25.05.2013 17:28 Merkliste 0

Hurra, wir kaufen uns neue Jobs!

05.05.2012 | 18:15 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Wer kein rückständiger Spinner sein will, plädiert lieber in aller Offenheit dafür, dass Europas Staaten wieder großflächig Jobs schaffen.

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Es gibt sie also doch noch, die gute Nachricht. Wie eine heimische Tageszeitung enthüllte, suchten vergangene Woche europäische Politiker und Ökonomen aus dem „progressiven Lager“ im schönen Rom nach Auswegen aus der bedrohlichen Staatsschuldenkrise. Angereist ist das Who is Who der Fortschrittlichen, wie US-Starökonom Joseph Stiglitz, der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger, Italiens Premier Mario Monti und – man höre und staune – Österreichs Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Sie alle diskutierten zwei Tage lang über eine „alternative Politik für Wachstum und Beschäftigung“.

Das macht Mut. Zumal bei diesem kleinen Workshop auch keine Energien in ideologischen Richtungskämpfen verschwendet werden mussten, das Communiqué hätte bereits vor der ersten Kaffeepause verlesen werden können: Wachstum und neue Jobs entstehen nicht durch gekürzte Staatshaushalte. Sondern durch höhere Steuern auf spekulierendes Finanzvermögen, damit „kluge“ Investitionen des Staates finanziert werden können, um Länder wie Griechenland und Spanien aus dem konjunkturellen Jammertal zu führen. Erst dann können Staatshaushalte konsolidiert werden, aber keine Sekunde vorher.

Unbelehrbare Spardeppen? Um derartiges zu erfahren, musste man freilich nicht nach Rom jetten, das wäre billiger zu haben gewesen. Etwa am Wiener Rathausplatz, wo die SPÖ-Granden am Tag der Arbeit nahezu dieselben Sätze in die Mikrofone polterten. Wer meinen sollte, das alles sei nichts anderes als die mehrfach gescheiterte linke Konjunkturpolitik der 1970er-Jahre, hat wenig verstanden. Der Vorschlag, dass sich Europas hoch verschuldete Staaten bei der EZB frisch gedrucktes Geld abholen, um damit Jobs zu kaufen, für die es in Wahrheit keine Nachfrage gibt, ist hochmodern. Quasi der letzte Schrei der Wirtschaftspolitik im Europa des Jahres 2012.

Auf der anderen Seite stehen nämlich die Spardeppen aus dem ökonomischen Hinterland, die allen Ernstes zu glauben meinen, Europa mit zusammengestrichenen Staatsbudgets in eine bessere Zukunft führen zu können. Auch wenn das sozialdemokratische Schweden genau mit diesem Rezept seinen Haushalt saniert hat, ohne das Land „kaputtzusparen“.

Nun ist nicht zu leugnen, dass staatliche Ausgabenkürzungen verheerende Wirkung entfalten. Die Korrektur von künstlich geschaffenem Wachstum (jenem, das nur durch das Ausgeben frisch gedruckten Geldes erzeugt wird) muss zwangsläufig zu einem sinkenden BIP führen, das liegt in der Natur der Sache. Zudem: Wo ist die Alternative? Immer höhere Schulden, bis das Delta zwischen realer und virtueller Wirtschaftsleistung weiter wächst und die unvermeidbare Landung auf dem Boden der Realität noch härter ausfällt?

Die wohlig weiche Korrektur horrender Staatsschulden ist leider noch nicht erfunden: Entweder „blutet“ die Bevölkerung durch eine fortschreitende Beschlagnahmung der Arbeitseinkommen durch den Staat und/oder höhere Inflationsraten. Oder sie tut das durch den Verlust jener Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt staatlichen Ausgaben zu verdanken sind.

Unbestritten ist natürlich auch, dass Europa ohne Wirtschaftswachstum dem ökonomischen Abstieg nicht entkommen wird. Und ohne Investitionen wird es dieses Wachstum nicht geben. Aber warum wird in Europa heute stärker denn je daran geglaubt, dass auf Wiederwahl bedachte Politiker und gut abgesicherte Beamte eher in der Lage sind, Arbeitsplätze zu schaffen als mit ihrem vollen Vermögen haftende Unternehmer und private Haushalte? Wo doch die Wirtschaftsgeschichte voll von Beispielen ist, die genau diese Annahme widerlegen.

Ein genialer Plan. Ebenso interessant zu erfahren wäre, was genau mit „klugen“ Investitionen gemeint ist und warum diese nicht schon längst getätigt wurden. Fehlte es etwa an den nötigen finanziellen Mitteln? Wohl kaum. Schließlich folgte die Aufnahme der wettbewerbsschwachen Südländer in die Eurozone ja einem ziemlich genialen Plan: Die Nordländer exportieren niedrige Zinsen nach Griechenland, Spanien und Italien. Das viele billige Geld sollte von den Staaten für ebendiese klugen Investitionen eingesetzt werden, um die schwachen Volkswirtschaften aufzupäppeln.

