18.05.2013 08:26 Merkliste 0

Gouverneur von Sizilien: "Rom schuldet eine Milliarde"

19.07.2012 | 07:49 |   (DiePresse.com)

Lombardo führt die Probleme auf die Rezession im Rest des Landes zurück. Am Montag bekommt er Besuch von Ministerpräsident Monti.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Gouverneur von Sizilien hat Befürchtungen zurückgewiesen, die autonome Region könne Bankrott gehen. Es gebe lediglich ein "Liquiditätsproblem aufgrund der Rezession im Rest des Landes", sagte Raffaele Lombardo am Mittwoch in Palermo. "Wir haben vielleicht fünf Milliarden Euro Schulden, aber das Land (Italien) hat zwei Billionen Euro Schulden." Außerdem schulde die Regierung in Rom Sizilien eine Milliarde Euro. "Mit diesem Geld hätten wir keine Liquiditätsprobleme", sagte Lombardo.

Die Liquiditätsprobleme könnten mit einer bereits vereinbarten Geldspritze behoben werden, wird auch aus Regierungskreisen in Rom verlautet. Die Regierung Monti will Sizilien eine Hilfe von 400 Millionen Euro gewähren, um die Pleite der Insel abzuwenden.

Monti fordert Rücktritt

Am Dienstag hatte der italienische Regierungschef Mario Monti Lombardo in einem Brief aufgefordert, nochmals zu bestätigen, dass er wie Mitte Mai angekündigt bald zurücktritt. Der Politiker, gegen den Ermittlungen wegen Mafia-Verstrickungen laufen, soll bis Ende des Monats zurücktreten, was den Weg zu Regionalwahlen im Herbst ebnen soll. Die Regionalwahlen gelten als Wahltest vor den Parlamentswahlen in Italien im kommenden Frühjahr. In dem Schreiben hatte der Ministerpräsident sich "zutiefst besorgt" über die Möglichkeit einer Pleite Siziliens aufgrund des Defizits der Insel geäußert. Am kommenden Dienstag wird Lombardo sich mit Monti treffen. Bei diesem Treffen könnte der Gouverneur bereits seinen Rücktritt einreichen.

Italienische Medien haben Sizilien "Griechenland Italiens" getauft (>>>mehr dazu), unter anderem, weil auf der Insel die landesweit höchsten Beamtengehälter gezahlt werden - bis zu 17.000 Euro im Monat. Trotz der hohen Verschuldung wurde die Zahl der Angestellten im öffentliche Dienst 2011 noch einmal um mehr als 30 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote Siziliens ist mit 19,5 Prozent doppelt so hoch wie der italienische Durchschnitt.
Lombardo war in der Vergangenheit immer wieder in Skandale verwickelt, unter anderem soll er Beamtenposten verteilt haben, um sich Wählerstimmen zu sichern. Auch wurde ihm eine Nähe zur Mafia nachgesagt.

(APA/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

13 Kommentare

Die PRESSE

berichtet hier zwar über Sizilien, das "neue Griechenland", aber das war's auch schon. Dass die Griechen jetzt auf ihre Politker losgehen und es mittlerweile 1000 Anzeigen gegen diese gibt und dass sich der spanische Ministerpräsident nicht mehr auf die Straße traut, weil er sonst dort unter die Räder kommen könnte und es in Madrid zu heißen Protesten gegen seine Politik kommt, darüber liest man nichts in dieser Zeitung. Mutiert die PRESSE zu einer zweiten KRONE? Wird die PRESSE nun endgültig zu einem Boulevard-Blatt? Was ist los? Kann man nicht oder darf man nicht über die Ereignisse in der Welt schreiben und muss man statt dessen mehr und mehr boulevardeske Berichte dem Leser zum Fraß verwerfen? Die PRESSE war schon einmal (viel) besser.


