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"Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist gefährdet"

02.07.2012 | 08:09 |   (DiePresse.com)

Die Euro-Rettung sei durch den EU-Gipfel nicht vorangekommen, kritisiert Ökonom Hans-Werner Sinn. Gegen die deutsche Kanzlerin sei ein "Kesseltreiben" veranstaltet worden. Den Fiskalpakt bezeichnet er als ein "Placebo".

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Die Euro-Rettung ist durch den Gipfel aus Sicht von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn nicht vorangekommen - Deutschland werde aber zugleich immer stärker in die Krise hineingezogen. "Wall Street, die City of London und die Pariser Banken wurden gerettet. Wir stehen nun für die Rückzahlung der Schulden der südeuropäischen Banken ein", sagte der Volkswirt dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe).

"Der deutsche Staat wird immer tiefer in die südeuropäische Krise hineingezogen, und die Investoren aus aller Welt, die sich verspekuliert haben, können sich noch in letzter Minute aus dem Strudel befreien", sagte Sinn. Die Finanzmärkte seien nun beruhigt, ja geradezu euphorisch, weil ein Weg gefunden wurde, das deutsche Vermögen zu verbrauchen. "Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist indes gefährdet", warnte Sinn.

IW-Direktor widerspricht

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat der Einschätzung von Sinn widersprochen. Denn sie verkennt, was tatsächlich beschlossen wurde", sagte Hüther "Handelsblatt Online" am Montag. Es sei richtig, dass Europa das Bankenproblem in den Blick nehme, denn hier lägen die eigentlichen Probleme, "die sich aus einer Renationalisierung der Finanzsysteme in Form einer Desintegration zeigen können". Es handle sich um europaweit systemrelevante Banken, deshalb sei auch europäisches Handeln gefordert. "Als Ökonom sollte man gerade damit keine Schwierigkeiten haben."

"Es wurde ein Kesseltreiben veranstaltet"

Auf die Kanzlerin Angela Merkel sei vom Ausland mehr Druck ausgeübt worden, als je zuvor ein deutscher Kanzler nach dem Krieg habe aushalten müssen, führte ifo-Präsident Sinn weiter aus. "Es wurde ein Kesseltreiben veranstaltet. Um an unser Geld zu kommen, hat man Deutschland imperiale Gelüste vorgeworfen und uns den Hass der Völker prophezeit", sagte Sinn. Dem Druck habe Angela Merkel nicht mehr widerstehen können und sei eingeknickt. "Jetzt können die Bürger, an deren Vermögen man will, nur noch auf das Verfassungsgericht hoffen."

Auch den Fiskalpakt sieht Sinn nicht als Schutz vor Vermögensverlusten: "Der Pakt wird nur in Deutschland ernst genommen", sagte der Ökonom. "Er ist ein Placebo - wie seinerzeit der Stabilitäts- und Wachstumspakt." Ländern, denen der Kapitalmarkt misstraue, brauche man keine politischen Schuldengrenzen zu setzen. "Wenn man ihre Kreditaufnahme begrenzen will, reicht es, ihnen weniger öffentlichen Kredit zu geben."

"Müssen Euroraum gesundschrumpfen"

Erst vor wenigen Tagen hatte Sinn dafür plädiert, dass Griechenland und Portugal aus der Eurozone austreten: Die Länder seinen viel zu teuer und müssten durch eine starke Abwertung wieder wettbewerbsfähig gemacht werden. Die Preise müssten um mehr als 30 Prozent sinken, "das geht im Euro aber nicht", sagt Sinn. Auch den Verbleib von Malta und Zypern in der Euro-Zone stellt er in Frage. Er sprach von einem "Gesundschrumpfen". Nur so könne die europäischen Gemeinschaftwährung überleben.

(APA/Reuters)

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101 Kommentare
 
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Gast: Muss korrigiert werden
05.07.2012 10:42
0 4

Der Typ ist keine Ökonom von Weltrang

sondern so etwas wie der Bernhard Felderer. Also ehe ein Leichtgewicht.
Aber die Presse präsentiert mittlere Geister immer gleich als Top-Leute, wenn es in ihr "ideologisches" Muster passt.

2 0

Re: Der Typ ist keine Ökonom von Weltrang

Mein Gott, was lügen Sie sich in den Sack !

Können Sie nicht eine Minute lang stillhalten, überlegen, und dann versuchen auf ein Argument einzugehen ?

Ich versteh´ ja, dass auch allen EUdSSR-Herbeibetern jetzt langsam mulmig wird - aber geht ´s vielleicht auch ohne das schiere Anpatzen ?

