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ESM: Wer haftet für die direkten Bankenhilfen?

15.07.2012 | 18:22 |  von Alexander Weber (Die Presse)

Bislang werden Hilfen nur an Regierungen ausbezahlt, der Euro-Rettungsschirm soll seine Mittel nun direkt an Banken verleihen dürfen. Ob damit auch das Risiko vergemeinschaftet wird, ist aber noch unklar.

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Wien. Beim jüngsten Krisengipfel in Brüssel herrschte noch selten gesehene Einigkeit: Ende Juni hatten dort die Regierungschefs beschlossen, dass der permanente Euro-Rettungsschirm ESM seine Mittel bald auch direkt an notleidende Banken verleihen darf. Nun hakt es aber an nicht ganz unwesentlichen Details. Klaus Regling, der designierte Chef des ESM, ist der Ansicht, das jeweilige Land sei „raus aus der Haftung“, wenn sich eine Bank Hilfskredite besorge. Das sagte er der „Welt am Sonntag“. Sprich: Das Risiko für Hilfen, die zum Beispiel an eine spanische Bank ausbezahlt werden, würde dann nicht mehr Madrid, sondern würden alle Euroländer gemeinsam tragen.

Damit stellt sich Regling ausdrücklich gegen den deutschen Finanzminister, Wolfgang Schäuble. Dieser hat vor Kurzem erklärt, er erwarte, dass auch weiterhin die Heimatländer der Banken hafteten. Seiner Sichtweise hatten zuvor schon Währungskommissar Olli Rehn sowie Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe, widersprochen. Auch ihnen zufolge sollten die betroffenen Staaten nicht mehr für Kredite vom ESM an ihre Banken geradestehen müssen.

 

Hohe Zinsen dank Haftungen

Bislang werden Hilfen der Euroländer nur an Regierungen ausbezahlt. Zuletzt wurden Spanien 30 Milliarden Euro zugesagt, die aber direkt an kriselnde Kreditinstitute weitergegeben werden. Eine weitere Rate von 45 Mrd. Euro soll laut einem Dokument der EFSF, des Vorläufers des ESM, im November fließen. Falls die Banken das Geld nicht zurückzahlen können, steht Spanien, zumindest nach der jetzigen Regelung, für die Summe gerade.

Die südeuropäischen Staaten machen Druck, dieses Verfahren zu ändern, denn die Haftungen belasten die gestressten Haushalte zusätzlich. Das wiederum führt dazu, dass sich ein Land auf dem Kapitalmarkt nur zu höheren Zinsen verschulden kann. Direkte Bankenhilfen mit gemeinsamer Haftung durch alle Träger des ESM – Österreichs Anteil beträgt 2,8 Prozent – könnten diesen Druck mindern, argumentieren die Befürworter.

 

Deutschland ist beunruhigt

Für Österreich würde sich die Summe, mit der die Steuerzahler im Fall des Falles für andere Euroländer geradestehen, dadurch nicht vergrößern. An Haftungen stellt Wien 19,5 Milliarden Euro, 2,2 Mrd. Euro müssen direkt hinterlegt werden. Allerdings würde mit gemeinschaftlicher Haftung die Wahrscheinlichkeit steigen, dass es zu Zahlungen kommt, die man nicht mehr wiedersieht.

In Deutschland, dem mit einem Anteil von 27,1Prozent größten Geldgeber des ESM, zeigen sich die Regierungsparteien daher besorgt. Der bayerische Wirtschaftsminister, Martin Zeil von der liberalen FDP, hat sich klar gegen direkte Hilfen für Banken ohne Haftung des jeweiligen Staates ausgesprochen. Auch der bayerische Landesvater, Horst Seehofer (CSU), hat sich kritisch geäußert.

