SuperMarkt: Europas letzte Planwirtschaft

21.04.2012 | 18:48 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Es sind, wie dieser Tage allerorts zu vernehmen ist, nichts Geringeres als „Schicksalswahlen“, die am Sonntag in Frankreich abgehalten werden.

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Es sind, wie dieser Tage allerorts zu vernehmen ist, nichts Geringeres als „Schicksalswahlen“, die am heutigen Sonntag in französischen Wahllokalen abgehalten werden. Mit der Frage, wer künftig in der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas das Sagen hat, werde nämlich nicht nur über die Zukunft Frankreichs entschieden. Sondern auch über Gedeih und Verderb des gesamten Währungsraumes – und damit über den Wohlstand aller Europäer. Sollte gar der Sozialist François Hollande in den Pariser Elyséepalast einziehen, sei mit dem Allerschlimmsten zu rechnen: Die Geldgeber des schwer verschuldeten Landes würden einen Kurswechsel nach links nicht goutieren und höhere Zinsen für ihre Ausleihungen fordern. Frankreich würde in weiterer Folge in derart ernste finanzielle Turbulenzen geraten, dass an ihnen sogar die gesamte Eurozone zerbrechen könnte.

Das klingt reichlich unerfreulich, ist letztlich aber nur böse Propaganda aus dem Lager von Nicolas Sarkozy. Denn in Wahrheit ist es eine Frage der Optik, ob Frankreich künftig vom (linken) Sozialisten Hollande oder wie bisher vom (rechten) Sozialisten Sarkozy geführt wird. Ob einer die Geschicke lenkt, der im Wahlkampf klargemacht hat, die Zukunft des Landes mit einer weiteren Erhöhung der öffentlichen Ausgaben und Defizite zu verspielen. Oder ob es einer ist, der das in den vergangenen Jahren bereits nach Kräften versucht hat.


Viele Probleme, aber eine Lösung. Der „rechte“ Nicolas Sarkozy hat zwar jede Menge radikale Reformen versprochen, aber nur deren Verschleppung gehalten. Wie schon seine Vorgänger sorgte auch Sarkozy mit exzessiven Staatsausgaben für halluzinatives Wirtschaftswachstum, womit der bereits alle wirtschaftlichen Belange dominierende Staat weiter gestärkt wurde. Welches Problem auch auftauchte, die Lösung lag und liegt stets in noch höheren öffentlichen Ausgaben. Ausschreitungen in Zuwanderervierteln werden ebenso mit steigenden Staatsausgaben bekämpft wie die dramatisch sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft oder die noch so kleine Delle in einer ohnehin recht flachen Wachstumskurve. Der Staat denkt und lenkt in jeder Lebenslage, nirgendwo in Europa dirigiert die öffentliche Hand das Leben seiner Bürger so energisch wie in Frankreich. Mit Ausgaben von 57Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts ist der Staat der bei Weitem größte Wirtschaftsfaktor des Landes – womit heute die Bürger der letzten großen Planwirtschaft Europas zu den Urnen schreiten.


Der Verwalter des Niedergangs. Das allein Nicolas Sarkozy anzulasten wäre ungerecht. Er hat den Niedergang Frankreichs nicht ausgelöst, sondern „nur“ administriert. Mit dem Ergebnis, dass die öffentlichen Finanzen der „Grande Nation“ zerrütteter sind denn je. Der letzte Haushaltsüberschuss wurde 1974 ausgewiesen, ein Rekord, der nur von Österreich geschlagen wird. Selbst in wirtschaftlich guten Jahren – wie 2010 – lag der Abgang im französischen Staatshaushalt bei über sieben Prozent. Deshalb, und nicht wegen der Finanzkrise, ist das Land heute mit knapp 90Prozent seiner Wirtschaftsleistung verschuldet.

