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Eigenkapital: Staaten mussten sieben Banken helfen

11.07.2012 | 13:32 |   (DiePresse.com)

Die europäische Bankenaufsicht schreibt mit 1. Juni eine Eigenkapitalquote von neun Prozent vor.

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Sieben von 27 europäischen Großbanken haben die verschärften Kapitalanforderungen der EU nur mit Staatshilfe erfüllt. Aus öffentlichen Quellen kamen 9,5 Milliarden der 94,4 Milliarden Euro, mit denen die Institute ihre Kapitalbasis seit Ende des vergangenen Jahres aufgebessert hatten, wie die europäische Bankenaufsicht EBA am Mittwoch mitteilte. Die von der EBA festgestellte Lücke von 76 Milliarden Euro sei damit gründlich gestopft worden.

Die Österreicher (Erste Group und Raiffeisen Zentralbank) haben die Forderung nach neun Prozent Eigenkapital wie erwartet von selber übererfüllt, die ÖVAG galt nach dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts nicht mehr als systemrelevant. Nicht aus eigener Kraft stemmten das Ziel drei portugiesische Banken, eine slowenische (NLB), eine aus Italien (Monte Paschi) sowie die zwei großen zypriotischen Banken. Dort mussten die jeweiligen Staaten die Lücken stopfen. Zwei weitere Banken (NordLB und eine weitere slowenische Bank) haben die Zusagen für öffentliche Mittel bzw. Umbau-Genehmigungen in der Tasche. Ebenfalls im staatlichen Rekapitalisierungsprogramm ist die spanische Bankia. Schon vorweg aus dem Contest herausgenommen worden waren die griechischen Banken.

"Neun Prozent müssen bleiben"

EBA-Chef Andrea Enria zog eine positive Bilanz der Aktion: "Unsere Arbeit daran, die Kapitalbasis der Banken zu stärken, geht planmäßig voran." Die Aufsicht hatte den Großbanken eine Kernkapitalquote von neun Prozent abverlangt. Die Anforderung bleibe bis auf Widerruf in Kraft. Die Reparatur der Bank-Bilanzen müsse weitergehen, forderte Enria

FMA-Vorstand Helmut Ettl betonte, dass die Neun-Prozent-Mindestquote nicht nur zum Stichtag 30. Juni gilt, sondern zu halten ist, bis die EBA neue Empfehlungen herausgibt. "Das Kapitalniveau darf nicht wieder sinken", so Ettl am Mittwoch. Die EBA-Vorgaben seien richtig und wichtig gewesen, die Banken seien gegen Krisen besser gewappnet als noch vor einem Jahr. Sorgen, wonach die EBA mit ihrer Kapitalvorgabe für die Systembanken eine Kreditklemme verursachen würde, seien zerstreut. "Die EBA hat die Krise nicht verschärft", betonte Ettl.

(APA/md)

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2 Kommentare
Gast: also noch einmal:
11.07.2012 20:55
0 0

wieso heißt das eigenkapital

wenn das gar nicht das eigene geld der bank ist sondern das geld der steuerzahler, die aber nicht eigentümer der bank sind?

Gast: Fprester
11.07.2012 17:57
0 0

Was versteht man unter Eigenkapital?

Wenn keine Definition zum Begriff "Eigenkapital" mitgeliefert wird, sagen die 9% Eigenkapitalquote nichts aus. Ich erinnere daran, dass UBS und CS Eigenkapitalquoten von 18-20% angeben und damit (theoretisch) zu den best kapitalisierten Banken gehören. Nach Berechnung der Schweizer Nationalbank sind es aber nur 1.7 bis 2.7 % hartes Eigenkapital. "Hartes" Eigenkapital umfasst nur jene Eigenmittel, die im Konkursfall auch tatsächlich verlustdeckend sind.

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