legen“ von Geld. Nur so ist die Akkumulation von Kapital möglich, das in der Folge an findige Unternehmer verliehen werden kann, um deren Investitionspläne in die Tat umzusetzen. Damit entsteht Beschäftigung, die ihrerseits zu wachsenden Konsumausgaben führt, wodurch die Produktion auf den Werkbänken angeregt wird, was wiederum zu steigender Nachfrage und Beschäftigung führt, die in höhere Konsumausgaben mündet – und so weiter und so fort. Womit Sparen die grundlegende Voraussetzung für Beschäftigung und Wachstum ist.


(c) Die Presse

(c) Die Presse

Versuchslabor Österreich. Der überlegene Sieger in diesem Richtungsstreit war Keynes, dessen Theorie zum Exportschlager wurde. Alle europäischen Wohlfahrtsmodelle setzten auf das von Staatshand herbeigezauberte Wirtschaftswachstum, gespeist von immer neuen und höheren Krediten. Als wahrer Musterschüler entpuppte sich Österreich, das in ein „John-Maynard-Keynes-Versuchslabor“ umfunktioniert wurde. Der Staat wurde sukzessive und mit voller Absicht zum größten Wirtschaftsfaktor ausgebaut– beseelt von der Idee, dass unkündbare Staatsbedienstete im Zweifelsfall bessere Entscheidungen treffen als Millionen von profitorientierten Marktteilnehmern, die ihr gesamtes Vermögen einsetzen.

Wachstumsmäßig schien die staatlich gelenkte Marktwirtschaft auch lange Zeit zu funktionieren. Der Wohlstand kletterte unaufhaltsam nach oben – allerdings auch der dafür nötige finanzielle Einsatz. So wird die öffentlich Hand in Österreich heuer 159 Milliarden Euro ausgeben. Vor drei Jahren waren es 139 Milliarden Euro, ein Jahr davor 134 Milliarden Euro. Übrigens allesamt Jahre mit guter bis sehr guter Konjunktur und frei von Sonderbelastungen aus der Bankenrettung. In nur sechs Jahren hat der Staat seine Ausgaben also um 30 Prozent erhöht.

Die Kombination aus unstillbarem Finanzbedarf und permanenten Defiziten lässt aber die Geldgeber Österreichs zusehends an der Bereitschaft des Landes zweifeln, seine Schulden auch irgendwann tilgen zu können und zu wollen. Schließlich zählt es nicht zu den ausgewiesenen Spezialitäten heimischer Regierungen, dann und wann einen Überschuss zu erarbeiten. Die Märkte signalisieren ihre wachsende Besorgnis mit höheren Aufschlägen (Zinsen) auf österreichische Staatsanleihen. Damit verteuert sich die Verschuldung des Landes, der budgetäre Spielraum für die Finanzierung wichtiger Projekte schmilzt dahin.

Die Regierung hat das erkannt, weshalb nun gespart werden soll. Allerdings nicht bei den öffentlichen Ausgaben. Vielmehr wird die rot-weiß-rote Budgetwunderwaffe bemüht: das „einnahmenseitige Sparen“. Von der Akademikersteuer über die Wertzuwachssteuer bei Immobilienverkäufen bis hin zur Solidarabgabe für Spitzenverdiener– der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Am besten gespart wird eben immer noch bei den anderen.


Inszeniertes Massaker.
Bürgern noch mehr wegzunehmen gilt hierzulande als unabdingbare Investition in die Zukunft – während Ausgabenkürzungen des Staates von nicht ganz unabhängigen Experten geschickt als ökonomisches Kettensägenmassaker inszeniert werden. In Wahrheit ist von sinkenden Staatsausgaben keine Rede. Es geht um den schüchternen Versuch, das Ausgabenwachstumeinzubremsen und weniger auszugeben, als eingenommen wird. „Sparen“ heißt jetzt, die Basis dafür zu legen, dass künftig zumindest in guten Jahren ein Haushaltsüberschuss anfällt. Auf diese Weise wäre das Land auch nachhaltig aus den Fängen der ach so üblen Finanzmärkte zu befreien. Wer nicht permanent Defizite anhäuft, hat die (übrigens selbst ins Haus gebetenen) Geldgeber nicht zu fürchten. Im Gegensatz zu jenen, die so tun, als wäre das geliehene Kapital ihr eigenes.