Lombardo führt die Probleme auf die Rezession im Rest des Landes zurück.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti schätzt den Umsatz der Mafia auf „mindestens 12,5 Mrd. Euro“ jährlich. (19.07.2012 16:31)

Das lukrative Geschäft sei fest in den Händen der neapolitanischen Camorra, der sizilianischen Cosa Nostra und der kalabrischen 'Ndrangheta.

Und bald kommt der EU-Rettungsschirm! Die Mafia wartet schon darauf!

so denke ROM kriegt 5 Milliarden

die in Sizilien ins Meer (MAFIA) verpulvert wurden ...

fahrt mal hin, ist gut zu sehen

schon mal da unten Müllabfuhr gesehen - genau hinschauen - dann ist alles klar ...

Gast: smilefile
19.07.2012 12:36
2 0

Tja,...



Herr Fischer Heinz,-...sind sie sich nun immer noch so sicher? Mit der Unterschriftleistung zum ESM,...??

Italien hat 2 000.000.000.000 Billionen Schulden,...

Bravo,...!! / ...


Gast: Appeninbeobachter
19.07.2012 12:15
2 0

Die einfache, historisch korrekte Loesung

Norditalien kommt wieder als Lombardei, Venezien & Welschtirol zu Oesterreich. Diesmal nehmen wir auch die Toscana mit, so kann die Barolopartie in der Heimat urlauben. Savoyen in der urspruenglichen Form auch, so kann der ehem. BAWAG-Chef auch im Inland bleiben. Der Vatikanstaat wird wiederhergestellt. Und der Rest im Sueden wird eben wieder Magna Græcia.

Rom

Rom schuldet nichts der Süden ist unfähig zu wirtschaften und voll in den Händen der Mafia

Wien

hat 4 Milliarden Schulden...

Gast: Fakter
19.07.2012 10:13
2 0

Vor kurzem wurde unsere Finanzministerin für ihre ehrliche Einschätzung zu Italien noch hart kritisiert.

Man hat der Dame in chauvinistischer Weise allerhand Unterstellungen gemacht. Inzwischen stellt sich heraus, dass es doch schlimmer sein stehen könnte mit Italien.

Ich möchte jedenfalls von unseren Politikern die Wahrheit wissen (auch wenn sie weh tut)
- entscheiden muss ich sowieso selber.

Ziehen die maroden Staaten Europa in den Abgrund?

Da die Schuldenkrise nicht durch neues Schuldenmachen bei gleichzeitiger Vergemeinschaftung des Risikos gelöst werden kann, wird sich die Krise verschärfen. Hinzukommt der Vertrauensverlust ins österr. Parlament, sollte der VfGH ESM und Fiskalpakt nachträglich als verfassungswidrig einstufen bzw. wenn die Belastungen für Österreich weit über die von den Befürwortern genannte Summe (rd. Euro 20 Mrd.) hinausgeht und durch diese völkerrechtlichen Verträge ein erheblicher Schaden für den österr. Steuerzahler entsteht.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/473513_esm_und_fiskalpakt_verfassungswidrig.html

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/esm-und-fiskalpakt-verfassungswidrig-d223243.html

genauso wie griechenland

hätte italien nie in dei EU dürfen !

1 1

Re: genauso wie griechenland

Sie meinen in die Eurozone. Schon bei der Aufnahme lag die italienische Staatsschuld weit über den Maastrichtvertragskriterien und somit wurde der Vertrag bei der Euroeinführung gebrochen. Sonst gehörte Italien zu den Gründungsmitgliedern der EWG, die Verträge wurden ja in Rom unterzeichnet.

Gast: PolPot
19.07.2012 08:48
0 0

Gottes Werker wird es schon richten

Sie wissen - am Beispiel Griechenland - wie man den Karren rein fährt.
Also kann es kein Problem sein - Bsp. Italien - ihn wieder flott zu machen.

http://astrologieklassisch.wordpress.com/2012/07/18/sizilien-erhohte-zahl-seiner-beamten-2011-um-30-und-winselt-jetzt-nach-geld/

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...