24.05.2013 11:25 Merkliste 0

EZB-Chef Draghi macht Ländern und Märkten Hoffnung

26.07.2012 | 14:43 |   (DiePresse.com)

Mit "EZB sei bereit, alles Erforderliche zu tun" löste Draghi Kursgewinne an den Börsen aus. Für Experten wurde der Ankauf von Staatsanleihen signalisiert.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

EZB-Präsident Mario Draghi schürt die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise. "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", sagte Draghi am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz in London. "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen." Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, "fällt das in unser Mandat". Anleger und Experten spekulieren darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien kauft und so deren extrem hohe Zinskosten drückt.

Draghi erhielt für seinen Vorstoß umgehend Beifall vom französischen Finanzminister Pierre Moscovici, der die Äußerungen als "sehr positiv" bezeichnete. An den Märkten wurde das Vorpreschen des obersten Währungshüters gefeiert: Der Euro-Kurs zog deshalb kräftig an. Die europäischen Aktienmärkte haben am frühen Donnerstagnachmittag deutlich ins Plus drehen können. So lag der Euro-Stoxx-50 gegen 13.00 Uhr um 2,42 Prozent höher bei 2.211,39 Zählern. In Frankfurt konnte der DAX einen Anstieg um 1,54 Prozent auf 6.505,08 Zähler vorweisen. Der heimische Leitindex ATX zog um 1,6 Prozent nach oben auf 1,929,49 Punkte.
Wird Kaufprogramm aktiviert?

"Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass die EZB ihr Zögern und damit die Marktpanik beendet", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Wird sie wieder am Bondmarkt aktiv, dann kauft sie Krisenländern wie Spanien und Italien die Zeit, die sie für die Umsetzung ihrer Reformen brauchen." Das sehen andere Experten ähnlich. Der EZB ist die direkte Staatsfinanzierung nach ihren Statuten verboten. Das tat sie aber bis Jahresanfang indirekt, indem sie Staatsanleihen im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro am Markt erwarb und so die Kreditkosten der Krisenländer drückte.

Seit vielen Wochen ruht das Kaufprogramm. Da die Zinsen von Italien und Spanien inzwischen auf Rekordhöhen gestiegen sind, wächst aber der Druck auf die EZB, wieder aktiv zu werden. Draghi dürfte bei einer Wiederaufnahme auf Widerstand aus Deutschland und anderen Kernländern stoßen. Nach den Worten des Chefs der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, befindet sich das Kaufprogramm "im Tiefschlaf und wird es auch bleiben".

Draghi dürfte die Kritiker mit dem Hinweis zu überzeugen versuchen, dass die Geldpolitik der EZB wegen der Schuldenkrise verpufft. Weder die Zinssenkung auf das Rekordtief von 0,75 Prozent noch die riesigen Finanzspritzen für die Banken haben die Panik an den Märkten, die Gefahr einer Kreditklemme in den Krisenstaaten und den Konjunkturabschwung verhindern können. Ein Grund dafür ist, dass die Kurse von Staatsanleihen von Krisenstaaten abgerutscht sind und die Bilanzen vieler Banken verhageln. Diese halten sich deshalb mit der Kreditvergabe zurück. Mit dem Kauf dieser Papiere könnte die EZB zumindest für eine Verschnaufpause sorgen.

(APA/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

19 Kommentare
0 0

Ich wüßte gerne genau

was er da gemeint hat. Dass er Italien retten will ist nicht verwunderlich, aber Italien passt nicht unterm ESM. Ich vermute eine enge Zusammenarbeit mit dem ESM und dessen enorme Aufstockung , dann aber: gute Nacht!
"Es wird genug sein" ist eine Drohung an alle EU Skeptiker und an die Steuerzahler!

Gast: Hansi Hüpfer
27.07.2012 10:52
0 0

Der Draghi Durchhalte Schwätz hat nicht einmal eine Nacht lang gehalten.

Die Hoffnung, die der italienische Guru der Welt machte, ist über Nacht verpufft und die Märkte sind heute wieder tiefrot.

Gebt doch endlich den Griechen die Drachme zurück um noch zu retten, was zu retten ist. Das bereits überwiesene Geld ist sowieso weg.

Gast: Reflector
27.07.2012 08:12
4 0

Das bedeutet riesige Inflation.


Die EZB ist Südeuropäisiert und damit wird der € zur Lira.

Damit wird mittels der EZB die Sache am Anfag zwar vielleicht etwas entspannt, aber das dicke Ende kommt danach, es wird dadurch noch schlimmer.

