Strom und Grün auf einem Dach

Mit einem BOKU-Projekt müssen sich Bauherren nicht mehr zwischen Stromgewinnung per Photovoltaik und Begrünung entscheiden.

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Wien. Ein Projekt der Universität für Bodenkultur (BOKU) bringt Strom und Grün auf ein Dach. Der erste kombinierte Probe-Dachgarten wurde am Donnerstag präsentiert. Nun sucht man nach konkreten Bauprojekten, bei denen der Multifunktionsgarten umgesetzt werden kann.

"Das Projekt hat flächenkonkurrierende Bereiche zusammengebracht", betonte BOKU-Rektor Martin Gerzabek bei der Präsentation des Prototyps auf dem Dach eines BOKU-Gebäudes. Denn mithilfe der Dachgartenmodule können gleich drei Funktionen erfüllt werden: Mehr Lebensraum - inklusive Urban Gardening-Möglichkeit - für die Bewohner bzw. Nutzer des Gebäudes, Begrünung, die für ein besseres Mikroklima sorgt und Stromgewinnung durch lichtdurchlässige Photovoltaik-Module.

Die pergolaartige Konstruktion sorge zudem für Schatten, speichere Regenwasser für ein intelligentes Bewässerungssystem und biete Möglichkeiten, um Haustechnikaufbauten zu verstecken, schilderte Projektleiterin Susanne Lins. Auch in den kommenden Hitzesommer kann der Dachgarten ein bisschen Abhilfe schaffen: Die gefühlte Temperatur sei im Sommer drei bis fünf Grad kühler - im Winter werde die Temperatur als wärmer und angenehmer empfunden. Die Pflanzen dienen zudem als Feinstaubfilter.

Kosten wie bei einem Wintergarten

Die Kosten für die Stahl- bzw. Alu-Holz-Konstruktion seien vergleichbar mit jenen für einen Wintergarten, so Lins. Ein 56-Quadratmeter-Modul kommt auf 79.500 Euro. Allerdings könne mit der Dachkonstruktion auch Geld gespart werden: Die Photovoltaik-Anlage erzeuge jährlich etwa 5.500 Kilowattstunden Strom, zudem gebe es geringere Abwasserentsorgungskosten und es könne weniger Dämmmaterial eingesetzt werden, betonte die Projektleiterin.

Grundsätzlich ist der kombinierte Dachgarten eher für Neubauten gedacht, je nach Statik könne er aber auch auf bestehende Gebäude aufgesetzt werden. Derzeit sucht das Team der BOKU noch nach konkreten Umsetzungsprojekten, ein erstes könnte auf den Mellergründen in Wien-Liesing entstehen.

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