Re: Der Typ ist keine Ökonom von Weltrang

Ist das ganz ernsthaft Ihr inhaltliches Gegenargument? Das ist wirklich *alles*?

0 0

Stabilitaet Deutschlands ist gefaehrdet

Tatsaechlich:
"Funke und die HRE - Milliardenrechnung an die Steuerzahler": http://frontal21.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Frontal-21/2942216/23242606/9892f9/Die-Themen-der-Sendung.html:
"... Nach deutschem Arbeitsrecht könnte Funke am Ende sogar
Recht bekommen. Und weil seine ehemalige Bank inzwischen
dem Staat gehört, wäre wieder der Steuerzahler dran."

Gast: almöhi
03.07.2012 10:29
0 0

in Kiel sind sie wohl

froh, dass sie den Herrn losgeworden sind.

Und was ist mit der Stabilität Österreichs?....


.....ahja, wir leben ja auf einer Insel der Seligen.

Gast: Stasi
03.07.2012 09:39
2 4

"Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist gefährdet"

Solange die eine Honeckerin als Bundeskanzlerin haben, ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Gast: nkerl
03.07.2012 08:47
0 5

das wirklich überraschende

ist aber, dass es trotz der vielen vielen von Sinn
gelieferten Latrinenparolen Deutschland immer noch gibt. Was hat der Mann nicht schon alles verzapft.

Aber bei den Wahlen 2013 !!!

Die verletzen am laufenden Band Verfassung bzw. Grundgesetz ! Wie kann man denen noch eine Schonfrist mit Riesenbezügen bis 2013 zubilligen !
(wie hier oft bemerkt )

Gast: TOM22
02.07.2012 23:34
3 0

Wirtschaftskrieg

wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg der USA gegen Europa - Rot-Grün- Schwarz sind die Büttel der Kriegstreiber!

Re: Wirtschaftskrieg

Ich fürchte, den Krieg haben wir schon hinter uns (und wir haben wieder einmal verloren), was wir jetzt erleben ist Versailles.

Auch Merkel wird in die Geschichte eingehen....

genauso wie Varus durch seine verlorenen Legionen in die Geschichte eingegangen ist......

Gast: oeconomicus
02.07.2012 18:15
0 12

ein gutes geschaeft

herr chefoekonom sinn, professoren, studierte,.... die deutschen zahlen rein gar nichts, sie haben mit dem euro diese laender aus dem wettbewerb geworfen, und zahlen diese laender ihre euroschuld mit dem hohen zinsaufschlag, dann wird das fuer die geldgeber noch ein praechtiges geschaeft.
das einzige was die deutschen nicht wollen ist eine moegliche haftung ueber gemeinsame bonds.

Gast: Gruftmaus
02.07.2012 17:06
0 8

hamm...hamm..

Wird Zeit, uns auch grundnahrungsmittel-mäßig rasch wieder unabhängig zu machen.
Hopp-hopp.
Bald ist Schluß für euch mit Hamm-Hamm.
Außerdem kann das kleine Österreich nicht so viele Mäulchen stopfen.
(Wer außer mir nagt schon an Knochen, oder bekomme ich bald Konkurrenz?)

Antworten Gast: Gruftmaus
02.07.2012 18:40
0 2

Re: hamm...hamm..

Also ein bissi mehr Galgenhumor hätte ich schon von Euch erwartet.
Wird aber noch...so oder so. *sehr lach*

Gast: underworldpolitics
02.07.2012 16:27
5 2

hat sarrazin doch recht-europa schafft sich wiedermal ab- die EU/euro/bankenlobbypolitik schafft europas frieden und sozialen wohlstand ab. die reichen geldeliten können sich nur mehr über diese umverteilungspolitik wundern und feiern.


Die Wahrheit über den ESM Vertrag

Mit Hilfe dieses Vertrages stehlen sich die Spekulanten aus der Misere und anstelle ihrer Verluste haften die Steuerzahler (die Allgmeinheit).
Danke an SPÖ/ÖVP/Grüne. Ich werde es mir merken.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
02.07.2012 16:39
5 0

Re: Die Wahrheit über den ESM Vertrag

Das geht sich doch rein rechnerisch nicht aus.

Die Eurostaaten können doch allesamt die Schulden niemals zurückzahlen. Die laufend zu bezahlenden Zinsen werden schon viele Jahre nur durch eine Erhöhung der Gesamtverschuldung erreicht.

