25.05.2013 20:22 Merkliste 0

Moody's stuft Bonität Italiens um zwei Noten herab

13.07.2012 | 12:44 |   (DiePresse.com)

Italien könnte den Zugang zum Finanzmarkt verlieren, warnt die US-Ratingagentur. Die Bewertung von Staatsanleihen wurde von A3 auf Baa2 gesenkt, der Ausblick ist negativ.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Die Bewertung italienischer Staatsanleihen wurde um zwei Stufen von A3 auf Baa2 gesenkt. Wie das US-Unternehmen in der Nacht auf Freitag in Frankfurt mitteilte, bleibe der Ausblick für das hoch verschuldete Euro-Land weiter negativ. Es sei zu erwarten, dass die Kosten für die Refinanzierung der Staatsschulden weiter steigen oder das Land angesichts eines Vertrauensverlustes seinen Zugang zum Finanzmarkt verliert, hieß es zur Begründung. Außerdem wurde auf die "Ansteckungsgefahr" Griechenlands und Spaniens verwiesen.

Italiens Regierung hat die Herabstufung deutlich kritisiert. Industrieminister Corrado Passera bezeichnete die Entscheidung der US-Experten am Freitag in Rom als "insgesamt ungerechtfertigt und sogar irreführend". Finanzstaatssekretär Gianfranco Polillo sagte, die Einschätzung der politischen Risiken sei "ganz und gar willkürlich". Italien werde auch bei einem stärkeren Abschwung seine Ziele für das strukturelle Defizit respektieren, sagte Polillo.

>>> KARTE: Die Bonität der EU-Länder

Sinkendes Wachstum

Angesichts einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung in Italien, die durchsinkendes Wachstum und steigende Arbeitslosenzahlen deutlich werde, steige auch das Risiko, die Einsparungsziele zu verfehlen. Dies würde sich dann wiederum negativ auf das Vertrauen am Markt und die Möglichkeiten zur Beschaffung frischen Geldes auswirken, hieß es.

Noch am Donnerstag hatte sich Italien zu vergleichsweise günstigen Bedingungen am Geldmarkt refinanziert. Mit einem Papier mit einer Laufzeit von einem Jahr seien 7,5 Milliarden Euro eingenommen worden, teilte das italienische Schatzamt mit. Die zu zahlende Rendite lag bei 2,697 Prozent, nachdem sie am 13. Juni noch bei 3,972 Prozent gelegen war.

Abgewirtschaftet: Zehn hässliche Fakten über Italien

Alle 11 Bilder der Galerie »

1,9 Billionen Euro Schulden

Italien ächzt unter einer Schuldenlast von mehr als 1,9 Billionen Euro. Die Regierung in Rom nahm deshalb harte Einschnitte vor und setzte es sich zum Ziel, 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Hierfür hob sie unter anderem das Pensionsantrittsalter an, kürzte Ausgaben und erhöhte die Mehrwert- und Immobiliensteuer.

Mitte der Woche hatte Regierungschef Mario Monti nicht ausschließen wollen, dass Italien doch noch Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm benötigen könnte. "Es wäre gewagt zu behaupten, Italien werde diese Unterstützung niemals brauchen", sagte er laut italienischen Medien nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Bis dato hatte er entsprechende Behauptungen stets zurückgewiesen.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

49 Kommentare
 
12
Gast: walter g
13.07.2012 15:57
1 0

Mit gegangen ,mit gefangen.

Wir ALLE gehen gemeisam unter ,denn Betrug und Verbrechen lohnt sich.

Antworten Gast: Shortly, without von delay
13.07.2012 16:31
0 0

Re: Mit gegangen ,mit gefangen.