„Rechts“ sind an Sarkozy vielleicht seine Law-and-Order-Parolen gegenüber Zuwanderern, aber nicht seine wirtschaftspolitischen Taten. Sie folgen dem europäischen Mainstream, der nicht in atemberaubend hohen Schuldenbergen die größte Existenzbedrohung der Eurozone wittert, sondern in konzertierten Sparprogrammen seiner Nationalstaaten. Je stärker die öffentlichen Ausgaben wachsen, desto lauter die Warnungen vor deren Kürzung. Als stünden heute zahlreiche europäische Staaten deshalb am Rande des Bankrotts, weil sie in den vergangenen Jahrzehnten viel zu sehr auf Haushaltsdisziplin geachtet und damit auf jede Menge Wachstum und Wohlstand verzichtet hätten.

Der französische Weg steht auch für Europas Illusion, wonach nicht Fleiß, Innovation und unternehmerisches Wagnis den Wohlstand der Bevölkerung mehren. Sondern ein umsichtiger Staat, der Einkommen und Arbeit gerecht verteilt. Dabei war es die 1998 unter dem sozialistischen Premier Lionel Jospin beschlossene 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, die einen Wendepunkt in der Entwicklung Frankreichs markierte. Während die Lohnstückkosten seit 1999 um 27Prozent nach oben geschnellt sind, sind sie in Deutschland um bescheidene sieben Prozent gewachsen. Jährlich gehen in Frankreichs Industrie 80.000Jobs verloren, der Anteil der „Grande Nation“ an den globalen Exporten ist in den vergangenen zwölf Jahren von fünf auf 3,4Prozent geschrumpft. Was auch daran liegen dürfte, dass französische Produkte um gut ein Fünftel zu teuer sind. Kein Wunder also, dass die Franzosen die Globalisierung nicht als Chance, sondern als Bedrohung begreifen.


Die verkaufte Republik. Statt die Unternehmen und Verbraucher endlich zu entlasten, werden nach den Wahlen die Steuern erhöht. Der Staat benötigt eben dringend Geld, nicht zuletzt, um seinen aufgeblähten Verwaltungsapparat zu bezahlen. Mit 5,4Millionen Beamten beschäftigt Frankreich immerhin eine halbe Million mehr Staatsdiener als das um ein Viertel bevölkerungsreichere Deutschland.

Diskutiert wird in Frankreich aber weder über die Verkleinerung der Verwaltung noch über eine Reform der Sozialsysteme und schon gar nicht über einen reduzierten Staatseinfluss. Im Gegenteil. Womit sich das Schicksal Frankreichs wohl nicht in den Wahlkabinen entscheiden wird. Sondern in den Büros der großen Geldgeber. In Wahrheit sind es die Financiers, die schon bald das Kommando im Elyséepalast übernehmen werden. Wie der nächste Präsident auch heißen mag.

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.04.2012)

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49 Kommentare
 
12

"Der Weg zur Knechtschaft" von Hayek kann in Frankreich

live studiert werden !!!

Doch Gewerkschafter reparieren einen "Über"-Sozialstaat fast immer über höhere Steuern.
Der Gedanke, dass höhere Steuern weder Wettbewerbsfähigkeit noch Wertschöpfung vergrössern, hat in umverteilungsgeschädigten Gehirnen einfach nicht Platz.Monokausale Lösungen aus dem letzten Jahrhundert werden aufgetischt.

Das Modell Schweden wäre zu empfehlen: Heisst unter anderem Pensionsantritt mit 65 oder 5% Abschlag pro Jahr u. KEIN Steuerzuschuss.
BITTE auch in Österreich einführen, wo JEDEN TAG Millionen in einer IRRE aufgeblähten Mehrfachverwaltung ((c) Hannes ANDROSCH, Prof Streissler, Bernd MARIN usw) u. NICHT gedeckten Pensionen/Ruhegenüssen verbrannt werden !!

Gast: Panarcus1
22.04.2012 12:23
1

Frankreich?

Ein Fisch namens Schnecke...

Gast: Vernunftwende
22.04.2012 12:14
6

Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Das Problem ist nicht Staat ja oder nein sondern die EFFIZIENZ des Staates. Wie man an den nordischen Ländern sieht kann die Staatsquote bei entsprechender Leistung und Effizienz hoch sein und man ist trotzdem wettbewerbsfähiger als Deutschland.

