Die frühere britische Regierung unter Tony Blair war sich der schwerwiegenden Konstruktionsfehler der europäischen Gemeinschaftswährung bewusst, während sie gleichzeitig den Beitritt des Landes zur Eurozone befürwortete. Dies sagte ein Berater des früheren Labour-Premiers am Donnerstag in Wien.
"Wir wussten um die Fehler des Euro, haben sie - um ehrlich zu sein - aber nicht öffentlich thematisiert, weil wir das Projekt nicht untergraben wollten", meinte Roger Liddle vom britischen Policy Network. Geirrt habe man sich insofern, als man damit gerechnet habe, dass die gemeinsame Währung Wirtschaftsreformen auslösen würde. "Stattdessen folgte eine Dekade der Selbstgefälligkeit."
Beitritt in "eine reformierte Eurozone" denkbar
Er könne sich durchaus vorstellen, dass Großbritannien in fernerer Zukunft "einer reformierten Eurozone beitreten könnte". Die Frage, ob das zu diesem Zeitpunkt nicht nur den Verlust der Währung, sondern auch der Eigenstaatlichkeit bedeuten würde, beantwortete Liddle nicht direkt. Der Ökonom nahm am Donnerstag an einem Workshop des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) über künftige "Governance" in der EU teil.
(APA)

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