Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das zeitweise Schrumpfen von Euro-Volkswirtschaften als notwendigen Schritt hin zu einem "nachhaltigeren" Wirtschaftskurs verteidigt. Europa habe in der Vergangenheit zu viele Schulden gemacht und an Wettbewerbsfähigkeit verloren, sagte Merkel am Montag auf dem dritten Petersberger Klimadialog in Berlin. Das müsse nun korrigiert werden.
„Wenn Teil einer solchen Reform geradezu selbstverständlich auch ein Stück Schrumpfung in einer Anpassungsphase ist, um dann anschließend auf einem nachhaltigeren Pfad wachsen zu können, dann gibt es eine breite Diskussion in der Welt. Das darf nicht sein", kritisierte Merkel. Sie bezog sich auf internationale Kritik an der deutschen Position, eine Haushaltskonsolidierung in der Euro-Zone durchzusetzen, auch wenn dies kurzfristig Wachstum schwächt.
„Es sei aber sowohl in der Wirtschafts- und Finanzpolitik als auch beim Umweltschutz falsch, nur auf quantitatives Wachstum zu achten, sagte Merkel. "Es kommt darauf an, die Dinge nachhaltig zu betrachten."
IWF: Eurozone als Wachstumsrisiko Nummer eins
Bei der Präsentation seiner aktuellsten Wachstumsprognose warnte der IWF unterdessen eindringlich vor einer weiteren Verschlechterung der Eurokrise. "Die höchste Priorität muss der Lösung der Krise im Euro-Raum gelten", mahnte der Weltwährungsfonds. Die Weltwirtschaft wird nach der aktuellen Prognose (mehr dazu ...) in diesem Jahr um 3,5 Prozent, sie wurde um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Bekomme man die Eurokrise aber nicht in den Griff, drohe weitaus schlimmeres, warnte der Fonds.
(APA/Reuters)

AAA bis RamschSo kreditwürdig sind EU-Länder und USA