Wurde es aber nicht. Statt innovative Branchen aufzubauen, verschuldeten sich die Regierungen, um großflächig Arbeitsplätze für den Staatssektor zu kaufen, die Löhne der Beamtenschaft drastisch zu erhöhen und das Volk zu beschenken, damit endlich richtig konsumiert werden konnte, was wiederum die Wirtschaft ankurbeln sollte. Das Ergebnis dieser „progressiven“ Wirtschaftspolitik ist bekannt.


Unternehmer schaffen Jobs. Eine alternative Politik für Wachstum und Beschäftigung wäre freilich die Schaffung eines unternehmerfreundlichen Umfelds. Vor allem für die zahlreichen Klein- und Mittelbetriebe, die allerorts von übermächtigen Bürokratien gegängelt werden und deren Initiative von hohen Steuern und Abgaben erdrückt wird. Freier Wettbewerb, niedrigere Steuern, lukrative Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen, liberalisierte Arbeitsmärkte und unternehmerische Freiheit schaffen Jobs – nicht ein allseits präsenter Staat, der mit Aufträgen die Konjunktur in Schwung hält, mit strengem Kündigungsschutz junge Menschen ins Prekariat treibt und für eine „gerechte“ Verteilung der vorhandenen Arbeit zu sorgen versucht.

Das weiß nicht zuletzt einer, der mit seiner Arbeitsmarktreform den Grundstein für das deutsche Jobwunder gelegt hat: Gerhard Schröder. Allerdings wurde der Sozialdemokrat nicht nach Rom gebeten. Womöglich war er den Veranstaltern ja nicht „progressiv“ genug.



franz.schellhorn@diepresse.com

was Kapitalismus kann – und wofür er nichts kann

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2012)

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152 Kommentare
Antworten Antworten Gast: nestbeschmutzer
06.05.2012 20:42
1 0

Re: Haftung in GmbH`s - wann mit Privatvermögen?

Nu ja, der Gesellschafter haftet in der Tat nur mit dem eigenschossenen Kapital. Dafür haftet der Geschäftsführer unbschränkt mit allem, was er privat besitzt. Aber nach roter Diktion sollen diese Leute ja nicht mehr verdienen als der für nichts haftend Arbeiter und Angestellte.... Roter Irrwitz....

Weil ich grad den Faymann auf dem Foto seh'...

.. was macht der eigentlich momentan beruflich so??

Amoklauf des Liberalismus

Die Gemeinplätze, die hier pro Liberalismus von Schellhorn abgesondert werden, sind schon ein starkes Stück: Also der strenge Kündigungsschutz treibt die jungen Menschen ins Prekariat: Dann soll er sich doch aus seiner Schreibstube hinausbewegen und in die "All-In"-Jobrealität vieler Uniabsolventen hineinbegeben. Dort hört man wenig von Klagen über Kündigungsschutz, aber viel von burn-out und Lebenskrisen. Freier Wettbewerb: Also, Partei B oder L übernimmt das Steuer und schanzt dann eben ihren Freunderln lukrative Geseschäftsmöglichkeiten zu? Diese Illusionen decken sich mit Rezepten wie der Öffnung der Schuldenschleuse. Das Ergebnis ist gleich verheerend.
Wachstum: Ja, mit wie viel Beton, Asphalt, Glas und Plastik (pardon, ich meine natürlich "Nettoinvestitionen") sollen wir denn noch unseren Planeten überziehen? "Innovativ" ist derselbe Gemeinplatz wie "klug".

Es bringt nichts, auf der für Schellhorn aussichtslosen Mikroebene zu argumentiern, daher holen wir zum Generalschlag aus: Der Liberalismus ist die letzte große Enttäuschung der Neuzeit, seine ideologischen Gegenparts (die sich aus der gleichen Wurzel speisten) sind einfach nur früher verwelkt. Die Sphäre des gesellschaftlich Wertvollen beschränkt sich heute nur mehr auf die Sicherung des animalischen Wohlbefindens und auf wissenschaftliche Entdeckungen, die diesem Zweck dienen. Damit treten wir in ein geschichtliches Stadium ein, das uns viel Unbekanntes, aber sich kein Paradies auf Erden bescheren wird.

Re: Amoklauf des Liberalismus

Offensichtlich wagt heutzutage kaum noch jemand, jenseits der vermeintlichen Dichotomie von Liberalismus und Sozialismus zu denken (man kann noch ein weiteres Derivat des Liberalismus, den modernen Nationalismus dazupacken). Das zeigt bloß, wie wenige Handlungsalternativen in den verqueren Denkschemata noch verbleiben.

Nur "Halbwissen" merkt richtig an, dass Markt-/Preismechanismen etc. nicht mit wertenden Attributen wie "fair", "frei" oder "leistungsfähig" zu versehen sind, sondern, wie ich es sehe, darin sich bloß ideologische Stimmungen ausdrücken, die das gesellschaftliche Meinungsklima immer noch viel zu stark prägen.

Wir leben in einer Welt, die für ihren Eudämonismus, alles, wirklich aber auch alles aufs Spiel setzt und dabei unglaublich überheblich und selbstermächtigt glaubt, alles in den "Griff zu bekommen". Daher sind die gegenwärtigen Eliten samt und sonders vollkommen ungeeignet, weiter die die Kriterien des "gesellschaftliche Wertvollen" zu bestimmen.

