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Jean-Claude Juncker bleibt Chef der Eurogruppe

10.07.2012 | 06:13 |   (DiePresse.com)

Juncker bleibt im Amt, will allerdings zu Jahresende zurücktreten. EFSF-Chef Klaus Regling wurde zum Vorsitzenden des Rettungsschirms ESM gewählt. Spanien soll noch im Juli 30 Milliarden Euro Hilfe erhalten.

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Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker ist schließlich doch sein eigener Nachfolger geworden und tritt ab 17. Juli eine fünfte Amtsperiode an. Immer wieder war in den vergangenen Monaten die Rede davon, dass der luxemburgische Ministerpräsident Juncker als Eurogruppen-Chef amtsmüde sei. Dennoch hat sich die Eurogruppe am Dienstag in den frühen Morgenstunden in Brüssel auf seinen Verbleib an der Spitze der Finanzminister der Währungsunion geeinigt. Insgesamt wurde von den 17 Finanzministern ein Personalpaket geschnürt, das den Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch als EZB-Direktoriumsmitglied und den deutschen Klaus Regling als ESM-Chef umfasst. Spanien soll indes noch im Juli 30 Milliarden Euro Hilfe erhalten.

Juncker soll den Angaben zufolge offiziell ein neues volles Mandat für zweieinhalb Jahre erhalten. Er sei erneut zum Vorsitzenden gewählt worden und werde Ende des Jahres zurücktreten, sagte Juncker am Dienstag nach dem Treffen der Eurogruppe laut Reuters. Er wolle den Posten spätestens "zu Beginn des kommenden Jahres" wieder abgeben, sagte Juncker laut AFP. Wie es konkret danach weitergeht, ist noch unklar. Es war zuvor spekuliert worden, dass der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble Anfang 2013 den Posten übernehmen könnte.

Jean-Claude Juncker
Juncker leitet seit 2005 als "Mister Euro" die Finanzminister der Währungsunion, die sich vor jedem EU-Treffen aller 27 Ressortchefs versammeln, gewählt wurde er erstmals am 10. September 2004. Der 1998 gegründeten Eurogruppe gehören mit Ausnahme Großbritanniens die größten europäischen Volkswirtschaften von Deutschland über Frankreich, Italien und Spanien an. Juncker - er ist der längst dienende Regierungschef Europas - hatte entscheidend am Integrationsprozess mitgewirkt. Er war bereits mehrmals für höchste EU-Posten gehandelt worden, unter anderem als Kommissionspräsident oder als ständiger EU-Ratsvorsitzender.

Chef des Rettungsschirms

Die Eurogruppe der Finanzminister hat am Dienstag in den frühen Morgenstunden auch EFSF-Chef Regling zum Vorsitzenden des künftigen permanenten Rettungsschirms ESM gewählt. Die Kür erfolgte laut Diplomatenangaben mit mehr als 80 Prozent. Zuvor hatten die Finanzminister der Währungsunion über den künftigen permanenten Rettungsschirm ESM diskutiert. Ursprünglich sollte dieser am gestrigen Montag in Kraft treten, doch verzögern sich die Ratifizierungsprozesse. Nach jüngsten Informationen wird es sowohl in Deutschland als auch in Italien noch bis Ende Juli dauern. Damit würde der ESM frühestens im August in Kraft treten können. In Deutschland verhandelt am heutigen Dienstag das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe darüber, ob es den ESM und den EU-Fiskalpakt für stärkere Haushaltsdisziplin vorläufig stoppt oder nicht.

