Die Schuldenkrise der Euro-Zone hat nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ein Ausmaß erreicht, das weit über die Finanzkrise im Zuge des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 hinausreicht. "Die Euro-Zonen-Krise ist jetzt viel tiefer und fundamentaler als zur Zeit von Lehman", sagte Praet am Montag in Lissabon. Die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels hätten aber das wichtige Signal gegeben, dass die Staats- und Regierungschefs erkannt hätten, dass die Euro-Zone als Konstruktion verbessert werden müsse.
Die beschlossenen Maßnahmen müssten nun umgesetzt werden. Allerdings gebe es noch unterschiedliche Ansichten, wie schnell dies passieren solle.
Mit Blick auf die Schuldenprobleme Spaniens fügte Praet hinzu, dass die starke Ausgabenpolitik der Regierung in Madrid seit 2009 auf falschen Annahmen basiert habe. Seit Einführung des Euro hätten sich die haushaltspolitischen Ungleichgewichte in einigen Ländern vergrößert. Die Herstellung von Wettbewerbsfähigkeit sei aber nicht die Aufgabe der Europäischen Zentralbank, vielmehr müssten die Staaten selbst die nötigen Strukturreformen vorantreiben.
(APA/Reuters)

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