Auch die Behauptung dass Frankreichs Verschuldung nichts mit der Finanzkrise zu tun hat ist Unsinn; vor der Finanzkrise ist die französische Verschuldung höchstens moderat gestiegen.

Aber wenigstens sagt Schellhorn klar dass die deutschen Export"wunder" nur durch Lohndumping zustande kommen - 7 % Anstieg bei den Lohnstückkosten seit 1999. Wobei das deutsche BIP seit 1999 real um 50 % gestiegen ist!


Antworten Gast: wer wenn nicht er
23.04.2012 09:29
2

"Lohndumping"

Achtung: Deutschland hat in den 1990ern die Wiedervereinigung auf Pump betrieben, hat z.B.
- den Ostdeutschen Pensionen auf West-Niveau bezahlt,
- die marode Infrastruktur binnen weniger Jahre mittels Schuldenpolitik auf Westniveau ausgebaut,
- mit einem gewaltigen Arbeitslosenheer (vorrangig aus dem Osten stammend) mangels Wettbewerbsfähigkeit gekämpft.

Die Regierung Schröder hat letztlich die Lösung gebracht, übrigens mit einem ähnlichen Programm wie gut 10 Jahre zuvor Schweden:
- Sozialabbau auf ein moderates Maß (unter 25% des BIP)
- dadurch Staatsquote wieder unter 50% des BIP
- Stützung der Wirtschaft durch moderates Lohnwachstum

Das Ergebnis:
- Die Haushaltsdefizite sanken
- Der Schuldenberg wuchs nicht mehr weiter
- Die Beschäftigungsquote wuchs

Der Süden der EU sollte das Gleiche Programm umsetzen!!

Die EU als Ganzes hat nämlich eine negative Handelsbilanz (trotz Deutschland, Niederlande, Schweden etc.).

Warum? Während die Lohnstückkosten in Deutschland moderat wuchsen gingen sie anderen Orts deutlich zurück, nämlich z.B. in den USA und Japan!!

Auch absolut betrachtet liegen die Lohnstückkosten von USA, Korea, Japan & Co deutlich unter Deutschland. Nur wenige Länder liegen höher als Deutschland, z.B. Spanien und Italien.

Re: "Lohndumping"

Schon was von der Deutschen Schuldenuhr gehört?.Die ist bis heute nicht stehengeblieben.Die Kommunen sind pleite und schließen Bäder.Sie haben fast Nullahnung wie es in Deutschland zugeht.Was da an Kraut und Rübenvergleiche bei dieser Schellhornkolummne über den Tisch fliegen ist ätzend.

Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

ohne deutschland wäre die eurozone und vermutlich die gesamte EU schon längst am ende!

deutschland ist das einzige land der eurozone, dass relativ viel in die wachstumsmärkte asiens und südamerikas exprotiert, und damit von derem wirtschaftsboom profitiert, und das einzige land, dass nennenswerte divisen nach europa holt, ohne deutschland hätte sich europa schon vor 5 jahren zu tode konsumiert!!

Die EU wäre ohen dem deutschen "lohndumping" (was daran dumping sein soll, wenn man seine löhne nur entsprechend der gestiegenen produktivität erhöht sei mal dahingestellt) schon vollends am ende

Denn fakt ist:

Konsumieren kann jeder depp! (vorallem auf pump)
was wettbewerbsfähiges herzustellen hingegen bedarf viel hirnschalz und feiss, und dafür brauchen sich die deutschen nicht zu rechtfertigen

eigentlich sollte die ganze EU den deutschen die Füße küssen, denn nur sie bewahren uns vor dem versinken in der wirtschaftlichen bedeutungslosigkeit!

