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Rating: Hat sich Deutschland übernommen?

24.07.2012 | 18:03 |  Von Stefan Riecher (Die Presse)

Als erste große Ratingagentur droht Moody's den Deutschen in ihrer aktuellen Einschätzung mit dem Entzug des Triple A. Das Land laufe Gefahr, sich zu viele Haftungen für die anderen Eurolände umhängen zu lassen.

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Wien. Eigentlich ist Deutschland ein Musterbeispiel dafür, wie ein hoch verschuldetes Land seine Staatsfinanzen wieder in Ordnung bringen könnte. Die Neuverschuldung liege heuer bei weniger als einem Prozent der Wirtschaftsleistung, lobt die Ratingagentur Moody's in ihrer aktuellen Einschätzung. Für Investoren sei Europas größte Volkswirtschaft ein „sicherer Hafen“. Das wiederum erleichtere die Refinanzierung der Schulden und helfe beim Abbau des Schuldenbergs von 82 Prozent des BIPs.

Und doch stellt Moody's den Deutschen die Rute ins Fenster. Die beste Kreditwürdigkeit, das Triple A, wackelt.
Als erste große Ratingagentur senkte Moody's den Ausblick auf Negativ. Das ökonomische Problem Deutschlands ist dabei nur bedingt Deutschland. Es sind die übernommenen Haftungen für die anderen Euroländer.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland die Eurozone verlässt, ist gestiegen“, schreibt Moody's. Ein derartiges Szenario würde als Folge Spanien und Italien an den ökonomischen Abgrund drängen. Um diese beiden Länder zu retten, müsse der Rettungsschirm ESM einspringen – falls er überhaupt groß genug sei. Dafür haften vor allem die wohlhabenderen Euromitglieder wie Deutschland, die Niederlande, Luxemburg, Österreich und Frankreich, befindet die US-Ratingagentur und fasst zusammen: „Die Last dieser Staaten wird sich erhöhen.“

Auch Spanien und Italien haften

Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM soll den vorübergehenden Rettungsschirm EFSF ablösen, sobald ihn die Euroländer ratifiziert haben. Die Mitglieder der Gemeinschaftswährung übernehmen dabei Einzahlungen und Haftungen in Höhe von 700 Mrd. Euro. 190 Mrd. Euro entfallen auf Deutschland. Das entspricht in etwa sechs Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Doch ist keineswegs sicher, dass es dabei bleibt: So beteiligen sich beispielsweise auch angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien an dem Rettungsschirm – zusammen mit mehr als 200 Mrd. Euro. Dass sie ihre Haftungsverpflichtungen im Fall der Fälle tatsächlich einhalten würden, darf laut Moody's bezweifelt werden. Entsprechend könnten „höhere gemeinschaftliche Unterstützungszahlungen“ auf die „besser eingestuften Länder entfallen“, meinen die Analysten der Ratingagentur.

Neben Deutschland hat Moody's auch Luxemburg und die Niederlande mit einem negativen Ausblick versehen. Das bedeutet eine Wahrscheinlichkeit von „zumindest einem Drittel“, dass die Länder innerhalb der kommenden zwölf Monate die Bestnote verlieren werden. Bereits im Februar drohte die Agentur Österreich und Frankreich mit einer Herabstufung. Eine Neubewertung dürfte innerhalb der kommenden zwei Monate erfolgen.

Standard & Poor's bewertet Deutschland nach wie vor mit einem stabilen Triple A. Österreich und Frankreich haben bei der weltgrößten Agentur die Bestnote im Jänner verloren. Das einzige Euroland, das bei allen bedeutenden Agenturen beste Bonität mit stabilem Ausblick genießt, ist Finnland. Mit einer Staatsverschuldung von 48 Prozent und einem stabilen Bankensektor, der kaum in den Krisenländern engagiert ist, seien die Skandinavier ein Musterbeispiel, befindet Moody's.

