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Ein Privilegienstaat namens Griechenland

07.07.2012 | 17:30 |  von Peter Schwarz (Die Presse)

Straffreiheit für Minister, Steuerparadies für Reeder: Griechenland muss nicht nur Schulden abbauen Notwendig ist vor allem die Abschaffung von Privilegien für mitunter große Minderheiten.

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Nach gelungener Augenoperation wieder zurück auf der politischen Bühne, musste Griechenlands neuer Ministerpräsident Antonis Samaras bei der Vorstellung des Regierungsprogramms am Freitagabend eingestehen, was nach dem langen Wahlkampf und nach zwei Übergangsregierungen Beobachtern lange klar war: Griechenland ist bei der Umsetzung seiner Sparziele im Verzug. Das Budget 2012 dürfte nach heutigem Stand um ein bis zwei Milliarden Euro überschritten werden, die Privatisierungen liegen auf Eis, Vorschläge für Einsparungen von 11,7 Milliarden Euro werden nicht wie vorgesehen noch im Sommer präsentiert werden können.
Die Diskussion um die Einhaltung der Sparziele geht jedoch am Kern der Probleme vorbei. Wenn sich die Griechen nicht dazu aufraffen, mit den Privilegien verschiedenster Gruppen aufzuräumen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, sind alle Sparpläne zum Scheitern verurteilt.

Weltweites Kopfschütteln gab es etwa über die Nachricht, dass in Griechenland tausende Pensionen an Tote gezahlt werden. Eine Kontrolle des griechischen Sozialversicherungsträgers IKA ergab, dass 1400 Pensionen an Menschen ausgezahlt werden, die vor 1920 geboren, mittlerweile aber längst verstorben sind. Nutznießer waren Verwandte, Freunde, korrupte IKA-Mitarbeiter. Diese Pensionen sollen den Staat acht Millionen Euro gekostet haben. Weit teurer sind die 200.000 Pensionen und Pensionszulagen, die nach Aussage eines - scheidenden - Arbeitsministers an nicht existierende Versicherte ausgezahlt werden: Sie kosten den Staat jährlich etwa 800 Millionen Euro.

Ausnahmegesetzgebung. Und dennoch: Das Kernproblem Griechenlands sind nicht die Betrüger. Die kann man finden und zur Rechenschaft ziehen, wie etwa im Fall der Totenpensionen: IKA will sie zurückfordern. Das wahre Problem sind Gesetze, die Betrüger decken, Gesetze, die illegale Handlungen legalisieren und Gesetze, die individuelle oder kollektive Vorrechte auf Kosten der Allgemeinheit verankern. Sie geben den Bürgern ein Gefühl der Rechtlosigkeit. Und wer nicht an den Rechtsstaat glaubt, wird keine Steuern zahlen und den Staat ohne Gewissensbisse ebenfalls betrügen.
Erstaunlich, wie genau die alten Römer den Kern des - modernen - griechischen Problems treffen: Ihr „Privileg" war ein Gesetz, ein Gesetz, das eine Ausnahme von der allgemeinen Regel zum Inhalt hat. Und zwar eine Ausnahme für sehr konkrete Individuen.

Paradebeispiel für eine Ausnahmegesetzgebung sind die griechischen Bestimmungen über die Verjährung von Ministervergehen. Auch Straftaten, die im Normalfall 15 bis 20 Jahre Gefängnis zur Folge hätten, verjährten nach einem Gesetz von 2003 für die Herren Minister nach fünf Jahren. Diese Bestimmung wurde 2011 abgeschafft. Noch gültig ist eine Verfassungsbestimmung zum selben Thema: Delikte von Ministern verjähren nach zwei Legislaturperioden des griechischen Parlaments. Die können mitunter recht kurz sein: Nach den Wahlen vom 7. Mai 2012, in deren Folge keine griechische Regierung zustande kam, trat das Parlament für zwei Tage zusammen, bevor es zwecks Ausrufung von Neuwahlen aufgelöst wurde.