Auch wenn das alles jetzt keine Überraschung ist – und schon gar kein Wunder.



franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2011)

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106 Kommentare
 
12 3
Gast: Norix
22.12.2011 17:34
3 0

Wie immer...

...hervorragend, Herr Schnellhorn. Bester Schreiber Österreichs.

Schöne Weihnachten.

Herr Schellhorn hat leider Recht: Die Dummheit und Ignoranz mancher politischer Kreise,

ist wahrscheinlich nicht auszurotten.
Erst wenn das System an die Wand fährt, werden diese unverantwortlichen Gesellen Feuer schreien, aber dann ist die Gestaltungsfreiheit gänzlich dahin.

Gast: Isch*ißmian
19.12.2011 09:52
2 3

Märchenstunde bei Herrn Schellhorn...

1. Keynes hat immer einen ausgeglichenen Haushalt gefordert - ergo ist unser rot-schwarzes Schuldenparadies nicht Keynesianismus sondern Klientelismus.
2. Das Geldvermögen ist genauso ungleich verteilt wie das restlicht Vermögen - genaue Daten siehe Deutschland, lässt sich auf Ö umlegen. Es würde also nicht die kleinen Sparer draufzahlen sondern die oberen 1-10 %.
3. Der klassische Angehörige der Mittelschicht wird weiter für sein Geld arbeiten gehen müssen - Inflation/Ersparnissschwund oder nicht.
4. Wichtiger als die Höhe der Staatsquote/Verschuldung ist die Höhe der Zinsen, die Gläubigerstruktur und die VERWENDUNG des Geldes. Hier sind wir extrem schlecht - Stichwort Tunnelbau statt Ganztagesbetreuung.
5. Wer sich über Entschuldungsstrategien informiert sollte sich die USA(!) nach dem 2. Weltkrieg ansehen: 121 % Verschuldung - als Antwort 92 % ESt.-Spitzensteuersatz, 77 % Erbschaftssteuerspitzensatz, 45 % KÖSt. und ein negativer Realzins. Noch einmal: in den USA(!).

Antworten Gast: Gast 2011
19.12.2011 11:07
4 2

Re: Märchenstunde bei Herrn Schellhorn...

das gleichmäßige Verteilen von Vermögen praktiziert am besten der Kommunismus. Nachdem aber dann alle gleich wenig haben, fehlt jede Initiative mehr zu arbeiten als der andere. Wie das endet ist bekannt - diese Zukunft sollte man schnell wieder vergessen!

Antworten Antworten Gast: Isch*ißmian
19.12.2011 11:30
3 0

Kommunismus haben wir heute - nämlich für die Banken und extrem Reiche. Ein risikoloses Dasein, im Zweifel auf Kosten der Gemeinschaft.

Gleichverteilung ist unmöglich, nicht sinnvoll und wird von mir auch nicht angestrebt. Aber die Schere darf nicht zu sehr aufgehen.

Übrigens würde ich ein wenig vorsichtig damit sein die USA kommunistisch zu nennen - NSA hört mit :-).

Gast: grösso
19.12.2011 09:39
0 3

Eine riesige Gemeinschaftsgeldbörse

Nachdem doch seit Jahrzehnten zunehmend erfolgreich am Verwischen von Privat und Staat gearbeitet wird, sich ganz Österreich zu einer einzigen Gemeinschaftsgeldbörse entwickelt hat, ist es doch auch schon wurscht, ob das Geld von hier oder von da kommt - der große Brudervater Staat kümmert sich sowieso um alles! Er sorgt, daß alle alles habe, also: soviel ihnen halt seiner Meinung nach zusteht!