Die Kommentare in deutschen Zeitungen dazu, lassen deswegen an Deutlichkeit nichts vermissen:

„Draghi ist ein Plünderer des Bürger-Spargroschens“
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ezb-als-euro-ausputzer-draghi-ist-ein-pluenderer-des-buerger-spargroschens/6925114.html

„Die EZB entpuppt sich als Trojanisches Pferd"
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108391260/Die-EZB-entpuppt-sich-als-Trojanisches-Pferd.html

Also ein Plünderer im Trojanischen Pferd.

Der Weg in die Entwertungsspirale ist geebnet mit geschönten CPI Zahlen (Warenkorb, Gewichtung, hedonische Berechnung) und dem Glück der elektronischen Notenpresse, Knopfdruck genügt.

Bargeld wird sukzessive als Schwarzgeld gebrandmarkt, Abhebebeschränkungen, Bargeldbeschränkungen bis hin zu Devisenkontrollen, damit man die braven Schäfchen auch schön im Griff hat.

BTW, Spanien wird ungefähr das benötigen wovon ich am Anfang ausging, als die 100 Mrd. f. die E Banken im Gespräch waren, 650 Mrd. ....

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/26/think-tank-bailout-fuer-spanien-wuerde-bis-zu-650-milliarden-euro-kosten/

Der Drache bereitet das ELA, TARGET2 Fest schon vor, allerdings wäre es höchst an der Zeit für die, die dieses Fest finanzieren sollen, es schleunigst zu verlassen.

Antworten Gast: Hans Renner
27.07.2012 17:20
0 0

Re: Das bedeutet riesige Inflation.

Inflation wird nicht automatisch durch mehr Geldmenge erzeugt, sondern hauptsächlich durch kosten. Und noch eins, faktisch die gesamte Produktion in Europa ist nicht ausgelasdet.......wie soll es da zu einer Teuerung kommen? Weiters ist Inflation in einer gewissen höhe wichtig, weil Geld braucht systemisch betrachtet ein ablaufdatum. Weil riesige Mengen an Geld dem wirtschaftskreislauf entzogen wurden ist es zwingend Geld sozusagen nachzudrucken. Alle diese Sachverhalte sind nur durch die system Theorie verständlich. Weil alles sind zirkuläre reflektier Prozesse.

An den Märkten wurde das Vorpreschen des obersten Währungshüters gefeiert

Alles nur für die Märkte unter der Umgehung bestehender Verträge und der Parlamente. Die Demokratie wird auf dem Altar der Märkte für die Banken geopfert.
Wo bleibt der Aufschrei der Medien und der Studenten in Deutschland und Österreich?
Die Einen sind gekauft, und die Anderen zu träge, um die Gegenwart zu analysieren und in die Zukunft zu blicken. Eine derartige Gesellschaft hat ein baldiges Ablaufdatum.

Nur weiter so

und die Geldschleusen richtig aufgedreht und den Banken neues Geld für wertlose Staatsanleihen vor die Füsse werfen.

Draghi muss es ja nicht zahlen, das müssen die EU-Staaten gemäß ihrem Anteil an der EZB.

Mir tun heute schon die deutschen Leid die 30% von ALLEM zu zahlen haben wenn es schief geht. Fallen vorher noch ein paar aus der haftung bei EFSF oder ESM dann müssen die mehr als 50% von ALLEM stemmen.

Das ist eine sehr ungute Entwicklung. Wenn diese Blase platzt dann platzt auch unser Traum vom ewigen Frieden in Europa. Wir werden wieder auf einander einschlagen wie im 19/20 jahrhundert.

7 0

Einer Hand voll Menschenacht er glücklich

Millionen aber reißt er ins verderben.

politische Börsen

Heute kommt eine positive Meldung von der EZB, welche die Märkte nach oben schießen lässt. Aber das war bis jetzt nur eine Ankündigung noch keine konkrete Maßnahme, die beschlossen wurde. Morgen kann schon eine schlechte Nachricht zu der Lage in den PIGS-Staaten kommen und wir sind die heutigen Tagesgewinne schnell wieder los.

Gast: HB4242
26.07.2012 18:35
1 0

Wie Mario den „Bustout“ lernte ...

Interessantes Video auf youtube !

Was bei GR funktioniert hat, könnte auch bei dem Rest der EU funktionieren ....

Draghi kann seine Vergangenheit nicht leugnen

Er war einer der Drahtzieher bei GoldmanSachs und viele seiner "Freunde" auch, wie z.B. Mario Monti u.a. Was liegt als näher, als diesen "Freunden" zu helfen, indem man Wege geht, die seriöse Banker als "zweifelhaft" ansehen. Mit seiner neuesten Entscheidung, Anleihen maroder Staaten auch weiterhin zu kaufen, zieht er das Eurodesaster in die Länge. Er verschafft den Bankstern und korrupten Staatschefs Luft. Doch je länger er diesen Weg geht, desto teurer wird es im Endeffekt, denn der Euro selbst ist das Problem. Diese Währung war von Anfang an eine Missgeburt und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Eine Rettung nach der anderen kann letzten Endes den Crash nicht verhindern und der wird kommen. Da kann Draghi noch so freundlich grinsen.