Voraussetzung dafür, dass es überhaupt zu Hilfen aus dem Rettungsschirm für notleidende Geldhäuser kommt, ist eine gemeinsame Bankenaufsicht der Euroländer. Diese soll laut Gipfelbeschlüssen bei der Europäischen Zentralbank angesiedelt sein. Doch auch hier spießt es sich an den Details. Ein Konfliktpunkt ist die Frage, ob die neue Aufsicht nur für die größten europäischen Institute oder auch für kleinere Banken zuständig sein soll. Deutschland ist dafür, dass sich die Behörde auf die 25 größten, grenzüberschreitend tätigen Häuser konzentriert. Nur so lasse sich die Überwachung kraftvoll und effizient betreiben, wird im Finanzministerium betont.

Binnenmarktkommissar MichelBarnier findet hingegen, die Aufsicht solle „wesentliche Teile“ des Bankensektors abdecken. Daneben dürfe sie sich nicht auf die Eurozone beschränken, sondern solle nach Möglichkeit für alle 27 EU-Staaten zuständig sein. Im September will die Kommission bereits einen konkreten Vorschlag für das komplexe Vorhaben vorlegen. Schäuble hat jedoch davor gewarnt, mit einer zu schnellen Umsetzung zu rechnen. Juncker-Vorschlag, S. 4

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2012)

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205 Kommentare
 
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Gast: sid
17.07.2012 12:13
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warum wird nicht über den ESM informiert?!

Nachrichtensperre? Ich könnts verstehen, denn wenn sich herumspricht, worum es dabei wirklich geht, haben wir selbst in unserer Mir-is-eh-ois-Powidl-Republik einen Aufstand.

Ich spar mir bewusst Details zum ESM, sonst wird der Beitrag wieder gestrichen.

Bitte lesen sie sich alle zumindest eine Zusammenfassung des ESM durch, auch wenn der Teufel im Detail sitzt.

Eilmeldung im ORF

Fischer hat ESM und Fiskalpakt unterschrieben. Tragödie nimm deinen Lauf......

2 0

Was haben unsre Politger

Bekommen? Und was haben all die andren Ö. Medien bekommen, das sie diesen Vertrag totschweigen?

Wenn wir Bürger weiterhin Taten los zusehen, erleben sie und ich meine Sie alle die selbe Hyperinflation wie unsre Väter und Großväter.

Antworten Gast: sid
17.07.2012 12:23
1 0

Re: Was haben unsre Politger

Es ist zum Schreien! Wie in einem schlechten Film, als würde das alles gar nicht wirklich passieren!

Wirtschaft, Finanzen, Politik- alles was Österreich bisher aus der Hand gab, um es der EU zu überlassen, wird jetzt dem ESM übergeben....einer privaten, übergesetzlichen Firma (!) die immun gegen jedwede Untersuchen ist.

1 0

Was Sie über ESM WISSEN MÜSSEN



http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

Wenn der Faymann schon so gerne die Schulden anderer übernimmt...

... dann kann er meine auch locker übernehmen...

Kaufe mir noch schnell einen Porsche, dann noch ein kleines, feines Penthaus im Ersten...

Lebe sonst noch im Saus und Braus...
Eine kleine Spende beim BK-Fest, usw...

Und wenn sich meine Lage zuspitzt, kommt der Retter Faymann und bezahlt alle meine Schulden!

Dafür bekommt er auch ganz sicher meine Stimme und wenn er will, auch noch ein kleines Bussi!

Gast: EFF EFF
16.07.2012 21:11
4 0

Die Rache des Schlachtviehs

Der Tanz um's goldene Kalb beginnt enthusiastisch. Dann wird euphorisch getanzt. Alles dreht sich immer schneller, immer wilder um Geld, Besitz und Schulden bis sich die ekstatischen Tänzer hingebungsvoll gegenseitig abschlachten.
Nur das Kalb, inzwischen ein ausgewachsener Bulle, steht erhaben im Zentrum, als ginge ihn das alles nichts an.

Die eig. Verursacher trifft das nicht!

Was ist mit denen (Managern, Investmentbankern, ...) die die Krise auslöschen bzw. die Bank finaziell an die Wand fahren? -Die sind "unschuldig"?!
DIESE gehören zur Verantwortung gezogen!

Warum sollten sich die Banken nun anstrengen, nicht pleite zu gehen, wenn sie eh vom ESM unmengen an Geld bekommen?