In einer Zeit, in der sich ohnehin alles auflöst - mein, Dein, Österreicher oder Ausländer, Hiesiger oder Dasiger, Mann oder Frau ... - ist auch wurscht, woher das Geld des Staates kommt.

Geld hat keine Mascherl, brummt da der große Göttervater Staat, es muß nur DA sein! Die Maxime ist ja: nur nicht mehr ausgeben als einnehmen. Nicht "weniger ausgeben". Ob Einnahmen erhöht, oder Ausgaben gesenkt - da bewahren wir uns lieber die Größe der Gemeinschaftsbörse, und damit unseren Einfluß auf das Gedeihen einer glücklichen Gesellschaft der Gleichen und Wohlgestandeten. So bleibt das Land am Tropf, und allen geht es gut. Also so irgendwie.

0 6

Was habt ihr alle Angst

die Hauptschuldigen zu nennen.Es sind die zockenden und zumindest im tagestakt neue Finanzprodukte jeder Spielart erfindenden Finanzmärkte.Die schafften sogar den kleinsten Gemeinden einzureden,endlich mitzuzocken (investieren)Die Ergebnisse sind bekannt.Tausende Billionen Euro trudeln durch die virtuelle Welt der Finanzwelt denen nur ein winziger Bruchteil an realen Gütern entgegenstehen.Selbst immer mehr konservative Politiker und auch Investoren wie Soros und Buffet nebst einer immer größer werdenden Zahl Ökonomen rufen laut auf die Finanzwelt in die Mangel zu nehmen,zu regulieren, und sich nicht an deren Nasenringen -woran die Politiker vor lauter Feigheit hängen-gängeln und befehlen lassen.Die Macht der Politik muß schnellstens über die Finanzmärkte wiederhergestellt werden.
Die niedlichen Sparrezepte die Schellhorn vorschlägt sind ja untauglich um dieses nach Anlage suchende Phanthasielardien"vermögen"zu "versöhnen".
Vom Zinsproblem gar nicht zu reden.

Das System wird kollabieren

Nun rächt sich die Schuldenpolitik der letzten Jahrzehnte.Diese Versäumnisse lassen sich mit neuen Steuern nicht wettmachen.Wir haben in Österreich gravierende Strukturprobleme(Pensionssystem, aufgeblähte öffentliche Verwaltung, ineffizientes Gesundheits- und Bildungswesen etc.).Diese Probleme sind mit neuen Steuern(wir sind ausserdem ein Hochsteuerland)nicht lösen.Des weiteren werden den Banken, welche mit 7-8% Eigenkapital operieren(jeder kleine Kreditnehmer braucht mehr Eigenkapital)Mrd. von Euro zugeschossen.Wenn unsere Politik und im Endeffekt wir alle nicht endlich aufwachen, wird dieses System in wenigen Jahren zusammenbrechen.Und dann wirds lustig.

Antworten Gast: Schuldenfreier Staat...
18.12.2011 21:25
1 0

Re: Das System wird kollabieren

Einen Staat kann man ohne Schulden nur dann führen wenn auch die die dahinterstehen für den Staat und das Volk ohne übergeordnete Interessen arbeiten und arbeiten können.

Der Kollaps sind nicht die Schulden sondern eine Gesetzgebung die eindeutig einige wenige zu lasten vieler Begünstigt, zum Beispiel Glühlampenverordnung, es geht nicht um Einsparrungen sondern nur darum für einige wenige neue Märte zu schaffen die auf kosten der Allgemeinheit dank staatlicher Unterstützung sich einen schönen Tag machen.