Hilfe für Spanien

Spanien soll indes noch in diesem Monat eine erste Hilfszahlung in Höhe von 30 Milliarden Euro für seine angeschlagenen Banken erhalten. Darauf einigten sich die 17 Minister der Eurogruppe nach Angaben von Juncker in der Nacht auf Dienstag laut AFP im Grundsatz. Eine entsprechende Vereinbarung solle in der zweiten Monatshälfte unterzeichnet werden. Die spanischen Banken sind durch das Platzen einer Immobilienblase schwer angeschlagen. Die spanische Regierung hatte im Juni Finanzhilfen der Euro-Zone für die angeschlagenen Banken des Landes beantragt. Madrid wurden bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

VIDEO: Euro-Finanzminister einigen sich auf Spanien-Hilfe

Die Euro-Finanzminister haben sich auf eine Milliardenspritze für die angeschlagenen spanischen Banken geeinigt. Schon im Juli sollen 30 Milliarden Euro in Richtung Spanien fließen.

Schäuble zur Bankenhilfe

Zum spanischen Antrag auf Bankenhilfe sagte Schäuble, Ziel sei, "möglichst am 20. Juli das Memorandum of Understanding" für Spanien zu entscheiden. Dies sei so weit vorbereitet worden, dass das auch erreicht werden könne. Es gebe ein gemeinsames politisches Verständnis der Eurogruppe, jetzt das MOU einschließlich der Kreditvereinbarungen auf den Weg zu bringen. Die genaue Festlegung der Summe, die bis 100 Milliarden Euro reichen könne, werde schrittweise erfolgen. Dies werde jetzt noch nicht im Vorhinein spezifiziert. Ob die Finanzminister darüber telefonisch beraten, sei noch offen. "Wenn wir das nur bestätigen müssen, wofür wir jetzt gemeinsames Verständnis haben, kann man in der Tat überlegen, Missverständnisse durch physische Treffen von Finanzministern zu vermeiden, die immer Markterwartungen auslösen, indem wir eine Telefonkonferenz haben". Die Entscheidung obliege dem Chef der Eurogruppe.

Als Nachbereitung des jüngsten EU-Gipfels sei laut Schäuble auch die flexible Handhabung der Rettungsschirme EFSF und ESM besprochen worden. Hier sollten Maßnahmen genutzt werden, um "einmal zu testen, ohne dass man das im Einzelnen vorher ankündigt", andernfalls gebe es immer Marktreaktionen.

Kapitallücke ist weitgehend gestopft

Die EU-Kommission werde Anfang September Vorschläge für den Mechanismus einer europäischen Bankenaufsicht präsentieren. Auf Grundlage dieser Erklärung werde es auch eine technische Diskussion geben, "wie künftig der direkte Zugang der Bankenrekapitalisierung über den ESM ermöglicht werden soll, wenn es eine solche einheitliche europäische Bankenaufsicht gibt und die implementiert ist".

Eine bei den EU-Banken festgestellte milliardenschwere Kapitallücke ist offenbar weitgehend gestopft. Die betroffenen Finanzinstitute hätten das fehlende Kapital aus privaten oder öffentlichen Quellen erhalten, geht aus einem am Montag veröffentlichten Dokument laut Reuters hervor, das für das EU-Finanzminister-Treffen am Dienstag vorbereitet wurde. In einigen Ländern würden die Bilanzen der Banken noch "repariert". Diese Arbeiten schritten voran. Die größten europäischen Banken sollten ihr Eigenkapital bis zum Sommer um insgesamt 115 Milliarden Euro aufstocken. Die EU-Bankenaufsicht EBA will mit der großangelegten Aktion verloren gegangenes Vertrauen in die Branche wiederherstellen. Allein sechs großen deutschen Banken fehlen zusammen 13,1 Milliarden Euro. Die Kreditinstitute waren im vergangenen Dezember einem Stresstest unterzogen worden.

(APA)

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56 Kommentare
 
12
Gast: hanshans
10.07.2012 19:38
0 0

never

never change a loosing Team !

Re: never

Wieso schreiben eigentlich so Viele to lose mit 2 o??

