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Euro-Krise: Zwangsanleihe für Reiche?

11.07.2012 | 09:11 |   (DiePresse.com)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt vor, zur Haushaltssanierung stärker Bürger mit hohen Einkommen heranzuziehen. Deutschland könnte durch Zwangsanleihen 230 Milliarden Euro eintreiben.

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Mit einem spektakulären Vorschlag wollen Berliner Wirtschaftsforscher die Eurokrise in den Griff bekommen: Reiche Bürger könnten unter anderem mit einer Zwangsanleihe die hohen Staatsschulden finanzieren. Das berichtet das "Handelsblatt Online" am Mittwoch unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

"Je nach Konsolidierungsfortschritt beim Staat können diese Anleihen dann später zurückgezahlt und auch verzinst werden", schreibt der Studienautor Stefan Bach. Wenn das nicht der Fall sei, dann gehe das Ganze in eine Vermögensabgabe über. Eine andere Möglichkeit sei eine zeitweise Vermögensabgabe ("Reichensteuer") für Bürger mit hohen Einkommen, die der Haushaltssanierung zugutekommt.

230 Milliarden Euro wären möglich

Das DIW schlägt für Deutschland eine Abgabe vor, die ab einem individuellen Vermögen von 250.000 Euro (Ehepaare 500.000 Euro) erhoben wird. Somit könnten "gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts" - rund 230 Milliarden Euro - mobilisiert werden, zitiert das Blatt aus der Studie.

Der Schuldenstand in Deutschland ließe sich damit "ein deutliches Stück näher" an die 60-Prozent-Grenze nach Maastricht zurückführen. Die deutsche Schuldenquote beträgt derzeit 83,5 Prozent. Wenn der Staat die Zwangsanleihe Eintritt, könnte die Schuldenquote um neun Prozentpunkte auf 74,5 Prozent zurückgehen.

Steuerpflichtig wären laut der Expertise die reichsten acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Sie müssten dann damit rechnen, dass auf ihr gesamtes Immobilienvermögen, Geldvermögen und Betriebsvermögen zugegriffen würde.

Modell für Euro-Krisenländer?

Die DIW-Experten sind auch überzeugt, dass auf diesem Weg in den Euro-Krisenländern erhebliche Einnahmen erzielt werden könnten. "Gerade für die Krisenländer wären solche Instrumente eine sinnvolle Option, um die durchaus vorhandenen und zum Teil stark konzentrierten Privatvermögen zur Refinanzierung der Staaten heranzuziehen." Allerdings müssten solche Maßnahmen auch mit Rücksicht auf die politische Akzeptanz schrittweise und eher langfristig umgesetzt werden.

Außerdem räumen die Experten ein, dass umfangreiche Vorkehrungen getroffen werden müssten, um Steuerhinterziehung und Kapitalflucht zu verhindern. Durch Freibeträge - etwa beim Betriebsvermögen - sollen Härtefälle vermieden werden.

Zwangsanleihen werden immer wieder Spiel gebracht, vor allem von linken Politikern und Gewerkschaften. In der Vergangenheit wurde das Instrument oft angewandt, etwa zur Finanzierung von Kriegen. Auch die ersten Staatsanleihen im Mittelalter waren Zwangsdarlehen (mehr dazu ...).

(APA/Reuters)

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343 Kommentare
 
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Gast: Be-obachter
15.07.2012 20:09
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Zwangsanleihe

ist eine schlechte Wortschöpfung.

Vorschlag: nennen wir es EU-Steuer!

Gast: Kontrapunkt
12.07.2012 13:37
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Was sich gut anhört, ist in Wahrheit absoluter Schwachsinn!!!

Nicht die Reichen ruinieren Staaten, sondern Politiker.

Die ganzen Spekulationen, zB Stadt Linz, Wien, NÖ u.v.a.m. haben die Unfähigkeit der Politiker als Grund. Da hat kein "Reicher" dran Schuld. Wir wollen auch die ganzen Geschenke an EU und Banken nicht vergessen, auch nicht Skylink, ÖBB, Asfinag und andere Milliardengräber.

Unsere unfähige Elite in Bund, Ländern und Gemeinden verprasst zuerst Geld und kommt dann mit dem Gerechtigkeitsschwachsinn. Das nimmt denen doch keiner mehr ab, oder?!

Auch mitschuldig sind Wähler, die sich gerne kaufen lassen: Beamte, Landwirte, Pensionisten.

Diese Art der Enteignung ist moralisch und rechtlich ein Verbrechen!

Re: Was sich gut anhört, ist in Wahrheit absoluter Schwachsinn!!!

Weniger die ASVG-und SVA-Pensionisten, denn die haben schon bessere Tage gesehen. Die stehen der heutigen Politik skeptischer gegenüber als so manch anderer.

Gast: thatsit+
12.07.2012 13:13
2 0

Was hat diese Maßnahme mit Gerechtigkeit zu tun???