ACAT wird der Höhepunkt sein, dazwischen gibt es viele wie das neue ORF Gebührengesetzt, das Patentwesen, der Urheberrechtsschutz, der ja auch angehoben wurde ohne Nutzen für die Allgemeinheit im Interesse einiger weniger.

der schellhorn wie immer

tut der so, als ginge es ihm um die "bürger".

das kettensägenmassaker ist eh schon längst überfällig. seit nämlich die schüssel-regierung den schellhronschen "bürgern" ( die obersten 10%) völlig entkoppelt hat von allen anderen, normalen und dummen steuerzahlern.

genauso wie diese regierungen noch immer versuchen das 3%-inflations-märchen aufrechtzuerhalten. wenn gleichzeitig versicherungen, strom und allgemein energie, wasser, abgaben und lebensmittel um 20 oder 30% mehr kosten.

die 3% gelten nur für die reichen und reichSTEN, weil die maximal 15% ihres einkommens fürs leben brauchen, und den rest in (zugegebener maßen billiger gewordene) unnütige sachen stecken können. von der fernreise bis zu mega-flatscreens. nur braucht halt die merhehit der österreicher ihr einkommen schon lange fürs tägliche leben, und hat kein geld mehr für diesen firlefanz.

Gast: Goggi!
18.12.2011 17:35
3 1

Uneinsichtigkeit führt zum Tod

Einen schweren Alkoholiker, welcher sich nicht zur Entwöhnung und dann zum absoluten Antialkoholismus hin bewegt, trifft meist der rasche Tod.
Faymann & Co haben dies mit den Staatsfinanzen noch nicht begriffen! Vielleicht kann man doch ein Strafverfahren wegen Versäumnis gegen die ordentliche kaufmännische Sorgfaltspflicht einleiten, um diese Staatsschädlinge endlich weg zu bekommen!

Antworten Gast: grösso
19.12.2011 09:44
0 0

Aber geh.

Ein Alkoholiker kann nicht anders, er übelegt nicht. Diese Politiker überlegen sehr wohl! Und sie sind auch durchaus der Meinung, daß nicht mehr ausgegeben als eingenommen werden kann. Aber dann kommen die Überlegungen, daß ein Senken der Staatsquote auch einen "Wirtschaftsrückgang" nach sich ziehen könnte, und tatsächlich: weniger Beamte heißt, weniger BIP.

Niemand sagt, WIE erreicht werden soll, nicht mehr auszugeben als einzunehmen. Und so, als kleines Weihnachtsbenefit sozusagen, bleibt auch der staatliche Einfluß gleich, nein, steigt noch ein wenig, und noch ein wenig, und noch ... Bis alles endlich gleich und alles endlich gerecht ist.

Und wenn sie nicht gestorben sein werden, werden sie noch glücklich gelebt haben, bis an das Ende aller aller Tage.

Per Amtshaftung Regressionsforderungen

Es wird Zeit, dass per Amtshaftung diese politischen Nichtsnutze genauso zur Verantwortung gezogen werden, wie sie es per Gesetz von Vorständen und Aufsichtsräten fordern.

Eine derartige wirtschaftliche Nullleistung zum eigenen Machterhalt ist weltweit einzigartig. ich verstehe nicht, wieso die internationalen Ratingagenturen da mitspielen, zumal eine mit der Schuldenbremse im Verfassungsrang inzwischen belogen wurde.

Gast: Piraten
18.12.2011 15:07
3 0

Schluss mit der Pfründe- und Privilegienwirtschaft!

. . . ein Sozialsystem für alle. Weg mit rot und schwarz,
für eine Opposition von Journalisten, Altruisten, welche dem Bürger kompetente Fachleute aus den Ressorts zur Wahl stellen.