Ursprünglich wollte man durch das Gesetz möglicher Politjustiz durch politische Gegner vorbeugen. Doch in der Praxis schützte das Gesetz vor allem der Korruption verdächtigte Amtsträger. So mussten die Ermittlungen gegen eine ganze Reihe von Ministern, die wegen Schmiergeldzahlungen von Siemens ins Visier der Justiz geraten waren, fallen gelassen werden, weil ihre vermuteten Vergehen verjährt waren. Tassos Mantelis, ein ehemaliger Verkehrsminister der Regierung Simitis, dem die Schmiergeldzahlungen über Kontobewegungen nachgewiesen werden konnten, hat dies sogar zugegeben - ohne strafrechtliche Konsequenzen für ihn. Sein Ministerdelikt war verjährt.
In den letzten Jahren wurde mit dem ehemaligen Pasok-Minister Akis Tschochatzopoulos nur ein Minister für vermutete Korruptionsvergehen hinter Gitter gebracht. Das Verfahren läuft, es gilt die Unschuldsvermutung. Eigentlich sind auch seine Vergehen verjährt, Tschochatzopoulos war bis 2004 Minister. Doch die etwa 17,5 Millionen Euro Schwarzgeld, die der ehemalige Verteidigungsminister laut Anklage aus Schmiergeldzahlungen für die Lieferung von Waffensystemen an die griechische Armee erhalten hat, soll er auch nach 2004 über Immobilienkäufe seiner Offshore-Firmen „gewaschen" haben - das gab Staatsanwalt und Untersuchungsrichter die Handhabe für die Verhaftung des ehemaligen „linken Gewissens" der sozialistischen Pasok.

Schutz vor Konkurrenz. Der Schutz vor Konkurrenz und in der Folge die Gestaltung von Preisen ohne Furcht vor Konkurrenz: Das ist wohl die Wunschvorstellung vieler Freiberufler, steht aber im Widerspruch mit dem europäischen Binnenmarkt. Und doch, in Griechenland, das seit 1981 Mitglied der EU ist, kommen viele Berufe diesem Wunschbild einer „Insel der Seligen" noch bemerkenswert nahe. Apotheker, Anwälte, Notare, Architekten, Medienunternehmen, Transporteure oder Taxifahrer konnten ihre Berufe mithilfe der Gesetzgeber lange von in- und ausländischer Konkurrenz abschirmen.
So können nur Anwälte in Firmenbücher einsehen, müssen Notare bei Firmengründungen eingeschaltet werden oder müssen Firmen ihre Gründung und andere Rechtsakte in Tageszeitungen veröffentlichen - allesamt großteils unnötige Zwangsmaßnahmen zur künstlichen Absicherung der Einkünfte einer bestimmten Berufsgruppe. Nun, im Zeichen der Staatskrise und der Reformpakete, wird es eng für die geschützten Berufe. Aber nicht ohne Widerstand. 2010 brachte ein Streik der griechischen Transporteure die Wirtschaft praktisch zum Erliegen. Nicht beförderte Waren vermoderten in den Lagern, es gab Benzinengpässe.

Die Ursache des Streiks: Die von der EU geforderte Öffnung des griechischen Transportmarktes. Das griechische Verkehrsministerium gab auf Druck der Transporteure seit Jahrzehnten keine neuen Lkw-Lizenzen mehr aus, der Kauf einer bestehenden Lizenz kostete hoffnungsfrohe Neutransporteure 80.000 bis 100.000 Euro. Die Folge der Fehlkonstruktion: Die Transportpreise waren vor der Krise in Griechenland so hoch, dass sie bis zu 30 Prozent des Endpreises ausmachten. Der Transport eines Containers von Piräus nach Saloniki kostete 550 Euro, von Shanghai nach Piräus gerade einmal 1100 Euro. Der Transport von Gemüse aus dem Peloponnes nach Athen ist so teuer, dass es lohnender ist, das Gemüse zu importieren.

