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Spanien: Moody's senkt Kreditwürdigkeit von 28 Banken

26.06.2012 | 07:28 |   (DiePresse.com)

Die Krise in Spanien spitzt sich weiter zu: Schon zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen stuft die US-Ratingagentur Moody's Geldhäuser herab.

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Überraschend kam es nicht, weh tut es trotzdem: Die Ratingagentur Moody's hat auf einen Schlag die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herabgestuft. Für einzelne Kreditinstitute ging es um ganze vier Stufen nach unten - ein ungewöhnlich tiefer Fall in einer ungewöhnlich schweren Zeit für das Land. Zu den Betroffenen Häusern der Abstufung vom Montag zählen auch die Branchenriesen Banco Santander und BBVA. Vor allem traf die Aktion aber zahlreiche kleinere Institute. Für sie dürfte es damit noch schwerer und teurer werden, an frisches Geld zu gelangen.

Während die beiden Großbanken nach der Herabstufung immerhin noch eine befriedigende Kreditwürdigkeit besitzen, sind weitere Regionalbanken auf das sogenannte Ramschniveau abgerutscht. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren.

Moody's begründete die Herabstufung unter anderem damit, dass der Staat immer weniger in der Lage sei, der notleidenden Branche zu helfen. Spanien selbst muss an den internationalen Kapitalmärkten mittlerweile hohe Zinsen zahlen, um sich Geld zu leihen. Die Regierung in Madrid hatte angesichts der vertrackten Lage erst am Montag in der Früh Hilfen für die Banken aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt.

Immobilienkrise bedroht Banken

Die spanischen Banken leiden unter der wirtschaftlichen Schwäche des Landes und der Immobilienkrise. Zahlreiche Kredite sind schon geplatzt. Moody's erwartet, dass die Banken noch höhere Verluste aus Gewerbeimmobilien verkraften müssen. Das wiederum lasse es immer wahrscheinlicher werden, dass die Banken externe Hilfe in Anspruch nehmen müssen, hieß es.
Es ist das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen, dass Moody's spanische Kreditinstitute herabstuft. Eine schlechtere Bonität aber erschwert nicht nur die Refinanzierung. Sie kann zudem das Vertrauen der Geschäftspartner in die Banken erschüttern.

Die Herabstufung der Banken war in der Logik der Ratingagenturen allerdings geradezu zwingend: Jüngst hatte Moody's die Kreditwürdigkeit von Spanien an sich auf ein befriedigendes "Baa3" gesenkt. Entsprechend kritischer werden nun auch die Banken des Landes bewertet. Einzig Banco Santander kommt unter anderem dank eines starken Auslandsgeschäfts mit "Baa2" auf eine bessere Note als der Staat.

62 Milliarden Euro an Hilfen

Wieviel Geld Spanien für die Rettung seiner Banken braucht, hat die Regierung bisher offen gelassen. Zwei unabhängige Gutachten waren auf eine Summe von bis zu 62 Milliarden Euro gekommen. Einzelheiten sollen bis zum 9. Juli feststehen.

Zypern wird ebenfalls unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Dem Inselstaat wird die enge Verbindung seiner Banken zu den Geldhäusern des taumelnden Nachbarn Griechenland zum Verhängnis.

Moody's blickt allgemein mit erhöhter Sorge auf die Finanzhäuser weltweit. Am Freitag hatte die Ratingagentur vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lustlosen US-Wirtschaft die Bonitätsnoten von 16 internationalen Großbanken gesenkt, darunter befanden sich auch die Deutsche Bank und zahlreiche namhafte US-Häuser.

>>> KARTE: Die Bonität der EU-Länder

(Ag.)

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24 Kommentare

Danke Moodis - wir brauchen eure Hilfe nicht

bedarf es wirklich einer US-Ratingagentur die uns ein Schulzeugnis ausstellt - und weshalb wird dieser Bewertung so viel Bedeutung beigemessen - Weil unsere EU Politiker einfach zu unfähig sind eine eigene Ratingagentur ins Leben zu rufen - wieder ein Zeichen der absoluten planlosen Fahrt ohne Ziel

Gast: yourfriend
26.06.2012 22:34
0 0

Ackermanns Einsichten zur Geldschöpfung

Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele Ursachen - und viele Verantwortliche. Dazu zählt, dass es die Zentralbanken den Geschäftsbanken in den vergangenen Jahren ermöglicht haben, zu viele Kredite zu vergeben und zu viel Giralgeld zu schaffen. Das hat zunächst eine Inflation der Vermögenspreise ausgelöst, der nach dem Platzen der Spekulationsblasen nun eine Deflation der Vermögenspreise folgt - mit verheerenden Folgen für die Banken und die Wirtschaft insgesamt.

