23.05.2013 06:56 Merkliste 0

SuperMarkt: Wohlstand ohne Wachstum

12.05.2012 | 18:15 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Natürlich geht es auch ohne Wirtschaftswachstum. Die Menschheit steht kurz davor, sich einen jahrtausende alten Traum zu erfüllen: Endlich wird ein gutes Leben auch ohne harte Arbeit möglich sein.

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Zugegeben, die aktuelle Nachrichtenlage bietet kaum Gründe, um früh am Morgen mit einem vergnügten Liedchen auf den Lippen aus den Federn zu hüpfen und gleich einmal die ganze Welt zu umarmen. Bei den Wahlen in Griechenland werden nach 380 Milliarden Euro schweren Finanzhilfen jene Parteien mit einer überwältigenden Mehrheit ausgestattet, die den Rest der EU dazu nötigen wollen, das Land dauerhaft zu subventionieren. Während sich in den Geberländern die Überzeugung durchzusetzen scheint, dass Griechenland durch den aufgezwungenen Sparkurs in den Ruin getrieben wird – und nicht durch völlig überzogene Ausgaben öffentlicher und privater griechischer Haushalte.

Erfreulicher ist da schon die Botschaft, die hochkarätige Ökonomen und Politiker seit Wochen absetzen: Kürzungen in überschuldeten Staatshaushalten sind nicht unumgänglich. Es gibt eine echte Alternative, und die heißt Wachstum. Noch besser: Die Annahme, dass ein materiell weitgehend sorgenfreies Leben nur mit harter Arbeit und dauerhafter Wertschöpfung zu erreichen sei, ist eine böse Erzählung aus kapitalistischen Urzeiten. Wohlstand für alle ist nämlich möglich, ohne dass dem Götzen Wachstum tagtäglich ein hohes Arbeitsopfer darzubringen wäre. Womit ein Traum in Erfüllung zu gehen scheint, der die Menschheit seit Beginn ihrer Existenz begleitet.

Künftig muss kein „Mehrwert“ mehr geschaffen werden, damit Jobs dauerhaft sicher sind und der Staat über höhere Einnahmen die wachsenden Ansprüche einer alternden Gesellschaft stillen und den Sozialstaat finanzierbar halten kann. Niemand muss mehr bis zum Erreichen des 58. Lebensjahres schuften, um durchschnittlich 20 Jahre lang eine Pension überwiesen zu bekommen. Die beste Lebenszeit am Arbeitsplatz abzusitzen, scheint sich dieser Tage überhaupt als ganz großer Irrweg zu entpuppen.


Deutschland lenkt ein. Wer das alles für populistisch und zynisch hält, liegt nicht ganz falsch. Genauso sieht aber das Konzept aus, das Europas Führung zur Lösung der Schuldenkrise einsetzt. Der Quell des neuen Wohlstands liegt nun offiziell in Frankfurt am Main. Tief in den Kellern der Europäischen Zentralbank sprudeln jene Milliarden aus dem Boden, die Europas Bürgern alle unerwünschten Korrekturen gelebter Gewohnheiten ersparen und die kühnsten staatlichen Konjunkturprogramme möglich machen. Die Löcher in den Haushalten werden einfach mit gedruckten EZB-Geldern gestopft.

Unglücklicherweise führen stark wachsende Geldmengen bei gleichzeitig schwacher Wirtschaftsleistung zwar zu einem fortschreitenden Kaufkraftverlust. Vergangenen Donnerstag ließ aber selbst die Deutsche Bundesbank durchblicken, dass eine schnellere Entwertung des Geldes akzeptabel sei. Womit die letzte Hüterin der Geldwertstabilität ihren Widerstand aufgibt. Was wiederum die Herausgeber des britischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“ freuen wird. Erst unlängst hat die Hausbibel der Staatskeynesianer Deutschland aufgefordert, sich endlich zu entspannen und eine höhere (Preis-)Inflation zuzulassen. Denn nur so könne die Eurozone überleben. Wer es gerne etwas klarer hätte: Das Überleben der Eurozone ist also nur mit einer fortschreitenden Entwertung von Vermögen und Einkommen zu schaffen.

Das ist bemerkenswert. Schon deshalb, weil die Idee hinter der Währungsunion ja weniger jene war, Vermögenswerte und Einkommen flott zu entwerten. Ganz im Gegenteil, und das aus gutem Grund: Eine rasche Entwertung des Geldes trifft vor allem jene, die besonders wenig davon haben.