Neben dem Tourismus ist die Handelsflotte der größte Devisenbringer Griechenlands. Die Erben von Niarchos und Onassis brachten Griechenland 2010 rund 14,5 Milliarden Euro. Der Haken: Die Einnahmen sind zwar Balsam für das große Leistungsbilanzdefizit des Landes, der Staatskasse bringen sie aber nichts - die sogenannten „Internationalen Schifffahrtsgesellschaften" mit Hauptquartieren in Griechenland werden nicht besteuert. Die an die 60.000 Arbeitsplätze, die sie in Griechenland schaffen, und die erhofften Investitionen in der alten Heimat sind dem Staat Lohn genug.

Erkaufte Straffreiheit. Seit 2011 gibt es in Griechenland ein Gesetz, das die „Abwicklung" von illegalen Bauten regelt. Das heißt, auf Antrag eines Bausünders wird eine Strafe für einen illegalen Bau bezahlt und dem Besitzer so Straffreiheit verschafft. Nach österreichischen Maßstäben würde man im Höchstfall mit ein paar hundert reuigen Sündern rechnen. In Griechenland sind es etwa 500.000, der Staat erwartet sich Einnahmen von zwei Milliarden Euro.

Theodoros Pangalos, der als EU-Chefverhandler im Beitrittsverfahren Österreichs auftrat, hat mit Bezug auf den Bankrott Griechenlands und seine Ursachen eine viel diskutierte Bemerkung gemacht: „Wir alle zusammen haben das Geld durchgebracht." Mit Blick auf die Zahl der Bausünder hat seine Aussage einen wahren Kern. Die Rechnung muss aber nicht der korrupte Politiker oder Wirtschaftstreibende zahlen, sondern der kleine Mann - über Lohn- und Pensionskürzungen oder die Besteuerung des Immobilienbesitzes.

Und nicht einmal der ist gesichert. Die „Abwicklung" der illegalen Bauten verschafft den Besitzern nur eine „Aussetzung" der Illegalität ihres Heims. Denn ein illegaler Akt kann nicht durch ein Gesetz ungeschehen gemacht werden. Das würde es selbst illegal machen. Und so müssen sich die Kinder der heutigen Übeltäter in 30 Jahren wieder mit ihren illegalen Bauten herumschlagen. Sie wären erleichtert, wenn das die einzigen Schwierigkeiten wären, die sie von ihren Eltern erben.

 

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38 Kommentare
 
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Gast: oeconomicus
08.07.2012 18:09
3 0

Griechenland 1981

GR ist seit 1981 Mitglied der EU/EWG usw. und hat in dem Zeitraum mehr als 150 Mrd. € an Hilfsgeldern und Strukturförderungen usw. aus der EU erhalten, und niemandem ist der Augias-stall aufgefallen? Theodoros Pangalos hat recht:„Wir alle zusammen haben das Geld durchgebracht!" Wer glaubt, dass die Kontrollen in Zukunft besser funktionieren (für ESM, Fiskalpakt etc.), ist ein Optimist

Re: Griechenland 1981

die Kontrollen werden besser sein, weil es uns mittlerweile selbst ans Portepee geht.

Gast: gast 1234567
08.07.2012 10:49
5 1

Wirklich guter Artikel aber

Wirklich guter Artikel nur hinsichtlich der Steuerfreiheit der Reeder fragen Sie doch einmal Herrn Sohmen

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Sohmen

in welcher Steueroase sein Schifffahrtsimperium seinen Sitz hat.

Hier können die Griechen ausnahmsweise wirklich nichts dafür. Die internationalen steuerlichen Rahmenbedingungen für die Reeder sind nun einmal eine Schande.

Aber das kommt davon, wenn man Steuerwettbewerb zwischen Staaten als legitim und nützlich betrachtet.

Wie heißt es doch so schön, Konkurrenz belebt das Geschäft, Wettbewerb macht uns fit für den Weltmarkt etc.

Schöne neue neoliberale Wirtschaftswelt....

In einer Fiskalunion könnten und die Betonung liegt auf könnten die Europäer wenigsten versuchen sich gegen das Steuerdiktat des Kapitals zu wehren.

Einfach wird das nicht, aber die Chancen stehen wesentlich besser hier etwas auf europäischer Ebene zu bewegen als es auf der nationalen Ebene zu versuchen.