Diesem Herrn Juncker

ist auch Postengeschacher nicht zu schade. Hauptsache er bringt seine Freunde gut unter. Das erinnert doch wirklich an ein Alpenland mitten in Europa, das auch Mitglied im Abzockerverein EU ist. Wie sich doch die Bilder gleichen. http://www.welt.de/politik/ausland/article108255789/Das-kleine-Luxemburg-baut-seine-Schluesselrolle-aus.html

Gast: Nordlicht
10.07.2012 16:50
2 0

Jean-Claude Juncker & Konsorten

Wann wird ein EU-Gerichtshof ähnlich wie der in Den Haag eingerichtet um unsere Politexperten dorthin zu bringen, wo sie hingehören?

0 0

Re: Jean-Claude Juncker & Konsorten

Nach dem ende des Fiat Geldes.
Das wird gleichzeitig mit der Errichtung einer neuen Währung (man munkelt rund um den "Globo") geschehen die durch einen Warenkorb unterlegt und besichert sein wird in dem Gold, Grundstückswerte ec neben anderen physisch handelbaren Werten eine solide Basis stellen werden.

3 0

bad news are good news

Normalerweise.
In diesem Fall nicht.

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Wenn man die siebzehn erfolglosen Rettungsgipfel betrachtet kann man sagen

die vermeindlichen
"good news sind tatsächlich very bad news"
für die Steuerzahler die das ganze Affentheater über Verlust ihrer Ersparnisse durch Entwertung finanzieren.

Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte.....

schrieb Neugebauer auf Proteste bei der ÖVP wegen des ESM.
Das gleiche kommt von Grünen und SPÖ---alles sehr langatmig (das allein impliziert schon die Lüge-Wahrheit kann man in kurzen Sätzen sagen ).

Ich frage mich, halten die uns wirklich für so blöd?

Die Problematik der EU und des EURO...

...wird an Juncker so richtig schön sichtbar.

So jetzt ist der Damm gebrochen...


....jetzt fließt Steuergeld direkt zu den Banken.


Juncker?

Ist Luxemburg und reprensentiert das oft kritisierte "Schweitzer Bankenmodell" innerhalb der EURO-Zone.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Gast: Grasser und Scheuch - Bauernopfer der linksgrünen Justiz! Zu unrecht verfolgt und verurteilt!
10.07.2012 10:42
0 12

Österreich ist tatsächlich ein Land der Pensionisten und Sozialschmarotzer, denn wie könnte es sonst sein, dass um 11. Uhr soviele Leute heir kommentieren?


Re: Österreich ist tatsächlich ein Land der Pensionisten und Sozialschmarotzer, denn wie könnte es sonst sein, dass um 11. Uhr soviele Leute heir kommentieren?

Und Sie sind mit von der Partie. Haben Sie sonst nichts zu tun, als sich über jene zu mokieren, die hier schreiben. Warum mokieren Sie sich über eben diese, wenn Sie doch auch mit dabei sind?

Antworten Antworten Gast: Grasser und Scheuch - Bauernopfer der linksgrünen Justiz! Zu unrecht verfolgt und verurteilt!
10.07.2012 19:46
1 0

Re: Re: Österreich ist tatsächlich ein Land der Pensionisten und Sozialschmarotzer, denn wie könnte es sonst sein, dass um 11. Uhr soviele Leute heir kommentieren?

Ich muss nicht arbeiten, da ich im Gegensatz zu Ihnen in der Schule aufgepasst habe. Und darum kann ich hier kommentieren. Klaro?

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Re: Österreich ist tatsächlich ein Land der Pensionisten und Sozialschmarotzer, denn wie könnte es sonst sein, dass um 11. Uhr soviele Leute heir kommentieren?

Nein. Die Beamten nutzen die Dienstzeit im Rahmen der gesetzlich festgelegten Bestimmungen für Pragmatisierte.
Vormittags kein Porno.

Wenn man bedenkt, dass Deutschland, Österreich und die Niederlande als Nettozahler...