Antworten Gast: Tempa
06.05.2012 14:16
0 0

Re: Amoklauf des Liberalismus

"Die Sphäre des gesellschaftlich Wertvollen".
Und wer soll aufgrund welcher Kriterien entscheiden, was "gesellschaftlich" wertvoll ist?

Antworten Gast: Der Staatsungläubige
06.05.2012 10:13
9 3

Re: Amoklauf des Liberalismus

Die letzte große Enttäusching ist wohl eher die sozialistische Denkweise und nicht die liberale. Haben es doch viele sozialistische Regierungen nicht geschafft uns vor der heutigen Situation zu bewahren. Nein, sie haben uns sogar dort hin gebracht - durch ein Überschuldungsprogramm sondergleichen. Sie haben recht, es steht eine unbekannte Zukunft vor uns, die sicher kein Paradies auf Erden sein wird. Dieses Paradies haben nur leider immer wieder die Sozialisten versprochen und sind damit auf Stimmenfang gegangen. Leider haben das sehr viele geglaubt. Heute wird der Liberalismus von den Sozialisten bekämpft. Die Leute glauben ihnen noch immer. Der Liberalismus wird aber erst funktionieren, wenn die Menschen auch dazu bereit sind. Bereit mehr für sich selbst zu sorgen, mit Eigeninitative und Selbstverantwortung und nicht mehr nach dem Staat rufen, wenn mal etwas nicht klappt. Der Staat soll seine Grundversorgungspflichten erfüllen und auch jenen helfen, die es wirklich nicht selbst schaffen können. Das Paradies sollte man aber endlich vergessen, denn auch das können wir uns nur alle gemeinsam selbst schaffen. Da die Menschen aber eher deren egoistischen Zielen nachlaufen und nicht den gemeinschaftlichen, wird es das Paradies nicht geben.

Re: Re: Amoklauf des Liberalismus

Sie entspinnen die selbe Utopie wie die Marxisten und vermeinen in Opposition dazu zu stehen. Der Menschen sind nicht "dazu bereit", sich einem ideologischen Wahn wie dem Liberalismus anzupassen, denn die Menschheit existiert empirisch gesehen viel länger als die Gedankengespinste von Bentham, Locke, Mill oder Smith, Hayek und von wem auch immer.

Wir leben auch nicht in der Prärie-Siedler-Gesellschaft im Amerika des 18./19.Jh. Die conditio humana können auch die liberalen Marktschreier nicht verändern. Vielmehr werden die Menschen mit einem Menschenbild terrorisiert, das geschichtlich ziemlich neu ist und ebenfalls nicht für dauerhafte Ordnung sorgt (die zyklische Krisenhaftigkeit ist für das liberale "Ende der menschlichen Geschichte" bemerkenswert). So dummschlaue Bemerkungen wie "die Menschen" sind "egoistisch" oder "solidarisch" haben nicht einmal vor-analytischen Wert und sind daher obsolet.

1 0

Re: Re: Re: Amoklauf des Liberalismus

Sie sollten sich dringend einmal über den Liberalismus informieren, denn der ist keineswegs erst seit Bentham, Locke, Hayek usw.
Tatsächlich ist der Liberalismus so alt wie die Menschheit, seit der erste Urzeitmensch ein Tauschgeschäft mit einem anderen abgewickelt hat.
Mit "dummschlauen Bemerkungen" liefern Sie eine treffende Beschreibung Ihres Stils. Denn über den Liberalismus liegen Sie nicht zum ersten Mal falsch (siehe andere Postings), auch wenn Sie dies noch so sehr mit gehobener Schreibweise und Sprachwahl tarnen möchten.

11 3

Re: Amoklauf des Liberalismus

Sie werfen Schellhorn vor auf der Mikroebene zu argumentieren, machen aber selbst genau das gleiche. Natürlich ist aus Sicht eines Arbeitnehmers (=Mikroebene) der schon einen Job hat ein bombenfester Kündigungsschutz besser. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist er jedoch kontraproduktiv, da jeder Arbeitgeber es sich zigmal überlegen wird jemanden einzustellen, muss er doch um die Existenz seiner Firma fürchten wenn er in wirtschaftlich mageren Zeiten keine unnötigen Arbeitslätze abbauen kann.

Außerdem scheinen Sie den Liberalismus nicht zu verstehen. Denn ihr Bsp. mit dem Zuschanzen von Aufträgen durch Parteien ist eben kein funktionierender Wettbewerb. Der Liberalismus tritt für einen schlanken, aber starken Staat ein, der als oberste Aufgabe die Sicherung des freien Wettbewerbs (durch Kartellgerichte u.ä.) hat. Der Liberalismus ist außerdem sicher keine "Enttäuschung der Neuzeit" sondern die Wirtschaftsweise die dem menschlichen Naturell am nächsten kommt, faire Preise findet (durch Wettbewerb) und Leistung belohnt. DESWEGEN hat er bisher alle ideologischen Gegenparts überlebt und wird auch den aktuellen Schuldensozialismus der uns ins Verderben zu stürzen droht überleben.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
06.05.2012 10:40
1 0

Re: Re: Amoklauf des Liberalismus

Ein freier Markt macht einfach nur Preise !