Gast: Adalbert M. Rohde
08.07.2012 10:06
1 0

Sittenbild

200.000 erfundene Pensionisten. Sich an den Sozialkassen vergreifen, ist dann wohl schon volkstümlich in Griechenland.

Gast: Gast: minos
08.07.2012 10:05
4 0

In die Pleite entlassen

Warum hat man Griechenland nicht sofort in Konkurs gehen lassen ???
Was hätte den EURO-Staaten Schlechteres passieren können als ihnen jetzt oder nach dem x-ten Rettungsschirm droht?
Ein Ende mit Schreckken ist allemal besser als ein Schrecken ohne Ende.
Und die anderen PIGS- oder GIPSI-Staaten hätten gesehen, dass die "nördlichen" Euroländer nicht bereit sind, sich (auf Dauer) melken zu lassen!

der einzige unterschied zu österreich

liegt eigentlich darin, dass auch hierzulande sehr viele menschen nicht den geringsten glauben an den rechtsstaat haben, aber dennoch steuern zahlen MÜSSEN. es wäre dem land ja beinahe zu wünschen, dass die bürger möglichkeiten hätten, steuern zu hinterziehen, um damit unserer korrupten beamtenbagage endlich das wasser abzugraben..

Gast: Saiffenstayn
08.07.2012 09:29
8 0

Sie müssen ja nicht so weit gehen ....

Schauen Sie sich doch einmal den Privilegienstaat Niederösterreich an ...
oder das "Land" Wien ....

oder das
Privilegieninstitut "Landwirtschaftskammern"

oder gar die geschützten Bereiche "Wirtschaftsförderung", "Reigonal-Vereine"
"Sozialversicherungen .... SVB, SVA, ....u.v.a."

Wir haben daheim soviel Dreck an den Fenstern, dass wir vielleicht beim hinausschauen mehr den eigenen Dreck sehen als den der Nachbarn ....

Gast: advo
08.07.2012 09:00
7 0

Fass ohne Boden

Es ist zu befürchten, dass dieser Zustand in Griechenland auch in absehbarer Zeit nicht zu beheben sein wird.
Es wird aus Prestigegründen der EU, eigene Fehler werden nicht einbekannt, Geld und wieder Geld in ein Land hineingepumpt, dass bereits seit längerer Zeit insolvent ist.
Es entsteht der Eindruck, dass die EU mit ihren Tintenburgen in Brüssel sich bei weitem übernommen hat und unfähig ist die von ihr selbst verursachte Katastrophe zu beheben. Es geht nach der Primitivmethode, zahlen soll der, der das Geld hat.
Es werden damit systematisch jene Länder enteignet, die sich bemühen ein wirtschaftlich stabiles System für ihre Bürger aufzubauen!
Warum daher überhaupt noch dabei bleiben wollen?!

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Re: Fass ohne Boden


Es ist irgendwie logisch, dass man mit Gelddrucken (= Geldfälschen) NIEMALS Wohlstand schaffen kann. Im Gegenteil, damit wird der generelle Wohlstand gesnkt, weil sehr viele Fehlinvestitionen entstehen und damit die Ressiurcen nicht effizient genutzt werden.

Gleichzeitig verschiebt man mit Gelddrucken Wohlstand zu ganz wenigen Privilegierten (Bankern, Politikern) und nimmt es von der breiten Masse, indem man die Kaufkraft der Spareinlagen und der Gehälter reduziert.

Aber WO geht es heute noch um rationale Überlegungen?


Und worin liegt da der wesentliche

Unterschied zu Österreich?

Manche Dinge kommen mir bekannt vor

Notar zur Firmengründung? Kenne ich, auch in AT gibt es bei einer GmbH Gründung Notariatspflicht.

"Zwangsveröffentlichung" in Zeitungen? Gibt es auch bei uns, die Wiener Zeitung finanziert sich damit.

Geschützte "freie Berufe"? Gibt es auch bei uns, bestes Beispiel sind Apotheken!