Harte Zeiten, lockere Geldpolitik. Gut, nun könnte man argumentieren, dass besondere Zeiten besondere Mittel erfordern. Nur ist aus der Geschichte der Menschheit leider kein Beispiel bekannt, dass finanziell angeschlagene Staaten ihren Bürgern über das Drucken von Geld dauerhaft zu einem guten Leben verhelfen konnten. Experimente dieser Art endeten ausnahmslos verheerend. Nicht zuletzt deshalb, weil hoher Wohlstand nicht die Folge hoher Staatsausgaben ist – bestenfalls umgekehrt, solange sich produktive Bürger bereitwillig ihre Taschen leeren lassen.

Natürlich geht es auch ohne Wirtschaftswachstum. Etwa dann, wenn die Bevölkerung bereit ist, ihre Ansprüche an den umverteilenden Sozialstaat zurückzuschrauben. Wer allerdings der Meinung sein sollte, dass eine älter werdende Gesellschaft den gewohnten Lebensstandard zumindest halten soll, wird Wirtschaftswachstum als Grundbedingung begreifen. Nicht jenes, das künstlich von Staatshand und Notenpresse geschaffen wird. Sondern jenes, das reale Nachfrage kennt, die von produktiven Arbeitnehmern und Unternehmern gestillt wird.

Stabiler Wohlstand ohne produktives Wachstum gibt es nämlich nur in der keynesianischen Märchenstunde. Schade, eigentlich.

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.05.2012)

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131 Kommentare
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Wir leben in einer sozialistischen Planwirtschaft

Mit Liberalismus hat das Ganze nichts mehr zu tun.

Die Elite bevormundet das Volk im Namen des "Sozialismus" und hat es in Wirklichkeit versklavt.

Re: jp morgan hat uns ja wieder gezeigt wie toll das neoliberale system ist

lesen sie endlich mal nach, was neo- liberal bedeutet.

14 4

angeborener Reichtum

ermöglicht ein gutes Leben ohne Arbeit
auch Nieten im Nadelstreif werden für nichts fürstlich belohnt
es hapert an gerechter Umverteilung und damit geht auch Motivation flöten
ohne Fleiß kein Preis war gestern ,dass kann man der Generation 2.0 heute nicht mehr erzählen

2 0

Re: angeborener Reichtum

Geerbter Reichtum bedeutet in der Regel Anteile an einem Unternehmen zu haben.

Das sollte auch eine Aufgabe sein. Denn ein Unternehmen geht schnell pleite, wenn es nicht gut geführt wird.

So ein Schwachsinn

Sehen Sie sich doch an, wer in dieser Welt richtig reich ist (war): Steve Jobs, Bill Gates, George Soros, Dietrich Mateschitz, etc., etc.

Reichtum wird meist von herausragenden Persönlichkeiten geschaffen, hält sich über eine oder zwei Generationen (das wären dann die einzigen, die Sie meinen, enteignen zu müssen), und geht in dieser Zeit auf andere über.

Tatsächlich gibt es gar nicht so viele, die ohne eigenes Zutun reich sein können - und wenn doch, dann müssen spätestens ihre Enkel wieder schaffen gehen, wenn das Vermögen verprasst ist.

Wenn man "Reiche" schröpfen will, verhindert man in erster Linie diejenigen, die den Mut haben, geniale Ideen umszusetzen, und damit reich werden. Und man verhindert alle, die an den Reichen und an deren Schöpfungen gut verdienen.

Die derzeitige Versuche, die Reichen zu enteignen, werden ganz tiefe Wunden in's Fleisch der wirtschaft reißen, und am Ende sind wir dann alle arm (siehe DDR). Eine Scheißidee!

1 0

Re: So ein Schwachsinn

Was Sie meinen sind die Neureichen, die in einer Generation reich werden.

Das gibt es heute nur, weil über Kredite auf Pump gelebt wird.

In der Regel wird echter Reichtum über Generationen aufgebaut.

Re: So ein Schwachsinn

es geht um die Spekulanten...

Re: Re: So ein Schwachsinn

Und Sie glauben alles, was Ihnen die Paddei vorschreibt?

Antworten Antworten Gast: Vernunftwende
13.05.2012 18:56
0 2

Re: So ein Schwachsinn

Warum kennt man diese Leute - weil es AUSNAHMEN sind. Und was heißt Enteignung? Es wäre ja schon mal schön wenn wir überhaupt so etwas wie Vermögenssteuern hätten.

