Energiekonzern EnBW schreibt 1,8 Milliarden Verlust

Die Kosten für den staatlichen Fonds zur Atommülllagerung haben beim drittgrößten deutschen Energiekonzern EnBW ein tiefes Loch die Bilanz gerissen.

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AFP (PATRIK STOLLARZ)

Der Energiekonzern EnBW schrieb 2016 einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro nach einem Nettogewinn von 158 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Grund war vor allem der Beitrag der Energie Baden-Württemberg von insgesamt 4,7 Milliarden Euro zum Atommüllfonds. Doch auch niedrige Großhandelspreise für Strom belasteten das Ergebnis. Der Umsatz schrumpfte um knapp neun Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Vor Zinsen, Steuern und Sonderfaktoren verdienten die Badener mit 1,94 Milliarden Euro rund acht Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Nach jahrelangem Gewinnrückgang will EnBW-Chef Frank Mastiaux 2017 jedoch die Früchte des Umbaus ernten, zu dem der staatlich kontrollierte Versorger durch die Energiewende gezwungen war. "Wir konzentrieren jetzt alle Kraft darauf, unsere Ergebnisentwicklung ab 2017 ins Positive zu wenden", erklärte er. In diesem Jahr soll das bereinigte operative Ergebnis zumindest stabil bleiben, womöglich auch um bis zu fünf Prozent zulegen.

Die staatlichen Eigner, vor allem das Land Baden-Württemberg, sollen für das vergangene Jahr keine Dividende erhalten. Manager und Mitarbeiter des Konzerns mit gut 20.000 Beschäftigten wollen auf einen Teil ihres Einkommens verzichten. "Damit leisten alle im Unternehmen einen solidarischen Beitrag für die langfristige Zukunftssicherung der EnBW", erklärte Finanzvorstand Thomas Kusterer.

(Reuters)

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