Antworten Gast: rrrr
09.07.2012 10:49
0 0

A bisserl von den Illusionen weg kommen

Geschützt? Wer wird geschützt? Die Apotheker? Oder die Krankenkasse? Wenn ihnen eine bestimmte Apotheke nicht behagt, dann steigen sie eine Strassenbahnstation weiter hinten oder vorne aus. Aber wenn sie einen Flachbildschirm kaufen, dann können sie den wilden Wettbewerb zwischen Saturn und Media Markt genießen (Ironie off).

Re: A bisserl von den Illusionen weg kommen

Kann jedermann mit entsprechender Qualifikation an x-beliebiger Stelle eine Apotheke eröffnen? Oder gibt es da Gebietsschutz? Gibt es den freien Wettbewerb bei Medikamentenpreisen?

12 0

Trotzdem bekommt GR Geld

EUROSTAT wußte das alles schon 1997-und damit auch die heutigen Verantwortlichen des EFSF+ESM.

Beigetreten sind sie der EU trotzdem und den EURO haben sie auch bekommen-mit all diesen Makeln.

Langsam wird klar, warum es im EU-Raum keine Volksabstimmungen gibt und zu wichtigen Fragen nicht geben wird....


Ein Privilegienstaat namens Griechenland - finanziert aus den steuergeldern des nordens

ich kann nicht monatlich 4000 euro ausgeben bei 2000 euro einnahmen

die griechen wollen keine steuern zahlen - das ist auch ok und verstaendlich, aber es muessen die staatsausgaben den staatseinnahmen angepasst werden

ein freier markt wuerde diesen politikern automatisch restriktionen auferlegen, da ab einem bestimmten punkt es sich nicht mehr auszahlt, schulden zu machen aufgrund des hohen zinses

durch die interventionisten wird das jedoch verhindert, und man versucht zu erreichen was durch nicht-intervention schon laengst erreicht waere

Re: Ein Privilegienstaat namens Griechenland - finanziert aus den steuergeldern des nordens

"durch die interventionisten wird das jedoch verhindert, und man versucht zu erreichen was durch nicht-intervention schon laengst erreicht waere".

Eine gute Definition des Unterschiedes zwischen freier Wirtschaft und Planwirtschaft- Nämlich höherer Aufwand führt zu weniger (positiven) Ergebnissen.

der staat nimmt nichts ein? gut so!


keine steuern zahlen ist gut, jawohl! denn das, und nur das ist das beste rezept für eine florierende wirtschaft.

und wie sie richtig sagen, soll der staat dann halt einfach nix ausgeben, wenn er nix einnimmt! so einfach ist das! wird schon der freie markt einspringen.

aber wer erkärts diesen unnützen pensionisten, sozilahilfeempfängern, krankenhausbenutzern etc., etc., dass sie nicht mehr durchgefüttert werden können? und dass schulen&unis leider geschlossen werden müssen? das ist natürlich schlecht fürs image, aber was sein muss muss sein.

griechenland hat jetzt die chance, die FREIE UNVERFÄLSCHTE MARKGESELLSCHAFT zu werden, von der wir alle träumen. viel spaß dabei!

Re: der staat nimmt nichts ein? gut so!

sarkasmus ist die zuflucht des kleinen geistes.
von nichts einnehmen habe ich nicht gesprochen, nur von der direkten einkommensbesteuerung, die absolut leistungsfeindlich ist. einen schlanken nachtwaechterstaat koennte man locker aus grundsteuer / mwst bzw wenigen % import-zoll auf alle waren finanzieren

den pensionisten wuerde ich als ersters erklaeren, was ein umlagesystem ist. naemlich die summe aller einzahlungen wird "umgelegt" auf die summer aller auszahlungsberechtigten. ohne irgendwelche zuschuesse - das kostet dem staat genau 0, nur muss man halt ehrlich sein, bei den gemachten versprechungen, die nicht einhaltbar sind.

grundschule = grundinfrastruktur, das kann ruhig dem staat erhalten bleiben. uni ist jedoch eine ganz andere kategorie, die sich selbst finanzieren muss. genauso wie opern, kunst & kultur, oder ein old-timer autoclub etc.

wenn man die staatliche wohlfahrt komplett abdreht, wird sich (wie davor es ueblich war, aber es nicht mehr ueblich ist durch den crowding out effekt) eine private wohlfahrt etablieren, bestehend aus freiwilligen, spenden, karikativen nonprofit organisationen, freiwilligen helfern, etc. speziell wenn jeder weiss, diese verantwortung liegt auf der gemeinschaft und nicht beim staat.

es hat vor der staats-medizin auch funktioniert & den leuten wurde geholfen, manchmal auch auf unentgeltlicher basis, weil damals doktoren noch am menschen interessiert waren anstelle vom reinen profit wie heute.


