Enrico Giovannini reicht es: Mit immer kleineren finanziellen und personellen Ressourcen müsse immer mehr Arbeit bewältigt werden. Die Situation sei "untragbar geworden". Daher will der Chef der italienischen Statistikbehörde Istat ab Jänner 2013 keine Daten mehr veröffentlichen. Das kündigte er in einem Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica" an. Darin erklärt er auch, was passieren wird, wenn es keine offiziellen Zahlen zu Inflation oder Arbeitslosigkeit geben wird: "Die EU belegt das Land für jeden Tag in Verspätung mit gesalzenen Strafen. Ich glaube nicht, dass es Parlament und Regierung so weit kommen lassen wollen".
Der oberste Statistiker hofft daher, dass bei der Verabschiedung des Haushaltsgesetztes im Oktober ein Teil der Einsparungen wieder zurückgenommen wird. Den aktuellen Sparplänen zufolge muss die Statistikbehörde künftig mit 150 bis 160 Millionen Euro pro Jahr auskommen. Zuletzt waren es noch 176 Millionen. Vergleichbare Länder wie Frankreich würden doppelt so viel für Statistiken ausgeben, sagt Giovannini. Man müsse der Regierung von Mario Monti endlich klar machen, dass "Statistiken nicht auf Bäumen wachsen".
"Wir können nicht mehr unserer Funktion nachkommen, wir können so keine soliden und qualitativen Daten rechtzeitig liefern", warnt Giovannini. Es werde an der falschen Stelle gespart. Denn: "Wir brauchen Forscher".
(Red.)

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