Gast: advo
16.07.2012 17:33
7 0

Skandal

Die ganze Angelegenheit ist ein hochgradiger Skandal und putzen sich die politischen Parteien im Nationalrat am Staatsbürger ab.
Es handelt sich um einen Fonds der nach Bedarf ständig erweitert werden kann. Der prozentuelle Haftungsanteil Österreichs könnte erhöht werden, abgesehen von der Pflicht nachzuschießen. Auch der Umfang der Haftung auf Banken etc. wie bereits angeführt könnte erweitert werden!
Wieviel Geld der Österreicher wird hier den Bach, unkontrolliert vom eigenen Land, runter fließen!! Eine Entmündigung des österr. Staatsbürgers, die nicht einmal eine Kündigungsklausel enthält.

Antworten Gast: Kuchen essen
16.07.2012 19:47
3 0

Was hier läuft, ist ein Putsch.

Und es geht gegen alle Rechte, die seit der frz. Revolution blutig erkämpft worden sind.

Das Schlimmste ist, dass die ganze "Retterei" keinen Sinn und kein Ziel hat!

Diese ungeheuren Geldsummen dienen einzig und allein dazu, den Zusammenbruch noch eine Weile hinauszuschieben!

Niemand hat eine Vorstellung, wie die Eurokrise beendet werden könnte, alle versuchen nur um immer höhere Summen Zeit zu kaufen und hoffen scheinbar darauf, dass da irgendwann einmal ein Wunder geschehen wird, welches die Staatsfinanzen in der Eurozone wieder in Ordnung bringt!

Ein solches Wunder wird aber nicht geschehen! Die einzige bekannte, sozial verträgliche Möglichkeit, um abgewirtschaftete Staaten wieder auf die Beine zu bringen, ist die Abwertung der Währung gegenüber den Anderen! Dabei bleiben die meisten Dinge des täglichen Lebens für alle leistbar, nur importierte Waren werden schwer erschwinglich.

Die EU versucht in Griechenland, die Kosten der Sanierung allein den Arbeitern, Angestellten und Pensionisten aufzubürden. Das reicht einerseits niemals aus und kann andererseits nur zu Unruhen führen. Die den Griechen vorgegebenen Sparziele treiben das Land nur immer tiefer in die Verschuldung und können niemals zur Erholung des Wirtschaftslebens führen!

Die EU-Politik, die den Pleitestaaten eine Abwertung ihrer Währung unmöglich macht, ist einfach ein Fass ohne Boden und treibt die noch gesunden Staaten auch so weit in die Verschuldung, bis alle in einer gemeinsamen Katastrophe untergehen!

Für den an sich vernünftigen Zusammenschluss aller Europäer wurde ein System eingeführt, welches nicht überlebensfähig ist und nur im allgemeinen Elend enden kann!

3 0

Re: Das Schlimmste ist, dass die ganze "Retterei" keinen Sinn und kein Ziel hat!

so dachten wohl auch die alten Römer, bevor denen das Dach auf den kopf fiel !?

Die hatten halt leider nicht wie wir heute ein Medium namens Internet, welches wohl von vielen Politiks schon als Teufelswerk betrachtet und (wegen angeblicher Terrorgefahr) abgeschaft oder aber wenigstens strengstens kontrolliert werden sollte !?


Antworten Antworten Gast: Gartena
16.07.2012 19:15
4 0

Re: Re: Das Schlimmste ist, dass die ganze "Retterei" keinen Sinn und kein Ziel hat!

Ist da ein Gesetz im Anrollen, das unbequeme (weil kritische) Vereine kaltstellen bzw. munttot machen soll?

http://uhupardo.wordpress.com/2012/07/15/so-schaltet-man-burgerrechtsvereine-legal-ab-per-steuergesetz/

Antworten Gast: Gartena
16.07.2012 17:07
7 0

Re: Das Schlimmste ist, dass die ganze "Retterei" keinen Sinn und kein Ziel hat!