Re: Re: So ein Schwachsinn

Was soll daran schön sein? Recht auf Besitz ist die Grundlage der Freiheit. Ohne Recht auf Eigentum gibt es keine Freiheit.

Ein Staat, der seinen Bürgern das Eigentum (für das ja bereits satt Steuern gezahlt wurden) wegnimmt, ist ein Unrechtsstaat. So einfach ist das, auch wenn diese Meinung derzeit nicht en vogue ist.


Re: Re: Re: So ein Schwachsinn

diesem credo folgen leider die meisten staaten nicht. alle glauben ihnen gehoert ein anteil am eigentum eines anderen.
die eigentumsrechte sind schon sehr weit verwaessert.
und fuer die ganzen kommunisten ist eigentum sowieso diebstahl vom volk ...

T_elecom A_ustria in B_ulgaria (M_tel) has threatened me with c_utting off my f_ingers

if I do not participate in their cartel in the telecommunication industry in B_ulgaria. It have been done through involuntary implanted small device similar to h_earing a_pparatus in my s_inuses, connected to n_erves, controlled wireless with their network. Many politicians and Government servants in B_ulgaria are controlled in a similar manner.
-D_etsche t_elecom was fined 100 mill for bribing a Balkan country regulator, where the other palyer is T_elekom A_ustria.
-The corruption scanal in T_elekom A_ustria led to the resignation of a former C_hacellor.
http://converging_technology.eu/threats-for-developing-countries/

Gast: Allan Greenspan
13.05.2012 10:53
1 2

Dollar

The dollar is our money, but Your problem.

Gast: vor dem arlberg
13.05.2012 10:02
0 0

Korrektur

Soll natürlich heissen: ... Motto .... (nicht Motte).

Gast: vor dem arlberg
13.05.2012 10:01
6 0

Ein gutes Leben ohne harte Arbeit

Nach diesem Motte leben die Politiker doch schon seit ewigen Zeiten.

12 2

Warum nur ist da Allerlogischte für so Viele nicht zu verstehen?

Haben ein paar Jahrzehnte Kommunismus und Sozialismus das Denkvermögen breiter Bevölkerungskreise wirklich außer Kraft gesetzt? Seit es den Menschen gibt war Ihm bewusst dass er etwas leisten muß um zu überleben. Die Frühmenschen haben Tiere erlegt um nicht zu verhungern und haben mit dem Fell ihren Körper bedeckt um nicht zu erfrieren. Irgendwann haben sie Ackerbau gelernt um nicht so von der Jagd abhängig zu sein. Sie mussten kämpfen um ihr Eigentum zu schützen. Der Lebensstandard hat sich mit den Jahrtausenden natürlich geändert. Die Grundregel, dass die Qualität des Lebens von Leistung abhängt, war von den Neandertalern bis ins vorige Jahrhundert gültig. Und plötzlich will eine neue Ideologie diese Regel ausser Kraft setzen. Es kann jedem Menschen gut gehen, dafür braucht man nicht mehr zu arbeiten. Jeder hat gutes Essen, schöne Wohnungen, schöne Autos, schöne Urlaube, optimale medizinische Versorgung. Ob er dafür arbeitet oder nicht ist sekundär. Es wird alles auf Schulden finanziert. Ein paar Jahrzehnte hat das ja auch tatsächlich funktioniert bis die Schulden eine Wahnsinnshöhe erreicht haben. Jetzt scheint das System zusammenzubrechen und das Geschrei ist groß. Natürlich gibt es dafür Schuldige. Nämlich jene immer kleiner werdende Gruppe die doch tatsächlich so blöd ist und noch arbeitet - sozialiste Logik!

Re: Warum nur ist da Allerlogischte für so Viele nicht zu verstehen?

nein, diese logik ist fuer die meisten nicht verstaendlich

die sind es alle schon so gewohnt, dass ein starker staat die schuetzende (meist nehmende) hand ausstreckt von der wiege bis zum grabe und einem auf schritt und tritt in jedem lebensabschnitt begleitet.
eigenverantwortung? fehlanzeige, die verantwortung wird an den staat delegiert.

die meisten haben einfach kein rueckgrat und sind nicht willig, fuer ihr ueberleben zu arbeiten - es sollen lieber andere fur einen arbeiten

2 0

Re: Warum nur ist da Allerlogischte für so Viele nicht zu verstehen?