Antworten Gast: Bärenfalle...
26.07.2012 18:47
5 0

Re: Draghi kann seine Vergangenheit nicht leugnen

Der grinst nicht .. der lacht.

Mit seinem ungedecktem Scheckbuch haben er und seine Freunde Milliarden geschaffen und frisch fröhlich verliehen.

Und in nächster Zeit wird abgecasht.

D.h. die "Forderungen" aus den Krediten werden gegen solide Sachwerte der Schuldner getauscht.

Ist dieser Vermögensübergang dann wunschgemäß vollzogen wird der Euro über den Jordan geschickt und auf geht es in eine neue Runde Papiergeldmonopoly.


Draghi, der "Rechtsanwalt" des Südens

....verschenkt wieder einmal unser Geld! Wann beendet man endlich diesen Wahnsinn?? Oder hilft wirklich nur mehr ein Generalstreik der betrogenen und geschröpften Mittel- und Nordeuropäer?

Antworten Gast: Vogel Strauss
26.07.2012 20:02
3 0

Re: Draghi, der "Rechtsanwalt" des Südens

Solange die Sozis diese Schuldenpolitik unterstützen, wird es nix mit einem Generalstreik ... deren Klientel geht erst auf die Barrikaden, wenn bei Hofer, Penny u. Zielpunkt nur mehr leere Regale sind und die Mindestsicherung nicht mehr ausbezahlt wird!

Eine trügerische Hoffnung

Sich noch mehr zu Verschulden um dann noch mehr zu bezahlen. Wie lange ist das Märchen der Eurorettung noch aufrecht zu erhalten?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/475558_Milliardengrab-Eurorettung.html

Wahnsinn ohne Ende


Die rollende Schuldenlawine darf offensichtlich nicht gestoppt, der stündlich anwachsende Schrecken nicht beendet werden.

Je mehr Zeit mit dem Geld aller EU-Bürger gekauft wird, desto mehr Zerstörungs-Potenzial für die Einzelnen wird erzeugt. Kann es ein Trost sein, dass wir von Dilettanten wie Draghi in eine Katastrophe gezwungen werden, die wir selbst schon seit langem klar erkennen?

Gast: Freiheit
26.07.2012 16:27
7 0

aha und schuld an allem sind die spekulanten.....

und dann wollen uns unsere roten pfeiffen in allen parteien einreden, dass die boesen spekulanten fuer alles schuld sind. man waere ja bloed wenn man nicht spekuliert wenn die zentralbank so einfach mit dem geld herum wirft. billiger geld bis zum umfallen und dann wundert man sich dass es blasen gibt........ seit 20 jahren betreiben es die japaner welche schoen brav fuer einige crash und wirtschaftskrisen a la internet verursacht haben. (obwohl USA und EZB auch fleissig geholfen haben) dann die FED der wir die Suprime Krise verdanken und die Hypothekenkrise, die Schuldenkrise der Laender und was wird jetzt als konsequenz der EZB Gelddruckerei kommen...... ???? nach 5 jahren krise sollte man vielleicht bedenken dass die medizin vielleicht die ursache der krankheit ist????

Zentralbanken am Ende

Wie oft können die Zentralbanken, das gleiche Schema abspulen?

Sie machen Hoffnung, aber lösen nichts. Bisher ging jeder Schuß ins Leere. Bald haben sie keine Muniton mehr.

http://www.start-trading.de/blog/2012/07/26/zentralbanken-der-finger-am-abzug/

Re: Zentralbanken am Ende

Sie haben ja recht, die Schüsse gehen immer wieder ins Leere, aber Munition wird immer wieder neu erfunden. Ich beobachte schon seit dem Crash 1987 genauer und damals hieß es auch tagein und tagaus jetzt geht nichts mehr.
Seit 25 Jahren ist schon "Game over" und die Herrschaften spielen immer noch mit uns.

4 0

"Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten"

WEG mit dieser Schrottwährung, welche noch dazu ja gar nicht wie behauptet, fäslschungssicher ist wie so manch Artikel dazu, ja offen zeigt !!!

Deutschland müsste sich nur als erstes Land dazu durchringen den Hebel anzusetzen, und viele andere wichtige Länder würden sofort folgen; um sich nicht weiterhin von faulen Ländern erpressen lassen zu müssen, um solche weiterhin zwangshaft am Leben erhalten zu müssen !

Her mit einer neuen deutschen Mark welche für die Kernländer existent ist, und weg mit dem Mist namens Euro, welcher ja von Beginn an die Bürger schröpfte und es weiterhin tun will !!!

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...