Wie man bereits an Spanien, GR, Italien erkennen kann, werden mit d. "Rettungen" eine Reihe von Zielen verfolgt. Mit ESM, ESFS, Fiskalpakt werden alle Euro-Staaten in die Verschuldung getrieben. Und dann können die Ziele, die damit verfolgt werden umgesetzt werden:
1) Plündern der Staatskassen (Steuertöpfe, Privatisieren = Verscherbeln von Staatseigentum zu Billigpreisen)
2) Ausplünderung der Bevölkerung (Steuern, Zwangsanleihen, Enteignungen z.B. via "Einmalabgaben" sowie mittels Inflation = Enteignung der Sparer, Lastenausgleich bei Immobilien, hohe Immobiliensteuern, ....)
3) schrittweise und versteckte Schaffung einer politischen/Finanz-/Schulden-/Transferunion auf Dauer (Ewigkeitscharakter von ESM und ESFS) ohne das Volk zu befragen
4) Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte (immer mehr Menschen müssen von Minijobs oder als Leiharbeiter leben)
5) drastische Erhöhung des Pensionsantrittsalters und Kürzung von Pensionen
5) Lohnkürzungen
6) Steuererhöhungen
u.s.w.

Gast: gladiator18
16.07.2012 15:41
3 0

Im September kommt ein Gerichtsurteil, dass den Teuro endgültig zu Fall bringen wird. Bis dahin habt´s noch Zeit Eure Ersparnisse zu holen. Dann ist alles weg und in der BRD kommt die Mark wieder.


Re: Im September kommt ein Gerichtsurteil, dass den Teuro endgültig zu Fall bringen wird. Bis dahin habt´s noch Zeit Eure Ersparnisse zu holen. Dann ist alles weg und in der BRD kommt die Mark wieder.

Das ist wohl Illusion. Lesen Sie mal Thilo Sarrazin: "Europa braucht den Euro nicht" auf Seite 206 ff. wie das Verfassungsgericht seine Urteile findet.

Gast: Gartena
16.07.2012 15:37
4 0

ESM, Libor u.s.w.

Ein wichtiger Artikel zum Thema ESM, Libor, Trennbankensystem u.s.w.:

http://www.bueso.de/node/5823

Der ESM muss vom Tisch!

Gast: Maier Hubert
16.07.2012 15:23
4 0

Haften oder nicht haften,

das ist in diesem Fall keine Frage. Auch wenn der spanische Staat formell haftet: Spanien hat kein Geld und deshalb ist es ganz egal, ob wir (EZB) dem Staat Spanien oder den spanischen Banken Geld borgen, in keinem Fall sehen wir davon jemals wieder einen Schilling - pardon Euro.

Eine Katastrophe, wie uns hier von allen Seiten Sand in die Augen gestreut wird.

Antworten Gast: Bänkster
16.07.2012 15:46
1 0

Re: Haften oder nicht haften,

Das ist faktisch wie grundsätzlich FALSCH, was du sagst.

Es gäbe in Spanien noch genügend Besitz (sowohl beim Staat als auch bei der Mittelschicht und bei den Vermögenden) - den man liquidieren könnte bzw. den sich der Staat noch holen könnte, bevor die Steuerzahler anderer Staaten dafür zahlen!

So leicht darf man es Spanien oder anderen Staaten nicht machen, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Spanien ist nicht Bangladesh !

Antworten Antworten Gast: Gartena
16.07.2012 16:43
2 0

Re: Re: Haften oder nicht haften,

nicht die Bevölkerung (direkt oder indirekt durch Veräußerung von Staatseigentum) sondern die SPEKULANTEN müssen den Verlust tragen. Diese sind es auch, die hohe Zinsen kassieren, weil sie ein hohes Risiko eingegangen sind. Es kann und darf nicht sein, dass Spekulationsgewinne privat sind, Spekulationsverluste aber sozialisiert werden (dh. von der Bevölkerung vom Staat durch Verkauf von Staatseigentum) getragen werden müssen. Wobei zu bedenken ist, dass das Staatseigentum auch uns (=Bevölkerung) gehört und wir dafür auch im Rahmen von Steuern dafür oft aufkommen.