Gast: grundrechnungsart
18.12.2011 14:37
1 0

die Sozialhilfeempfaenger sind nicht schuld

ohne auf die diese Problematik insbesondere im Zusammenhang mit den Neo-Österreichern näher einzugehen, kurz eine Überschlagsrechnung:

wenn es ein halbe Million Sozialhilfe oder sonstige Hilfe Empfänger welcher Art auch immer gibt, kommt man auf (500.000 mal 10000 Euro pro Jahr)

5 Milliaren EURO

das sind ca. 3% der Staatsausgaben

wer steckt die anderen 97% der 159 Milliarden ein?

Re: die Sozialhilfeempfaenger sind nicht schuld

Es geht hier schon lange nicht mehr um die Sozialhilfeempfänger, sondern um gravierende Strukturprobleme wie etwa unser bald kollabierendes Pensionssystem, unsere total ineffiziente öffentliche Verwaltung, unser ineffizientes und überteuertes Gesundheits- und Bildungssystem.Weiters um die Milliardenhilfen an die Banken, die mit einer Eigenkapitalquote operieren, die sie einfachen Kreditnehmern niemals zugestehen würden.ABER:Wenn unser Bankensystem kollabiert, dann gute Nacht Europa.Und es geht darum, dass wir alle sparen werden müssen, denn es ist eine Minute vor zwölf.

Antworten Gast: Nachgerechnet
18.12.2011 17:57
0 0

Re: die Sozialhilfeempfaenger sind nicht schuld

Nachgerechnet:
159.000.000.000 / 14.000 = 11.357.142 Einwohner

Da Österreich ltd. Wiki nur 8.430.558 Einwohner (stand 31.10.2011) hat:
159.000.000.000 / 8.430.558 = 18.859,96 Euro / EW

Das ist pro Nase vom Frühchen bis zum Sterbebett, 1347,14 Euro/ Monat inklusive Urlaubsgeld und Weichnachtsgeld.

(Umfrage, wer mehr hat Netto wählt Grün, wer weniger hat wählt Rot)

27.000.000.000 für Beamte. Zig Milliarden für Politiker (wird aber nie aufgeschlüsselt)


Antworten Antworten Gast: grösso
19.12.2011 09:57
0 0

Re: 27.000.000.000 für Beamte. Zig Milliarden für Politiker (wird aber nie aufgeschlüsselt)

Sie sprechen das eigentliche Problem an. Das liegt nicht bei Ausgaben vs. Einnahmen! Es liegt in den Dimensionen, in einem gesellschaftlichen Umbau, dem wir unterzogen wurden. Eine herrschende Schichte wurde aufgebaut, die mit Zähnen und Klauen alles verteidigen wird, das ihr Macht streitig machen wird. Und die Finanzmathematik wird es noch gutheißen, wetten?

Beispiel? Kinderbetreuung. Am besten alle und flächendeckend, vom Nuckelalter an. Schafft sogar Arbeitsplätzhe (BIP wächst!), und die Eigendynamik dieser staatsabhängigen Stellen erzieht die gesamte Gesellschaft um. Ein Zurück zur Familie würde aber nicht einfach nur keine diesbezüglichen Ausgaben (und Abhängigkeiten) produzieren, sondern

Als ginge es nur ums Geld ... dabei ist das nur ein Folgeproblem. Wir können uns diese Form von Gesellschaft zu der wir umgezwungen und gehirngewaschen wurden nicht leisten, das ist es! Und genau darüber wird nicht diskutiert! Also ist alles für die Katz, aber völlig. Bis zum nächsten, noch größeren Crash halt.

Es braucht eine Grundsatzdiskussion, keine lächerliche Schein-Streiterei, woher das ganze Geld zu nehmen sei. Unsere Probleme kommen aus dem Wahn einer sich selbst rechtfertigend dynamisierten ideologischen Luftblase, die dem Leben der Menschen nach und nach alle innere Kraft aussaugt.

Wir haben nicht das Problem der "Leistungsbereitschaft" der Menschen. Wir haben das Problem der Herrschaft der Gelangweilten. Wir haben das Problem katastrophischer Gesellschaftspolitik.