Die Geldmenge, mit der im internationalen Finanzsystem herumjongliert wurde, übersteigt in Vielfaches des Wertes der s.g. Realwirtschaft. Bei den Transaktionen geht es nicht um reales Wachstum und reale Wertschöpfung sondern um schnellstmöglich hohen Gewinn. Gelder werden oft in Sekundenschnelle über den Globus hin und her verschoben, um maximalen Profit zu erzielen. Verstehen Sie das unter Arbeit und Leistung.

Übrigens soll doch das s.g. Wachstum die inneren Widersprüche und eklatanten Ungleichverteilungen übertünchen.

Re: Re: Warum nur ist da Allerlogischte für so Viele nicht zu verstehen?

der von ihnen beschriebene vorgang funktioniert nur, weil es finanztechnisch eine planstelle gibt, die ezb / fed die entscheidet, wie hoch die geldmenge sei soll, was die mindestreserve-anforderungen fuer die geschaeftsbanken sind und zu welchem preis (zins) kredite vergeben werden (leitzins) - das hat mit freier marktwirtschaft nichts zu tun sondern ist reine planwirtschaft. speziell weil mindestens die haelfte aller transaktionen ware gegen geld sind oder dienstleistung gegen geld, nicht ware gegen ware oder dienstleistung gegen dienstleistung. oefters jedoch gibts auch geld gegen geld - und wenn mehr als die haelfte aller transaktionen mit eine monopolisierten waehrung abgewickelt werden, dann sprechen wir vom kommunismus. die parteizentrale ist frankfurt am main.

und durch die steuern auf gold & silber sind die leute gezwungen, das staatliche monopol-geld anzunehmen (in dem auch steuern gezahlt werden muessen) wenn sie nicht "schwarz" arbeiten wollen und sich strafbar machen.

solange dieser finanz-kommunismus noch anhaelt, zahlt sich arbeit und leistung natuerlich nicht aus, weil diejenigen, die arbeiten und leisten haben keinen einfluss darueber, welche kaufkraft ihr fleiss am ende des tages erwirtschaftet, weil die finanz-kommunisten die kaufkraft nach ihrem gutduenken senken (was sie auch laufend tun) durch die ausweitung der geldmenge an ihre parteifreunde (banksters), was dann an steigenden preisen / inflation bemerkbar wird.

Re: Re: Re: Warum nur ist da Allerlogischte für so Viele nicht zu verstehen?

nachtrag:

durch die "ausweitung der geldmenge" an die parteifreunde meinte ich, dass das frische geld, was vorher noch nicht existierte, per kredite an die banken weitergegeben wird, die das geld zuerst wieder ausgeben und in umlauf bringen duerfen. da hat es noch die hoehere kaufkraft als vor der geld-kreierung. sobald es zirkuliert und die kaufkraft des bestehenden geldes mindert, haben nicht mehr die banken das problem (weil die konten es ja noch ausgeben, als die kaufkraft noch in der alten geldmenge gemessen wurde) sondern diejenigen, die es benutzen.
je weiter hinunter auf der pyramide, desto weniger kaufkraft hat das geld und bis es bei den einfachen leuten ankommt, ist es bereits voll inflationiert.
die wundern sich dann, warum das mehl 50% teurer ist das im vorjahr warum butter wurst und kaese 35% teurer sind als im vorjahr.

bis jetzt faellt es nur noch keinem auf, weil es immer noch cent betraege sind. aber die exponentialfunktion zeigt klar auf, wohin die reise geht. sobald man mal fuer ein stueck butter 100 euro zahlt, wird jedem bewusst werden: we have a problem!

Gast: Be-obachter
13.05.2012 09:37
5 1

Eine Zwischenfrage!

S.g. Herr Schellhorn,

Sie beschreiben die Lage aus der Sicht Griechenlands, will mir scheinen.

Für die Geberländer (Nettozahler) sieht die Sache schon ganz anders aus. Allerdings würde ich mich über einen Kommentar von Ihnen freuen, der das Wirtschaftswachstum ausnahmsweise kritisch unter die Lupe nimmt, nämlich mit allen "Nebenwirkungen".
Ist es nicht so, dass die Wirtschaft eigentlich gar nicht wachsen müsste, sondern als Null-Wachstum stabil auf dem jetzigen Stand ruhen könnte, wenn nur die Zinswirtschaft nicht wäre?

