Der internationale Rettungsplan für Griechenland ist in den vergangenen Monaten nach den Worten des neuen Finanzministers Giannis Stounaras' "teilweise entgleist". "Das Programm ist in bestimmten Bereichen entgleist", sagte Stournaras am Donnerstag vor Journalisten in Athen anlässlich von Gesprächen mit Vertretern der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).
Der griechische Finanzminister griff damit eine Formulierung des deutschen Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, auf, der Anfang der Woche unter Hinweis auf das dreimonatige Ruhen der Regierungsgeschäfte in Athen ebenfalls von einem "Entgleisen" des Reformprozesses gesprochen hatte.
Griechen auf nächste Tranche angewiesen
"Schwierige Jahre liegen vor uns", sagte Stournaras. "Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, aber wir brauchen Geduld." Der neue Finanzminister nahm am Morgen seine Amtsgeschäfte auf. In Griechenland hatte es Mitte Juni eine Neuwahl des Parlaments gegeben, nachdem die vorherigen Neuwahlen keine Regierungsmehrheit brachten.
Die Griechen sind bis zum 20. August laut einem Bericht der Tageszeitung "Ethnos" auf die Auszahlung einer weiteren Tranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro aus dem internationalen Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro angewiesen. Mit den internationalen Geldgebern will die neue Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras die Konditionen des Rettungsplans neu verhandeln. "Wir haben entschieden, weitere Härten unbedingt zu vermeiden, weil die Griechen nicht noch mehr ertragen können", sagte Regierungssprecher Simos Kedikoglou dem Radiosender Real FM.
Nach den bisher geltenden Vereinbarungen soll die griechische Regierung weitere Haushaltskürzungen von 11,5 Milliarden Euro beschließen und innerhalb dieses Jahres 15.000 Stellen von Staatsbediensteten streichen. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte Neuverhandlungen schon am Dienstag abgelehnt.
(APA/AFP)

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