22.05.2013 12:53 Merkliste 0

In den Niederlanden droht eine Immobilienblase zu platzen

22.07.2012 | 18:16 |  HELMUT HETZEL (Die Presse)

Lange galten die Niederlande als Hort der Stabilität. Doch nun rutscht auch das Land der Tulpen und des Goudakäses immer tiefer in die Krise. Laut einer Schätzung droht ein Abschreibungsbedarf von 37 Mrd. Euro.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In den Niederlanden jagt eine Hiobsbotschaft die andere: Das Zentralamt für Statistik CBS gab soeben bekannt, dass Holland in diesem Jahr auf einen Pleiterekord zusteuert. Im ersten Halbjahr 2012 mussten bereits 3764 Firmen Konkurs anmelden. Das sind 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Schwer getroffen sind vor allem der Bausektor und der Einzelhandel. Im Bausektor stiegen die Pleiten im vergangenen Semester um 44 Prozent auf 495. Im Einzelhandel legten die Konkurse um 22 Prozent auf 676 zu.

Hollands Wirtschaft befindet sich bereits in der Rezession. 2012 wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 0,7Prozent schrumpfen. Das ist mehr als in der Eurozone, wo mit einem Rückgang von 0,3Prozent gerechnet wird. Indes steht in den Niederlanden die erste Systembank am Rande des Abgrunds. Es ist der Finanzkonzern SNS Reaal. Die SNS-Gruppe musste bereits auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 vom holländischen Staat gerettet werden und erhielt damals 750 Mio. Euro Hilfszahlungen. Nun aber ist das Institut wieder auf dem Boden, kann das Geld nicht zurückbezahlen und braucht dringend 800 Mio. Euro neues Kapital.

 

Ist das Triple-A gefährdet?

An der Börse kann die SNS-Gruppe das Geld nicht mehr einsammeln. Die SNS-Aktien sind pro Stück gerade noch einen Euro wert. Seit dem Börsengang der SNS vor sechs Jahren, als die Titel zum Preis von 17 Euro in den Handel gestartet sind, haben sie 94 Prozent ihres Werts verloren. Bei diesem niedrigen Börsenkurs ist die SNS-Gruppe nur noch rund 300 Mio. Euro wert. Sie verwaltet aber Spargelder in Höhe von 35 Mrd. Euro. Sie ist daher eine Systembank, die nicht pleitegehen darf.

Der Grund für die Schieflage der SNS-Gruppe ist ihr Engagement in Immobilien, sowohl in den Niederlanden als auch in Spanien und in den USA. Nachdem dort die Immobilienblasen bereits geplatzt sind, droht nun auch in den Niederlanden ein Immobiliencrash. Er könnte fatale Folgen für das Land haben, das derzeit mit Deutschland, Finnland und Luxemburg in der Eurozone noch mit der besten Bonitätsnote Triple-A bewertet wird.

Bei den Büro- und Industrieimmobilien läuft die Luft schon langsam aus der Blase. Wer ein 1500 Quadratmeter großes Loft in Amsterdam mieten will, zahlt mit etwas Glück nur noch 250 Euro pro Monat. Vor fünf Jahren wären für eine ähnliche Fläche 10.000 Euro verlangt worden. Nach Berechnungen des Ingenieurs- und Projektentwicklungsunternehmens Arcadis wurden bisher erst neun Mrd. Euro in den Bilanzen der meisten in Immobilien engagierten Banken und Investmentgesellschaften abgeschrieben. Den noch ausstehenden Abschreibungsbedarf beziffert Arcadis auf 37 Mrd. Euro.

Insgesamt haben die niederländischen Banken und Versicherungen nach Angaben von Arcadis rund 80 Mrd. Euro an industriellen Immobilienforderungen ausstehen. Es ist zu befürchten, dass ein Großteil davon abgeschrieben werden muss.