Diese Idee belastet gerade jene, die sich über Jahre und Jahrzehnte Geld beiseite gelegt haben, um später nicht von ihrer mickrigen Pension abhängig zu sein. Wieso wird Sparen bestraft??? Sollen die Bürger lieber wie der Staat handeln und ihr ganzes Geld ausgeben und Kredite aufnehmen???
Die Reichen transferieren ihr Geld ins Ausland und bleiben dabei unentdeckt. Wo ist das gerecht???


0 0

Was im Kriegsfall legitim sein mag, ist in Friedenszeiten tabu!

Unser Wirtschaftssystem funktioniert nur dann, wenn man sich sicher sein kann, dass man das, was man sich erarbeitet hat, auch behalten darf! Für alles andere gibt es die Steuern!

Enteignung bzw. die Verpflichtung für "Reiche", Staatsanleihen zu kaufen, kann daher nur ein schlechter Witz sein!

Besser wäre ein überarbeitetes Steuermodell und eine leichtere, transparentere Möglichkeit, dem Staat zweckgebunden Geld zur Verfügung zu stellen.

Ich für meinen Teil gebe dem Staat gerne Geld im Form von Steuern, eventuell (wenn es mir gut geht) sogar auch mehr.

Aber dafür sieht der Staat keine Möglichkeit vor!

Eine freiwillige Abgabe von Geld (in welcher Form auch immer) an den Staat, dass zweckgebunden dem Abbau der Schuldlast dient, würde mich persönlich sehr freuen. Vielleicht gibt es sogar ein paar "Reiche", die so denken, doch zurzeit können sie dem Staat schon alleine deshalb kein Geld geben, weil dieser damit dann macht, was er will (anstatt Schulden abzubauen) bzw. die Möglichkeit dazu gar nicht besteht.

Schon Astrid Lindgren hat gerne ihre Steuern bezahlt. Ist irgendwas verkehrt daran, dem Staat, in dem wir gut leben, dafür zu danken, dass dies so ist? Patriotismus in Form von Kapitalismus… warum denn auch nicht?

Aber einem Staat, der mir was wegnimmt, nur weil ich mehr habe als andere, der bekommt schon aus Prinzip nichts von mir! Das denken sich sicher auch viele "Reiche"… (Stichwort: Steuerflucht)

DAHER: Ich fordere ein BMF-Online-Portal zur zweckgebundenen Spende!

Gast: E.T.
12.07.2012 09:58
2 0

Das trifft aber nicht die Reichen

Wer die Reichen bei 250.000 einordnet, will uns Sand in die Augen streuen.
Viele Bauern, Haus- oder Wohnungsbesitzer erreichen diesen Betrag schnell.
Ich würde vielmehr vorschlagen, dass jede Firma alle Mitarbeiter immer am Gewinn mitpartizipieren lassen muß und das Hin- und Herschieben von Gewinn und Verlust auf andere Länder endlich gestoppt wird.
Gegen Enteignung sollte wir alle entschieden auftreten, aber gerechtere Verteilung und da meine ich nicht die Reichen zu schröpfen, sondern nur den erarbeiteten Gewinn, der in der Regel ja von den Angestellten miterworben wird, auch als Vorteil an die Mitarbeiter weiterzugeben und zwar an alle - nicht nur, wie derzeit üblich, an die Supermanager.

1 0

Wenn die Leistungsträger enteignet werden

entzieht man logischerweise nicht nur den Minderleistern automatisch die Stütze sondern schädigt den Arbeitsmarkt in der Substanz.
Das muss klar sein.
Auch das die sozialen Auswirkungen einer solchen Gesetzeswerdung zwangsweise in erheblichen sozialen Verwerfungen und Unruhen enden müssen. Und Abwanderung der Leistungsträger die nicht mehr zurückkommen werden.

Merkel kann dann die Hatz IV Empfänger persönlich daheim bemuttern - es wird niemand anderer mehr da sein der Stieren zahlt.

Gast: Defender
11.07.2012 23:00
6 0

Köstlich

Enteignung - nein Sie bekommen doch eine Quittung!

Unsere Ministerin für Finanzen würde das sicher ein "gutes Geschäft" nennen.

Gast: Mai
11.07.2012 21:10
8 0

War nicht anders zu erwarten

Erstaunlich ist ja die Grenze von 250.000 bzw. 500.000.
Das sind die, welche ein Eigenheim und ein bißchen Erspartes haben.
Das sind die, welche nicht weggehen können.
Wegen der Kinder, wegen der alten Eltern usw.
Die anderen werden eben fortgehen.

Widerlich.

2 0

Technisches Problem

Eine Deklaration der Vermögensverhältnisse überfordert viele (mehr oder weniger) reiche Menschen, die nicht Einkommenssteuer- pflichtig sind. Vor der Verfassung und vor Justitia aber ist jede(r) gleich (verdächtig). Nur so ein Nebengedanke

Gast: freiheit
11.07.2012 20:36
8 0

nun gehts losssssssss.......

der staat legt jetzt offen und ohne scham gegen das vermoegen der buerger los. 250 000 euro vermoegen mmm. dann wird es 100 000 euro und dann noch weniger.


