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Bürgermeister von Palermo warnt vor Bürgerkrieg

20.07.2012 | 11:15 |   (DiePresse.com)

Der oberste Chef der sizilianischen Hauptstadt prophezeit auch negative Folgen der finanziellen Schwierigkeiten. Palermo sei de facto bankrott.

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Der Bürgermeister der sizilianischen Hauptstadt Palermo, Leoluca Orlando, hat angesichts der finanziellen Schwierigkeiten Siziliens vor dramatischen Folgen gewarnt. "Wegen der explosiven Mischung aus der Verzweiflung vieler Familien und dem Würgegriff der organisierten Kriminalität könnte sogar ein Bürgerkrieg ausbrechen", erklärte Orlando in einem Interview mit dem "Wirtschaftsblatt".

In Palermo, das mit einem Defizit von 500 Millionen Euro de facto bankrott sei, so der Bürgermeister, sei die Krise besonders hart zu spüren. "Viele Geschäfte schließen, einkommensschwache Familien sind nicht mehr in der Lage, ihre Stromrechnungen zu zahlen", erklärte Orlando. "Sizilien ist Italiens Griechenland. Wir halten uns nur deswegen über Wasser, weil wir zu Italien gehören", so der Anti-Mafia-Politiker, der im Mai als Spitzenpolitiker der Mitte-Links-Gruppierung "Italien der Werte" ins Rathaus von Palermo einzog.

Hoffnung auf Neuwahlen

Orlando hofft auf die voraussichtlich für Herbst geplanten Regionalwahlen. "Das sollte das Ende der Politik bedeuten, die Sizilien an den Rand des Abgrunds geführt hat." In den letzte zehn Jahren seien öffentliche Gelder gewissenlos hinausgeworfen, um ein korruptes politisches System aufrechtzuerhalten.

Sizilien stöhnt unter einem Schuldenberg von fünf Milliarden Euro und steht nach Einschätzung der italienischen Regierung kurz vor dem finanziellen Kollaps. Orlando wurde durch seinen Kampf gegen die Mafia international bekannt und lebt seitdem unter permanentem Personenschutz. Er war bereits von 1985 bis 1990 als Kandidat der Christdemokraten Bürgermeister von Palermo. Das selbe Amt bekleidete er von 1993 bis 2000 nochmals zweimal. Dabei trat er öffentlich immer wieder gegen die Mafia auf.

(APA)

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3 Kommentare
Gast: Die Brüder Barroso
20.07.2012 16:03
1 0

Palermo warnt vor Bürgerkrieg

Ein Bürgerkrieg in Süditalien ist nicht wirklich das Problem, dieses kann man mit Eingreiftruppen, gut von Restitalien isolieren.
Bedenklicher und angespannter ist die Lage
derzeit in Spanien. Dort müssen wir schon mit Staatsgewalt und Einsatz von Gummigeschossen, die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit unserer Politik überzeugen.

Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 14:04
2 0

Die Warnung ist berechtigt!

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Disbalancen zwischen den Privaten und den korrupten Staatsorganisationen werden zunehmend immer größer. Der Trend zum einnahmenseitigen Sparen wird die Kluft noch wesentlich erweitern, weil ja noch mehr Geld im staatlichen Bereich verbrannt werden wird, der private Bereich aber immer weniger existieren kann.

Die Bürger werden die Korrupten, die Beamten, die Politiker und die Kriminellen schon bald auch in Europa zu jagen beginnen. Wenn die Gesellschaft Glück hat, dann werden brauchbare Volkstribunale errichtet. Wenn die Gesellschaft kein Glück hat, dann geht alles mit unkontrollierten Emotionen in einem grausigen Bürgerkrieg unter.

So, oder auch so, es werden die notwendigen Korrekturen kommen, weil sich die Evolution nicht betrügen lässt.

0 0

Haha,

die sizilianische Mafia ist pleite.

Haben die sich alle nach Norden verzogen und spielen jetzt Bankster?

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