Eine Lose-lose-Situation

Bei Deutschland verweisen die Bonitätswächter darauf, dass sich die Politik de facto in einem unlösbaren Konflikt befindet. Nimmt das Land weitere Haftungen auf sich, droht die Staatsverschuldung im Haftungsfall außer Kontrolle zu geraten. Verweigert Deutschland, weitere Garantien zu übernehmen, droht ein Zerfall der Eurozone, weil Investoren Ländern wie Griechenland kein Geld mehr leihen.

Bleibt die Hoffnung, dass sich die Lage beruhigt und die Geldgeber zumindest bei Spanien und Italien nicht abspringen. Darauf deutet im Moment nur wenig hin: Die Renditen für zehnjährige spanische Staatsanleihen stiegen am Dienstag auf 7,58 Prozent, jene für italienische Papiere auf 6,52 Prozent.

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221 Kommentare
 
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Gast: egi
25.07.2012 12:27
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Amerikanische Ratingagenturen!

Bei allem Problemen in Teilen von Europa, wo gibt es Staaten, ausgenommen die sogenannten Steuerparadiese, die um soviel besser sind?
Wieviele Staaten der USA sind bereits bankrott, von Kalifornien beginnend, wieviele amerik. Städte sind faktisch tot oder sind im Niedergang"? Das Problem Amerikas ist ein zu starkes Europa, das Problem des $ íst ein gefestigter €. Wenn amerik. Ratingagenturen werten, wird amerik. Politik gemacht, werden amerik. Interessen vertreten und Europa glaubt nach wie vor an Fairness.
Europa ist gut beraten gemeinsam säumige Staaten zu bervormunden, Österreich nicht ausgenommen, Sparreformen umzusetzen, Ratschläge von außen beiseite zu lassen und das Haus Europa fertigbauen, - wenn notwendig auch ohne die "guten Sozialdemokraten" mit ihren Frührenten und Sozialleistungen etc. und mit Geld das nicht vorhanden ist.

Re: Amerikanische Ratingagenturen!

... richtig erkannt! Zumindest den "Beispielbankroteur USA" und den amerikanischen Wirtschaftskrieg gegen Europa betreffend ... . Der "lange Arm" der USA bei diesem, nicht erklärten Wirtschaftskrieg, sind die Ratingagenturen ..., aber so einfach ist es ja nicht ...

Ein Korn Wahrheit ist ja in der Aussage ... . Jedoch lassen sich die USA und Europa, wegen dem positiven Einfluss der "guten Sozialdemokraten", nicht 1:1 vergleichen ... . Mich wundert ja nur, dass Goldmann&Sachs noch immer in Europa tätig sein darf ...


Gast: Na und?
25.07.2012 07:17
4 0

Deutschland hat zwei Feinde: Die inneren und die äußeren!

Die äußeren sind die nächsten geographischen Nachbarn wie Frankreich, Tschechien und auch Großbritannien, Italien, Griechenland usw.

Diese Staaten würden die BRD am liebsten ausradieren und aufteilen.

Dann gibt es die inneren Feinde: Politiker, Wirtschaftsbosse. Denen geht es ums Geld, Gedanken an die Zukunft des eigenen Landes macht sich von der sog. "Elite" kaum wer.

Das Gemisch beider hat für Hartz4, Haftungen in unbegrenzter Höhe und Abhängigkeit vom Ausland gesorgt. Auch für massive Einwanderung von Leuten, die dem Land genau gar nichts nützen, Hauptsache sie wählen "richtig".

Es wird Zeit, daß die deutsche Bevölkerung sich dagegen wehrt. Wir Österreicher sind genauso verraten und verkauft worden.

Re: Deutschland hat zwei Feinde: Die inneren und die äußeren!

Ausgezeichnet Analyse. Kompliment !

und dann stellt sich Faymann gestern in der ZIB 2 noch hin und verdeitigt immer noch Griechenland, ist der von allen guten Geistern verlassen!