Antworten Antworten Gast: Schmidtz
23.04.2012 14:59
1

Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Absoluter Nonsen`s
1 Es wuden weder mehr Arbeitsplätze geschaffen noch wurden in Deutschland mehr Arbeitsstunden geschaffen.
2. Die ganze Strukturreform hat nur zur Folge das Arbeit billiger geworden ist durch den Sozialabbau.
3. Die Wettbewerbsfähigkeit wurde erreicht dadurch das der Euro eingeführt wurde und die die DM abgeschafft wurde. Damit einherr geht die Abwertung der Arbeitskraft der Deutschen auf kosten den umliegenden Länder die Ihre Währung aufgegeben haben.
4. Deutschland wird atraktiv dadurch das die Rechte des Arbeitnehmer wegfallen, und der Arbeitnehmer durch Transfairgesellschaften von Ihrem festen Anstellungsverhältnissen und gesicherten Lohn in ungewissheit gehalten werden, leichter gekündigt werden können.
5.Durch Leiharbeit wird der Arbeitnehmer zum Modernen Sklaven der Industire und hat kaum Perspektiven.
6. Niedrieglohn beteiligt sich nicht am Sozialstaat und beutet diesen aus

Re: Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

ihr punkt 1 ist völlig falsch, derzeit hat deutschland eine rekordbeschäftigung!
sei 6 jahren eilt die beschäftigungsquote in deutschland von rekord zu rekord! http://www.n-tv.de/wirtschaft/Arbeitsmarkt-trotzt-Krise-article5115116.html

zu 2.: die strukturreformen sind das worauf deutschlands wirtschaftliche stärke beruht, denn durch den "sozialabbau" wurde vershculdung zumindest halbwegs in grenzen gehalten, mir persönlich ist es viel lieber, wenn man den sozialstaat der sowieso schon milliarden an € jährlich verschlingt etwas abspeckt, und die arbeitnehmer dafür merh geld bekommen, bzw die steuern gesenkt werdne, und die wirtschaft so wettbewerbsfähig bleibt, denn ohne einer guten wirtschaft kann sich kein land dne luxus sozialstaat leisten wie man an griechenland ua sieht

4) auch deutschland bekommt den fachkräfte mangel zu spühren, wehalb vorallem techniker immer wertvoller werden

einen fleißigen maschinenbau/chemie/physik... absolventen wird wohl kaum eine arbeitgeber der noch halbwegs bei trost ist ablehnen, denn da um fachkräfte ein extrem starker wettbewerb herrscht, versucht jede firma ihre wichtigen leute möglichst gut zu behandeln

man denke nur an die mrd€ die z.b vw auch an die "kleinen" mitarbeiter ausgeschüttet hat um sie bei laune zu halten!

fakt ist nun einmal, wer gut ausgebildet ist, der wurde vorallem in deutschland aber auch in österreich von den firmen noch nie derart gut behandelt wie heutzutage!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Novius Caracallas
08.05.2012 10:21
0

Re: Re: Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Also meiner Meihnung nach müsste die Leiharbeit abgeschaftt werden im Zuge der Umgestalltung des Kündigungsschutzes. High and Fire ist im ersten Moment für viele ein Schreckenszenario aber auf dem zweiten Blick Menschenwürdiger als Leiharbeit wo immer in einem Betrieb eine Zweiklassengesellschaft entsteht die ehr schädlich für das Arbeitsklima ist als förderlich. Wenn ich eine unbefristete Festanstellung bekomme habe ich eine bessere Zukunftsperspektive als in einer Leiharbeit. Somit Kündigungsschutz verändern und Leiharbeit weg und es geht den Menschen besser.

Antworten Antworten Gast: challanger2
22.04.2012 18:45
2

Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Deutschland ist zu stark für die Euroliga.

Im Fußball ist es doch vollkommen normal, dass so ein Verein in die nächst höhere Liga aufsteigt.
Bei solch schwachen 27 Gegnern braucht sich keiner in D anzustrengen, die Spieler versumpern und werden ins Mittelmaß hinunter gezogen.

Deshalb sollte D von der EU Liga ausscheiden um in der Weltliga mit neuer DM sich mit China, USA, Japan usw. zu messen.

Um als Innovations- u. Wirtschaftsstandort in der Oberliga gut mitzuspielen, sollten sie sich mit den besten Köpfen (Spielern) ihrer EU Partnerländer verstärken.