 

Immer mehr Büros stehen leer

Denn durch die Pleitewelle stehen auch immer mehr Büro- und Industriegebäude leer. Das Angebot an Industrieimmobilien wird daher weiterwachsen, die Preise und die Mieten dafür werden sinken.

Bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch der Wohnungssektor von der Krise erfasst wird. Er könnte aber möglicherweise gegen eine Ansteckung gefeit sein. Dann da die Bauwirtschaft darniederliegt, werden kaum mehr neue Wohnungen gebaut, sodass sich das Angebot auf dem Wohnungsmarkt kaum ausweiten dürfte.

Auf einen Blick

In den USA und in Spanien sind bereits Immobilienblasen geplatzt, nun droht in den Niederlanden ein Immobiliencrash. Laut einer Studie von Arcadis haben die in Immobilien engagierten Banken und Investmentgesellschaften in den Niederlanden erst neun Mrd. Euro abgeschrieben. Der noch ausstehende Abschreibungsbedarf wird von Arcadis mit 37 Mrd. Euro beziffert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

113 Kommentare

Re: Re: soviel...

ach ja noch vergessen.

Das allergrößte Übel ist das die Staaten dann auch noch die Verluste der Banken und Zocker sozialisieren, also mit Steuergeldern zahlen, und die Banken Ihre fetten Gewinne einstreichen ohne etwas an die Staaten zurückzugeben.

Gast: Streuselkuchenesser
23.07.2012 13:29
4 0

Streissler

über den Wert eines Gutes. Interessant zu lesen.

Gast: Erasmus-Stipendiat (gäbe es ohne EU nicht)
23.07.2012 13:21
1 0

Kann's nicht geben.

Das ist doch eines der Kernländer der großen Erfolgsgeschichte, noch dazu ein tüchtiges nordisches mit Werten wie Leistung und Arbeit!

Gast: Fleming
23.07.2012 13:09
4 1

immobilien als unsichere anlageform...

Wie weltfremd müssen Anleger sein, wenn sie in Immobilien einen sicheren Hafern für ihr Kapital vermuten?
In allen Krisen weltweit hat sich gezeigt, dass der Staat überall dort zugreift, wo es etwas zu besteuern gibt, besonders gilt das für Immobilien. Man braucht nur nach Großbritannien, Schweden oder Japan zu schauen, wo die Regierungen den Haus -und Grundbesitzern schon seit Jahrzehnten mit enormen Abgaben jegliche Gewinnsteigerung vermiesen, nur mehr sehr gute Lagen sind da einigermassen rentabel.
Auch hierzulande wird es mit den günstigen Grundsteuern und Betriebskosten bald zu ende gehen, für den Finanzminister eine sichere Bank, nur mehr übertroffen von der Cashcow Auto.
Und Immobilienblasen sind immer auch eine Folge von Dummheit und Manipulation der Käufer und
Mieter.

13 0

Too big to fail?

"Sie verwaltet aber Spargelder in Höhe von 35 Mrd. Euro. Sie ist daher eine Systembank, die nicht pleitegehen darf."

Das ist genau der Fehler im System. Wieso darf sie nicht pleitegehen? Ganz im Gegenteil, sie MUSS pleitegehen.

Das gesamte Desaster, an dem Europa heute leidet, basiert auf der Fehlannahme, dass es Unternehmen gibt (meistens in der Finanzwirtschaft), die so wichtig sind, dass man ihre Pleite nicht verkraften kann. Unsinn. Es ist ein herausragendes Zeichen des freien Marktes, dass derjenige belohnt wird, der fleissig und richtig handelt, dass aber andererseits der, der Blödsinn baut, bestraft wird = in Konkurs geht.

Durch den Eingriff der Staaten, die das Pleitegehen von Unternehmen, die versagt haben, verhindern, geht gutes Geld verloren, dass der Staat anders sinnvoller einsetzen könnte, gleichzeitig bekommen die Unternehmen, die versagt haben, das Zeichen "Macht was ihr wollt, wir retten euch schon". Was sie natürlich nicht dazu bringt in Zukunft vernünftiger zu wirtschaften.