2 0

Re: Eine Zwischenfrage!

Die Zinswirtschaft in dem Sinn gibt es ja nicht. Es gibt schon seit Jahrzehnten Schwundgeld. Wenn Geld verzinst angelegt wird erhalten die Zinsen bestenfalls den Realwert. Die Zahl wird höher, aber der innere Wert bleibt bestenfalls gleich.

Die Wirtschaft muss deswegen wachsen, weil die offizielle Inflationsrate immer niedriger ist als die tatsächliche. Um diese Differenz muss es ein Wirtschaftswachstum geben um den Vorjahres-Stand zu halten.

Antworten Gast: Grummelbart2
13.05.2012 12:20
4 0

Re: Eine Zwischenfrage!

1) Zinsen müssen sein, weil niemand Geld "gratis" verborgt (weder Banken noch Sparer).

2) Wirtschaftswachstum ist notwendig, wenn jemals die Dritte Welt Länder aufschließen sollen. Gleichbleibende Gesamtwirtschaftsleistung würde entweder eine Perpetuierung der Ungleichheit zwischen Nord und Süd bedeuten oder einen gewaltigen Standardabbau bei uns.

3) WIrtschaftswachtstum war und ist unbegrenzt möglich. Aufgrund neuartiger Technologien steigt die Produktivität an; "virtuelle" Güter werden produziert ohne dass Ressourcen verwendet werden.

4) Wirtschaftswachstum ist auch notwendig, um technologischen Fortschritt zu garantieren - jede technische Neuerung ist komplizierter als die Vorhergehende und benötigt exponential mehr Ressourcen als die vorhergehende. Die ersten Schiffe waren leicht, die ersten Flugzeuge ungleich schwieriger, und wir haben gerade die ersten Raumschiffe gebaut - immer weiter und weiter.

Also, go wachstum.

Re: Re: Eine Zwischenfrage!

sehr gute auflistung!

Gast: b754
13.05.2012 09:34
2 9

als streng glubiger neoliberaler stellt man sich ja die frage wann komm endlich die unsichtbare hand die uns den freuen markt bringt

alles herunterbeten von neoliberalen ideen von schellhorn scheint nicht zu helfen und wer ist schuld daran natürlich die spö
endlich freier markt statt freier bürger

Gast: pan-torra
13.05.2012 09:05
8 11

sehr geehrter herr schellhorn,

sie haben um alle wesentlichen punkte brav einen bogen gemacht. die ursache der probleme ist weder der sozialstaat an sich noch fehlendes wachstum. die probleme heiszen zinseszins und private (=banken) geldschoepfung.

Re: sehr geehrter herr schellhorn,

s.g. pan-torra:
Es gibt unterschiedliche Denkrichtungen. Eine liberale (die auf Freiheit und Eigenverantwortung baut) und Ihre sozialistisch-kollektivistische, basierend im wesentlichen auf Keyens. Ihr Zinskritik entspricht im Wesentlichen den Lehren von Gottfried Feder - vgl. "Manifest zur Brechung der Zinsknechtschft" - von1919

Antworten Gast: Tomatemambalkon
13.05.2012 11:11
1 0

Re: sehr geehrter herr schellhorn,

Das System ser Zinseszinsen allein erfordert permanentes massives Wachstum. Auf Wachstum ist dieses System aufgebaut.
Die hemmungslose geldschöpfung und das Verschulden der Staaten bei defakto privaten Banken führt schon allein dazu dass die Staaten Zinseszinsen zahlen müssen. Die Staaten haben irgendwann ihre Rolle als Geldschöpfer an eine kleine Gruppe Privater abgegeben. Das wirdmleidermimmer gern "vergessen"

Antworten Gast: 1. Parteiloser
13.05.2012 10:46
3 1

Re: sehr geehrter herr schellhorn,

Leider stimmt es überhaupt nicht.

Die Finanzierung des Wohlstands, die Finanzierung des Sozialstaates muss am Ende immer durch eine Leistung der Gesellschaft kommen. Sie können Geld drucken soviel Sie wollen und Geld verteilen soviel Sie wollen, Sie werden niemals die notwendigen Waren haben, welche Sie zur Verteilung brauchen.

Es ist doch höchste Zeit, dass es ein Umdenken von der rein monetären Betrachtung gibt und ein Denken in Werten und Leistungen für die Gesellschaft. Die muss ja irgendwo herkommen, oder?

