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EZB steht vor historischer Zinssenkung

03.07.2012 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Experten erwarten, dass die EZB den Leitzins am Donnerstag erstmals seit der Euro-Einführung unter 1,0 Prozent senken wird, um die Wirtschaft zu beflügeln.

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Geld könnte bald noch billiger werden - zumindest für die Banken im Euroraum. Erstmals seit Einführung des Euro 1999 könnte der Leitzins unter 1,0 Prozent fallen. Die Mehrheit der Volkswirte erwartete von der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung an diesem Donnerstag (5.7.) in Frankfurt eine Zinssenkung.

Die weitaus meisten Ökonomen rechnen damit, dass die Währungshüter den wichtigsten Zins um 25 Basispunkte von 1,0 auf 0,75 Prozent verringern werden. Eine Minderheit hält sogar eine Kappung um die Hälfte auf 0,5 Prozent für möglich.

Zinssenkung könnte Wirtschaft beflügeln

Noch niedrigere Zinsen als derzeit könnten der schwächelnden Wirtschaft in vielen Eurostaaten Auftrieb verleihen. Spielraum eröffnet dabei, dass sich die Lage an der Preisfront zuletzt entspannte und die Inflation den Rückzug antrat. Noch weiter geöffnete Geldschleusen dürften also nicht sofort die Teuerung auf ein zu starkes Maß anheizen.

Andere wichtige Zentralbanken wie die US-Notenbank Fed, die Bank of England und die Bank of Japan haben ihre Leitzinsen schon seit langem de facto auf null Prozent gesenkt. Für den Euroraum betonte in der vergangenen Woche EZB-Chefvolkswirt Peter Praet: "Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter 1,0 Prozent liegen kann."

EZB soll mehr Macht erhalten

Die Notenbank unter Führung des Italieners Mario Draghi hatte in der Krise mehrfach ihre Handlungsfähigkeit bewiesen. So müssen Banken aus Euro-Krisenstaaten wie Spanien zum Beispiel seit kurzem noch geringere Sicherheiten für Zentralbankgeld hinterlegen. EZB-Präsident Draghi hatte zuvor betont: "Wir werden solventen Banken bei Bedarf weiterhin Liquidität zur Verfügung stellen."

Nach dem Willen der Politik werden Europas oberste Währungshüter bei der Euro-Rettung künftig eine noch gewichtigere Rolle übernehmen: Für die Banken im Euroraum soll es eine einheitliche Aufsicht "unter Einbeziehung" der EZB geben. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach beim jüngsten EU-Gipfel Ende vergangener Woche von einer "Superaufsichtsbehörde". Auch dieser Plan dürfte bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag eine Rolle spielen.

(APA/dpa)

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9 Kommentare

Zinssenkung

Nur wirtschaftliche Analphabeten lassen sich einreden, daß Zinssenkungen die Wirtschaft ankurbeln. Unternehmer investieren in Hoffnung auf gute künftige Marktentwiclungen. Die Zinsen sind völlig irrelevant.

"Wir werden solventen Banken bei Bedarf weiterhin Liquidität zur Verfügung stellen."

Seien wir mal ehrlich: Es durch diese Liquidität werden diese Banken wieder "solvent".

5 0

Morgen...

... borgen die Banken dann das 1% Geld an Italien um 6%. Zahlen müssen das dann wir... Gebt Staaten endlich direkt Geld, damit die Banken endlich wirtschaftlich sinnvolle Projekte finanzieren...

Re: Morgen...

Das geht leider nicht, sonst müssen wir wieder gegen den Maastrichtvertrag verstoßen und dies hätte dramatische Folgen.

Ein großer Teil der Finanzbranche müßte den reich gedeckten Tisch verlassen....

Gast: medaille2
03.07.2012 15:30
8 0

Staaten retten Banken, damit diese wieder die Staaten retten können.

Nachdem private Gläubiger Staatsanleihen der Schuldnerländer großteils verkauft haben, liegen diese nun hauptsächlich bei öffentlichen Institutionen (EZB, Staatsbanken).
Gläubiger und Schuldner in einer Person, oder die Kehrseite der Medaille.

Staat und Banken retten sich also wechselseitig. Wie zwei Betrunkene, die sich gegenseitig festhalten. Fällt einer um, zieht er den Anderen mit hinunter.


Es geht auch anders.

Bürger rettet Staat und Staat unterstützt Bürger (nicht die Banken).

http://oekonomik.info/buerger-bailout

6 0

Die ...


... Zinssenkung wird verpuffen wie alle bisherigen Maßnahmen der EZB.

Wahrscheinlich steht die EZB schon mit der nächsten Aktion - ein paar noch günstigere Billiönchen für die Banken - Gewehr bei Fuß.

Damit können dann die Banksters um billigstes EZB-Geld (0,75%? 0,5%?) 5- bis 7%-ige spanische und italienische Staatsanleihen kaufen.

Und bald wohl auch französische 4- bis 5-Prozenter.

...

wofür muss man einer solventen Bank Geld zu Verfügung stellen..,
so wie dem solventen Griechenland?

2 0

"Die Notenbank unter Führung des Italieners Mario Draghi hatte in der Krise mehrfach ihre Handlungsfähigkeit bewiesen.

So müssen Banken aus Euro-Krisenstaaten wie Spanien zum Beispiel seit kurzem noch geringere Sicherheiten für Zentralbankgeld hinterlegen."

Soso. Das sind alles Sätze, die einmal noch sehr historisch sein werden.

Und für uns Heutige haben sie den Vorteil, dass wir jetzt wissen, was "Handlungsfähigkeit" ist.

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