Antworten Antworten Gast: Vernunftwende
22.04.2012 18:05
0

Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Deutschland hat seine Produktivität wesentlich stärker erhöht als seine Löhne gesteigert d.h. systematisch UNTER seinen Verhältnissen gelebt. Das wäre ja egal wenn nicht auf Grund der Saldenmechanik die deutschen Überschüsse woanders Defizite sein MÜSSEN.

Und da Deutschlands Exporte zu 60 % in die EU gehen und da vor allem in den Club Med sind es eben deren Defizite die Deutschland 1,5 Bio Auslandsforderungen gegenüberstehen; finanziert von deutschen Sparguthaben in Form transferierter Kredite.

Es geht mir nicht um die Moral. Es genügt wenn ein System logisch funktionieren kann. Und dass kann es nicht wenn nur ein Teil der EURO-ZONE/EU Überschüsse macht während der Andere Defizite macht.

Es ist auch kein Vorwurf. Die Konsequenz ist eben nur das Deutschland genau jene Verbündete fehlen die es angeblich braucht, da ja kein europäisches Land ALLEINE in der Globalisierung bestehen kann.

Falls die EU/der EURO zerbricht, dann wird die DM-neu über Nacht um mindestens 50 % aufwerten. Und sobald dann niemand mehr deutsche Produkte kauft weil eben NICHT die Qualität sondern der Preis die Nachfrage bestimmt (gilt auch für einen Nord-EURO) wird es für Deutschland verheerend.

Re: Re: Re: Ihre Einseitigkeit

"Es kann nicht funktionieren, wenn nur ein Teil der EURO-ZONE/EU Überschüsse macht während der Andere Defizite macht."

Warum sollen das eine Fehlentwicklung sein? Es ist ja nicht so, dass Staaten beschliessen, Überschusse zu erzeugen und andere beschliessen, die Defizite zu übernehmen! Es sind konkrete Handelsbeziehungen zwischen Menschen, die kaufen und verkaufen, die Handelsströme erzeugen! Dieser Handel zwischen konkreten Marktteilnehmern findet nur statt, wenn es eine Win-Win Situation gibt! Hier ist nicht das Problem zu sehen.

Die Situation ist vor allem der Niedrigzinspolitik der EZB anzulasten, welche einen künstlichen Boom angefacht hat. Es ist die Geld-Planwirtschaft, die wir diese Misere zu verdanken haben: statt Produktion Importfirmen für den Konsum in Griechenl.; Hochpreisimob. und Flughäfen in der Pampa in Spanien....

Übrigens: Man braucht keine Verbündete um in der Globalisierung zu bestehen. Nichts wird mit harten Geld verherrend - die Importe verbilligen sich und die Exporteure müssen sich mehr anstrengen: Die Schweiz machts vor! Auf Fleiss und Innovation kommts an - die Voraussetzung für die Schaffung von Kaptialgütern.

Re: Re: Re: Die Einseitigkeit


Antworten Gast: Hayek
22.04.2012 12:43
8

Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Mein Gott, die Deutschen sind Schuld. Jeden Tag die Gehirnwäsche pur. Die deutsche Regierung wollte und musste die Arbeitslosigkeit abbauen (nichts anderes machen die Chinesen) mit dem positiven Nebeneffekt, dass eine brummende Realwirtschaft entsteht UND Europa eine ausgeglichene Devisenbilanz hat. Die Club Meds wären ansonsten schon längst von außereuropäischen Geldgebern abhängig.

Antworten Antworten Gast: Vernunftwende
22.04.2012 14:03
2

Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

Es gibt keine Alleinschuld; wie bei einem Autounfall hat eben jeder Unfallbeteiligte Schuld.

Arbeitslosigkeit abzubauen in dem man jedem Arbeitslosen asoziales Verhalten unterstellt und den größten McJob-Sektor Europas schafft ist schlicht keine Leistung.

Die Chinesen bauen die Arbeitslosigkeit übrigens durch Wachstum ab und nicht durch Lohnsenkungen. Sogar China hat schon begriffen dass eine zu starke Abhängigkeit vom Export in die Sackgasse führt.