Sehr kurz dargestellt, zeigt er auf, dass sich aus den Institutionen einer arbeitsteiligen Marktwirtschaft, dem Vorhandensein von Unternehmen, >>>ein Zwang zum Wirtschaftswachstum ergibt.<< Denn anders als natürliche Personen müssen Unternehmen das eingesetzte Kapital bei Strafe des Untergangs vermehren, um das Kapital der Eigen- und Fremdkapitalgeber zu verzinsen. Dieses zusätzlich zu erwirtschaftende Geld kann aber in jeder Periode nur dadurch entstehen, dass die Unternehmen zusätzlich investieren - und dass die Geschäftsbanken, wie schon von Ackermann aufgezeigt, die dazu benötigten Kredite gewähren und Giralgeld schaffen. >>>Da auch diese Kredite verzinst werden müssen, sind weitere Investitionen unumgänglich - es kommt zu einer "Wachstumsspirale".<<<

Josef Ackermanns Dissertation: "Der Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen - eine theoretische Analyse." Bern 1977
http://tinyurl.com/78zrvu5

Zeigt hier Josef Ackermann schon vor 35 Jahren das Pyramidensystem in unserem Geldsystem auf?

Gast: UKW
26.06.2012 20:32
0 0

Bitte weitergehen, es ist alles in Ordnung.

Keine Panik, die Kolchose EU wacht über uns, liebe Genossen.

Gast: b754
26.06.2012 18:28
3 0

der größte raub der geschichte

und uns erzählen sie von einer krise

Re: der größte raub der geschichte

Dabei erfahren wir nur die halbe Wahrheit. Wie es hinter den Kulissen zugeht, das erfahren wir erst, wenn alles kaputt ist. Doch dann ist es zu spät. Die 4er-Bande - van Rompuy, Draghi, Juncker und Barroso - arbeitet gerade an einem Konzept, das die Souveränität aller EU-Staaten aufhebt und somit alle dem Diktat aus Brüssel folgen müssen. Das wollen sie dann die "Vereinigten Staaten von Europa" nennen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.....

1 0

Re: Re: der größte raub der geschichte

ich bin mir noch nicht sicher, ist Wien besser wie Brüssel?

Gast: EFF EFF
26.06.2012 18:05
0 0

Neues von der Rettungsdiensten

Bei weit über € 4 Billionen in den Datenbanken und einem noch nicht thematisierten Schattenbankengeschäft wurden spanische Ressourcen zur Bankenrettung mit € 100 Milliarden erfolgreich angestochen. Ökonomen rechnen bei voller Auslastung mit vierstelligen Wachstum im Sektor.

Auch aus Belgien kommen vielversprechende Nachrichten. Die belgische Dexia benötigt satte € 220 Milliarden als erste Liquiditätsspritze.

Trotz Portugals Abdriften in eine steuerverweigernde Parallelwirtschaft konnten die Dienste zur Finanzierung systemrelevanter Privatbankiers zu 100% aufrecht erhalten werden.

Wirtschaftlich neu erschlossen wurden Rettungsressourcen in Zypern mit einer sensationellen Effizienz von € 100000 pro Einwohner oder € 1 Milliarde pro Bankier und Politiker.

Antworten Gast: EFF EFF
26.06.2012 19:57
0 0

Systemerror

Zypern erhält als erste Spritze NUR € 10000 pro Einwohner. Der pro Kopf Verbrauch ist ohnehin irrelevant.

Irlands Banken konnten wieder langfristig als Abnehmer von Rettungsdienstleistungen zurück gewonnen werden.

Vorbereitungen für einen Einsatz in Italien sind nach Vereinbarungen mit lokalen NGOs so gut wie abgeschlossen.