Re: und dann stellt sich Faymann gestern in der ZIB 2 noch hin und verdeitigt immer noch Griechenland, ist der von allen guten Geistern verlassen!

Diese "Verteidigung" ist, mit Verlaub, eine Überinterpretation Ihrerseits. Er hat vor den Konsequenzen eines Austritts Griechenlands gewarnt. (Wo es natürlich auch verschiedene Meinungen gibt.)

Gast: Reflector
25.07.2012 02:24
3 0

Da brauchts keine Agentur dazu


D, Ö als 'stabil' hinzustellen war eigentlich schon immer nur relativ und ein wenig überheblich, sowohl vor, als auch nach der € Rettung.

Wer 40 Jahre lang jedes Jahr neue Schulden aufnimmt, hat irgendwann wohl ein Problem und kann wohl nicht allen Ernstes als stabil gelten, ausser in der Sache des ewig stabilen Dranges nach Neukreditaufnahme.

Insofern kann man diesem € Desaster eigentlich nur dankbar sein, dass es die Endphase eben beschleunigte, ansonsten wäre das Gejeiere mit den ewigen 2-3% Neuverschuldung noch ein zäherer Tod geworden.

Es gab also nach dem Auffliegen des Dilletanten Projekts € nur prinzipiell zwei Reaktionsmöglichkeiten

a.) ein kompletter Richtungs- und Sinneswandel (ernüchternder Schock)

b.) weiterwursteln wie bisher bis zum Totalstillstand und abwarten des Exitus wie das Kaninchen vor der Schlange.

Da a. ) zwar prinzipiell möglich, aber äusserst unwahrscheinlich war, wird nun b.) eintreten.

Aber in Ö und D ist das Gefühl noch nicht richtig angekommen. Es ist aber anzunehmen, dass der Herbst es in die Bäuche bringen wird.

Gast: Ja,
25.07.2012 00:53
0 0

und das allerliebste

Österreich? Haben ja auch beide eine höhere Schuldenquote als Spanien!

Gast: Besucher
25.07.2012 00:50
2 1

Gast

Ganz Europa hat sich übernommen und soll endlich untergehen! Hochmut kommt vor dem Fall, noch dazu mit solchen Idioten.

Hat man sich übernommen

mit etwas großen Summen
is nix mehr aufm Konto
dann nehmens da des Gwand o
I wolltat was veruntreun
und mi dann hamlich oseuln
doch auch die Firmenkassa
steht morgen schon unter Wasser
oajeh.

Das Erbe der dunklen Vergangenheit...

....holt eben Deutschland immer wieder ein. Kaum findet sich in der BRD ein Politiker, der vor einer sinnlosen, weil unwirksamen Permanent-Finanzierung der ewigen Pleitstaaten am Mittelmeer warnt, schont trifft ihn die Nazikeule und er rudert ängstlich zurück! Das Argument, Deutschland hätte vor 70 Jahren viel Leid über Europa gebracht und müsse für die damaligen Ereignisse heute gefälligst gerade stehen, zieht leider offenbar immer. Statt, daß sich diese Länder endlich darauf besinnen, unabhängig auf eigenen Beinen zu stehen, hängen sie lieber am deutschen Tropf, denn das ist schließlich immer bequemer.

Zwar kann der deutschen Staat derzeit noch immer mit besonders günstigen Kreditzinsten rechnen, aber wie lange noch? Die US-Rating-Agenturen wissen natürlich auch, daß das nicht ewig währen kann. Wer Geld aufnimmt, dieses aber sofort anderen in den Rachen schiebt, ohne auf eine Rückzahlung hoffen zu können, der wird eben früher oder später zur Kassa gebeten! Insofern KANN es also für die BRD KEIN schöneres Zukunftsszenario prognostiziert werden. Denn die Chancen, mit per Kredit aufgenommenem deutschen Geld die Eurozone zu retten, sind bereits praktisch bei Null angelangt. Da können heute deutsche Regierungsmitglieder noch so wie das Rumpelstiltzchen aufstampfen; es wird ihnen nichts nützen. Sie mögen vielleicht noch immer blind sein, was die Zukunft der Eurozone betrifft. Die Ratingagenturen sind es NICHT! Und diese sitzen heute auf dem längeren Ast...