Die deutsche "brummende" Realwirtschaft führt zur Zeit dazu dass deutsche Unternehmen per Saldo SPAREN d.h. nichts investieren und noch dazu riesige Forderungen gegenüber dem Club Med haben. Und der Club Med weiß zur Zeit nicht wie diese Schulden getilgt werden sollen. Unterm Stricht hat also Deutschland dem Ausland diese Waren geschenkt!

Antworten Antworten Antworten Gast: cdo
23.04.2012 10:30
0

Re: Re: Re: Die Einseitigkeit von Schellhorn erinnert an das Verhalten eines "Auftragskillers" der Finanzmafia.

selten was kompetenteres gelesen...

Was Nutzen stiftet

Stückkosten schnellen in 13 Jahren um 27% in die Höhe ??? Fürchterlich, das sind weniger als 2% im Jahr. In welcher Branche, inflationsbereinigt ?? Wenn die Antwort nein ist, dann wären die Stückkosten gesunken.
Sinkende Exporte, welcher Produkte ?? Tüchtige Unternehmer sollten versuchen durch neue, nachgefragte, nicht nur behübschte Produkte, hohe Spannen zu erzielen. Wo jedoch wenige Ideen vorhanden sind, sind dann Lohneinsparung der einzige Weg um Gewinn zu erzielen.
Viele Beamte haben wir in vielen Ländern, wären sie nicht geschützt, wäre der Zwang wirklichen Nutzen für die Gemeinschaft zu stiften höher und würde dann auch wohl gemessen. Was aber aus Gründen der Einfachheit von den politischen Verantwortlichen nicht getan wird.
Dasselbe gilt für die Landwirtschaft, hoch subventioniert, mit wenig Personaleinsatz wird hier nur Besitzstand gesichert.
Die große Masse der Beschäftigten, ohne eigene Produktionsmittel wird nun auch hier als Verursacher aller Probleme dargestellt, was sicher nicht stimmt.
Weniger Gier, mehr Verteilungsgerechtigkeit, würde die Inlandsnachfrage ankurbeln, dadurch die Stückkosten reduzieren und den Export verbilligen. Damit die Exportrate erhöhen und damit zu einer positiven Handelsbilanz beitragen.

http://www.europa-heute.com

Re: Was Nutzen stiftet

der Anstieg der Lohnstückkosten definiert sich dadurch, dass die Produktionskosten (Löhne) schneller steigen als die Inflation- logischerweise ist damit die Inflation schon eingerechnet. Augleichen ließe sich das nur, wenn die Unternehmen produktiver würden, pro Arbeitnehmer also mehr produzieren würden, indem sie innovativ sind. Gerade das ist in Frankreich und ganz Südeuropa nicht der Fall.

Was Nutzen stiftet

Stückkosten schnellen in 13 Jahren um 27% in die Höhe ??? Fürchterlich, das sind weniger als 2% im Jahr. In welcher Branche, inflationsbereinigt ?? Wenn die Antwort nein ist, dann wären die Stückkosten gesunken.
Sinkende Exporte, welcher Produkte ?? Tüchtige Unternehmer sollten versuchen durch neue, nachgefragte, nicht nur behübschte Produkte, hohe Spannen zu erzielen. Wo jedoch wenige Ideen vorhanden sind, sind dann Lohneinsparung der einzige Weg um Gewinn zu erzielen.
Viele Beamte haben wir in vielen Ländern, wären sie nicht geschützt, wäre der Zwang wirklichen Nutzen für die Gemeinschaft zu stiften höher und würde dann auch wohl gemessen. Was aber aus Gründen der Einfachheit von den politischen Verantwortlichen nicht getan wird.
Dasselbe gilt für die Landwirtschaft, hoch subventioniert, mit wenig Personaleinsatz wird hier nur Besitzstand gesichert.
Die große Masse der Beschäftigten, ohne eigene Produktionsmittel wird nun auch hier als Verursacher aller Probleme dargestellt, was sicher nicht stimmt.
Weniger Gier, mehr Verteilungsgerechtigkeit, würde die Inlandsnachfrage ankurbeln, dadurch die Stückkosten reduzieren und den Export verbilligen. Damit die Exportrate erhöhen und damit zu einer positiven Handelsbilanz beitragen.