Für die Zukunft gerüstet steht Rettungsdienste in gutem Kontakt mit Groß-Britannien und sieht der EU-Erweiterung Montenegros zuversichtlich entgegen.

Gast: Rzup
26.06.2012 16:23
1 0

Wer hat was? Nicht einmal ignorieren...


Warum erst jetzt?

Diese saumseligen Ratingagenturen haben erst jetzt herausgefunden daß die spanischen Banken pleite sind?
Aber geh, seltsam!

Und tägich grüsst das Murmeltier

Ein Lawineneffekt ist bereits im Gang.

Dabei haben sie nichts besseres zu tun, anstatt die Probleme zu lösen, dass mit Montenegro Beitrittsverhandlungen begonnen werden sollten.

Re: Und tägich grüsst das Murmeltier

Natürlich wir haben's ja , nur herbei ihr nackten wir brauchen euch 😡😡

Wieso ist eine Währung kaputt, wenn der Staat pleite ist?

Bei einem Konkurs sind ja auch nicht die Zahlen Schuld, dass das Unternehmen pleite geht, sondern falsche Unternehmenspolitik, Umsatzrückgang, Verluste usw.

In Wahrheit ist alles eitler Schein und allein der Mensch zählt!

Euro: Totgeburt von Anfang an

Wie lange will sich die Politik noch der Wahrheit verweigern?
Kohl akzeptierte die Einführung des Euro, obwohl die Gemeinschaftswährung den ökonomischen Gesetzen widerspricht. Kohl wollte die politische Union, unsere Euro-Partner wollten Deutschlands Bonität und die Ersparnisse.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10292-euro-totgeburt-von-anfang-an

Das Pleitekraussell

gewinnt an Fahrt und die Politiker werden erst dann aufgeben, wenn wirklich gar nichts mehr geht und wir alle gleich arm sind. Dann ist allerdings ein politisches Ziel der EU erreicht: Der Lebensstandard innerhalb der EU wurde angeglichen.

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"wir alle gleich arm sind"

Natürlich mit Ausnahme der "Freunde der Freunde"!

Game over

Des Kaisers neue Kleider!

Eigentlich eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre. Das zeigt doch bereits, dass diese EU mit ihrer Kunstwährung rettungslos verloren ist.

Wann dürfen auch wir keine Leserkommentare mehr schreiben, dass die EU schon am Ende ist?

Game over

Des Kaisers neue Kleider!

Eigentlich eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre. Das zeigt doch bereits, dass diese EU mit ihrer Kunstwährung rettungslos verloren ist.

Wann dürfen auch wir keine Leserkommentare mehr schreiben, dass die EU schon am Ende ist?

Gast: ogel
26.06.2012 07:49
0 0

Spanische Banken

Welche spanische Bank ist (war?) an der Erste Bank beteiligt? (10%?)

Vor einigen Jahren munkelte man, dass diese spanische Bank sich "noch mehr" (Übernahme) an der Ersten beteiligen könnte.

Antworten Gast: Hans im Glück
26.06.2012 11:48
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Re: Spanische Banken

Die Caixa Bank ist auch dabei:

http://www.moodys.com/researchdocumentcontentpage.aspx?docid=PBC_143393

Antworten Gast: Hans im Glück
26.06.2012 11:33
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Re: Spanische Banken

Aktionäre Erste Group:

24,8 % ERSTE Stiftung
9,7 % Criteria Caixa Corp, S.A.
54,2 % Institutionelle Anleger
5,2 % Private Anleger
4,1 % Sparkassen
2,1 % Mitarbeiter

http://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Group#Aktion.C3.A4re

Schade nur, ...

... dass es die Ratingagenturen so wie jeder Zeitungsleser immer erst hinterher geschnallt haben. Vorher sind sie halt auch nur Rateagenturen.

Re: Schade nur, ...

... dass Europa keine ernstzunehmende Ratingagentur auf die Beine stellen kann oder das nicht umsetzen will.
Langsam aber sicher zweifle ich an den fiktiven Ratings von Moddys. (nicht erst jetzt...)

Re: Schade nur, ...

Hab mir dasselbe gedacht. Der Wert solcher Ratings ist mir schleierhaft.

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