Die einzige Lösung: In die Pleite schicken. Die Spareinlagen (und nur diese) der Privaten in solch einem Fall kann der Staat ja decken. So verliert der "arme kleine Mann" nichts, und unterm Strich ist das noch um Welten billiger als das Unternehmen, das versagt hat, zu stützen.

Antworten Gast: hans2
23.07.2012 19:28
1 0

Re: Too big to fail?

Wenn eine Bank so groß wird, dass ihr Ausfall gefährdend für das gesamte Finanzsystem eines Staates wird, muss sie in nicht füreinander haftende Teilunternehmen zerschlagen werden. Alles andere ist Augenauswischerei. Denn auch das Abdecken der reinen Spareinlagen (Sparbücher, Festgeldkonten, vielleicht auch Obligationen? Wo zieht man die Grenze?) kann die Finanzen eines Staates mit überdimensionierter Finanzwirtschaft überfordern. Passiert ist das in Island. Da wurden auch nur Spareinlagen abgedeckt, keine Fonds oder sonst was. Und der Staat war pleite.

Die Niederländer

sind ehrlich und zeigen die Probleme offen, indem sie keine geschönten Zahlen melden. Würde Österreich genau so verfahren, hätten wir deutlich schlechtere Zahlen als man veröffentlicht.

Das "Land der Tulpen und des Goudakäses"

Neulich habe ich in einer hollandischer Zeitug über die Österreicher "Alpenkellner und Beutegermanen" gelesen!

Re: Das "Land der Tulpen und des Goudakäses"

Auch in österreichischen Zeitungen ist oftmals Schwachsinniges zu lesen.

In der EU ist nur ein Staatsjob ein guter Job

und jeder der aus seinem Leben etwas anders als "Beamter" machen will soll lieber wo anders hin gehen.

Gast: mietinteressent
23.07.2012 11:24
7 0

Wer ein 1500 Quadratmeter großes Loft in Amsterdam mieten will, zahlt mit etwas Glück nur noch 250 Euro pro Monat.

Sehr geehrte PropagandistInnen!

Bitte nennen Sie mir die Kontaktdaten für ein einziges solches Objekt. Ich miete sofort!

Re: Wer ein 1500 Quadratmeter großes Loft in Amsterdam mieten will, zahlt mit etwas Glück nur noch 250 Euro pro Monat.

da nimm ich mir sogar einen Kredit auf!

Re: Wer ein 1500 Quadratmeter großes Loft in Amsterdam mieten will, zahlt mit etwas Glück nur noch 250 Euro pro Monat.

Nein ich!
Ich hab´s zuerst gelesen;-)

Gast: Bushdoctor
23.07.2012 10:58
3 0

Tourismus

Was ist nur mit den Niederlanden passiert?
Ab 2013 bleiben auch noch massenhaft die Touristen aus, weil die Koffieshops für Ausländer geschlossen werden. Wieder ein paar Milliarden weniger im Steuersäckel und dazu noch ein paar Tausend Arbeitslose mehr.

Ich denke, fass die Holländer wollen es auch nicht anders haben... Die Wahlen im Herbst werden da auch nichts mehr bewegen können.

Auf Wiedersehen, Holland!

Gast: Maxx
23.07.2012 10:40
7 0

das 1500 m2 Loft

...Wer ein 1500 Quadratmeter großes Loft in Amsterdam mieten will, zahlt mit etwas Glück nur noch 250 Euro pro Monat. Vor fünf Jahren wären für eine ähnliche Fläche 10.000 Euro verlangt worden...

In Amsterdam kann man sicher kein 1500 m2 Loft um 250 EUR mieten. Maximal ein 15m2 Zimmer.

Vermutlich ist bei den Quadratmetern eine Null zuviel (150 m2) und bei den Euros eine zuwenig (2500 EUR). Dann kommts ungefähr hin.