Gast: EFF EFF
08.07.2012 00:22
1 0

kleine Fische

Vor ein paar Monaten hatte ich mich gefragt, wo eigentlich das viele Geld bleibt. Allerlei Skandale kamen ans Licht, wie in dem Artikel beschrieben. Das sind aber nur kleine Fische. Die enormen Summen lösen sich In target2 in Nichts auf.
Dort sind Zahlungsvorgänge gebucht, die zwar schön in Verbindlichkeiten verrechnet werden, aber von den Verbindlichkeiten kommt nichts an außer Forderungen. Das Geld ist bislang spurlos verschwunden.

15 0

Warum erinnert mich da so vieles an Österreich?

Ein gigantischer Beamtenapparat, ein immens teures und nicht treffsicheres Sozialsystem, Korruption so weit das Auge reicht, eine korrupte Politikerkaste, die die Bürger ausnimmt, Lobbyisten, die es sich richten, Großunternehmen, die kaum Steuern bezahlen...

Re: Warum erinnert mich da so vieles an Österreich?

power corrupts & absolute power corrupts absolutely

je mehr macht zentralisiert wird desto korrupter wird ein system, je mehr dezentralisiert desto mehr kontrolle auf lokaler ebene. ebenso wirken sich "fehlentscheidungen" nur lokal aus, anstelle zentraler fehlentscheidungen, die sich auf alle auswirken

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Re: Re: Warum erinnert mich da so vieles an Österreich?

Das Gurndübel ist dieses (ungedeckte) Geldsystem, in dem man Geld aus dem Nichts schöpfen kann, das all diese Betrügereien erst ermöglicht.

"Großunternehmen, die kaum Steuern bezahlen"


was stört sie daran? das ist das einzig gute an griechenland! diesen großartigenstandortvorteil wollen sie ihnen wegnehmen?

ansonsten geb ich ihnen recht, dass wir wie griechenland sind, nur das wir leider, leider unternehmer viel stärker mit konsfiskatorischen steuersätzen belasten.

ich frage mich, wieso griechenland eigentlich am boden zerstört ist, und nicht wir? wir sind doch wie die, nur noch sozialistischer! merkwürdig...


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Re: "Großunternehmen, die kaum Steuern bezahlen"

Es gibt in Österreich doch relativ gut ausgebildete Leute, die (noch) bereit sind etwas zu leisten. Ist eben mehr die nördliche Mentalität.

Aber wie lange werden sich das jene noch gefallen lassen, die heute ausgenommen werden und ihren Lebensstandard deutlich reduzieren müssen.


Re: "Großunternehmen, die kaum Steuern bezahlen"

Ich denke, die "Merkwürdigkeit" ist schnell erklärt.

Im Gegensatz zu GR ist das Steuer- und Abgabensystem bei uns weitaus besser organisiert und getarnt. So wird den normalen Arbeitnehmern z.B. über "offizielle Bruttolöhne", ohne die "ausgelagerten" Arbeitgeberanteile, eine weitaus geringere Quote vorgegaukelt. Und auch die Möglichkeiten der Hinterziehung sind, wieder gegenüber GR, drastisch reduziert. Damit wird eine Steuer- und Abgabenquote von duchschnittlich bereits fast 50% automatisiert exekutiert.

PS: Im Mittelalter gab es noch Aufstände wegen 10% (das berühmte Zehent).

Gast: EFF EFF
08.07.2012 00:13
0 0

Überall das gleiche Problem

Tunesien, Lybien und Ägypten lassen grüßen.

 
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