Auch wenn der dauerhafte Schutzschirm für die Euro-Staaten (ESM) erst im Herbst starten kann, führt dies vorerst zu keinen Problemen, sagte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung auf Fragen von Journalisten. Für die Bankenhilfe in Spanien habe der aktuell schon geltende vorläufige Schutzschirm EFSF genug Kapazitäten. "Wir werden die Hilfen über den EFSF starten ... und dann auf den ESM übertragen" sagte sie.
In den nächsten Tagen werden auch die Kosten für Zypern, das Hilfen beantragt hat, feststehen. Auf den Einwand, dass für Hilfen an Italien im EFSF nicht genug Mittel vorhanden wären, sagte Fekter, es gebe derzeit keinen Hinweis darauf, dass Italien Hilfe beantragen

Gast: Laut IWF
13.07.2012 15:17
0 0

2012 müssen 415 Milliarden Euro refinanziert werden

das sind etwa 25 Prozent des BIP.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/07/45759/

Wie soll das eigentlich funktionieren?
Der Crash des Euro ist somit ziemlich sicher!


2 0

Und Berlusconi

hat seine Kandidatur wieder angekündigt! Das Land ist dem Untergang geweiht! Da kann ich nur das Los von Rom für Südtirol unterstützen!

Moddy's schlägt wieder zu

und die getroffenen Politiker (nicht nur Italiens) bellen laut. Getroffene bellen eben, das ist Fakt. Aber Italien wird von den Mainstream-Medien immer noch als wirtschaftliches Bollwerk bezeichnet. Wieso? das was keiner. Aus politischen Gründen oder wirtschaftlichen Gründen? Man will ja seinen Freund nicht vergraulen. Lieber lügt man, wie es in politischen Kreisen üblich ist, siehe Juncker. Doch wie steht es wirklich um Italien?http://www.eilpost.org/roubini-mitarbeiterin-krise-in-italien-fast-unlosbar/

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,

oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Geld ist weg, o du Schreck,
das ist schlecht und nicht recht,
oh, du lieber Augustin, alles ist hin

Gast: 1. Parteiloser
13.07.2012 13:37
2 0

Das passt schon!

Italien Ende 2011:
Schuldenstand in USD:.....................2.697 Mrd.
Schuldenstand in % BIP:.........................120%
Defizit in USD:.....................................87 Mrd.
Defizit in % BIP:.....................................3,6%
Schulden pro verf. Arbeitskraft:....107.535.- USD
Zinsen (6%) pro verf. Arbeitskraft:...6.452.- USD

Die Daten für 2011 waren durchaus sehr bedenklich, weil ja die Arbeitskräfte die Belastung innerhalb eines globalen Wettbewerbs nicht schaffen können. Die gut 6.000.- USD pro Jahr an Zinsen, welche zu den laufenden Kosten der Staatlichkeit dazukommen, die sind ja kaum zu erwirtschaften. Um ein ausgeglichenes Budget zu schaffen hätten die verfügbaren Arbeitskräfte - Arbeitslose + Unternehmer 44.448.- USA an die Staatlichkeit abliefern müssen, also erwirtschaften müssen.

Daher hat schon Berlusconi 2011 mit einem Sparpaket begonnen, der Monti dann das Sparpaket noch verschärft. Beide Herren haben sich vorwiegend dem einnahmenseitigen Sparen verpflichtet gefühlt und mit den Maßnahmen dann folgende Resultate bekommen.

1. Quartal 2012
Wirtschaftswachstum:....-2%
Defizit:...6% auf 8% gewachsen!

Jetzt kommen noch weitere einnahmenseitige Sparmaßnahmen, auch die MWSt. wird nach oben geschraubt. Das wird zu einem weiteren Wirtschaftseinbruch führen müssen, das Defizit dann noch erweitern, weil es die Menschen niemals erwirtschaften können.

Monti der Planwirtschafter träumt von heißen Eislutschern!

Gast: DI
13.07.2012 12:47
6 0

Vor 2-3 Jahren hat es geheißen,

wenn Spanien oder Italien in Schwierigkeiten kommt, wird es nicht mehr bezahlbar. Alle wissen das, nur die Politiker nicht. Der Bürger wird Antworten auf unangenehme Fragen einfordern, vielleicht bekommen sie langsam Angst.