Rating

hat sich Amerika übernommen ?

Gast: ratingsfürdiebanker
24.07.2012 23:24
3 0

nun wird der exportweltmeister(!!) und europas wirtschaftslokomotive D von den US bankerlobbys aufs korn genommen- die EU und der euro werden zum sargnagel für europas demokratien und den sozialen wohlstand.


Wie, jetzt ..

Spanien haftet über die Wundertüte ESM für sich selbst und gibt sich selbst die Milliarden..? Genial, da muss man erst mal drauf kommen.. Das hätten sich selbst die berüchtigten Lehmann-Brüder in ihren heißesten Fantasien nicht absurder ausdenken können.. Was kommt noch, der Neander-Taler als neue Währung..?

Die Autoabgase in den deutschen Städten

haben den deutschen Politikern wahrscheinlich den Blick vernebelt.

noch niemand gemerkt...

diese ratings von fitch und konsorten werden erst aufhören wenn der dollar wieder mit dem euro ebenbürtig ist....lange wirds ja nicht mehr dauern. europa braucht eine eigene ratingagentur.

5 0

Re: noch niemand gemerkt...

Eine euoropaeische ratingagentur wuerde den bock zum gaertner machen...so eine agentur waere ein weiterer darmfortsatz der EU,verpolitisiert und verbureaukratisiert. Nixda, der unverantwortlche schuldensozialismus braucht eine harte gerte und einen kalten kuebel wasser ueber den kopf.

Gast: Staaten aufkaufen und privatisieren
24.07.2012 21:41
5 0

Als erste große Ratingagentur droht Moody's den Deutschen in ihrer aktuellen Einschätzung mit dem Entzug des Triple A.

Haha ...., wenn Deutschland kein Triple A mehr verdient, wer den dann?
Damit würden sich im Realfall die Bewertungen aller anderen Staaten darunter befinden.
Und boshaft wie ich bin, frage ich mich, wer hat da den Nutzen?

Gast: nickname 0
24.07.2012 21:37
2 0

FED

Angeblich eine Auflistung der Eigentümer:

http://land.netonecom.net/tlp/ref/federal_reserve.shtml

Antworten Gast: jd 333
24.07.2012 21:57
1 0


Gast: EUROBürge xy
24.07.2012 20:27
19 0

FED und ESM

Der Gründer des heutigen Weltimperiums Amsel Mayer (Rothschild) gab seinen Nachfahren ca. Mitte 18.Jhdts. den Satz mit auf den Weg:

"Gib mir die Macht über die Währung eines Landes und es interessiert mich nicht mehr, wer dessen Gesetze macht".

Der ESM kann die Staaten Europas nach Herzenslust ausplündern und VERSCHULDEN !!!


Gast: b754
24.07.2012 20:19
2 5

und der schwachsinn geht weiter

wen interessiert eigentlich nocht rating wenn alle herabgestuft sind

Hat sich Deutschland übernommen?

No na ned. Dass es darauf hinausläuft, war von Anfang an klar.

zuerst wird der

Georgi Soros vorgeschickt und gemahnt, dass Deutschland mehr Haftungen übernehmen muss - kaum haben sie was sie wollen, gibts die Gretsche von hinten!

in dem Zusammenhang darf man D. Rockefeller zitieren:"Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die Neue Weltordnung akzeptieren."


Re: zuerst wird der

Da die Entropie nur zunimmt kann es sich einzig um eine neue Welt-Unordnung handeln.

Gast: machmuss verschiebnix
24.07.2012 19:53
6 1

So geht das also: zuerst erpressen, dann herabstufen,

weningstens ist es schon absehbar, daß en in den USA krachen wird,
dann hat's sich aus-ge-rated

 
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