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Musterschüler Portugal erhält nächste Tranche

05.07.2012 | 18:11 |   (Die Presse)

Die Troika ist mit der Umsetzung des Sparprogramms zufrieden. Lissabon bekommt vier Milliarden. Das Hilfsprogramm für Portugal beläuft sich auf insgesamt 78 Milliarden Euro.

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Wien/Lissabon/Reuters. Worauf die Griechen noch hoffen müssen, ist für Portugal bereits in trockenen Tüchern: Das Land kann mit einer weiteren Teilzahlung von vier Milliarden Euro aus dem internationalen Hilfsprogramm rechnen. Die Experten der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) kommen in ihrem jüngsten Bericht zu dem Schluss, dass Portugal seine Reformauflagen insgesamt planmäßig erfüllt. Das Defizitziel von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Staatshaushalt sei in diesem Jahr erreichbar. Allerdings hätten die Risken wegen höherer Sozialausgaben und steigender Arbeitslosigkeit zugenommen. Daher kommen die Experten zu dem Schluss, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen wird.

 

Insgesamt 78 Milliarden

Aufgrund des positiven Troika-Berichtes befürwortet auch die deutsche Regierung die Auszahlung der fünften Kredittranche. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. Die Tranche von vier Milliarden Euro solle voraussichtlich im Juli ausbezahlt werden, heißt es darin.

Das Hilfsprogramm für Portugal beläuft sich auf insgesamt 78 Milliarden Euro. Im Zeitraum zwischen Mai 2011 und Mai 2012 wurden bereits 53 Milliarden Euro an die Regierung in Lissabon ausgezahlt: 14,8 Milliarden Euro kamen vom Euro-Rettungsfonds EFSF, 20,1 Milliarden Euro von der EU und 18,1 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Umsetzung des Reformprogramms wird von der Troika vierteljährlich überprüft. Der neueste Bericht begrüßt den breiten gesellschaftlichen Konsens zu dem Programm, der die weitere konsequente Umsetzung der Vorgaben durch die Regierung erwarten lasse. Risken sieht die Troika durch Übersprungseffekte von Griechenland und Spanien und durch eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Eurozone. Portugal soll bis Mitte 2013 an den Kapitalmarkt zurückgeführt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2012)

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9 Kommentare

Ich verstehe...

Der Plan war also, um 53Mrd. folgende Daten einzukaufen: 4,5% Defizit vom um 3% schrumpfenden BIP.
Da dieses Ziel mit bravour erreicht werden konnte, legt man nochmal 4.000 Mio. nach.

Damit kein Missverständnis entsteht: Ja, die Ausgangsposition war das komplette Desaster. Aber die ganze Geschichte zeigt sehr deutlich, wie aussichtslos es ist, mit den bisherigen Mitteln brauchbare Ergebnisse zu bekommen.
Tatsache ist: Die Schulden steigen (und damit auch die laufenden Verpflichtungen), die Wirtschaft schrumpft (und damit die verfügbaren Beträge).

Nur ideologisch Verblendete suchen da noch immer keinen Plan B.

Gast: 1. Parteiloser
06.07.2012 10:01
1 0

Muahahah, Musterschüler, Muahahaha!

78.000 Mio. an Zuwendungen von der Europäischen Gemeinschaft zu brauchen bedeutet doch nichts anderes als eine Erpressung zu einer Umverteilung von etwa 20.000.- Euro pro Haushalt!

Das würden den Österreichischen Haushalten auch sehr Gut tun.

Portugal ist, so wie fast alle Eurostaaten, auch ein Vertragsbrecher des Vertrages von Maastricht. Wenn man sich die Daten aus 2011 anschaut, dann ist Portugal eher ein Musterschüler in der Kategorie Vertragsbruch.

Schuldenstand: 103,3% des BIP
Defizit:...................4,5% des BIP

Die fallenden Wirtschaftsleistung, die steigende Arbeitslosigkeit machen auch wenig Hoffnung. Gestiegen sind aber die Staatseinnahmen auch bei fallenden Einkommen der Bevölkerung. Das wird noch ein böses Erwachen geben.

Irgendwie scheint die Trojka mit Ihren Standards genau so zu reagieren wie die Ö Politik im Bildungssystem. Weil die Leistungen so schwach sind, so werden die Leistungsanforderungen den schwachen Leistungen angepasst und so eine bessere Lage dargestellt als diese real vorhanden ist.

Alles Bla Bla

Nicht ein einziges Wort darüber, wer das Geld tatsächlich bekommen hat.

Eines ist sicher: Bei de "Portugiesen" ist dieses Geld nie angekommen.

Die dürfen es nur zurückzahlen.

Antworten Gast: nK
06.07.2012 10:30
2 0

Re: Alles Bla Bla

Was macht sie so sicher, dass sie diesmal das Geld selbst zurueckzahlen?

Schwachsinn...

es scheint ja schon der volle Erfolg zu sein nur mehr ein Defizit von 4,5 Prozent zu haben.... und wie sollen die 78 Milliarden zurückbezahlt werden? Richtig gar nicht weil das im einem Zinseszinssystem nicht funktionieren KANN... aber egal das verstehen eh nur die wenigsten. Die Währungsreform kommt die frage ist nur wann. Kauft euch Realwerte solange ihr noch was bekommt für die bunten Fetzen Papier...

Gast: Hans im Glück
06.07.2012 09:15
2 0

Wieviel sind EUR 78 Mrd.?

Nicaragua will einen Kanal, nach dem Vorbild von Panama, bauen.

Kostenpunkt: USD 30 Mrd. was ca. EUR 20 Mrd. entspricht.

Der Nicaragua-Kanal hätte eine Länge von 200km, würde den Atlantik mit dem Pazifik verbinden...
http://orf.at/stories/2129211/2129212/

Also mit den ca. EUR 80 Mrd. die man Protugal überweist könnte man einen 4 mal längeren Kanal bauen. Mankönnte den Atlantik mit dem Mittelmehr verbinden. Die ganze Strecke von Lisabon bis Valencia. Gibraltar hätte ausgedient...
Von den Arbeitsplätzen ganz zu schweigen.

Mit solchen Summen werfen unsere Politiker um sich.

Mit dem ESM könnten wir noch weitere Quantensprünge erleben... :-(

Antworten Gast: Hans im Glück
06.07.2012 20:41
1 0

Re: Wieviel sind EUR 78 Mrd.?

Ich glaube, dass man gar nicht will, dass diese Gelder in der Realwirtschaft landen.

Es geht einzig und allein um die Finanzwirtschaft. Man bastelt munter an den Kartenhäuser weiter, versucht sie zu stabillisieren, sie bekommen sogar einen Schutzschirm.

Die Realwirtschaft lässt man links, im Regen stehen.

Nach dem Regen wird das Kartenhaus nicht mehr stehen. Die Realwirtschaft wird immer noch da sein.

Die unterstützer der Finanzwirtschaft wird man, im besten Fall, beim Arbeitsamt wieder finden.

Musterschüler????

Seit wann brauchen Musterschüler Nachhilfe?

2 2

Na bitte!

Es geht ja scheinbar doch.

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