Gast: Gartena
16.07.2012 15:16
2 0

Aufklärung bitte

Obwohl der Artikel schon älter ist, hat er im Zusammenhang mit der Krise nach wie vor höchste Aktualität.

Z.B. : "Er kannte als einziger Politiker alle Details, die der Öffentlichkeit bis heute verschwiegen werden. Er wusste, welche Sprengkraft diese Informationen haben – das betrifft die mächtigsten Lobbies, die mächtigsten ... Er wusste: Das ist gefährlich, was er da besitzt ..."

Nachzulesen hier (insbesondere das Interview im "Kasten"):
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Petzner-bricht-sein-Schweigen/560633

Aufklärung wäre notwendig

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Re: Aufklärung bitte

wird es auch darüber, nie geben dürfen.

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Ob damit auch das Risiko vergemeinschaftet wird, ist aber noch unklar.

na und ob es das wird zu erkennen, braucht man wohl keinen Sternendeuter !

Was bisher gut funktioniert hat, wird man weiterführen, denn das einfache Wahlvieh wirds schon irgendwie gut verpackt, schlucken wie bisher ?!

Bis heute liest oder hört man keinen Aufschrei über den ESM, obwohl der uns ja bereits versklavt, das Volk aber das noch gar nicht begriffen hat weil die Auswirkungen noch nicht spürbar sind !

Ausserdem versteht der Grossteil des Volkes viele Zusammenhänge und Auswirkungen nicht weil nirgendwo erklärt wurden noch !

Ich hoffe, dass sich Heinz Fischer 2013 daran hält...

...und die stimmenstärkste Partei mit der Regierungsbildung beauftragt. Nur zur Info, bzw. Aufklärung: Dies ist bestimmt nicht die SPÖ.

Gast: Bänkster
16.07.2012 13:57
3 0

Wieso fragt eigentlich keiner FEKTER

wer für die Bankenhilfe aus dem ESM haftet (ESM = Steuerzahler der hilfeleistenden Staaten oder das Land, dessen Banken geholfen wurde)?

Eine Stellungnahme Fekters und Aufklärung ihrer Steuerzahler wäre diesesmal mehr als nur angebracht !

Was Karlsruhe bedenken sollte:


1. Durch die Ergänzung des Art. 136 AEUV (Ermöglichung de ESM) wird das ganze Konstrukt der Europäischen Währungsunion auf den Kopf gestellt wird. Die de facto Aufhebung des Bailout-Verbots (Art. 125 AEUV) zwingt Deutschland in eine Schulden-, Haftungs- Transfer-, Fiskal- und jetzt auch noch in eine Bankenunion, wodurch es wesentliche Kompetenzen überträgt und entscheidende Teile seiner Souveränität einbüßt. Durch die Aushöhlung der Eigenstaatlichkeit ist „die rote Linie“, die das Grundgesetz der BRD gezogen hat, überschritten. Das gilt übrigens auch für Österreich!
2. Niemals haben die Bürger eingewilligt, für die Schulden anderer Staaten zu bürgen oder zahlen zu müssen, und das auf ewig, unbeschränkt und unkündbar.
3. Die Europäishe Währungsunion ist eine irreparable „Fehlkonstruktion“. Man kann nicht Staaten mit ihren verschiedenen „Kulturen“ über einen Kamm scheren. „Germanic rules“ passen nicht für andere Länder.
4. Der Euro verstößt gegen das geldpolitische Grundprinzip „One State – One Money“. Weder die EU geschweige denn die Eurozone sind ein Staat. Weder Markt noch „Regeln“ können den Staat und seine Autorität ersetzen. Eben deshalb wurde ja die Regeln von Maastricht und die Stabilitätskriterien fortwährend gebrochen.
5. Banken und Kreditsystem haben dem Staat und seiner Finanzierung zu dienen. Der Verzicht auf eigene Währung ist Verzicht auf eigene Souveränität. Die Rückkehr zur eigenen Währung ist die Bedingung für die Wiederherstellung der Ordnung in Europa.

 
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