Gast: quop
13.07.2012 11:22
1 0

Es sind schon die Journalisten, die die US Propaganda verbreiten

Solange nicht die USA oder Japan mit höheren Schulden auf dieser Bonitätsstufe eingeordnet sind, solange braucht man solche Meldungen auch nicht weitergeben.

Cc: Griechenland gehört raus

Und deshalb bin ich dafür ...

... [Sarkasmus Modus an] dass die EU möglichst rasch eine zentrale Regierung bekommt und die einzelnen Parlamente der Mitgliedsstaaten weitestgehend ausgeschaltet werden. Dann können Moody's und Co. mit einem Federstrich die gesamte EU auf Ramschniveau herabstufen. [Sarkasmus Modus aus]

11 0

Jetzt wisst ihr

warum Monti mit Spanien den vereinfachten Zugang zum ESM durchgedrückt haben.
Monti wusste genau das es für Italien eng wird.

Einzig das das dt. BVG den ESM aufhält konnte Monti nicht abwehren, ansonsten wäre der ESM ja schon bei der Arbeit.

Ausserdem ist es völlig egal was für Verträge geschlossen werden. Die werden sowieso gebrochen damit die elite ihre Heiligkeit "EURO" retten kann.

spanien soll aus dem EFSF Bankenhilfe bekommen, obwohl das lt. EFSF-Vertrag verboten ist. Stört aber niemanden, 100 MRD ohne Auflagen für die Banken wird einfach gemacht.

wer glaubt denn das man sich an den ESM-Vertrag halten wird ???? Keiner der wird genauso gebrochen wie alle Verträge vorher.

Der Bürger sieht es seit Anfang an, die Rettungsschirme führen direkt in die Pleite, zwar etwas langsamer als ohne dafür aber sehr viel teurer als ohne.

Wieviel sollen denn unter den Rettungsschirm passen ????? Wenn Italien jetzt auch noch drunter geht, wer soll dann die Anteile von Italien stemmen ?????????
Spanien und Italien zusammen bürgen doch für gut 30% der Rettungsschirme, und die werden unter den noch im Regen stehenden Länder aufgeteilt, wenn die beiden Hilfen beantragen.

Soll das alles Deutschland, Ö, Fin, NL und F stemmen ???????? Da geht doch F geradewegs auch unter den Rettungsschirm.

Eine EU die von 4-5 NOCH-AAA-Staaten durch Ausgleichszahlungen am Leben gehalten wird kann nicht gutgehen, das endet im Volksaufstand.

Das nimmt ein sehr sehr böses Ende für die Euro-Zone.

wer glaubt denn das man sich an den ESM-Vertrag halten wird ???? Keiner der wird genauso gebrochen wie alle Verträge vorher.

Hoffentlich, da er undemokratisch und ruinös ist.

Re: Jetzt wisst ihr

Richtig!

Gast: picturemountaineer
13.07.2012 09:26
5 1

jetzt gehts endlich los!

ENDGAME!

...

ein sonnenschirm schützt vor der Sonne.
ein Regenschirm schützt vor Regen.
ein Rettungsschirm schützt vor?

Mitgefangen, mitgehangen ...

Für jeden Cent Schulden in einem EU-Land haften auch die brav schwarz-rot-grün wählenden Österreicher.

Warum soll ich so lange warten?

Der Euroraum geht in Raten pleite. Sie sollten auf einmal erklaeren, dass sie alle pleite sind. Ich möchte im Euroraum, besonders im Alpenraum etwas Land kaufen!

Die zu zahlende Rendite lag bei 2,697 Prozent

Ich dachte, der Staat müsste Zinsen zahlen, aus denen sich die Rendite (üblicherweise höher od. niedriger) errechnet. Wie auch immer: 2,7% sind nur "günstig", wenn man dies als Wirtschaftswachstum erwirtschaften kann. Ansonsten ist´s auf längere Sicht ruinös.
Selbst jetzt noch wird das nicht verstanden.

So it is! Und das ist nicht gerade erfreulich.