Bei fairen Preisen darf sich kein Marktteilnehmer in einer Notsituation befinden.
Dies ist aber oft der Fall.

Bei Leistung verhält es sich ähnlich.

Anmerkung eines Liberalen.

1 0

die Wirtschaftsweise die dem menschlichen Naturell am nächsten kommt

Also ich will da nicht prinzipiell widersprechen, stelle aber doch zur Diskussion, ob der Liberalismus nicht eher dem natürlichen Prinzip entspricht, da geht das Schwache und Kranke zugrunde, damit das Stärkere besser überleben kann. In der Wirtschaft hieße dies Unternehmen, die nichts taugen, gehen halt in Konkurs.

Der menschliche Weg ist eher auf Zusammenhalt und Rücksicht eingestellt, soweit das eben geht. Das würde eher dem sozialistischen Prinzip entsprechen, wenn es nur richtig angewandt wird, was leider kaum der Fall ist.

Derzeit wird eher die zweite Variante so angewandt, daß die Schwachen so lange unterstützt werden, bis der Stärkere eben auch krank ist.
Ich bin mit nicht sicher, ob es in dieser Frage überhaupt eine Lösung in unserem menschlichen Dasein gibt?!

0 0

Re: die Wirtschaftsweise die dem menschlichen Naturell am nächsten kommt

Ich bin mit ihnen einer Meinung, dass reiner Liberalismus ebenso wie reiner Sozialismus absolut nicht erstrebenswert ist. Mit dem Unterschied allerdings, dass reiner Liberalismus im Gegensatz zu reinem Sozialismus wenigstens funktionieren würde, wenn auch mit dem Preis einer totalen Desolidarisierung der Gesellschaft (daher nicht erstrebenswert). Wie überall gilt es also auch hier eine richtige Abwägung zwischen beiden Ideologien zu finden. Derzeit ist diese Waagschale meiner Meinung nach viel zu sehr in Richtung Schuldensozialismus/sozialistischer Staatsdirigismus geneigt und mehr Liberalismus täte dringend not.

Was mich allerdings immer wieder ärgert ist, dass dem Liberalismus immer wieder die Schuld an nicht funktionierenden Märkten gegeben wird, obwohl der Liberalismus immer gerade das für sein Funktionieren voraussetzt. Die freien Märkte sind eine Voraussetzung für den Liberalismus keine Folge dessen. Dieser freie Markt muss dann auch durch einen schlanken, aber starken Staat gestützt werden.
Die derzeitigen dysfunktionalen Märkte (z.B. Immobilienblase in ESP, Situation in GR) sind Folge fataler staatlicher Interventionen, aber sicher kein Beweis dafür, dass freie Märkte nicht funktionieren.

Re: die Wirtschaftsweise die dem menschlichen Naturell am nächsten kommt

Gerald und Lurch - Sie gehen beide fehl:

Die Bezugnahme auf ein menschliches "Naturell" ist ein Ideologem (eben das liberale) und keine intersubjektivierbare Feststellung. Wer die individuelle oder als Gemeinschaftsnutzen (Utilitarismus) verbrämte Habsucht zum Naturgesetz hochstilisiert, der verschuldet den Niedergang unseres Planeten mit. Die Mär vom "fairen Wettbewerb" ist eine Utopie - gleich dem absterbendem Staat im Marxismus - daher meine argumentative Zuspitzung auf die empirische Wahrheit des Zuschanzens. "Fair" und "Leistung" sind wieder solche Gemeinplätze, die leider an der harten Realität der "Finanzkrise" zerschellen. Denn sowohl die private Habsucht der Banken/Fonds usw. als auch das staatliche deficit spending trugen und tragen ihr Scherflein nicht zu gering bei. Im Liberalismus verkommt die Staatsfunktion dahin, die Gewinne der Habsüchtigen institutionell zu schützen. Das hat nichts mit "stark" zu tun.

Auch das "sozialistische Prinzip" ist dem Menschen nicht mehr zugetan, da es auf einem genau so absurden Menschenverständnis aufbaut, das konsequent in den Realsozialismus geführt hat: Güter- und Wohlfahrtsmaximierung unter totaler Lenkung zu jedem ("fairen"?) Preis der Umwelt. Was diese Absurdität angeht, habe ich mich in meinem ersten Beitrag dazu geäußert.


1 0

Re: Re: die Wirtschaftsweise die dem menschlichen Naturell am nächsten kommt

Der Liberalismus schützt keineswegs die "Gewinne der Habsüchtigen", da eine Habsucht notwendigerweise in den Bankrott führt. Der Liberalismus lässt zwar Habsucht zu, lässt denjenigen dann aber auch die Konsequenzen für seine nichtnachhaltige Gewinnentnahme tragen. Auf die Finanzkrise umgelegt: Die fetten Boni und überzogenen Gehälter sind im Liberalismus natürlich möglich, das Auffangen der bankrotten Banken jedoch keinesfalls. Das war wieder reinster sozialistischer Staatsinterventionismus.