Antworten Gast: gäst
23.07.2012 12:34
3 0

Re: das 1500 m2 Loft

Nicht dass mir das nicht auch komisch vorkäme, aber gemeint ist Bürofläche.

Gast: Arbeitshausvermieter
23.07.2012 10:02
1 1

Mehr meHR MEHR MMMEEEHHHRRR ...

Die Niederlande - ein Musterland nadelstreifiger Geschäftstüchtigkeit, in dem man Arbeitslose in Heinzelmännchenkostümen Papierl aufklauben lässt.

Diese Blase platzt auch bald in Österreich

Warten wir´s ab. Die heutigen Preise von Appartements, Wohnungen Häusern und Gewerbeimmobilien sind durch nichts untermauert. Nur die niedrigen Zinsen und die angst der Käufer treibt die Preise weiterhin auf Mondniveau. Die Banken finanzieren fleissig mit und verdienen an diesem Karussell. Noch. Wer Geld hat, sollte jetzt nicht kaufen. Die Objekte der begierde gibt es in ein paar Jahren aus Zwangsversteierungen zum schnäppchenpreis. Ebenso tausende Objekte aus Privathand, die Ihre Schweizer Franken Kredite nicht mehr bedienen können.

Antworten Gast: wieso?
23.07.2012 19:47
0 0

Re: Diese Blase platzt auch bald in Österreich

wieviel sollte eine wohnung kosten? wieviel blase sollte platzen?
die bevölkerung steigt, der wohnraum auch und die single-haushalte sowieso. wohnraum ist in ballungsräumen begrenzt. die inflationsrate hoch.

das zusätzliche ezb-geld (seit 2009) steckt nicht in spanischen immos und nicht in aktien (dort floß es nämlich ab), ein wenig steckt in gold und mittel/nordeurop. stadt-immos.

wenn eine immo-blase platzt, dann die luxux-immo. davon wird der großteil österreichs nicht mal tangiert.

Antworten Gast: Meinninger
23.07.2012 13:19
0 1

Re: Diese Blase platzt auch bald in Österreich

nein, das denke ich ganz und gar nicht,..denn nach wie vor sind Immobilien in Österreich so billig versteuert, wie nirgendwo sonst auf der Welt.
Das allerdings könnte sich ändern, falls die EU
Zugriffrechte auf die Steuerpolitik der Mitgliedssstaaten erhält.
Keine österreichische Partei würde dieses Sakrileg antasten. Aber Immobilien werden mit Sicherheit in Zukunft eher eine Belastung darstellen, die Zeit der großen Renditen ist mit Sicherheit vorbei , alleine
die Betriebs-und Energiekosten steigen dramatisch, und da ist ein Ende nicht in Sicht.

Re: Diese Blase platzt auch bald in Österreich

Bin grundsätzlich Ihrer Meinung, jedoch werden auch bei den Zwangsversteigerungen regelmäßig überhöhte Preise erzielt. Auch Angebote von privater Hand werden sehr oft massiv überzogen angeboten.

2 1

Re: Diese Blase platzt auch bald in Österreich

Siehe España ! lg

Gast: Veräppelt
23.07.2012 09:54
2 4

Krise Krise Krise

heute ist alles Krise. Schaut Euch mal, an wie Menschen vor 100 Jahren lebten! Heute ist bereits Krise, wenn es mal nicht für das neueste "Eiphone" reicht.

Antworten Gast: Vorlöter
23.07.2012 13:27
1 0

Re: Krise Krise Krise

Das ist aber auch klar. Ohne das neue Eierphone, ist es auch so als würde man keine neue Hand und Hirnprothese
bekommen. Deshalb: Lasset uns löten! Auf dass alle Eierschädel/Innen ihre Eierphones erhalten! Auf dass wir alle in den Eierschädelhimmel kommen!

Antworten Gast: Halbwissen
23.07.2012 10:30
2 1

Re: Krise Krise Krise

Vor 100 Jahren haben die Leute super gelebt !