Deshalb ja auch die zunehmende Flucht mittels ein und demselben Rettungsschirm, weil sich der Hauptschirm in Luft auflöste. Nachdem dieser allerdings immer nur eine Notlösung sein kann ist die Bruchlandung vorprogrammiert! Das kapitalistische System hat keine langfristigen Antworten mehr, was eigentlich schade ist.

Quintessenz des aktuellen Tohuwabohu: Wenn sich ein Staat langfristig nicht über ein BIP-Wachstum finanzieren lässt, muss er die Quelle selbst anzapfen.

Sollte das funktionieren (ESM ist ja noch fraglich), dann können die Stabilitätswächter von der EZB nach Hause gehen, denn wir sind dann wieder dort, wo John Law bereits vor 300 Jahren war.

Re: So it is! Und das ist nicht gerade erfreulich.

Ich würde das doch relativieren. Praktisch bin ich Ihrer Ansicht. Theoretisch kommt man da aber raus, ohne den Zusammenbruch zu riskieren oder das Gesamtsystem radikal zu verändern.
Ein Staat lässt sich ohne dauernde Erhöhung der Verschuldung durchaus akzeptabel finanzieren. Inkl. anerkanntes soziales Netz.
Man muss "nur" bereit sein, Konsens über dieses Ziel (also "die Schulden müssen runter") erzielen zu wollen. Das kostet Allen was, aber wie SWE zeigt, sollte es die Mühe wert sein.

Das "theoretisch" oben bezieht sich also nicht auf irgendeine These. Eher darauf, dass ich auch keine Hoffnung habe, dass sich hierzulande rechtzeitig o.a. Konsens erzielen lässt.

PS: ...

Natürlich kann sich ein Staat auch über andere Quellen finanzieren, siehe Zwangsanleihen ... DIW ...

Doch da fehlt ein gemeinsamer Wille dazu. Denn die Angst vor Kapitalflucht (nachdem die Schleusentore seit den 1970er-Jahren weit geöffnet wurden) zwingt in Ermangelung von Alternativen durch Kooperation förmlich zu den aktuellen Missetaten.

Mir scheint, da sitzen überall Dagobert Ducks herum und warten, bis der jeweils andere zuerst vor die Hunde geht. Und das, trotz der Erkenntnisse von John F. Nash.

3 1

1,9 Billionen Euro Schulden

sind die Italiener selber schuld!

Gast: Nordlicht
13.07.2012 07:01
15 0

Italien doch noch Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm benötigen könnte

Mein tägliches Abendgebet: "Lieber Gott, bitte rette uns vor den Euro-Rettern!" Hört denn der Wahnsinn nicht auf?

Antworten Gast: Barrorscho
13.07.2012 07:45
18 0

Hört denn der Wahnsinn nicht auf?

Erst wenn der letzte EU-Staat völlig pleite ist.

Antworten Antworten Gast: Laut Internet
13.07.2012 12:27
1 1

Aufhören?

Wenn alle Rohstoffe zentralisiert in Händen weniger, (...) alle Zentralbanken, alle Großbanken, alles Gold, (...) die Anteile der Fortune500Unternehmen, alle wichtigen Medienunternehmen, alle Presseagenturen, generell alle großen Firmen in IKT, Pharma, Banking, Medien usw. im Besitze weniger, alle großen Investmentbanken, Ratingagenturen, alle wichtigen Geheimdienste, Wetter machende Technologien, Massenvernichtungstechnologien, Kontrolltechnologien, die Luft (CO2 Steuer ) unter Kontrolle ist, das Finanzwesen noch mehr zentralsiert ist (FED & ESM hilft), wenn war on terror unendlich ist, (...) wenn Politdarsteller einseitige Gesetze geschaffen haben, die Polizei übernational als Schlägertruppe einsatzbereit ist, wenn das Volk gechipt und versklavt ist, dann beginnt dank langer Politdarseller Hilfe erst der Wahnsinn.

Also bald.

Aufhören? - hängt vom Sadismus der steuernden Personen ab. Mit etwas Geschichtswissen würde ich mich aber nicht auf Philantropie verlassen.

 
12

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...