Das die Banken zu Monster werden konnten dafür sind doch alleine die irren Staatsschulden verantwortlich. Alleine in der Eurozone geht es um 10 Billionen Euro, welche das Finanzsystem aufgeblasen haben.

Das Zinsenszinssystem kann auch nur dann wirksam werden, wenn die Zinsen vom Schuldner nicht bezahlt werden. Das ist das eigentliche Versagen der Entscheidungsträger, welche damit die Gesellschaft in die Schuldenfalle getrieben haben. Die Geldgeber können da gar nichts dafür, die haben das Geschäft logischerweise gemacht.

Der Sozialstaat ist ein Problem. In Ö werden ja Ruhegenüsse bis über 100.000.- EUR p.a. unter Soziales gebucht aber auch schon mehr als 1/2 Mio. Menschen in manifester Armut administriert. Es sind solche Probleme, welche die irren Staatsausgaben verursachten und damit die Staatsschulden geschaffen haben. Dafür können die Banken nichts nur die deppaten und frechen "Volksvertreter".

Antworten Antworten Gast: staatsgeld2
13.05.2012 11:55
2 0

Re: Re: sehr geehrter herr schellhorn,

Geld drucken ohne Leistung verschlimmert nur noch alles.

Oder nach Marc Faber: wenn man durch Geld drucken reich werden könnte, wäre Simbabwe das reichste Land auf der Welt.

Antworten Gast: b754
13.05.2012 09:35
0 3

Re: sehr geehrter herr schellhorn,

das zu schellhorn zu sagen ist wie mit einem blinden über farben zu disskutieren

Re: Re: sehr geehrter herr schellhorn,

... oder wie mit einem Roten darüber, dass das vom Staat mit vollen Händen verteilte Geld erst einmal durch irgend jemand verdient werden muss ...

Diese Politik führt in den Untergang!

Noch mehr erfundenes Geld in den Markt pumpen ist etwa so, als würde man zum Löschen eines Strohfeuers Benzin verwenden. Am Ende werden wir vor einem Aschehaufen stehen, und es wird kalt werden...

schade, eigentlich....

...die verzweifelten kommentare eines alten mannes zu lesen, der seinen großen schmerz über das versagen seines so lieb gewonnenen neoliberalen turbokapitalismus, der die letzten 30 jahre beherrscht hat, nicht durch selbsteinsicht ("ich war ein dummkopf und bin mein ganzes leben lang der falschen ideologie nachgelaufen") verarbeitet, sondern durch polemik und spucken nach allen seiten...

aber ich finde es echt witzig, dass ausgerechnet ein journalist (oder so etwas ähnliches) das hohe lied auf "harte arbeit" singt. naja, witzig ist es auch nicht. eher eine verhöhnung der tatsächlich hart arbeitenden!


Re: schade, eigentlich....

Sie mögen ja Ihre undifferenzierten Verallgemeinerungen gerne selbst glauben, wahrer werden Sie dadurch aber auch nicht.
Dass Sie aber - angebliche - Polemik mit ebensolcher beantworten, ist nicht gerade seriös.
Jedenfalls ist es Stammtisch-Niveau, sich ohne jegliche Kenntnis der Umstände anderer das Urteil anzumaßen, wer hart arbeitet und wer nicht.
Demnach sind Sie wohl der festen Überzeugung, dass (um ein paar typischerweise genannte Gruppen anzuführen) Journalisten, Lehrer, Beamte - und vielleicht auch Offiziere (Herr "Oberst" F.) Tachinierer sind.
Beleg dafür? ... Na, "das weiß man halt"

Re: Re: schade, eigentlich....

sie haben recht: mein zweiter absatz war polemisch. er war eine polemische replik auf die polemik schellhorns. (ich nehme an, dass sie schellhorn ebenfalls mitgeteilt haben, dass er sich damit auf stammtisch-niveau begeben hat?)

aber ich habe tatsächlich eine feste überzeugung: jene leute, die ihre leistung als so toll und die leistung anderer als minderwertig betrachten, leisten in der regel wenig bis nichts. weniger jedenfalls, als die nicht-angeber, auf die sie mit dem finger zeigen.

Re: Re: Re: schade, eigentlich....

Was Ihren zweiten Absatz betrifft, gebe ich Ihnen durchaus Recht! - Allerdings kann ich in Schellhorns Artikel beim besten Willen keine Formulierung finden, in der er seine eigene Leistung "als so toll" herausstellen würde. Der Rechtfertigungsversuch Ihrer Polemik geht hier also ins Leere!