Das Resultat der Misswirtschaft sind Staatschulden in der Höhe von 10 Billionen in der Eurozone. Der ESM, gerade mal 500 Mrd. schwer, der kann doch nur mickrige 5% des Problems abdecken, also auch nur den Spekulanten (Kreditgeber an die Staaten) die 5% abdecken.

Die 500 Mrd. reichen, wenn der Fiskalpakt wirklich Wirkung zeigt, dann auch nur für die Erhöhungen des gesamten Schuldenstandes für nur 1 Jahr.

Die Kreditgeber der Staaten sind aber doch sehr viele Sparer, besonders die Menschen mit Lebensversicherungen und privaten Pensionsversicherungen. Diesen Spekulanten wird also mit dem ESM 5% des möglichen Schadens bezahlt. Mit den Steuern bezahlen die am Ende aber auch diese 5% wieder selber.

Ich will damit sagen, dass Ihre Spekulanten zu einem erheblichen Teil die vielen Sparer sind, besonders die Sparer mit langfristigen Verträgen. Und, ich will damit sagen, dass der ESM diesen Spekulanten gar nichts nutzt, weil der nur die Planwirtschafter in Europa beim Verwirtschaften die Staatsausgaben a bissl deckt.

Re: Re: Die Wahrheit über den ESM Vertrag

Das Tragischkomische an der derzeitigen Staatsschuldenkrise ist das "harmonische" Zusammenspiel von marx/keynesgläubigen Linkspopulisten aller Schattierungen mit den Großkapitalisten in Wallstreet und City of London. Diese unheilige Allianz lacht sich über die Dummheit der sie wählenden Bürger krumm !

Antworten Antworten Antworten Gast: Wähler
03.07.2012 10:46
1 1

Dummheit der Wähler

Warum Dummheit der Wähler? Bezüglich ESM hatte kein Wähler die Wahl.

Re: Dummheit der Wähler, ja sicher !!

Wer wählt denn diese wahlzuckerlverteilenden Linkspopulisten und Oberschuldenmacher ???

Re: Dummheit der Wähler, ja sicher !!

Wer wählt denn diese wahlzuckerlverteilenden Linkspopulisten und Oberschuldenmacher ???

Gast: lanzvonL
02.07.2012 15:08
8 1

Die Sauerei ist ja, weil in Österreich (wie in D) die Infrastruktur fürwahr nicht toll ist

wenn man im Voralpenland schaut, überlastete Landstrassen, sehr viel Schwerverkehr, viel Zulieferfahrten die sich über miserable Strassen quälen müssen, die schon seit den 1950er jahren keinen Ausbau oder Verbeserung gesehen haben.

Dazu noch die Energieinfrastruktur die auch zu wünschen übrig lässt.

Dafür wurden in Südspanien und Portugal oder Griechenland 6-spurige autobahnen in den gewachsenen Fels gesprengt, die heute leerstehen - schon allein weil die Industrie fehlt um ein Verkehrsaufkommen zu erezugen.

Verrückt das ganze, und ein Beweis dafür wohin Planwirtschaft führt.

Denn, dei EU samt ihren vielen "Lenkungsinstrumenten" ist nix anderes als reinrassige Planwirtschaft (den tüchtigen wirds genommen, den Langsamen wirds gegeben...).

wenn die wenigstens uns soviel lassen dass wir die Kohle für die hochtrabenden Pläne der EU-Träumer erfüllen können.

Denn - bei mieser Infrastruktur wird auch einmal die Kraft der Nettozahler erlahmen, das viele Geld für die Südländer aufzubringen!

Aber wenn die so dumm sind den Wirt umzubringen?
(kein Parasit ist so dumm, nd lässt den Wirt leben).

Gast: Plotin
02.07.2012 14:58
6 0

Naivität, Inkompetenz und Größenwahn der Politiker brachte den Euro.

. . . der "Sinn" will ja auch nur am Ball bleiben und sollte wissen, dass der Euro für die souveränen Länder der Wirtschaftsgemeinschaft illegal und fehl am Platz ist.
Nur gleich starke Wirtschaften könnten eine gemeinsame Währung haben und da käme man um die DM nicht herum.
Wie Österreich band seinen Schilling an die DM, so sollten alle Länder nebst der ökonomischen Integration streben, ihre Landeswährung an die Mark zu binden.

Gast: uburoi
02.07.2012 14:45
0 0

wer hart süd fährt, kommt an.

ein kleines bischen stürmts ja schon.
- aber solange die walküren reiten, ... ;-)

Euroaustritt

D soll aus dem Euro austreten, dann gibt's keine Erpressung mehr aus dem Süden!

 
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