1912 war die Zeit vor dem 1. Weltkrieg.
Es war die Zeit des 1. Automobilbooms und die Rüstungsindustrie lief volle Bulle.

1 0

Re: Re: Krise Krise Krise

Irgendwie gibt es da eine Ähnlichkeit von 1912 und 2012. So fürchte ich!

Gast: Vernunftwende
23.07.2012 09:42
11 0

Jetzt fehlt nur das Platzen der deutschen Exportblase - weil die Abnehmer der Exporte alle auf Pump abgenommen haben - und dann macht es vielleicht wirklich endlich "PENG".


Gast: Roland niederlande
23.07.2012 09:20
5 0

ist doch klar

Ist doch klar das 37 mil. fehlen , sind ja allein für pleitte staten 30 mil. nach Europa geflossen .Die müssen jetzt innerhalb 2 jahren eingespart werden ,klar bremmst das das wachstum

Gast: Mohr
23.07.2012 08:57
9 1

ESM

Frage: Die Niederlande ist jetzt schon pleite oder wird es demnächst , soll aber 40,02 Milliarden als 5. grösstes Haftungsland in die ESM Mega Bank einzahlen.

Wie passt dies zusammen !
Weiteres Risiko für Deutschland !

Gast: Sand1
23.07.2012 08:51
5 0

Kann jedem Staat passieren

Was auch das verhältnismäßig reiche Schweden Anfang der 1990er bewies, als dort die Immobilienblase platzte.

Re: Kann jedem Staat passieren

Richtig. Die Frage ist, wie man drauf reagiert. Das von Ihnen angeführte Beispiel zeigt ja, dass es Alternativen dazu gibt, Pleiteunternehmen noch mehr Geld hinterherzuwerfen.

Gast: Francois Tulipe
23.07.2012 08:47
3 1

Alle Jahre wieder...

Wieder einmal - haben aus der Tulpen Blase nichts gelernt. Ist ja auch schon eine weile her...

Antworten Gast: Wer A sagt....
23.07.2012 10:14
6 0

Re: Alle Jahre wieder...

Seit der Tulpen - Blase hat es hunderte andere Blasen gegeben und wenn eine Blase platzt wird immer nur über den Schaden berichtet.
Dass es auch Gewinner gibt brauchen wir nicht wissen.
Und die die Gewinner haben sicher eines gelernt, nämlich das dieses "Spiel" immer wieder funktioniert. Bei Finanzen, Investitionen und dergleichen ist die Gier sowohl bei den "Tätern" als auch bei den "Opfern" eine treibende Kraft

Antworten Antworten Gast: cdo
23.07.2012 10:52
2 1

Re: Re: Alle Jahre wieder...

was bedeutet bitte die unterscheidung opfer und täter in diesem zusammenhang?
jeder der mitspielt sucht sich das selbst aus

opfer sind demnach nur die dümmsten täter!

Antworten Antworten Antworten Gast: Wer A sagt....
23.07.2012 11:20
2 0

Richtig.

Deswegen sind ja auch die Anführungszeichen da.

Gast: Zu viel Geld
23.07.2012 08:34
6 0

Zu viel Geld

Es ist einfach zu viel Geld da.

Stammten tut dies von der EZB. Die Geldmenge M2 (oder so ähnlich) ist doch seit Jahren, auch schon lange vor der Kriese jährlich um 10 oder 20% gestiegen.
Mittels Krediten an die Banken und von denen unters Volk gebracht sucht es sich halt seinen Weg.

Und nochwas. Wenn Werte um 10 oder 15% jählich steigen und dann nach einigen Jahren eben mal ein Rückgang der Preise da ist wird gleich die Katastrophe ausgerufen. Wir sollten mal überlegen ob unsere Sichtweise und Bewertung in solchen Dingen überdenkenswürdig ist.
Rauf da jubeln wir und wenns ruter geht sind wir gleich zu tode betrübt.
Manisch depresiv würd ich das nennen.

Etwas mehr gelassenheit und konzentration auf das wesentliche würde uns allen gut tun.