Und zu Ihrer Kritik am angeblich polemischen Artikel Schellhorns: es wäre - ganz ernsthaft gemeint! - eine mehr als diskussionswürdige Frage, ob denn der von Ihnen genannte "neoliberale Turbokapitalismus" oder doch eher der ungehemmte Drang der Staaten (oder besser der regierenden Politiker!) zum Erkaufen von Wählerstimmen mittels Konsumfinanzierung auf Kosten zukünftiger Generationen Hauptverursacher der Krise sind.

Bei aller berechtigten Kritik an einzelnen Elementen des herrschenden Systems neige ich doch ganz klar zur Ansicht, dass letzterer das weitaus größere Übel darstellt!

Gast: Saiffenstayn
13.05.2012 08:48
5 1

Stimmt so nicht und stimmt so nie !

Durch die Jahrhunderte hat der Adel
und seine "Minister"
niue schwer gearbeitet !

Das Gleiche gilt für den hohen und niederen Klerus (Geistlichkeit, Priesterkaste)

Es war immer alles - das Arbeiten, der Krieg - eine Last für die "einfachen Leut

und wenn heutzutage die Schwellenländer, die Dritte-Welt und wer auch immer leidet, für den Wohlstand der Anderen;

das wird nie stimmen, dass es eine Welt ohne harte Arbeit gibt !!!

1 0

Re: Stimmt so nicht und stimmt so nie !

Adel und Clerus lebten Jahrhunderte vom arbeitenden Volk

2 0

Re: Re: Stimmt so nicht und stimmt so nie !

Heute leben (aus)gewählte Proleten vom arbeitenden Volk. Es sitzen lediglich andere am Futtertrog. Der Futtertrog wird aber nach wie vor von den selben gefüllt. Und heute sogar ungleich mehr denn je zuvor.

Gast: Andreas Hofer
13.05.2012 08:45
4 3

Die Wurzel des Problems

Woher kommt das Chaos? Von der neo-liberalen Politik der USA. Alle Macht dem freien Markt führt in die Katastrophe...Fahrt mal mit offenen Augen durch die USA und sie können die Verelendlichung des Landes überall sehen.
Casino Kapitalismus und die Großkonzerne, die immer weniger Steuern zahlen, haben dieses Problem verursacht...die Politik schafft es nicht, diese Wirtschaftskriminellen in die Schranken zu weisen..

Gast: Vernunftwende
13.05.2012 08:45
5 0

Schellhorn sollte begreifen dass diese "Griechenlandhilfe" nichts anderes als Bankenrettungspakete sind.

Die soziale Utopie Schellhorns ist übrigens für einen Teil des Finanzsektors bzw. deren Eigentümer schon Realität. Risikoloses Dasein auf Kosten der Allgemeinheit - das ist Kommunismus.

Alle "Leistungsträger" die ich kenne träumen davon nicht mehr arbeiten zu müssen sondern von Zinserträgen leben zu können, diese Utopie ist gerade unter den Pseudomarktwirtschaftlern weit verbreitet.

Hoffentlich fallen wir nicht wieder zurück in das "Enteignungsjahrzehnt" der 70er - da gab es ja Inflationsraten von 6 %(!). Hilfe, Nordkorea! Der Unterschied war nur dass die Löhne in dieser Zeit real trotzdem gestiegen sind, heute läuft das Kuchenwachstum einzig und allein in die Taschen der Finanzindustrie.

Die meisten Menschen werden von dieser "Enteignung" übrigens wenig betroffen sein. In Deutschland besitzen 54 % der Menschen KEIN Geldvermögen. Wenn man das mit 5 % Inflationiert bleibt es immer noch 0.

Die Menschen sollten vielleicht ihre Ansprüche generell etwas zurückschrauben. Mir fällt da ein Herr Ackermann ein bzw. die Menschen die ihn angestellt haben ob seines Versprechens von 25 % Rendite.

Wo genau hat Keynes übrigens behauptet dass es Wohlstand ohne Wachstum geben könnte? Da fällt mir eher John Stuart Mill ein.