Gast: b754
11.07.2012 20:11
2 13

endlich eine stimme der vernunft

enteignet endlich die mateschitz dieser welt die sich auf kosten anderer bereichern

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Re: endlich eine stimme der vernunft

Red Bull-süchtig?

Gast: Jaga_
11.07.2012 20:08
9 2

Wie wäre es mit der Halbierung der Beamtengehälter?

nicht die Nettozahler gehören geschröpft sondern die Nettonehmer. Denn ihnen haben wir diese Misere zu verdanken. Man sucht ständig die Schuldigen unter denen, die ohnehin mehr hineinzahlen als sie herausnehmen. Der Spieß gehört endlich umgedreht!

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Das reicht nicht!


Sofortige Änderungskündigung aller Beamten und Wiedereinstellung nach dem Schweizer Modell - aber nur nach sorgfältiger exterenen Evaluierung ob der Arbeitsplatz überhaupt erforderlich ist.
Das würde glücklicherweise auch das gesamte Parlament betreffen, deren Insassen der Anstalt bis auf wenige Ausnahmen Beamte sind.

Antworten Antworten Gast: Br2012
12.07.2012 10:32
0 0

Re: Das reicht nicht!

befürchte auch, dass damit nur noch ~10 Nationalratabgeordnete verbleiben werden ;-).

Aber nun ernsthaft. 250.000 ist, wenn Grundvermögen eingerechnet wird nicht viel. 1 eigenes und ein geerbtes Haus und... Dass Vermögen über einer bestimmten einfach nicht zu rechtfertigen ist, steht außer Frage!

Antworten Gast: gast87
12.07.2012 00:36
0 0

Re: Wie wäre es mit der Halbierung der Beamtengehälter?

Geniale Idee, dann werden Politiker, Polizisten etc. noch anfaelliger auf Korruption. Gewisse EInkommenshöhen machen schon Sinn, aber dass dann die Gegenleistung nicht stimmt steht auf einem anderen Blatt. Unser Parlament is halt ein netter Klatsch- und Plauderklub.

Gast: pleiti
11.07.2012 19:59
2 4

Enteignung der oberen 10.000

Da ist der Vorschlag zur Enteignung der oberen 10.000 in Deutschland 100.000 schon besser.

Da kommt massenhaft Kohle herein und die 10.000 Wähler kann man getrost vergessen.

Die habe ja kaum den Zaster durch ehrliche anständige Arbeit verdient.

Das wäre doch endlich ein zielführender Vorschlag zur Rettung des Euros. Da brauchen wir keine Rettungschirme mehr.

Das wäre eine totale Umverteilung von oben nach unten.


3 1

Re: Enteignung der oberen 10.000

Warum nicht die "Reichen" allesamt erschießen?
Dann könnten die Minderleister endlich wohltuende "Gerechtigkeit" erfahren und ewig kumbaja singend dahinleben und sich ganz fest Liebhabern - bis zum verhungern
- Satire Off

Ihre Vorschläge sind so grotesk das man sich nur wundern kann, wie das Bildungssystem so herunter kommen konnte um solche Deppen zu produzieren ...

Antworten Gast: wd
11.07.2012 21:15
3 0

Re: Enteignung der oberen 10.000

Glauben Sie wirklich, dass es eine reale Summe an Einnahmen gibt, welche durch dann von den Politikern beschlossenen Ausgaben nicht übertroffen werden??

Gast: gladiator18
11.07.2012 19:13
16 1

DAS ist Kommunismus in seiner reinsten Form... Leuten, die sich blutig etwas erarbeitet haben alles wegnehmen. Aber wartet nur - jetzt überschreitet ihr bald die rote Linie und dann krachts!!


Re: DAS ist Kommunismus in seiner reinsten Form... Leuten, die sich blutig etwas erarbeitet haben alles wegnehmen. Aber wartet nur - jetzt überschreitet ihr bald die rote Linie und dann krachts!!

es muss vorher richtig weh tun, der magen knurren und einem alles genommen werden bis man sich herhebt - die heutige generation ist leider traege

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warum nennt man das nicht beimnamen

und sagt enteignung dazu ... etwas anderes ist eine zwangsanleihe nicht ...

Antworten Gast: Ernster_gast
12.07.2012 00:43
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Re: warum nennt man das nicht beimnamen

Was ist die Alternative dazu? Gesteuerte starke Inflation? Kleine und mittlere EInkommen staerker belasten? Massenkaufkraft weg--> noch schlechter. Es ist schon klar, dass niemand von der Idee begeistert ist weniger zu haben, aber in der ein oder anderen Form steht uns das bevor(bis auf die 1-2% Superreichen, die ihre Besitztümer schon ins Trockene bringen).

Re: warum nennt man das nicht beimnamen

derzeit kann man dieser enteignung noch ganz legal entfliehen

das nicht dokumentierte gold & silber im versteck kann nicht verstaatlicht werden

 
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