2 0

Re: Zu viel Geld

Stimme zu ,absolut richtig! Nur sollten wir uns bitte Gedanken machen, wo gespart und wo investiert werden sollte . Bei Kriese koennten wir z.B das "e" weglassen und bei depresiv waere ein zusaetzliches "s" eine hervorragende Investition .

Antworten Antworten Gast: Tastenvirtuose
23.07.2012 10:45
0 0

Re: Re: Zu viele Leerzeichen

... und bei Ihnen könnte man ein paar Leerzeichen einsparen oder dort wieder eine digitale Kommastelle Geld platzieren.

"Stimme zu ,absolut richtig!"
"werden sollte ."

"(...) Investition ."
- tippen Sie am Ende des Satzes immer mit dem Handballen, sodass Sie mit jedem Punkt zugleich ein Leerzeichen setzen? ;-)

3 2

Re: Zu viel Geld

Es ist nicht zu viel da, es wird zu viel gedruckt! Und das mit der Geldmenge (M3 meinen Sie wohl) ist so auch nicht ganz richtig.

Wien ist doch auch eine riesige Immobilienblase!


In Wien werden durch Vermietung nur mehr Nettorenditen von 1-2% erzielt!

Den "Gewinn" gibt es nur mehr über "Wertsteigerung".

Das dürfte sich erledigt haben, sobald die Zinsen steigen oder die Grundsteuer "angepasst" wird!

Möglicherweise kommt auch eine Steuer für nichtvermietete Immobilien..

Dann platzt die Blase!

Denn der reelle Wert der wiener Immobilien ist längst überschritten!


Re: Wien ist doch auch eine riesige Immobilienblase!

Solange die Immobilienpreise in Wien weit unter denen in italienischen oder spanischen Städten liegen sehe ich keine Blase. Die Preise für Wohnungen sind noch immer sehr moderat, mit Luft nach oben. Die Anpassung an das europäische Niveau erfolgt langsam.

Re: Re: Wien ist doch auch eine riesige Immobilienblase!


Verkaufen Sie Vorsorgewohnungen?

Anders kann ich mir den Unsinn, den Sie schreiben nicht erklären!

Es gibt kein "Europäisches Niveau" bei Immobilien, da der Immobilienpreis extrem von regionalen Gegebenheiten abhängt!

Der ist ja schon bei Nachbarbezirken sehr unterschiedlich.

Was heißt die Wohnungspreise sind "moderat"?

Wie soll sich eine Familie eine 300.000 Euro Eigentumswohnung leisten bzw. welche Bank finanziert die?

Eben weil das nicht funktioniert sind die Preise im Verhältnis zum Einkommen viel zu hoch!

Die Mieten im Altbau sind noch dazu gesetzlich geregelt, welche Erträge sind da zu erwarten?

Immobilien in Österreich sind ein Milliardengrab!


Antworten Gast: Vermieter
23.07.2012 11:11
2 6

Re: Wien ist doch auch eine riesige Immobilienblase!

Geh bitte.
Solch mickrige Renditen erzielt man bei falschem Investment.
Ansonsten sind die Renditen in wien sehr in Ordnung.

Re: Wien ist doch auch eine riesige Immobilienblase!

Kurzfristig vielleicht, langfristig sehe ich noch genug Wertpotential in Wien aufgrund demografischer Entwicklung und den komparativen Vorzügen der Stadt.

Gast: Bankenrating
23.07.2012 08:11
3 0

Ist das Triple-A gefährdet?

Am meisten wäre das Triple-A von Staaten gefährdet, wenn diese selbst Geld (zB als Monetative- 4. unabhängige Gewalt: Geldschöpfung) schaffen würden, statt dieses über Kredit aufzunehmen- denn dann bräuchten diese sich gar nicht mehr per Rating bewerten lassen.
Staaten könnten jederzeit selbst Geld schaffen.

