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Rajoy: "Spanien kann sich nicht mehr lange finanzieren"

27.06.2012 | 12:21 |   (DiePresse.com)

Die Renditen für spanische Anleihen kratzen an der Sieben-Prozent-Marke. Die Regierung fordert die Euro-Gruppe auf, rasch zu handeln.

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Spanien hat eingeräumt, die derzeit hohen Kosten an den Märkten zur Refinanzierung des Landes nicht über einen längeren Zeitraum stemmen zu können. "Die dringlichste Aufgabe ist die Finanzierung. Wir können uns zu den derzeitigen Preisen nicht für lange Zeit aus eigener Kraft finanzieren", sagte Regierungschef Mariano Rajoy am Mittwoch vor dem Parlament. Bei dem am Donnerstag beginnenden, zweitägigen EU-Gipfel in Brüssel will Rajoy die Staats-und Regierungschefs der Euro-Zone auffordern, die Finanzmärkte mit existierenden Instrumenten zu stabilisieren.

Rajoy kündigte diese Woche bereits an, „schon bald" neue Reformen und Sparmaßnahmen einleiten, um das Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen, die lahmende Wirtschaft anzukurbeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Obwohl Rajoy keine konkreten Pläne und Details verriet, bezeichnete er die Reformen als „hart und schwierig", aber notwendig,

Spanische und italienische Anleihezinsen steigen

Die Lage für Spanien ist weiter angespannt. Die Zinsen für 10-Jahres-Staatsanleihen sind Mittwochvormittag am Sekundärmarkt weiter gestiegen. Trotz zugesagter EU-Bankenhilfe von bis zu 100 Milliarden Euro verteuerten sich die Renditen bei den Anleihen auf 6,866 Prozent, vor zwei Tagen waren es noch 6,492 Prozent.Gegenüber Dienstag gab es in fast allen Euro-Ländern Anstiege bei den Anleihezinsen. Italienische Renditen gingen ebenfalls nach oben - auf 6,148 Prozent. Vor zwei Tagen lagen sie noch bei 5,873 Prozent. Portugal verteuerte sich leicht auf 9,675 Prozent. Österreichs Zinsen stiegen geringfügig auf 2,383 Prozent, deutsche erhöhten sich auf 1,537 Prozent.

Auch von der Konjunkturfront gibt es keine guten Nachrichten für Spanien. Die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone gerät immer tiefer in die Rezession, wie die Madrider Zentralbank am Mittwoch mitteilte. Die Konjunktur breche auf breiter Front ein. "Die jüngsten Informationen deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Aktivität im zweiten Quartal 2012 noch rascher schrumpft als in den ersten drei Monaten", betonte die Notenbank.Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent zurückgegangen. Eine Reihe von Indikatoren deuten nach Angaben der Zentralbank darauf hin, dass der Rückgang sich in der Zeit von April bis Juni noch beschleunigt habe.

Auch die Exportwirtschaft, die 2011 noch das Zugpferd der spanischen Wirtschaft war, zeige Schwächen. Im April gingen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,5 Prozent zurück. Allein der Tourismus zeige eine positive Entwicklung. Im Mai stieg die Zahl der Spanien-Urlauber im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,8 Prozent.

(Ag.)

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18 Kommentare
Gast: Tourist
28.06.2012 21:55
0 0

Wahnsinn

Da zahlen die Buerger eines landes 7% Zinsen und koennen nicht mal ihr Geld Druck um den Irsinn auszugleichen.

Das ist Vernichtung von Volksvermoegen. Merkel sollte der Prozess gemacht werden, dafuer das sie jegliche Loesung zur Entspannung blockiert.

Aber bald fliegt ihr der Euro um die Ohren dann wars das mit der Auspluenderung anderer Laender durch die deutsche Industrie.

Gast: Mai
27.06.2012 19:06
6 0

Unglaublich

In Österreich kürzen sie die Bausparprämie (nicht dass ich für diese "Staatsgeschenke" aus Steuergeld irgendetwas übrig hätte) und mit den Einsparungen werden dann via EFSF und ESM die spanischen Immobilienspekulanten (was anderes war und ist das ja dort nicht) gerettet.

Seltsam.

Gast: Mai
27.06.2012 19:02
0 0

Ganz einfach

Sollen halt eine Zwangsanleihe auflegen.
Geld haben die Spanier genug.
In Spanien oder im sicheren Ausland.
Also nur Mut.

Lieber Rajoy, ist doch eh Wurscht...


....wir Össis hackeln doch gern für euch Spanier, verschulden uns und unsere Urur-Enkeln über beide Ohren und arbeiten bis 70.

Die EU ist ja ein Projekt, damit es uns allen besser geht und für das opfern wir gerne unsere Zukunft.

Gast: anderswo
27.06.2012 17:21
0 0

Banken abwickeln



man könnte Banken auch pleite gehen lassen, aber so lang "gerettet" wird, lässt man sich lieber retten....

http://www.fnp.de/fnp/nachrichten/wirtschaft/eukommission-rechnet-mit-schliessung-einer-spanischen-bank_rmn01.c.9916363.de.html

Die gesamte EU ist ein Lügengebilde

Wir wurden beim Beitritt zur EU belogen. Wir wurden beim Euro belogen. Stets wurde der Teufel an die Wand gemalt, daß wir ohne EU und Euro vor die Hunde gingen. Die Schweiz, so hieß es, würde die Ablehnung bitter bereuen. Was hat es gebracht? Das viel beschworene "Friedensprojekt" hat dazu geführt, daß nur noch mehr gestritten wird und nun dem Diktat der Oligarchie weichen soll. Die wenigsten haben noch für die ständigen Lügen der "hilfsbedürftigen" Staaten Verständnis. Unsere Zahlungen gleichen Schutzgeldern. Wollen wir wirklich eine solch mafiösen Moloch unterstützen und angehören?