Gast: oekonomikus
06.05.2012 08:51
1 1

arbeit schaffen

wachstum und arbeit schaffen kann nur der markt und leider nicht die genannten herren. um die arbeitslosenraten von fast 20% suedeuropas wegzubekommen braucht man nur 2 pakete umzusaetzen:
1.ausgleichs- strafzoelle der eu mit asiaten und anderen dumping (lohn-waehrung-rohstoffdumping) laendern.
2.keine monopole auf den maerkten (finanz, pharma,....) durch wettbewerbsverzerrende steuergesetzgebung, patentrecht, subventionen.
ganz einfach waere das , aber die eu - mitglieder sind keine akteure sondern lassen sich von anderen vor sich her treiben. arme eu buerger....

Gast: Hannking
06.05.2012 08:11
13 2

Die Spö Poster hier sind ein Wahnsinn...

Schulden damit Wohlstand entsteht, etc....

Wahrscheinlich alles AKler, die von Zwangsabgaben fette Gehälter kassieren und dann in Frühpension gehen....

Gast: Besucher
06.05.2012 08:08
2 0

Jobs

In Billiglohnländer mit sehr hoher Korruption werden Jobs geschaffen (Indien, China, ..). In unserem Lande sollte man sich mehr um die stetig zunehmende Zahl an Arbeitslosen kümmern. Sage voraus, dass in Österreich, in etwa 20 Jahren, gleiche Verhältnisse wie in Griechenland herschen werden. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten.

2 0

Re: Jobs

als geldverleiher und 'retter' hat china jetzt schon einfluss auf europaeische politik. die zentrale macht der EU dient grossbanken und anderen internationalen interessen dazu, europaeische einzellaender bequem in einem aufwasch ueber den tisch ziehen zu koennen.

11 0

Die ersten zehn Jahre des Euro

waren wohl von einer "Vertrauenskrise" überschattet: Der Euro genoss zu viel Vertrauen. Dies lässt sich nun leider nicht mehr prolongieren, schon gar nicht mit noch mehr Schulden.

Gast: Hannking
06.05.2012 07:58
7 0

Bravo - aber es ist schon zu spät....

...da die Mehrzahl der Leute schon jetzt von direkten oder indirekten Staatstransfers abhängen, wird es mit Schulden, Bürokratie, Entmündigung und Enteigung weitergehen.

Die westlichen Demokratien werden die Hundertjahrfeier 2045 (Ende WW II) nicht erleben. Es wird massiv an einem Verdummungs- und Versklavungsapparat mittels Kommunismus light gearbeitet.

Und Leute die das kapieren, gibt es wenige...

3 2

US Ökonomen vertreten US Interessen ...

Den (meisten) US Ökonomen, und den US Politikern, ist es ein Dorn im Auge, dass hierzulande (EU) nicht massenhaft konsumstimulierende Ausgabenprogramme losgetreten werden die über US-Exporte und US-Dienstleistungen (iPhone usw.*) deren Wirtschaft zugute kämen (allerdings auch den Ökonomien in China, S-Korea, ...).

* zwar wird das inzwischen in Asien produziert aber es hängen auch US Arbeitsplätze dran

5 0

Re: US Ökonomen vertreten US Interessen ...

So weit mir das ersichtlich ist, basiert das anlgo-amerikanische System darauf, daß man eben dem Konkurrenten, wenn man ihn nicht mit fairen Mitteln überrunden kann, so lange zu Schaden versucht, bis er eben schwächer als man selbst ist.

Wie weit das für die Amerikaner eine kluge Vorgehensweise ist, wenn sie Europa ruinieren, bleibt dahin gestellt.

Gast: rest in peace
06.05.2012 06:56
6 0

Musste das sein

Ein Bild der beiden sowas-von-daneben Möchtegern Politkern am Sonntag Morgen sehen zu muessen ruiniert einem den Tag. Man kann nur hoffen dass diese Figuren bald Geschichte sein werden sonnst wirds traurig fuer Österreich.
Schlimm ist es sowieso schon.

Gast: Me Again
06.05.2012 06:54
2 0

Und die andere Seite....

Nette Zusammenfassung - seit mehr als 100 Jahren stagniert Europa auf hohem Niveau - und die Blüten, die wir treiben, sind halt nicht die prächtigsten. Das Biotop ist halt zu klein für unsere Anforderungen...aber ob das irgend jemand wahr haben will, ist eine andere Geschichte.

Die hohen schuldenfinanzierten. ..

.... öffentlichen Einkommen saugen auch noch die von uns dringend benötigten Mitarbeiter ab.

Gast: freund?
06.05.2012 01:57
5 19

schellhorn hat "recht"


gesundschrumpfen ist die lösung !

und die zigtausenden arbeitslosen warten schon gespannt auf das schellhorn-programm zur absicherung ...

oder kommt da gar nix, vom franzl ...

