Sieben von 27 europäischen Großbanken haben die verschärften Kapitalanforderungen der EU nur mit Staatshilfe erfüllt. Aus öffentlichen Quellen kamen 9,5 Milliarden der 94,4 Milliarden Euro, mit denen die Institute ihre Kapitalbasis seit Ende des vergangenen Jahres aufgebessert hatten, wie die europäische Bankenaufsicht EBA am Mittwoch mitteilte. Die von der EBA festgestellte Lücke von 76 Milliarden Euro sei damit gründlich gestopft worden.
Die Österreicher (Erste Group und Raiffeisen Zentralbank) haben die Forderung nach neun Prozent Eigenkapital wie erwartet von selber übererfüllt, die ÖVAG galt nach dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts nicht mehr als systemrelevant. Nicht aus eigener Kraft stemmten das Ziel drei portugiesische Banken, eine slowenische (NLB), eine aus Italien (Monte Paschi) sowie die zwei großen zypriotischen Banken. Dort mussten die jeweiligen Staaten die Lücken stopfen. Zwei weitere Banken (NordLB und eine weitere slowenische Bank) haben die Zusagen für öffentliche Mittel bzw. Umbau-Genehmigungen in der Tasche. Ebenfalls im staatlichen Rekapitalisierungsprogramm ist die spanische Bankia. Schon vorweg aus dem Contest herausgenommen worden waren die griechischen Banken.
"Neun Prozent müssen bleiben"
EBA-Chef Andrea Enria zog eine positive Bilanz der Aktion: "Unsere Arbeit daran, die Kapitalbasis der Banken zu stärken, geht planmäßig voran." Die Aufsicht hatte den Großbanken eine Kernkapitalquote von neun Prozent abverlangt. Die Anforderung bleibe bis auf Widerruf in Kraft. Die Reparatur der Bank-Bilanzen müsse weitergehen, forderte Enria
FMA-Vorstand Helmut Ettl betonte, dass die Neun-Prozent-Mindestquote nicht nur zum Stichtag 30. Juni gilt, sondern zu halten ist, bis die EBA neue Empfehlungen herausgibt. "Das Kapitalniveau darf nicht wieder sinken", so Ettl am Mittwoch. Die EBA-Vorgaben seien richtig und wichtig gewesen, die Banken seien gegen Krisen besser gewappnet als noch vor einem Jahr. Sorgen, wonach die EBA mit ihrer Kapitalvorgabe für die Systembanken eine Kreditklemme verursachen würde, seien zerstreut. "Die EBA hat die Krise nicht verschärft", betonte Ettl.
(APA/md)
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