Diese könnten dann sogar umgekehrt agieren: Diese könnte an Banken Ratings verteilen lassen->
Der Staat schafft Geld, Banken können beim Staat Geld borgen, zahlen dem Staat Zinsen...
Unabhängige Institutionen bewerten die Banken per Rating: AAA ... BB+ ... DDD^^ etc.

Der Staat bzw. das Volk profitiert statt Schulden zu haben. Steuern der Bürger würden auch enorm gesenkt werden, der Staat würde sogar den Bürgern Geld wieder zurück verteilen.

Re: Ist das Triple-A gefährdet?

Bei einem Staat mit eigener Notenbank ist das ungefaehr so, wie Sie beschreiben. Vor wirtschaftlichem Ungemach schuetzt das aber auch nur bedingt (siehe z. B. Grossbritannien)

Antworten Antworten Gast: Bankenrating
23.07.2012 09:27
1 0

...

Bei jedem Unternehmen und auch beim Staat hängt Erfolg von den ausführenden Personen ab.
Das Geschäftsmodell ist aber die Basis des Erfolges.
Die Geldschöpfung muss unabhängig im Staatsbesitz sein- zb als unabhängige Monetative als 4.Staatsgewalt.

Ebenso ist das Umfeld wichtig.
Dies sind die Menschen im Staat, aber auch andere Staaten und andere Institutionen.
Das bisherige Geschäftsmodell des Staates ist nicht zum Vorteil des Staates, am wenigsten zum Vorteil des Volkes, sondern nur zum Vorteil der (Zentral-)Bankenbesitzer. Der Staat nimmt Geld auf, zahlt dafür Zinsen. Der Bürger zahlt Steuern.

Zum Umfeld- jedem würde dies nicht gefallen- den bisherigen Zentralbankbesitzern sicher nicht.

Der einzige Präsident der USA, der je Staatsschulden ganz zurückzahlen konnte, war Andrew Jackson, der auch den US Staat selbst Geld schaffen hat lassen.

http://www.youtube.com/watch?v=JXt1cayx0hs

betreff Großbritannien- die Bank of England ist privat, nicht im staatlichen Besitz.

Gast: advo
23.07.2012 08:05
1 0

Immobilienblase

Mit dieser fängt nunmehr bekannter Weise die Krise an und führt zu einer Bankenpleite und in der Folge zu einer wirtschaftlichen Krise des Landes. Es bestehen damit wieder gute Aussichten, dass der ESM-Fonds und seine Vorgängerversion beansprucht werden.
Eine geschaffene Dauerinstution, die befürchtender Weise ständig aufzufüllen sein wird. In Spanien sollen zwei Provinzen pleite sein, sodass möglicher Weise das gesamte Land diesen Fonds beanspruchen wird.
Worauf haben sich Deutschland und im Schlepptau Ö. eingelassen. Auf die Dauer werden derart hohe Refinanzierungen nicht möglich sein.
Diese an der Marktwirtschaft vorbei aus rein politischen Gründen eingeführte Währung wird die gesamte Union zerstören. Dies will niemand wahr haben und meine Postings über diese Kritik werden kaum veröffentlicht. Wer will schon eine Kassandra!

Gast: Na und?
23.07.2012 07:34
4 0

Wen interessieren solche Fehlentwicklungen?

Doch nur den, der sich übers Ohr hat legen lassen.

Auch in Wien wird massiv gebaut: Luxuswohnungen, riesige Gebäude für Büros.

Wer seine Finger von solchen Investments lässt, lebt ruhiger. Wieviele 08/15-Sparer dazu getrieben worden sind, ihr Sparbuch zugunsten irgendwelcher komischen "Fonds" aufzulösen weiß ich nicht.

Selber aber würde ich NIE einen Cent für etwas hergeben, wovon ich nichts verstehe.

Re: Wen interessieren solche Fehlentwicklungen?

Bald wird es auch unsere Häuslebauer erwischen die sich zu irgendwelchen überteuerten Bausparkrediten überreden ließen.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...