Gast: Huoggo H
06.05.2012 01:21
19 3

Ganz schwacher Artikel!

1) Österreich braucht Vollbeschäftigung, nicht mehr Arbeitsplätze! Das ist ein Riesenunterschied.
2) Österreich leidet unter einem massiven Bevölkerungswachstum!
3) Ein Bevölkerungswachstum zerstört die Umwelt und verringert langfristig die Lebensqualität jedes Einzelnen.
Folglich: Wir brauchen ein Bevölkerungsgleichgewicht

7 0

Re: Ganz schwacher Artikel!

Der Haken an dem ganzen ist ja, daß diese zunehmende Bevölkerungsschicht kaum positive Aspekte zum Wirtschaftsleben beiträgt. Leider eher das Gegenteil.

Was ich mir nicht vorstellen kann ist, daß das unseren Politikern nicht eingeht. Daher frage ich mich beklommen, wer zwingt sie dazu dem eigenen Land zu schaden?

Gast: Huoggo H
06.05.2012 01:13
6 2

Ganz schwacher Artikel!

1) Österreich braucht Vollbeschäftigung, nicht mehr Arbeitsplätze! Das ist ein Riesenunterschied.
2) Österreich leidet unter einem massiven Bevölkerungswachstum!
3) Ein Bevölkerungswachstum zerstört die Umwelt und verringert langfristig die Lebensqualität jedes Einzelnen.
Folglich: Wir brauchen ein Bevölkerungsgleichgewicht

Diese Schuldenmacher sind das Letzte!!


nicht, dass man selbstsendigkeit durch buerokratieabbau erleichtert bzw ermoeglicht, UND DABEI NOCH BEAMTE EINSPART UND ARBEITSLOSE REDUZIERT, man moecht noch mehr schulden!

das ist tiefste UDSSR-Politik, ekelhafte bagage!!

sehr guter artikel, schoen zu sehen, dass das vorzimmer vom failman hier wieder fleissig postet! die bekommen gleich ihre halstuchfarbe bei der bewertung geschenkt, rot!!

prost genossen!

:)

Gast: Überall ist das Unheil der Alkohol!
06.05.2012 00:37
7 0

Der Alkoholiker!

Ein alter Mann erzählte mir dies:
Hier ist die Wüste, dort das Paradies.
Dazwischen liegt ein großes Meer -
es zu durchschwimmen ist mühsam und schwer.

Im Paradies, dort findest du Glück,
hier blühen Blumen, erklingt fröhlich Musik.
Du hast ein Zuhause und fühlst dich geborgen,
erwartest mit Freude den kommenden Morgen.

Plötzlich die Wüste, du gehst auf sie zu.
Immer stärker die Sucht, immer weniger Ruh.
Du kämpfst mit dir selbst, willst wieder zurück,
denn du weißt genau, sie nimmt dir dein Glück.

Doch unaufhaltsam, Schritt für Schritt,
zieht sie dich an - es gibt kein Zurück.
Sie hat dich gefangen, dein Leben berauscht.
Du stürzt auf den Boden, zum Narren vertauscht.

Keine Blume dort blüht, kein Vogel dort singt,
die helle Sonne nur Schatten dir bringt.

Es fällt dein Blick hinaus auf das Meer.
Es zu durchschwimmen ist mühsam und schwer.
Doch willst zum Paradies du dich wieder besinnen,
musst du das weite Meer durchschwimmen!

Bitte, liebe "Presse", ...

... nehmen Sie sofort das Foto von der Webseite. Ich möchte mich im Ausland nicht noch mehr als ohnehin schon genieren.

Gast: b457
05.05.2012 23:14
18 0

Wie Dick und Doof...

...die zwei Versager!

Antworten Gast: Kinder ihrer Zeit
06.05.2012 09:37
2 0

Re: Wie Dick und Doof...

Ihr Vergleich hinkt gewaltig. Dick und Doof waren zu ihrer Zeit als Duo (mit Bestimmtheit) die weltbesten Komiker. Unsere beiden sozialdemokratischen Spitzenpolitiker sind als zeitverschobene Humoreske einmal in der posthistorischen Wahrnehmung gerade als nimmermüde Duplikate ineffizienter Alleinunterhalter Film- u. bühnenreif.

genau hier wird die unlogische denkweise der keynesianer sichtbar

der staat schafft temporaer jobs auf kredit, die ohne diese intervention nicht entstanden waeren und sobald die interventionen nachlassen, werden die jobs wieder weniger und alle rufen nach noch mehr interventionen / schulden.

ein spiel auf zeit mit absehbarem ende: staatsbankrott

es ginge auch anders, ohne endlos wachsendem staat / schulden und crowding-out effekt. wenn sich der ueberbordende staat zurueck-zoege, dann faenden sich private anbieter. wenn eine nachfrage / bedarf nach einem bestimmten produkt oder dienstleistung existiert, wird der markt auch anbieter dafuer hervorbringen. ohne staatsintervention, ohne neue schulden.