http://www.europa-heute.com

Antworten Gast: Fprester
23.04.2012 07:53
1

Re: Was Nutzen stiftet

Das mit dem Anstieg der Lohnstückkosten in Frankreich stimmt. Das Problem ergibt sich daraus, dass es in Deutschland in der gleichen Zeitspanne nur 8 % sind. Die Differenz entspricht dem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs. Dessen Leistungsbilanz wird dementsprechend immer roter.

Gast: österreicher in frankfurt
22.04.2012 09:47
1

sehr treffend!

Augezeichnete Analyse! Frankreich hat eine lange Tradition in staatlicher Bevormundung und Lenken der Wirtschaft.

Sarko; "administriert den Niedergang der Gand Nation!" - das sehen viele Freunde und Kollegen in Frankreich wie Sie.

Es gibt allerdings einen roten Faden im Meinungsbild: 1. Wahlgang "Klatsche" für Sarkozy - 2. Wahlgang: das kleinere Übel: und das ist Sarkozy!

Gast: xefo
22.04.2012 09:21
6

Schellhorn: Troll, bezahlter Propagandist oder Wichtigtuer?

Herr Schellhorn, ich verfolge Ihre Kommentare nun schon einige Zeit und stelle fest, dass Sie unter dem "Schwarz-Weiß-Syndrom" leiden.

Die Symptome dieses Syndroms sind:
1. ständiges Verwechseln von Ursache und Wirkung (nicht geldgierige Reiche sondern unterprivilegierte Arme sind schuld an der Misere)

2. Gebetsmühlenartiges Herunterbeten von Dogmen der kapitalistischen Religion (Staat immer schlecht, privat immer gut).

3. Apodiktisches Behaupten einer Privatmeinung als allgemeine und alleinseligmachende Wahrheit.

Sollten Sie kein Troll oder ein bezahlter Propagandist sein, empfehle ich Ihnen als Apotheker, einen Nervenarzt aufzusuchen und sich gegebenfalls Seroquel 25 mg, die Großpackung zu 60 Stück, aufschreiben zu lassen (Antipsychotikum).


Antworten Gast: Novius Caracallas
08.05.2012 10:28
0

Re: Schellhorn: Troll, bezahlter Propagandist oder Wichtigtuer?


zu 2. als Zusatzt für Jene die Glauben ohne Staat geht es "Ohne Staat = kein Markt" diese Erkenntnis mag wehtun aber ist ein Gesetzt das stimmt.

Antworten Gast: Etatist
22.04.2012 12:47
4

Der Staat ist uuuuursuuper

Äh wer ist der Staat? Seine demokratisch gewählten Vertreter? Wer sind diese? Zahnarzthelferin Bures, LehrerIn Hei-Ho, Sekretär Darabos, Wohnungsverteiler Faymann, Hofrat Spindi, Schotter - Mitzi, ?? Kunz, LehrerIn Mi-Lei...... So und nun überlegen wir, welche Position die Vorgenannten in einem Konzern erreicht hätten?!

Re: Der Staat ist uuuuursuuper

Und wer bist du schon?.Sei froh das es noch einige gibt, die die Drecksarbeit machen.Nicht alle im Staat sind Falloten.Da gibts privat mehr.Oder gleichviel.Was soll das. wie brauchen beides.

Antworten Antworten Gast: xefo
22.04.2012 13:00
1

Re: Der Staat ist uuuuursuuper

Der Staat sind wir alle, sie und ich ebenfalls. Alleine deswegen, weil auch ich der Staat bin, kann er nicht schlecht sein.

Das von ihnen erwähnte Personal mag inferior sein, aber es gibt auch gute Politiker. Denken Sie nur an unseren einstigen Justizminister Böhmdorfer zb.

 
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