Ölkonzern BP wieder in den schwarzen Zahlen

Der Ölpreis trotz des jüngsten Anstiegs immer noch nicht aus, um bei BP die Investitionen und Dividenden an die Aktionäre zu finanzieren.

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APA/dpa/Bernd Thissen

Nach dem Rekordverlust im Jahr 2015 hat es der britische Ölkonzern BP im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen geschafft. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 115 Millionen Dollar (107 Millionen Euro), wie BP am Dienstag mitteilte. Grund seien Kosteneinsparungen in Höhe von rund 7 Mio. Dollar im Vergleich zu 2014. BP investierte weniger, verkaufte Konzernteile und entließ Personal.

2015 hatte der Konzern 6,5 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Auch das Jahr 2016 sei wegen des niedrigen Ölpreises "schwierig" gewesen. Der Umsatz sank um knapp 18 Prozent auf 183 Mrd. Dollar. 2017 hofft der Konzern auf steigende Gewinne wegen der mittlerweile gestiegenen Preise.

Nach wie vor ist die Produktion bei BP aber - auch im Vergleich zu wichtigen Konkurrenten - zu teuer. So reicht der Ölpreis trotz des jüngsten Anstiegs immer noch nicht aus, um die Investitionen und Dividenden an die Aktionäre zu finanzieren. BP schafft dies wohl nach eigenen Angaben erst zum Jahresende und auch nur wenn der Ölpreis noch weiter auf ein Niveau von 60 Dollar steigt.

Da zudem bei einer bei Experten im Fokus stehenden Gewinngröße die Prognosen der Experten nicht erreicht wurden, sackte die Aktie auf den tiefsten Stand des Jahres ab. Das Papier verlor am Vormittag rund drei Prozent an Wert und baute damit das Jahresminus auf rund neun Prozent aus.

Die niedrigen Ölpreise hätten eine große Herausforderung dargestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Im Schlussquartal profitierte der Konzern vor allem von einer deutlichen Erholung im Geschäft mit der Förderung von Öl und Gas ("Upstream"). Allerdings lag der um Sonderposten bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten - also ohne Veränderungen der Lagerbestände und Bewertungseffekte - nur bei 400 Millionen Dollar. Experten hatten mit deutlich mehr gerechnet.

Wie 2015 war auch das vergangene Jahr noch von hohen Sonderbelastungen durch die Katastrophe der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im Jahr 2010 betroffen. Die Gesamtkosten belaufen sich derzeit nach Unternehmensangaben auf knapp 63 Milliarden Dollar vor Steuern.

In diesem Jahr will BP auch dank mehrerer neuer Projekte, etwa in der Kaukasus-Republik Aserbaidschan und im Oman, die Produktion weiter ausbauen. "Die Vorhaben werden einen wichtigen Beitrag zum Wachstum von BP leisten und signifikante Langzeitwerte für unsere Anteilseigner schaffen", sagte BP-Chef Bob Dudley.

BP will seinen Aktionären wie im dritten Quartal 10 Cent Dividende je Aktie zahlen. Seit dem Beginn des Verfalls der Ölpreise Mitte 2014 kappen die Ölkonzerne ihre Investitionen, senken die Kosten und verkaufen Unternehmensteile. Inzwischen hat sich das Preisniveau aber wieder etwas erholt. Der britische Konkurrent Royal Dutch Shell hatte in der vergangenen Woche die Prognosen der Finanzmarkt-Experten bei der relevanten Gewinnziffer auch nicht erfüllen können.

(APA/AFP/dpa)

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