Antworten Gast: Till vom Ulenspiegel
06.05.2012 10:28
1 0

Re: genau hier wird die unlogische denkweise der keynesianer sichtbar

Staatsbankrott? Enteigung und Versklavung der Bürger! Und der Gedanke, dass eine Flasche namens Goosenpower eine Trafik führen könnte, bringt mich um den Schlaf.

Gast: Mai
05.05.2012 22:13
2 0

Wirres Zeugs

"Nun ist nicht zu leugnen, dass staatliche Ausgabenkürzungen verheerende Wirkung entfalten."

Soll dieser Satz ein Mailüfterl sein oder ist er doch eher ein Lercherlsch... ?

20 0

Jetzt wird es aber peinlich

Die Beiden werden in die Geschichte eingehen, aber nicht im positiven Sinn

Wahrheit und Bemühen

Staat oder Privat, sparen oder verschwenden ist nicht so einfach zu beschreiben, wie es die meisten tun. Sicher gedankenloses mehr vom Selben, wie mehr Bauaufträge, mehr Verwaltungsjobs im Staatsdienst, nur Förderungen für große Firmen, keine für Kleinen. Aber auch auf der Unternehmerseite ist es nicht viel besser, je größer, desto mehr wird versucht einen Status Quo aufrecht zu halten, Monopole zu errichten, kleine innovative Konkurrenten aufzukaufen und deren Ideen und Patente weg zu schließen. Beispiele,.. Mineralölfirmen, Autoindustrie, Stahlproduktion, ......
Das Dritte Problem ist die Gier, jeder will möglichst viel für sich und möglichst wenig für andere. An die Spieltheorie, dass dann niemand was hat denkt keiner.
Viertens, die Macht ist offensichtlich so viel geiler als der Geiz, daher sind Politiker ebenfalls nicht am Strukturausgleich hin zu selbständigen kleinen Einheiten interessiert, denn dann sind sie eben nicht mehr im Mittelpunkt und vielleicht brotlos.
Viele kleine Unzulänglichkeiten, die lange durch Geld ausgeglichen wurden, nun aber ausgemerzt werden müssen, da das Geld zur Neige geht.

http://www.europa-heute.com

Wahrheit und Bemühen

Staat oder Privat, sparen oder verschwenden ist nicht so einfach zu beschreiben, wie es die meisten tun. Sicher gedankenloses mehr vom Selben, wie mehr Bauaufträge, mehr Verwaltungsjobs im Staatsdienst, nur Förderungen für große Firmen, keine für Kleinen. Aber auch auf der Unternehmerseite ist es nicht viel besser, je größer, desto mehr wird versucht einen Status Quo aufrecht zu halten, Monopole zu errichten, kleine innovative Konkurrenten aufzukaufen und deren Ideen und Patente weg zu schließen. Beispiele,.. Mineralölfirmen, Autoindustrie, Stahlproduktion, ......
Das Dritte Problem ist die Gier, jeder will möglichst viel für sich und möglichst wenig für andere. An die Spieltheorie, dass dann niemand was hat denkt keiner.
Viertens, die Macht ist offensichtlich so viel geiler als der Geiz, daher sind Politiker ebenfalls nicht am Strukturausgleich hin zu selbständigen kleinen Einheiten interessiert, denn dann sind sie eben nicht mehr im Mittelpunkt und vielleicht brotlos.
Viele kleine Unzulänglichkeiten, die lange durch Geld ausgeglichen wurden, nun aber ausgemerzt werden müssen, da das Geld zur Neige geht.

http://www.europa-heute.com

Gast: Gast556677
05.05.2012 21:37
6 0

die Steuerzahler bezahlen also

damit sie arbeiten dürfen - ja wirklich Hurra, Hurraahhh wie Herrlich!!!

die Pappnasen von Politikern bekommen es jedenfalls nicht auf die Reihe, die machen mehr kaputt

35 0

sparen

2-3% Defizit würde ich nicht als sparen bezeichnen

Re: sparen

das ist die logik der sozialisten (egal ob schwarze oder rote sozialisten)

wenn staat statt 10 mrd neue schulden nur mehr 7 mrd neue schulden macht, dann sind die grossen "einsparungen"

auf einen haushalt umgelegt:

wenn man 2000 euro monatliches einkommen hat und monatlich 4000 euro ausgibt und dann gibt man nur mehr 3800 euro aus - sind dass auch grossartige einsparungen

sind die alle da oben am ruder eigentlich wirklich so verantwortungslos & boesartig, oder verstehen die wirklich so wenig davon? weil ein solches handeln ist im prinzip als grob fahrlaessig zu bezeichnen. jeder ceo muesste mit gefaengnis rechnen.

Re: Re: sparen

Leider werden die Politiker genau dafür von vielen unmündigen Bürgern wiedergewählt.

Gast: Rolfus
05.05.2012 21:17
1 12

Komisch

Es ist schon eigenartig, dass ein so wahnsinnig intelligentes oder sich selbst dafür haltendes Persönchen wie der Schellhorn nicht dutzende Jobs aus der Privatwirtschaft angeboten bekommt.