Das wahre Problem

Das wahre Problem liegt im Verständnis der Rolle des Staates.

In Europa werden die Bürger zur erlernten Hilflosigkeit erzogen, da sie in der sicheren Annahme schwelgen können, jedenfalls alimentiert zu werden.

Das würde auch funktionieren, wenn eine Mehrheit eine Minderheit mitschleifen müsste.

Demografisch ist es aber leider immer mehr umgekehrt. Und es wird nicht besser. Die Bevölkerung wird älter (Pillenknick, Zerstörung der Familie) und unproduktiver (aufgeblähter Staatsapparat, falsche Zuwanderungspolitik, katastrophale Verschwendung bei Günstlingen, Förderungen etc.), und Leistungsträger werden durch überzogene Aderlässe (Steuern, Abgaben), lächerliche Bürokratieschikanen sowie nicht zuletzt durch Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung bzw. sogar offen zur Schau gestellte Mißgunst zunehmend demotiviert oder ins Ausland vertrieben.

Und wenn dann irgendwann zu wenig Produktive da sind, denen man noch etwas wegnehmen könnte, dann kommt der große Katzenjammer und der stechende Kopfschmerz des Entzugs.

Re: Das wahre Problem

"toll" ist auch, wenn sich diese mehrheit dann von der minderheit durch demokratische wahlen noch mehr holt (wenn 51% darueber entscheiden, wie mit dem eigentum der anderen 49% umgegangen wird)

das problem am sozialismus ist nur, dass einem mit der zeit das geld anderer leute ausgeht

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Re: Das wahre Problem

die Story von den wenigen fleissigen Leistungsträger die die große faule Masse erhält ermüdet mittlerweile etwas.

Re: Re: Das wahre Problem

Stimmt aber.

Re: Re: Das wahre Problem

Mag sein, dass das bei mir anders ist, weil mich die großzügigen Abzüge auf dem Lohnzettel am Monatsende stets aufs Neue daran erinnern, dass ich das Vergnügen habe, allerhand lustige Dinge zu sponsern.

Vielleicht würde es Ihnen ähnlich gehen, wenn Sie in der gleichen Situation wären... Was aber offenbar nicht der Fall ist.

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Re: Re: Re: Das wahre Problem

Das Diskutieren erspare ich mir weil sie ohnehin wenn man sich Ihre populistischen inhaltslosen Aussagen genauer ansieht keine Argumente mehr liefern können die wissenschaftlich in irgend einer Weise belegt sind und Sinn ergeben würden. Daher viel Spass beim Schuldigen suchen. Bei Minderheiten wie Migranten und Menschen die sich nicht gegen Ihre Anschuldigen wehren können wie die vielen Mindestlohnbezieher in Österreich beispielsweise die ja weil sie so wenig verdienen das sie keine Einkommenssteuer zahlen müssen (Die Ust. lassen wie mal weg das würde ja Ihre Argumentation sofort ins lächerliche ziehen) weil sie so wenig verdienen. Das sind natürlich keine Leistungsträger in Ihren Augen. Wie herrlich muss das Leben sein wenn man so toll und erfolgreich wie sie ist!

Gast: Hänschenklein
18.12.2011 14:04
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Sparen wir uns das Sparen

Ja, ja, unsere lieben von uns gewählten Politiker lieben es, das Geld anderer Leute zu verschenken und sich dafür feiern zu lassen. Weil sich aber immer mehr Menschen das nicht mehr gefallen lassen, nimmt man das Geld unserer Kinder.
Wozu also sparen? Unsere Kinder können sich eh nicht wehren. Wenn sie wählen können, dann ist es zu spät, sie müssen zähneknirschend das Geld zurückzahlen, das die Politiker so großzügig heute verteilen. Es ist ja soooooo gut, wenn man mehr ausgeben kann, als man hat.

 
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Hobbyökonom

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