Polemik

Keynes sprach nicht von unproduktiver Produktion und Wohlstand. Politiker ohne Visionen geben nur leider Subventionen gerne an jene die diese nicht benötigen aber gute Wähler sind.
Manche Politiker kaufen damit auch die eigene nachpolitische Zukunft.
Zu viel Sozialstaat ? Für mehr als 43 % Abgabenquote kann auch Leistung erwartet werden.
Schön wäre die Kennzahl eines Verwaltungskostenindex. Wie viel Euro pro Bürger wird für Verwaltung ausgegeben ?
Dann können wir auch gerne eine Diskussion über produktiv und unproduktiv führen.

Viel mehr dazu unter www.europa-heute.com

Antworten Gast: Saiffenstayn
13.05.2012 08:51
0 0

Re: Polemik .... Was sind Verwaltungskosten ?

Sind Militärausgaben Verwaltungskosten ?
oder Subventionen für Kultur ?
Subventionen für die Landwirtschaft?


Re: Re: Polemik .... Was sind Verwaltungskosten ?

Militärausgaben bestehen aus Kosten für Gerät und Personalkosten, Personalkosten für kämpfendes Personal und Verwaltung.
Subventionen für Kultur sind Leistungen an Kultureinrichtungen und Künstler. Die Subventionsvergabe und deren Kosten ist Verwaltung.
Subventionen für die Landwirtschaft sind Leistungen. Dabei sind zwei Themen zu unterscheiden, Kosten der Leistungsverwaltung und Sinn der Leistung.
Leistungsverwaltung ist Verwaltung.
Sinn von Subventionen: Dazu habe ich in meinem Blog einiges geschrieben.


Re: Re: Polemik .... Was sind Verwaltungskosten ?

ja und 3 mal ja!

Gast: so viele kluge menschen hier
13.05.2012 08:29
4 0

Griechenland - nach 380 Milliarden Euro schweren Finanzhilfen

Mich laust der Affe :

Nach der Statistik der griechischen Staatsschulden auf Wikipedia hatte Griechenland etwas über 300 Milliarden Staatsschulden. Nach 380 Milliarden sind die Schulden auf knapp unter 300 Milliarden gesunken.

Mit dem Geld hätte man also Griechenland längst schuldenfrei machen können.

Statt dessen hat man aber offenbar nur Wucherzinsen bedient.

Es handelt sich also offenbar um keine Griechenland-Hilfe - sondern um einen Geldstrom zu Banken und anderen Finanz-Organisationen.

Oder kann das jemand anders erklären ?

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Wachstum und Geldpolitik

Natürlich muss Wachstum sein. Jede Erfindung, Innovation, Produktionsverbesserung und Verbesserung der Lebensumstände bedeutet Wachstum und nur so gibt es etwas zum Umverteilen, das Wohlstand ermöglicht.
Problem: wir haben unseren Wohlstand in der westl. Welt zusätzlich auf Schulden aufgebaut. Dazu hat die Politik beigetragen, aber auch die Deregulierung der Finanzmärkte und ihre Abkoppelung von der Realwirtschaft.
Nun haben wir, mit Buchers Worten, die Wahl zwischen Pest und Cholera: Schulden und Spargelder (= Wohlstand!) weginflationieren, was den Mittelstand trifft, oder wegsparen, was über hohe Arbeitslosigkeit noch mehr die Ärmsten trifft. In beiden Fällen sind soziale Unruhen vorprogrammiert. Und in jedem Fall werden wir nur über mehr Arbeit und Innovation wieder zu mehr Wohlstand kommen.

Re: Wachstum und Geldpolitik

irrtum! der Mittelstandssparbuchbesitzer ist in der Minderheit und zündet keine Barrikaden an! jetzt kann man raten wen es treffen wird ...

danke herr schellhorn!

diesem artikel ist nichts mehr hinzuzufuegen. danke fuer die unermuedliche aufklaerungsarbeit, die sie leisten.

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Wachstum

Bei jeder Art von Wachstum ist irgendwann mal der Zenit erreicht. Dahingehend sollte es sich lohnen darüber nachzudenken ob man die eigenen Bedürfnisse zurückschraubt wobei BEDÜRFEN dem Umstand nicht gerecht ist. Wir in Europa bedürfen eigentlich nicht mehr. Schließlich sind noch viele Menschen ohne Grundbedürfnisse,und unsereiner will partout nicht auf den Zweitwagen verzichten.Sind wir nicht mit dem Wachstum übers Ziel hinausgeschossen?So wie eine Pflanze- wenn sie beim Wachstum zuviel ausschießt---dannfällt sie um.

Hobbyökonom