Schellhorn: Was hindert sie daran, in die Privatwirtschaft (=ohne staatliche Presseförderung) zu gehen und Wunder zu wirken? Ihr Bruder hat den Mut. Oder in die Politik, um alles richtig zu machen?

Die Antwort liegt auf der Hand. Nicht für sie aber für alle anderen.

Re: Komisch

welchen Job haben Sie in der freien Wirtschaft ? Nach solchen Geistesriesen müssten sich doch die internat. Konzerne geradezu prügeln, gell. Sie klingen allerdings eher nach Arbeiterkämmerer .......

Gast: Frau Wieland
05.05.2012 21:10
0 4

Da hilft nur mehr eines:

Weltkrieg!

1 0

Re: Da hilft nur mehr eines:

Ich nehme einmal an, daß Sie das ironisch meinen, oder auf die Endergebnisse eines Krieges anspielen. Denn im Grunde steuern wir auf diese, allerdings glücklicherweise ohne Krieg, hin. Das ist eine enorme Geldentwertung. Allerdings mit einem Unterschied, daß keine Zerstörungen, wie nach dem letzten Krieg da sind, die ironischerweise die Nachfrage und das Wirtschaftswunder zusätzlich ankurbelten.

Abschließend ist vielleicht noch anzumerken, daß es nicht der Klugheit der Politiker zu verdanken ist, daß es noch keinen Weltkrieg III gibt, sondern dies verhindern die modernen Waffensysteme, bei denen man nicht mehr sicher ist, ob man da mit heiler Haut rauskommen kann, obwohl man eigentlich überlegen ist. Hier hatte wahrscheinlich Chrustschov recht als er sagte: "Nach einem neuerlichen Krieg werden die Überlebenden die Toten beneiden!"

Gast: Faktenchecker
05.05.2012 20:47
6 25

Märchenland Schweden

Aha. Also Herr Schellhorn schlägt vor, dass die Griechen, Spanier und Italiener ihre Banken verstaatlichen und ihre Währung um 10% abwerten. Genau das haben die Schweden nämlich in ihrer 90er-Krise gemacht, wie jeder außerhalb von Schellhorns Märchenwelt weiß. Ein Exportboom hat Schweden aus dem Tief gerissen, die Budgetsanierung hatte damit nichts zu tun (Schwedens Sparpolitik begann 1994, als ihre Wirtschaft bereits mit 4% wuchs!). Und in den 90ern hatten wir eine boomende Weltwirtschaft, da ist Budgetsanierung halt leicht.

Übrigens wurde die Krise in Schweden genausowenig wie die jetzige in Südeuropa durch den überbordenden Sozialstaat ausgelöst, sondern durch einen Bankencrash nach einer geplatzten Immobilienblase.

Schellhorns Vorbildland Schweden ist reine Fantasie, entsprungen aus schlampiger Recherche und ökonomischer Ahnungslosigkeit.

Re: Märchenland Schweden

An Ihrer Stelle, Sie sogenannter Faktenchecker, wäre ich dankbar, dass es Journalisten wie Franz Schellhorn noch gibt: Rufer in der Wüste zwar inmitten der Schuldenmacher und Staatsgläubigen — aber klüger, besser informiert und daher weit glaubwürdiger als diese.

Sie werfen ihm "schlampige Recherche" und "ökonomische Ahnungslosgkeit" vor? Oisdann, Chef, san S' bitte so nett, uns a wengerl zu erläutern, wie und wodurch sich diese von Ihnen diagnostizierten Mängel manifestieren.
Und beheben Sie diese durch Fakten, pittäh!

Antworten Antworten Gast: Faktenchecker
05.05.2012 23:45
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Re: Re: Märchenland Schweden

Lieber Catterpillar, nicht nur das schwedische Budgetsanierungswunder ist erfunden, auch Schellhorns Darstellung der Eurokrise ist losgelöst von jeglicher Realität. Laut Schellhorn benutzten die Südeuropäer das billige Geld, das ihnen nach der Euroeinführung zufloss, für einen massiven Ausbau des Sozial- und Beamtenstaats. Und dieser Exzess müsse jetzt eben wieder "korrigiert" werden.

Gehen Sie auf die Eurostat-Homepage und schauen Sie sich die Staatsausgaben in Prozent des BIP zwischen 2000 und 2007 für die relevanten Länder an. Und was Sie sehen ist, dass es weder in Griechenland noch in Italien zu einem nennenswerten Anstieg der Staatsquote gekommen ist. In Spanien ist die Staatsquote sogar zurückgegangen. Wo ist da die Explosion des Wohlfahrtsstaates, von der Schellhorn fantasiert?

Noch dazu, zwei der am schwersten gebeutelten Krisenländer, Spanien und Irland, waren bis zum Ausbruch der Finanzkrise Musterbeispiele für Budgetdisziplin, die jahrelang sogar Haushaltsüberschüsse hatten! Die Behauptung, dass die Spanier oder die Iren jetzt die Rechnung für ihren schuldenfinanzierten Sozialstaat präsentiert bekommen und halt ein bissl leiden müssen ist zynisch und grotesk.

Hobbyökonom