...sowieso schon mehr einzahlen, als sie erhalten und dann auch noch den Großteil des Rettungsschirmes stemmen, dann muss man sich schon fragen, ob die oftmals von Frau Merkel Gebetsmühlenartig gepredigten Vorteile wirklich die Nachteile eines Euro Ausstieges überwiegen.

Mir ist schon klar, dass oftmals ein Normalbürger nicht den richtigen Einblick hat, um die Situation respektive die Lage richtig zu bewerten. Jedoch bleibt mit nur etwas common sense folgendes festzuhalten: Kein Mensch mit nur etwas normal ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten, würde jemals in einem Verein länger verharren, wo er merkt, dass er am meisten einzahlt und die anderen die offenbar weniger wie er leisten dann mehr bekommen als er selbst.

Re: Wenn man bedenkt, dass Deutschland, Österreich und die Niederlande als Nettozahler...

"... dass er am meisten einzahlt und die anderen die offenbar weniger wie er leisten dann mehr bekommen als er selbst."

Und wie sollten das unser Bundes- und Vizekanzler, gar nicht zu reden von den Parteizentralen (Klubzwang), merken? Weniger leisten und dafür mehr bekommen, siehe u.a. vor kurzem erfolgte Erhöhung Parteienförderung, Posten a la ORF, etc., ist für die ja offensichtlich der Normalzustand.

Re: Re: Wenn man bedenkt, dass Deutschland, Österreich und die Niederlande als Nettozahler...

die Erhöher der Parteienförderung sind schlicht und ergreifend Verbrecher, ALLE. Auch die Nutznießer, auch wenn sie ja angeblich so dagegen waren. MfG.

Gast: indio
10.07.2012 10:38
3 0

Kann man ein Stück ESM auch Essen

Alte Versager wollen gehen neue sind schon da.

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Juncker muss weg!

Der Sesselkleber der EU ist überfällig. - Einen unfähigeren Menschen für diese Aufgabe gibt es nicht als diesen eingebildeten Vollkoffer.

Egal, ob´s den Euro in ein paar Monaten noch gibt. Hauptsache, der Juncker hat seinen Job.

Gast: J. C. Abjunkt
10.07.2012 10:14
9 0

Chef der Eurogruppe?

Junker "der Mann ohne Mittel" hat keinen Anspruch auf Titel!

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Die heute federführenden EU Granden mögen bitte alle ihre Privatadressen hinterlegen damit...

die Exekutive dann weiß, wo sie die grüne Minna in Kompaniestärke hinschicken muss, um sie allesamt abzuholen, in Untersuchungshaft zu nehmen und sie der ersten Einvernahme vorzuführen.


Antworten Gast: Rudi Völler
10.07.2012 10:20
2 20

Danke dem Herrn, dass es die Sozialhilfe gibt! Ansonsten könnten Sie uns um 10:02 nicht mit so einem Sermon " beglücken".

Antworten Antworten Gast: Rudolf V.
10.07.2012 10:45
11 1

Re: Völlerei?

Selber um 10:20 schon zurück vom AMS und perfides Gift versprühen, als ob es der Sache diente?

15 1

Danken Sie nicht dem Herren, sondern danken Sie Steve Jobs

der uns das iPad v3 geschenkt hat, welches uns spielerisch ermöglicht trotz einer veritablen Sommergrippe die einen ans Bett fesselt, meinen Bildungsauftrag für die benachteiligte Unterschicht zu erfüllen.

0 14

Re: Danken Sie nicht dem Herren, sondern danken Sie Steve Jobs

Oh, Entschuldigen Sie, dies wusste ich noch gar nicht, dass mittlerweile ein iPad zur Standartausstattung eines Sozialhilfeempfängers zählt. Nur so als Tipp: Würden Sie nicht meinen, dass es schlauer wäre sich online einen Job zu suchen, als in der Presse lustige Kommentare zu schreiben, hm? Denken Sie mal drüber nach, auch wenn's schwer fällt.

 
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