Re: Die gesamte EU ist ein Lügengebilde

Alle Staaten die den Euro nicht haben gehts besser, Schweden, Schweiz Dänemark

Alle Staaten die den Euro nicht haben gehts besser, Schweden, Schweiz Dänemark

Was aber - da muss man auch ehrlich sein - weniger am EUR liegt sondern am Willen dieser Länder, ihren Haushalt in Ordnung zu halten.

man könnte doch..

.. auch in österreich einige milliarden heimlich still und leise an die bevölkerung verteilen um anschliessend saftige eu- rettungsschirmmilliarden abzugreifen.

deal?

Re: man könnte doch..


Meinen Sie jene Gelder, die derzeit in die Taschen der Bonzen umgeleitet werden?

Ich hab gedacht, dass der Staat nichts braucht ...

... sondern nur die Banken?
Wieder gelogen?

Wieder gelogen?

Natürlich nicht.
Es war nicht absehbar.
Ehrenwort.

PS: Man muss die Spanier insoweit in Schutz nehmen, als dass ja auch bei uns die Masse noch glaubt, laufende Höherverschuldung hätte nicht irgendwann Konsequenzen.

Zerbricht die Eurozone wie von Monti angekündigt in den nächsten Tagen?

Die kleine unabhängige Ratingagentur Egan-Jones hat heute Deutschland mit der Begründung abgestuft, dass Deutschland unabhängig von dem Umstand ob Griechenland und andere marode Staaten die Eurozone verlassen oder nicht auf beachtlichen uneinbringlichen Forderungen sitzenbleibt. Mit dem Widerstand Merkels gegen Eurobonds und ihrem Pochen auf weitere Sparmaßnahmen sind weitere Spannungen mit anderen EU-Ländern vorprogrammiert.

Im Prinzip befindet sich Merkel in einer Verlust-Verlust-Situation. Gibt sie dem Drängen der anderen Staaten nach, dann ist die Gefahr sehr groß, dass sich Deutschland noch mehr übernimmt und weitere Abstufungen drohen.

Bleibt sie hart, dann hat man in ihr auch gleich den Schuldigen, wenn die Eurozone zerbricht. Auch wäre Merkel nicht sehr glaubwürdig, würde sie jetzt dem Ansinnen der anderen Staaten um zusätzliche Hilfen nachgeben ohne dass die maroden Staaten wesentliche Souveränitätsrechte an Brüssel abgeben. Gerade Griechenland zeigt ja wie machtlos die Geberstaaten sind, wenn sich die maroden Staaten nicht an die vereinbarten Bedingungen halten.

Die kleine unabhängige Ratingagentur Egan-Jones hat heute Deutschland mit der Begründung abgestuft, dass Deutschland unabhängig von dem Umstand ob Griechenland und andere marode Staaten die Eurozone verlassen oder nicht auf beachtlichen uneinbringlichen Forderungen sitzenbleibt. Mit dem Widerstand Merkels gegen Eurobonds und ihrem Pochen auf weitere Sparmaßnahmen sind weitere Spannungen mit anderen EU-Ländern vorprogrammiert.

Im Prinzip befindet sich Merkel in einer Verlust-Verlust-Situation. Gibt sie dem Drängen der anderen Staaten nach, dann ist die Gefahr sehr groß, dass sich Deutschland noch mehr übernimmt und weitere Abstufungen drohen.

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/goodbye-euro-d201491.html

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/?em_cnt=467190&em_cnt_page=4

Wie schon seit langem bekannt ....

.... Versailles ohne Krieg.

Gast: gast1984
27.06.2012 14:10
2 0

"Spanien kann sich nicht mehr lange finanzieren"

Schlecht gewirtschaftet! Pech!

Gast: Facepalm
27.06.2012 13:08
2 0

Lieber Herr Rajoy ...

... wie wäre es dann einmal, wenn sie die drigend benötigte Reformen durchzusetzten.

In diesem Zuge verrate ich ihnen auch ein kleines Geheimnis - den Märkten ist es egal welche, solange sie mit ihrer Klientelpolitik aufhören.

Dann müssten sie nicht in Europa der Welt kleinste Geige spielen, sondern könnten sich tatsächlich "auf eigener Kraft" finanzieren.

Ihr Problem sind nicht die verrückten Finanzmärkte, ihr Problem sind nicht die horrenden Schulden und maroden Banken - ihr Problem ist das mangelnde Bewusstsein, dass sie ein Problem haben und dass sie Schuld daran sind.

Wir können uns zu den derzeitigen Preisen nicht für lange Zeit aus eigener Kraft finanzieren

"Aus eigener Kraft"? Davon kann ohnehin keine Rede sein. Das würde ja bedeuten, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen.

Es ist bezeichnend, dass "sich aus eigener Kraft finanzieren" heute schon heisst, dass es überhaupt noch jemanden gibt, der einem Kredit gibt. Ein wenig entwürdigend wie ich finde.

Wie auch immer: Ich werde trotz aller Rückschläge die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich irgendwanneinmal ein Redakteur findet, der Zinsen und Rendite nicht als Synonyme füreinander verwendet. Ich bin ja noch jung.

Gast: Vogel Strauss
27.06.2012 12:35
2 0

Das hat sich vor kurzem noch ganz anders angehört ...

Da hiess es, dass Spanien die Krise alleine schaffen würde und den Rettungsschirm nicht benötige ... was geht mich mein Geschwätz von gestern an???

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